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3. Der Dreißigjährige Krieg
 
Glossar

 Glossar Confoederatio bohemica  
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(af) In der „Konföderationsakte“ vom 31. 7. 1618 erklärten die böhmischen Stände sich zur freien, ständisch verfassten Wahlmonarchie, König Ferdinand wurde abgesetzt (22. 8. 1619) und der pfälzische Kurfürst Friedrich V. zum König gewählt (26./27. 8. 1619).
(Dreißigjährige Krieg)

 Glossar Majestätsbrief 1609  
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(af) In den Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und seinem Bruder Matthias gestand Rudolf II. den böhmischen Ständen im Majestätsbrief weitreichende Rechte zu, um sie auf seiner Seite zu halten: 

Am 20. 8. 1609 erhielten die schlesischen Stände ebenfalls in einem Majestätsbrief die Religionsfreiheit zugesichert.
(Dreißigjährige Krieg)

 Glossar Prager Frieden 1635  
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(af) Seit der Niederlage Tillys (1631) gegen Gustav Adolf von Schweden musste sich der Kaiser wieder um Verständigung mit den protestantischen Reichständen bemühen. 1635 schließt er mit dem Kurfürsten von Sachsen einen Vertrag, dem sich außer Hessen-Kassel fast alle Reichsstände anschlossen. Der Prager Frieden sah eine begrenzte Festschreibung des konfessionellen Status quo und den Verzicht auf die Durchführung des Restitutionsedikts vor (bzw. Aussetzung für 40 Jahre). Ziel war die gemeinsame militärische Organisation und Frieden für das gesamte Reich, aber Ausschluss des Calvinismus; Bekenntnisstand Normaljahr 1627. Gegen diese Einigung sind Frankreich, Schweden und die nicht beigetretenen Reichsstände. Das Friedenswerk ließ sich nicht durchsetzen, auch weil der Kaiser seine Verbündeten nicht wirksam gegen die französisch-schwedische Kriegführung schützen kann. Der Prager Frieden konnte den Krieg zwar nicht beenden, war aber eine wichtige Voraussetzung für den Westfälischen Frieden.
(Dreißigjährige Krieg) 

 Glossar Regensburger Kurfürstentag 1630  
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(af) Durch den Erzbischof von Mainz einberufener, von Juli bis November 1630 in Anwesenheit der katholischen Kurfürsten (Sachsen und Brandenburg waren durch Gesandte vertreten) tagender Kurfürstentag; Kaiser Ferdinand II. scheiterte mit dem Versuch, seinen Sohn Ferdinand zum König krönen zu lassen, und konnte keine militärische Hilfe gegen Frankreich im Mantuanischen Erbfolgekrieg und gegen die Friedrich V. von der Pfalz unterstützenden Generalstaaten erlangen. Trotz der Landung König Gustavs II. Adolf von Schweden (6. 7.) in Vorpommern setzten die Kurfürsten eine Verringerung des kaiserlichen Heeres sowie die Absetzung Wallensteins durch (13. 8.), Maßnahmen, die sich in der Folge entscheidend auf den Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs auswirkten. 
(Dreißigjährige Krieg)

 Glossar Restitutionsedikt  
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(af) Erlass Kaiser Ferdinands II. vom 6. 3. 1629, der das Reservatum ecclesiasticum (Geistlicher Vorbehalt) erneuerte, die Rückgabe aller seit dem Passauer Vertrag (2./15. 8. 1552) von den Protestanten eingezogenen Stifte und Kirchengüter an die Katholiken anordnete und den katholischen Reichsständen gestattete, ihre Untertanen zu rekatholisieren. Das Restitutionsedikt beeinflusste den Verlauf des Dreißigjährigen Krieges entscheidend, wurde zum Signal auch für bisher konservative, kaisertreue Protestanten (Kursachsen, Kurbrandenburg), sich gegen den Kaiser zu wenden und förderte das Eingreifen des europäischen Protestantismus. Im Prager Frieden (30. 5. 1635) verzichtete Ferdinand auf die weitere Durchführung des Restitutionsedikts.
(Dreißigjährige Krieg)

 Glossar Wallenstein  
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(af) Wallenstein, Albrecht Wenzel Eusebius von, Herzog von Friedland (seit 1625) und Mecklenburg (seit 1629), 
* Hermanitz 24. 9. 1583, † (ermordet) Eger 25. 2. 1634; 
seit 1604 im militärischen Dienst der Habsburger, seit 1620 Militärbefehlshaber in Nordböhmen, 1621 Mitglied des Wiener Hofkriegsrats. 1622 zum „Gubernator des Königreichs Böhmen“ ernannt, zeichnete Wallenstein für die Militärverwaltung des Landes verantwortlich und damit für die Konfiskation der Güter der vertriebenen Aufständischen. 
1623 heiratete er die Tochter von K. Graf von Harrach, einem der engsten Vertrauten des Kaisers, und wurde in den Reichsfürstenstand erhoben. 
1625 beim Einmarsch Christians IV. von Dänemarks bot Wallenstein auf eigene Kosten ein Heer auf und wird zum „oberstkommandierenden“ General („Generalissismus“) ernannt. Zusammen mit den Truppen der Liga unter Tilly konnte er den dänischen Vormarsch aufhalten. Im von Wallenstein mit Christian IV. ausgehandelten Verständigungsfrieden von Lübeck (22. 5. 1629) erreichte die Macht des Kaisers ihren Höhepunkt. Aufgrund seiner eigenen und der kaiserlichen Machtfülle stieß Wallenstein zunehmend auf Kritik. Die in Opposition stehenden Reichsfürsten um Maximilian I. von Bayern erzwangen auf dem Regensburger Kurfürstentag (1630) die Absetzung Wallensteins. 
Zur gleichen Zeit landete der schwedische König Gustav II. Adolf auf Usedom. Sein Vormarsch, die Niederlagen Tillys und die Eroberung nahezu ganz Deutschlands durch die Schweden zwangen den Kaiser, Wallenstein um erneute Aufstellung einer Armee und die Übernahme des Kommandos zu bitten. Wallenstein willigte ein und erhielt 1632 unbeschränkte Vollmacht für Kriegführung und Friedensverhandlungen. Im Frühjahr 1632 manövrierte er 1632 Gustav Adolf aus Bayern heraus und traf am 16. 11. mit dem König erneut in der Schlacht bei Lützen zusammen, in der Gustav Adolf sein Leben verlor. Das Jahr 1633 wurde von den Versuchen Wallensteins bestimmt, teils durch seine militärische Überlegenheit, teils durch Friedensgespräche (v. a. mit Sachsen) die Basis eines allgemeinen Reichsfriedens zu schaffen und die fremden Mächte aus Deutschland hinauszudrängen. 
Nach dem Tod Gustav Adolfs gewannen die Gegner Wallensteins beim Kaiser wieder die Oberhand. 1634 entschloß sich Kaiser Ferdinand II., Wallenstein erneut abzusetzen (Absetzungspatente vom 24. 1. und 18. 2.). Ausschlaggebend war die Unterstellung eines geplanten Hochverrats. Nach der Ächtung (ohne förmliche Verhängung der Reichsacht) fielen fast alle Offiziere von Wallenstein ab. Er wurde am 25. 2. 1634 in Eger ermordet. 
(Dreißigjährige Krieg)

 

 

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