Die hellenistische Gestalt jüdischer Schriftauslegung bei Philo von Alexandrien

Problemskizze
Das Opus des jüdischen Philo¬sophen Philo von Alexandrien (um 20 v. Chr. – um 45 n. Chr.) stellt die umfangreichste und beste Quelle für das hellenistische Judentum seiner Zeit dar. Das be¬achtliche Werk des jüdischen Theosophen, des wichtigsten Exponenten der In¬telligenz des alexandrinischen Judentums, gibt Einblicke in die Praxis jüdischer Auslegungspraxis der Tora frei, wie sie an keiner anderen Stelle in dieser Dichte zu greifen sind. Gleichwohl stellt das ungemein komplexe Erscheinungsbild seiner Sprache und der mit ihr vorgelegten platonisch geprägten, der Tora-Auslegungen dienenden Gedanken Theologiestudierende vor eine hohe Hürde, die nicht selten zu einem Absehen von einer weiteren Beschäftigung mit Philo führt.


Ziele
Diesem Missstand soll eine gründliche, jedoch für die Theologiestudierenden verständliche und zur Weiterbeschäftigung einladende Einführung in Leben, Werk und Denken dieses Schriftauslegers dienen. Eine solche Einführung stellt ein drängendes Desiderat in einer durch Detailstudien geprägten Publikationslandschaft dar. Anzusprechen sind in dieser Einführung diverse erkenntnisleitende Vorverständigungen zu Philo: Schriftausleger – Politiker – Exeget – Philosoph – Allegorist. Darauf aufbauend erfolgt eine Form- und Gattungsanalyse seiner drei wichtigsten Kommentarreihen: Expositio Legis – Quaestiones et Solutiones in Genesim et Exodum – Allegorischer Kommentar. Berührungen und Unterschiede in der Auslegung alttestamentlicher Stoffe innerhalb dieser Kommentarreihen sind abschließend exemplarisch zu verdeutlichen und die Bedeutung Philos für die theologische Entwicklung der Alten Kirche aufzuzeigen.