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10 Jahre Forschungsstelle Origenes in Münster


Bei den Anfängen – dort setzte Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst in seiner Rede anlässlich des Festakts zum 10-jährigen Jubiläum der Forschungsstelle Origenes an. Die Anfänge führen zurück in seine Studienzeit, in der sein verehrter Habilitationsvater Norbert Brox ihn erstmals mit Origenes in Berührung brachte. Gleich empfand Fürst Faszination, die über die Jahre immer wieder entfacht wurde. Ein erster Gipfel dieser Faszination war mit dem Probevortag an der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster erreicht, der sich unter dem Thema „Werdet erwachsen!“ Origenes widmete und Fürst 2000 den Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie einbrachte. Damit war der Weg für Origenes in Münster geebnet, der schließlich zur Gründung der Forschungsstelle im Oktober 2008 führte. In ihrem Hintergrund stand die Tatsache, dass die Werke des Alexandriners mit wenigen Ausnahmen nur schwer mit deutschen Übersetzungen zugänglich waren. So entstand die ambitionierte Idee, das überlieferte Gesamtwerk des Origenes in einer zweisprachigen Edition herauszubringen, die erste Hauptaufgabe der Forschungsstelle. Daneben erwuchs als zweiter Pfeiler die Erforschung der Wirkungsgeschichte des Origenes. Anlass war die unerwartete Entdeckung einer Origenes-Rezeption im England des 17. Jahrhunderts durch den damaligen Assistenten am Seminar für Alte Kirchengeschichte, Dr. Christian Hengstermann – die Geburtsstunde der Kolloquienreihe zum Nachleben des Origenes, die in der neugegründeten Reihe „Adamantiana“ ihren schriftlichen Niederschlag findet.

An den Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Forschungsstelle schlossen sich Grußworte von Prof.‘in Dr. Marianne Heimbach-Steins als Vertreterin der Fakultät und von Prof. Dr. Johannes Wessels als Rektor der Universität an. Höhepunkt des Festaktes war der Festvortrag von Prof. Dr. Volker Gerhardt, der aus philosophischer Perspektive auf den Dreh- und Angelpunkt der origeneischen Metaphysik, auf die Freiheit, blickte. Dabei verwies er auf die Ursprünge freiheitlichen Denkens in der griechischen Antike. So sind bereits in Sokrates und Lukrez die zwei kantischen Grundformen der Freiheit, zum einen Willens- und Wahlfreiheit, zum anderen Spontaneität, verwurzelt und nicht erst mit der Aufklärung in das Bewusstsein getreten. In emphatischer Weise verteidigte Gerhardt die Freiheit vor jeglichen deterministischen Richtungen. Eine Negation der Freiheit sei schon deshalb ausgeschlossen, weil man ohne sie auch kein Leben annehmen könne. Den Vortrag rundete Gerhardt mit einem Seitenblick auf die Verhältnisbestimmung von Glauben und Wissen ab, in welcher der Glauben vor und nach dem Wissen steht. Prof. Fürst übergab floralen Dank an das Quartett Four Flutes, das musikalisch den Festakt mitgestaltete und in dem die Assistentin des Lehrstuhls, Monnica Klöckener, mitwirkte, und an Florine Hund, die Sekretärin des Lehrstuhls, für ihren unermüdlichen Einsatz für die Forschungsstelle. Mit einer Einladung zu der neuen Veranstaltungsreihe „Academia Origenenia“ (immer donnerstags im zweiwöchentlichen Rhythmus, nächster Termin: 08.11., 15–18 Uhr, Raum 410, Domplatz 23) beschloss Fürst den offiziellen Teil des Festaktes und lud zum Sektempfang ein, mit dem der Festakt ausklang.

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