Einführung in die Frühe Neuzeit  
 
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 LINKWEG ::: Inhalt / Europäische Expansion, 15.-16. Jh. / Voraussetzungen und Motive /
1.2. Entdeckungs- und Eroberungsfahrten  vor


Europäische Expansion
1. Europäische Expansion im 15. und 16. Jh.

1.1. VORAUSSETZUNGEN UND MOTIVE

 

nach unten 1.1.1. Expansion des Osmanischen Reiches
nach unten 1.1.2. Beendigung der Reconquista
nach unten 1.1.3. Verbesserung der Schifffahrtstechnik
nach unten 1.1.4. Fortschritte der Kartographie

 

  1.1.1. Expansion des Osmanischen Reiches  
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Der traditionelle oberitalienische Handel (Konkurrenz der Stadtrepubliken Venedig und Genua) mit fernöstlichen Waren (Gewürze und andere Luxuswaren) wird durch die Expansion des Osmanischen Reiches behindert und durch arabischen Zwischenhandel verteuert. Das stimuliert die Suche nach alternativen Seewegen zur Erschließung des alten südostasiatischen Handelssystems für die Europäer.

  1.1.2. Beendigung der Reconquista  
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Auf der iberischen Halbinsel (Königreiche Portugal, Kastilien-Aragon) wird die Reconquista, d.h. Rückeroberung des Landes von den Arabern und die Vertreibung der Juden, beendet (zuletzt 1492 Granada) und greift über das europäische Festland hinaus, zunächst nach Westafrika und auf atlantische Inseln (Madeira, Azoren, Kanaren) aus. Die modern-zentralisierten iberischen Monarchien instrumentalisieren die Kirche und steuern den Handel. Die niederadelige Kriegerelite (Hidalgos) sucht neue Felder zur Bewährung im Kampf um sozialen Aufstieg, Ruhm, Reichtum und für die Ehre Gottes und des Königs.

  1.1.3. Verbesserung der Schifffahrtstechnik  
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Die Schifffahrtstechnik wird perfektioniert und schafft damit auf der technischen Ebene die Voraussetzungen für die Entdeckungsfahrten. Hierzu zählen gerader statt gekrümmtem Kiel, Heckruder statt Seitenruder, gemischte Besegelung mit drei Masten, die das Kreuzen gegen den Wind ermöglicht, wissenschaftliche Navigation (arabischer Einfluss) mit Seekompass, Astrolabien zur Bemessung der Sonnen- und Sternenhöhe zur Bestimmung des Breitengrades.

  1.1.4. Fortschritte der Kartographie  
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Einen großen Einfluss auf die Kartographie hatte die Wiederentdeckung der ptolemäischen Geographia, (von den Humanisten Cosmographia genannt). Seit dem Ende des 15. Jh. gelangte die Geographia, die dem griechischen Gelehrten Claudius Ptolemaeus (2. Jh. n.Chr.) zugeschrieben wird, durch byzantinische Humanisten nach Europa. Sie enthält in acht Büchern eine Sammlung des antiken geographischen Wissens:

Das Werk enthält mehrere tausend mit geographischen Daten versehene Orte, die u.a. auf Nachrichten von Durchreisenden, die Ptolemaeus befragt haben soll, beruhen. Die erhaltenen Abschriften enthalten auch eine Weltkarte mit den drei bekannten Kontinenten Afrika, Asien und Europa.

Zu Beginn des 15. Jh. wurde in Italien eine erste griechische mit Karten versehene Handschrift ins Lateinische übersetzt, im Laufe des 15. Jh. erfolgten weitere Übersetzungen und Abschriften.

Bildquelle: Ptolemäische Weltkarte ca. 1474

Bildquelle: Weltkarte der Schedelschen Weltchronik 1493

Eine weite Verbreitung der Geographia wurde durch die Erfindung des Buchdrucks möglich. Die erste Geographia wurde 1475 in Vicenza gedruckt, allerdings fehlten ihr noch die Karten. Die erste mit Karten (Kupferstichen) versehene Ausgabe erschien 1477 in Bologna. Über Italien hinaus wurde das Werk 1482 durch den Literatur Druck in Ulm bekannt.

 

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