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3.2. Ein Krieg - viele Kriege?  vor


Politische Ereignisse und Entwicklungen
3. Der Dreißigjährige Krieg

3.1. DIMENSIONEN DES KONFLIKTS

 

nach unten 3.1.1. Konfessionsproblematik
nach unten 3.1.2. Verfassungsproblematik
nach unten 3.1.3. Mächtepolitik
nach unten 3.1.4. Militärische Eigenlogik

 

  3.1.1. Konfessionsproblematik  
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Die Protestanten fürchten nicht nur um ihr Seelenheil, wenn ihnen die „rechte reine Lehre“ genommen würde; protestantische Landesherren fürchten vor allem um ihr Kirchenregiment als Säule ihrer Landeshoheit; protestantische Landstände (privilegierte Korporation von Adel und Städten) fürchten unter katholischen Landesherren um ihre traditionelle Autonomie und ihre Partizipationsrechte. Die Konfessionsproblematik ist daher mit der Verfassungsproblematik unlösbar verbunden. 

Quelle: Autobiographische Notizen eines Söldners

  3.1.2. Verfassungsproblematik  
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Der Dreißigjährige Krieg als „Staatsbildungskrieg“ (Literatur Burkhardt): In den Niederlanden und in Böhmen führt der Widerstand protestantischer Stände gegen die landfremde katholische Herrscherdynastie Habsburg dazu, dass die beiden Länder dem Landesherrn die Treue aufkündigen und sich als Republik bzw. Konföderation konstituieren: die Niederlande mit Erfolg, Böhmen mit verheerendem Misserfolg. 

Im Reich geht es um die Frage, auf welcher Ebene und in welcher Form der Prozess der Staatsbildung fortgesetzt werden kann: in Form des Reichs als zentralistischer kaiserlicher Monarchie oder in Form von partikularer Staatsbildung der Fürsten in ihren Territorien. 

  3.1.3. Mächtepolitik  
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Damit verbinden sich verschiedene mächtepolitische Konfliktkonstellationen, insbesondere die alte habsburgisch-französische Rivalität, an die sich andere Konflikte anlagern. Konfliktzonen bestehen:

Im Verlauf des Krieges wird die Dominanz des mächtepolitischen Interesses immer offensichtlicher: es entstehen konfessionsübergreifende Bündnisse, v.a. Frankreich/Schweden gegen Habsburg. 

  3.1.4. Militärische Eigenlogik  
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Die Eigendynamik der Kriegführung selbst hält diesen in Gang; die Kriegsökonomie selbst fordert die Fortsetzung des Krieges („Der Krieg ernährt den Krieg“). Die Truppen sind z.T. noch von selbstständig operierenden Kriegsunternehmern, z.B. Glossar Wallenstein, aufgeboten und werden von diesen unterhalten, die damit eigene ökonomische und machtpolitische Zwecke verfolgen. 

verwandte Themen: Militärische Revolution

 

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