Konzept für Telelearning

 



 

1 Verlaufsplanung eines Online-Seminars

2  Kriterien der Materialauswahl

3  Kommunikationsästhetische Kriterien

4  Personelle und technische Voraussetzungen

5  Dokumentation

6  Über das Konzept hinaus




 

 

Das Papier behandelt die inhaltlichen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen für ein Online-Seminare in der Politischen Erwachsenenbildung. Da es sich um eine Vorstudie handelt, werden vor allem Möglichkeiten dargestellt, über deren Realisierung im Projektverlauf anhand der personellen und technischen Ressourcen entschieden werden muß. Weiterhin werden Vorüberlegungen zur Realisierung einer Modell-Website angestellt.

URL Website:
http://www.uni-muenster.de
/EuropeanPopularScience/telerosa

URL Konzept:
http://www.uni-muenster.de
/EuropeanPopularScience/telerosa/konzept

 

1  Verlaufsplanung eines Online-Seminars

Grundsätzlich wird innerhalb des Projektes die Funktion des zu erstellenden Online-Angebotes diskutiert werden müssen. Wie auch die spätere technische Umsetzung beliebige Möglichkeiten der Skalierung eröffnet, ist die Erweiterung des bisherigen Rosa-Kursangebots auf den Netzraum in verschiedenen Varianten denkbar, von parallel zu "realen" Seminaren stattfinden virtuellen Diskussionsforen über eine netzgestützte Vor- und Nachbereitung von Inhalten bis zu komplett im Netz durchgeführten Seminaren. Als Optionen böten sich etwa:

Fall 1: Der Internet-Anteil der Seminare beschränkt sich auf die Vor- und Nachbereitung der Seminarthemen. Zum Einsatz kämen hier online verfügbar gemachte Texte sowie jede Art von Hypermedia-Dokumenten (soweit sinnvoll). Der ‚virtuelle' Teil des Seminars bestünde also im Wesentlichen aus einer digitalen Bibliothek, in der Seminarunterlagen und Teilnehmerbeiträge verfügbar gemacht werden sowie einem Messageboard zur Fortsetzung von im Seminar entstanden Diskussionen im Netzraum. Die Interaktivität des Angebots kann auf einem relativ niedrigen Level gehalten werden, da der Großteil der Teilnehmerinteraktionen ‚in real life' stattfindet, so dass sie sich vorwiegend auf eine onlinegestützte tutorielle Betreuung reduziert. Weitere Komponenten des Netzangebotes wären die Möglichkeit der Online-Anmeldung und des Abrufs des Seminarprogramms. Dieses Konzept entspräche in etwa den in Münster bereits zahlreich durchgeführten (Online-) Seminaren.

Fall 2: Ein ausschließlich im Netzraum veranstaltetes Seminar würde weitaus höhere Anforderungen an Multimedialität und Interaktivität des Angebotes stellen. Neben den in (1) aufgeführten Grundkomponenten müsste hier stärker nach pädagogischen Gesichtspunkten aufbereitetes Lernmaterial zum Einsatz kommen: Multimediale ‚Folien', die die Zusammenhänge der eingesetzten Texte aufklären, interaktive Diagramme (siehe Krys' Powerpoint-Entwurf), dazu eventuell (entsprechend den technischen Möglichkeiten) breitbandigere Medientypen wie Audio-/Videoübertragung. Im Zentrum eines solchen Angebots stünde jedoch nicht das Material, sondern die Teilnehmerinteraktion. Entsprechend stärker ausgebaut müssen die Feedback-Möglichkeiten sein.

Realisierungsvorschlag: Als Zwischenstufe auf dem Weg zu reinen Online-Seminaren wäre die Anbindung eines Online-Seminars an eine ‚real' stattfindende Seminarreihe sinnvoll. Seminarmaterialien sowie Zusammenfassungen der Diskussionsergebnisse wären im Netz verfügbar, so dass das Seminar außerhalb der Treffen im Netz weitergeführt werden kann. Dieses Vorgehen wäre vor allem hinsichtlich der fehlenden Möglichkeit, mit den zu zur Verfügung stehenden Mitteln echte Telekonferenzen (Videoübertragung) abzuhalten, zu empfehlen. Reine Online-Seminare dürften stark mit Problemen der Teilnehmermotivation zu kämpfen haben, da sich zum einen die Seminararbeit hinsichtlich der erforderlichen Systematik und Intensität von übrigen Netz-Aktivitäten unterscheidet (das Onlineseminar ist keine Newsgroup, an der man sich beliebig beteiligen kann), zum anderen der Schwerpunkt eines Seminars in der politischen Erwachsenenbildung in Diskussionen und nicht im ‚Lernen nach Skript' besteht. Die Gruppierung von Online-Anteilen um ‚reale' Seminartreffen dürfte zeitlich und inhaltlich strukturierend und motivierend wirken. Der Zeitraum des Online-Seminars ergäbe sich in dieser Lösung aus dem tatsächlichen Seminarzeitraum plus Vor- und Nachbereitungsphase.

 

 

Schematische Darstellung des Seminarablaufs. (PDF)

 

Vorteile des Konzepts:

  • effektive und kostengünstige Bereitstellung des Kursmaterials
  • Möglichkeit der Teilnehmerbetreuung und der Diskussion bereits in der Vorbereitungsphase
  • Intensivierung der Diskussion und Möglichkeit der Ausweitung des Themenbereiches

Nachteile des Konzepts:

  • Eine Ortsungebundenheit des Seminars wird nur bedingt erreicht.
  • Eine Zeitungebundenheit des Seminars wird kaum erreicht, was jedoch vor allem daran liegt, dass hier kein Telelearning-, sondern ein Telediskussions-Angebot realisiert wird. Solange die zu entwickelnde Online-Umgebung prozessoriert sein soll (und kein fertiges Lernangebot), ist höchstens Asynchronizität, jedoch keine Zeitungebundenheit zu erreichen.

 

 

 

 

2  Kriterien der Materialauswahl:

Folgende Problemfelder ergeben sich:

  • Das zur Verfügung gestellte Material muß sich der Form des Seminars anpassen. Dient etwa der Online-Teil vorwiegend der Vor- und Nachbereitung, kann durchaus mit elektronischen Texten, Skripten etc. gearbeitet werden. Findet das Seminar dagegen rein virtuell statt, kann auf nach pädagogischen und ergonomischen (Bildschirmbedingungen) Gesichtspunkten optimierten interaktive Lerneinheiten kaum verzichtet werden. Bereits vorhandenes Seminarmaterial wäre für ein Online-Seminar in diesem Fall nur begrenzt verwendbar und müsste zumindest stark ergänzt werden.
  • Die Seminarmaterialien müssen in ein elektronisches Dokumentenformat konvertiert werden, soweit sie nicht schon als Dateien vorliegen. Prinzipiell ist dies möglich (Scannen/OCR), jedoch bei größeren Textmengen nicht unproblematisch, da der vom Rechner verarbeitete Text arbeitsintensiv nachkorrigiert werden muß. Daher ist bereits digital vorhandenen Dokumenten der Vorzug zu geben.
  • Bei der augenblicklichen Qualität der Bildschirmdarstellung eignen sich umfangreiche Textdokumente nicht für die Lektüre am Monitor. Die Dokumente müssen also in einem Format vorliegen, dass sich optimal für die Druckausgabe eigent (z.B. PDF-Dateien).
  • Copyright-Fragen werden im Netz gewöhnlich lax gehandhabt, gewinnen aber an Bedeutung, wenn die Seminare auf einer kommerziellen oder zumindet finanziellen Basis angeboten werden.

Unter der Voraussetzung, daß das bisherige Veranstaltungskonzept des Zentrums beibehalten wird, eignen sich "Thematische Reihen" von 3-4+ Einzelveranstaltungen für die Begleitung durch ein vollständiges Online-Angebot. Jedenfalls wenn man die Erfahrungen mit entsprechenden Kursangeboten an der Uni Münster überträgt, benötigt das Online-Forum eine gewisse Anlaufzeit bis zum effektiven Funktionieren. Einzelveranstaltungen könnten jedoch in einer Minimalversion (einzelnes Chatboard und Linksammlung) eingebunden werden.

 

 

 

 

Entsprechend Herrn Krysmanskis Vorschlägen wird zunächst das Kursangebot "Die neue politische Elite im Globalisierungsprozeß" in zwei Themenbeispielen umgesetzt, um die Anwendbarkeit des Konzeptes auf auf kommende Veranstaltungen der Stiftung zu demonstrieren.


 

 

siehe Eliten-Seminar
(http://www.uni-muenster.de/PeaCon/eliten/eliten-intro.htm), hieraus voraussichtlich die Einführung und das Thema AG 4 oder AG 6.

 

3 Kommunikationsästhetische Kriterien

Anforderungen an die zu entwickelnde Website:

1. Formale / Technische Anforderungen:

  • Skalierbarkeit: Aufgrund des momentan noch unbekannten Umfang des Projektes muß die Website auf problemlose Erweiterbarkeit hin angelegt sein.
  • Modularer Aufbau: Neue Projekte müssen möglichst einfach integrierbar sein.
  • Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Präsentationstechniken

2. Inhaltliche Anforderungen

Website:

  • Vorstellung des T-Rosa-Projektes
  • Übersicht über die angebotenen Seminare (Inhalt, Zeitplan, Anmeldebedingungen)
  • Online-Anmeldung für einzelne Seminare
  • Kontaktmöglichkeit für Rückfragen

Seminar:

  • Einführung in das Seminarthema, Ablauf des Seminars (virtuelle/reale Anteile), Möglichkeiten des Tutorings
  • Digitale Bibiothek mit Material für die Lerneinheiten des Seminars
  • Diskussionsboards zu einzelnen Seminareinheiten (asynchrone Kommunikation)
  • Möglichkeit der flexiblen Einrichtung von Telekonferenzen (Chatrooms evtl. auch Audio-/Videokommunikation, synchrone Kommunikation)
  • Ergebnisseiten mit Diskussionszusammenfassungen und Teilnehmerbeiträgen.

 

 

 

 

3. Inhaltliche und strukturelle Umsetzung

Leitseite:

  • Vorstellung von T-Rosa als neues und einzigartiges Projekt auf diesem Sektor, Herausstellung der Zielgruppe, darstellung des Projektes als Erweiterung der bisherigen Aktivitäten im Bereich der politischen Bildung auf den Netzraum
  • Darstellung der Seminarangebote: Hier ist vor allem auf eine Überwindung der Anmeldehürde angesichts eines neuartigen Angebots abzuzielen: Die Seminare müssen interessant und ausführlich beschrieben werden, am besten bereits mit teilweisem Einblick in die Materialien und einer genauen Darstellung von Anforderungen, Seminarziel und Ablauf.
  • Die Leitseite kann grafisch aufwendig gestaltet werden, da sie (abgesehen von einem Feld für aktuelle Ankündigungen) mit neuen Kursangeboten nicht wesentlich verändert wird.

Seminare:

  • Die Seminarseite gruppiert sich um das Messageboard des jeweils aktuellen Themenkomlexes. Die Aufmerksamkeit der Teilnehmer soll auf den Diskussionsprozess fokussiert werden. Um diese Boards inhaltlich klar zu halten, wird jedem Thema ein eigenes Board zugeordnet. Während des Seminarablaufs ‚wandert' die Homepage des Seminars durch die verschiedenen Messageboards (vergangene/zukünftige Themen sind per Menü erreichbar)
  • Die jeweilige Diskussionsfläche wird von einem Menü mit den einzelnen Funktionen der Seminarseite (Bibliothek, Chatrooms, Tutorenkontakt usw.) sowie mit Links zum jeweiligen Thema eingerahmt.
  • Eine Ergebnisseite hält den jeweiligen Diskussionsstand fest.

 

 

grobes Strukturdiagramm der TeleRosa-Site (PDF)

 

Diagramm einer Seminarseite (PDF)

 

Maßgebliches Ziel wird die Erarbeitung eines Rahmenangebotes sein, in das unterschiedliche (noch zu entwickelnde) Projekte eingehängt werden können. Dieser Prozeß muß für den Betreuer der Seiten so einfach wie möglich ablaufen: Grafisch wird nur in den unveränderlichen Teilen der Leitseite und in den Kursmodulen selbst gearbeitet, ansonsten ist textbasierte Darstellung zu bevorzugen. Da z.Zt. noch unbekannt ist, in welchen Medienformaten die Kurse tatsächlich vorliegen werden (Authorware, HTML, Powerpoint etc.), sollten Formatvorlagen für gängige Dateitypen erstellt werden.

Die für diese Vorstudie erstellte Entwurf wird als reine HTML-Site sowie in Form von Designstudien realisiert.

 

 

siehe auch mein PILLUM-Paper "Entwicklung eines Web-Interfaces für Wissenschaftskommunikation"
(http://www.uni-muenster.de/EuropeanPopularScience
/telerosa/konzept/technik.htm)

 

Grafische Gestaltung:

Ein ziemlich kritischer Punkt, da aufgrund der frühestens in Q1/00 erfolgenden Umgestaltung der Rosa-Website die Umgebung unseres Projektes noch unbekannt ist. Ebenso sind generelle Änderungen im Erscheinungsbild der Stiftung wahrscheinlich. Wir gehen daher für die zukünftige Website der Stiftung, mit der unser Entwurf harmonieren muß, von folgenden Voraussetzungen aus:

  • Primäre Farben bleiben rot, weiß und schwarz
  • Das generelle Erscheinungsbild ist eher schlicht und sachlich
  • Der Schwerpunkt der Gestaltung liegt in der Typographie, nicht in Bildeffekten

weiterhin:

  • Als Auszeichnungsfarbe wird türkis verwendt. Fließtext erscheint in einem abgedunkelten türkis, damit die Lesbarkeit auf dunklem Hintergrund nicht beeinträchtigt wird.
  • Um den informativen Character des Projektes zu unterstreichen, wird für Fließtext die sachliche Courier, für Navigationstext die Andale Mono verwendet.

Grundsätzlich sollten wir uns darauf einigen, daß die TeleRosa-Site in einem eigenen Browser-Fenster läuft und nicht etwa in einen Frame der Stiftungsseiten integriert wird. Stilistische Diskrepanzen zwischen beiden Entwürfen, die notwendigerweise auftauchen werden, können so abgeschwächt werden. Weiterhin existieren folgende (teilweise diskussionsbedürftige) Überlegungen zu Fragen des Layouts:

  • Da sowohl das zukünftige Logo wie auch der Name der Stiftung ungewiß ist, können diese Elemente noch nicht berücksichtigt werden. Wir halten folgendes Vorgehen für sinnvoll: Stiftungsname und Logo werden später in die Eingangsseite integriert. Auf den nachfolgenden Seiten ist die Bezeichnung des Projektes TeleRosa, der Name der Stiftung wird im Impressum und den Seitentiteln genannt.
  • Wie unkonventionell darf der Entwurf sein? Aufgrund des bisher fehlenden Rahmens laufen wir Gefahr, Seiten zu erstellen, die möglichst neutral, dadurch aber langweilig und ohne Wiedererkennungswert sind. Hierzu müßte geklärt werden, inwieweit die Stiftung einen eigenstädigen Auftritt des Projektes befürwortet.

 

4  Personelle und technische Voraussetzungen

Wie dem Konzept zu entnehmen ist, favorisieren wir eine Lösung, die die bisherigen Veranstaltungsreihen durch den Einsatz des Internets unterstützen und erweitern soll. Telelearning in der eigentlichen Definition des Begriffs, d.h. die Entwicklung eines ausschließlich virtuellen Kursangebots, wäre erstens auf die Form der momentan von der Stiftung durchgeführten Veranstaltungen (in der Regel Vortragsreihen mit Teilnehmerdiskussion) schlecht übertragbar und zweitens nicht finanzierbar. Das Modell "Digitale Bibliothek + Interaktionsplattform" läßt dagegen nach der Entwicklung und Implementation nur noch relativ geringe Kosten für die Einbindung neuer Kurse entstehen. Infrastrukturelle Voraussetzungen für die langfristige Durchführung eines wie oben beschriebenen Kursangebots:

Hardware:

  • Entsprechender Webspace für das Projekt muß gemietet werden, falls kein eigener Server vorhanden ist oder eingerichtet wird. Letztere Lösung wäre, falls das Zentrum nicht bereits über eine ausreichend dimensionierte Standleitung verfügt, für die Anfangsphase des Projektes nicht rentabel. Es ließe sich hier über eine Kooperation mit der Uni Münster und die Nutzung der dort vorhandenen technischen Ressourcen nachdenken.
  • Es wäre ein PC-Arbeitsplatz für die Betreuung des Angebots erforderlich. Hier genügt ein moderner Standard-PC mit normaler Multimedia-Ausstattung und ISDN-Anbindung.

Software:

Wir gehen momentan davon aus, daß die Server- und Kommunikationssoftware zu Beginn des Projektes aus kostenfreien Programmen bestehen wird. Für die Betreuung des Angebots wäre ein Web-Autorensystem (Dreamweaver, GoLive, Frontpage o.ä.) notwendig sowie eine Office-Ausstattung.

Personal:

Während die Zusammenstellung des Kursmaterials sowie die technische Umsetzung der jeweiligen Angebote extern geleistet werden kann (etwa in Kooperation mit der Uni Münster), benötigt die Stiftung eine Fachkraft für die Betreuung des Angebots. Diese übernimmt die Aufgaben der Benutzerverwaltung, Moderation der Diskussionen (im technischen Sinn), Aktualisierung des Dokumentenservers sowie technische Betreuung der Teilnehmer. Hierfür sind fortgeschrittene Kenntnisse in HTML-Authoring sowie zumindest Grundkenntnisse in der Handhabung von Webservern nötig. Die zu erwartende Arbeitsbelastung wird von der Anzahl der gleichzeitig durchgeführten Kursangebote und dem technischen Aufwand, mit dem diese implementiert werden, abhängen. In etwa kann mit 5 bis 10 Wochenstunden pro Kursangebot gerechnet werden.

Weiterhin ist ein entsprechendes Engagement auf der virtuellen Ebene der Kurse seitens der Veranstalter und Referenten nötig. Dies gilt vor allem für die Startphase der Kurse, da die Motivation, in ein leeres Board zu posten, ziemlich gering ist. Auch wenn die Veranstaltungsreihen des Zentrums (bisher) weniger den Charakter von Kursen als von Diskussionsforen haben, sollte für den Internet-Bereich ein inhaltlicher Moderator/Kursleiter während der Dauer des Kurses zur Verfügung stehen. Zudem ist eine Bereitschaft der Referenten wünschenswert, sich an den entstehenden Diskussionen zu beteiligen (möglichst schon während der Vorbereitungsphase). Falls dort die benötigten Grundkenntnisse in der Handhabung des Internets nicht vorhanden sind, sollten entsprechende Einführungen angeboten werden.


 

 


TeleRosa Logo

 


Courier

 



Andale Mono

 

5 Dokumentation

1. Realisation des Konzepts

Während der Ausarbeitung der Modell-Website wurde der dargestellte Vorschlag allen wesentlichen Aspekten umgesetzt. Als einzige Abweichung findet sich im jetzt vorliegenden Entwurf eine integriertere Seitenstruktur im Bereich der einzelnen Kurseinheiten. War zuerst geplant, die Seitenfolge chronologisch zu ordnen (in Form einer "Wanderung" der Seminar-Homepage durch die einzelnen Themenkomplexe), wurde die Ordnung nun thematisch vorgenommen, bei gleichberechtigtem Zugang zu allen Themengebieten über den gesamten Zeitraum des Seminars. Zwei Gründe führten zu dieser Entscheidung: Erstens eine Vereinheitlichung des Zugangs zum Messageboard als Zentralbereich der Seminarseiten. Die zuerst favorisierte Lösung hätte der Installation verschiedener Instanzen des dem Board zugrundeligenden CGI-Skripts bedurft. Dies hätte erhebliche Nachteile für die Administration mit sich gebracht und auf der Anwenderseite Einschränkungen für die boardeigene Suchfunktionalität bedeutet. Ein zweiter Grund war der Wunsch nach einer stärkeren Verzahnung der einzelnen Kurseinheiten. Die dem Konzept zugrundeliegende Lösung hätte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zu stark auf das gerade aktuelle Thema fokussiert und den Rest des Kursprogramms in den Hintergrund gerückt. Da jedoch die wesentliche Funktion der Telerosa-Site in der Vor-und Nachbereitung von Kursangeboten besteht, spiegelt die nun relisierte Seitenstruktur stärker den angestrebten Mix aus 'realen' und virtuellen Kurselementen wieder.

2. Seitenstruktur

Die TeleRosa-Site besitzt vereinfacht dargestellt einen dreistufigen logischen Aufbau: Auf ein Intro folgt eine Angebotsübersicht (Sitemap), die Zugang zu allen nicht mit einem konkreten Kursangebot zusammenhängenden Servicefunktionen bietet (Stufe 1). Nach Auswahl eines Kursangebots wechselt die Bildschirmdarstellung zur jeweiligen Kursseite (Stufe 2), auf der Diskussionsfläche und Servicekomponenten integiert sind. Aus den digitalen Bibliotheken dieser Kursseiten heraus sind Dokumente bzw. Client-Anwendungen aufrufbar, die ein dem Verwendungszweck angepaßtes Navigieren bzw. Interagieren ermöglichen. Diesem Aufbau liegt auf HTML-Ebene eine komplexere Informationsstruktur zugrunde, die jedoch für den Benutzer transparent ist.

Auf den Kursseiten selbst verbergen sich unter einer integrierten Oberfläche zwei funktional voneinander unabhängige Komponenten: Der obere Abschnitt der Seite wird von einem Serviceteil eingenommen, der in einer ein- bis zweistufigen Menüstruktur Zugang zu den für die Mitarbeit an den Diskussionsforen und Kursterminen benötigten Informationen und Funktionalitäten anbietet. Im unteren Abschnitt findet sich das Messageboard als Zentralkomponente der virtuellen Kursarbeit. Unter einer einer einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche verbergen sich dort umfangreiche Funktionen für die Strukturierung virtueller Diskussionen. Neben einer hierarchischen Anordnung der Themen sind die die Diskussionsthreads auch durch Suchanfragen über Veröffentlichungszeitraum oder Schlüsselbegriffe zugänglich. Beide Abschnitte der Seminarseite sind in ihrer unterschiedlichen Funktionalität differenzierbar, jedoch optisch ineinander verzahnt.

Diesem Aufbau liegt vor allem ein Kriterium unserer Entwurfsarbeit zugrunde: Dem Benutzer das Gefühl zu geben, mit einem Stück Software zu arbeiten, das ihm sämtliche für die Kursarbeit benötigten Informationen und Funktionen zur Verfügung stellt. Eine optische Trennlinie verläuft nur zwischen Kursangebot und Online-Dokumenten, eine Entscheidung im Designprozeß, für die zwei Gründe vorlagen:

  • Dokumente sollen möglichst klar als solche erkennbar sein, um deren vielfältige Herkunft und unterschiedliche Intentionalität nicht zu verwässern. Insofern könnte eine (in diesem Konzept noch nicht aufgegriffene) Strategie der Quellenpräsentation dahin gehen, diese nur hinsichtlich ihrer Funktionalität (z.B. durch Umwandlung in das gut für die plattformunabhängige Druckausgabe geeignete PDF-Dateiformat) zu editieren, die spezifische Optik der Dokumente aber als Teil ihrer Message zu belassen.
  • Eine grundsätzliche Offenheit des Konzepts für unterschiedliche Medienformate wird durch die separaten Dokumentenfenster auf einfache und wirkungsvolle Weise gewährleistet. Grundsätzlich können neben Browserfenstern auch alle anderen auf dem Client installierten Dokumentenviewer benutzt werden, ohne daß es zu technischen oder optischen Schwierigkeiten der Integration des Dokumenteninhalts kommt.

Der einzige noch vorhandene Bruch des Seitenkonzepts besteht in der bisherigen (Nicht-) Integration des Chatclients. Diesen in einem separaten Fenster aufzurufen, macht hinsichtlich einer simultanen Verfügbarkeit der Diskussionsthreads und der Chatfunktionalität Sinn, jedoch wäre eine stärkere Integration in das übrige Erscheinungsbild der Site wünschenswert. Dies kann wohl nur durch eine kommerzielle (und stärker konfigurierbare) Chatsoftware geleistet werden.

3. Umfang

Der gesamte Vorschlag wurde als HTML-Site erstellt, um einen realistischen Einblick in die Funktionalität des Angebots geben zu können. Realisiert wurden:

  • Ein Intro zur wirkungsvollen Hervorstellung des TeleRosa-Logos und Einstimmung, da die folgenden Seiten einen sehr konzentrierten Informationsgehalt aufweisen.
  • Die Sitemap als Zentralseite des späteren Angebots, darunter die Kategorien Aktuelles (als erste mit dem Menu geladene Seite), einer Vorstellung des TeleRosa-Angebots, Anmeldeformular (bisher nur als Entwurf), Kursmenu, Kontakt (Email).
  • Ein auf Teilen des Materials des momentan an der Uni Münster stattfindenden Seminars "Die neue politische Elite im Globalisierungsprozess" basierendes Modellseminar. Erarbeitet wurden die komplette Seitenstruktur, die Integration eines interaktiven Messageboards, Beispiele für die Präsentation von Seminarmaterial in einer digitalen Bibliothek, sowie die einfache Integration eines Java-basierten Chat-Cients.

4. Technik

Die Seiten benutzen den HTML 4.0 (dHTML)-Standard, wie er von den momentan gebräuchlichen Web-Browsern der Generation 4/5 unterstützt wird. Wo nötig, wurden separate Lösungen für Netscape Navigator bzw. Microsoft Internet Explorer realisiert. Folgende Elemente, die den W3C-Standard (HTML 3.2) überschreiten, wurden imlementiert:

  • Cascading Stylesheets (CSS-1).
  • Positionierbare Layer (CSS-P bzw. Layer nach Netscape-Spezifikation).
  • Java-Script (v.2).

Auf Seiten des Browsers muß weiterhin eine Java-Engine zur Verfügung stehen. Aufgrund des genannten Voraussetzungen eignen sich für die vollständige Nutzung des Angebots die Browser Microsoft Internet Explorer (ab v. 4.0) und Netscape Navigator (ab v. 4.0). Nicht geeignet sind ältere Versionen der genannten Produkte oder Exoten-Browser wie Sun Hot Java Browser, NCSA Mosaic oder Opera. Hinsichtlich der Ladezeiten wurden die Seiten auf die Verwendung von V.90-Modems bzw. ISDN hin optimiert, ein Zugriff über langsamere Einwahlverbindungen geht jedoch relativ problemlos vonstatten, da die ladezeitintensiven Dokumente der Bibliothek ohnehin auf die Möglichkeit des Ausdrucks bzw. der Speicherung auf der lokalen Platte hin optimiert wurden, während die interaktiven Elemente der Site nur einer geringen Übertragungsbandbreite bedürfen.

Serverseitig benötigt die Software Privilegien für die Ausführung von CGI-Skripts, einen Perl 5-Port, die Möglichkeit der Einrichtung passwortgeschützter Verzeichnisse sowie eine Java-Engine mit der Möglichkeit der Kommunikation über IP-Port 6667 (von Firewall-Funktionalität ausgenommen, sofern vorhanden). Bis auf die Java-Funktionalität, für die wahrscheinlich ein dedizierter Server mit geringer Bandbreite eingerichtet werden muß, stehen diese Funktionen auf allen professionellen Web-Servern zur Verfügung.


 

6  Über das Konzept hinaus

1. Einsatzgebiete

Der Einsatz der TeleRosa-Umgebung wurde bisher vornehmlich unter dem Aspekt der Unterstützung von Lernprozessen in Seminaren der politischen Bildung betrachtet. Diese Eingrenzung wurde zum einen im Hinblick auf die für die Realisation zur Verfügung stehenden personellen bzw. finnanziellen Ressourcen vorgenommen, zum anderen ist sie inhaltlicher Natur: Ein bisher gut funktionierendes Kurssystem soll nicht in ein für echtes Telelearning nur unzufriedenstellend realisierbares Angebot ersetzt werden. Die Grenzen, die dem Projekt durch die Anmeldung als Zugangsvoraussetzung und die Bindung an reale Seminare gesetzt wurden, lassen sich in zwei Richtungen erweitern:

  • Seminarergebnisse, Papers der Teilnehmer usw. sowie Lehrmaterial von stattgefundenen Seminaren ließen sich in einer auch extern recherchierbaren Bibliothek zugänglich machen. Neben einer Vergrößerung des Wirkungsradius der Kursangebote könnten so auch neue Teilnehmerkreise erschlossen werden.
  • Ein wichtiges Einsatzgebiet von TeleRosa könnte im Support von größeren Einzelveranstaltungen (wie z.B. der kommenden Gerechtigkeitstagung) liegen. Hier wäre die Frage der offenen/geschlossenen Website neu zu diskutieren, denkbar wäre jedoch auch hier eine Konfiguration als Präsentationsplattform nach außen hin sowie als Diskussionsforum für Teilnehmer.

Eine weitere funktionale Erweiterung der Website läge im Angebot von Literatur der Stiftung. Hier wäre sowohl ein externes Angebot in Form eines Online-Buchhandels als auch die Integration in die Bibliotheken der jeweiligen Seminarmodule denkbar.

2. Technische Erweiterung

Die in den kommenden zwei Jahren zu erartende flächendeckende Einführung von Breitband-Onlinezugängen (DSL, Powerline usw.) wird auch dem Bereich der virtuellen Seminare neue Möglichkeiten eröffnen, die eine Erweiterung des Angebots in Richtung echtes Telelearning denkbar erscheinen lassen. Vor allem die Ersetzung von textbasierten Unterhaltungen durch Videokonferenzen (bisher mit mehreren Teilnehmern über ISDN kaum realisierbar) wäre hier zu nennen.
Aufgrund der momentan noch sehr hohen Investitionskosten auf der Nutzerseite erscheint jedoch eine Erweiterung des Angebots in diese Richtung erst dann sinnvoll, wenn die angesprochenen Techniken zur normalen Kommunikationsausstattung der angesprochenen Zielgruppe gehören.

 

 


Intro - Flash (Details)

 


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