Jos D. M. Platenkamp and Almut Schneider (eds.), Integrating Strangers in Society - Perspectives from Elsewhere, 2019

Platenkamp Buch
© Palgrave Macmillan

This book provides a uniquely positioned contribution to the current debates on the integration of immigrants in Europe. Twelve social anthropologists—“strangers by vocation”—reflect upon how they were taken in by those they studied over the course of their long-term fieldwork. The societies concerned are Sinti (northern Italy), Inuit (Canadian Arctic), Kanak (New Caledonia), Māori (New Zealand), Lanten (Laos), Tobelo and Tanebar-Evav (Indonesia), Banyoro (Uganda), Gawigl and Siassi (Papua New Guinea) and a township in Odisha (India). A comparative analysis of these reflexive, ethnographic accounts reveals as yet underrepresented, non-European perspectives on the issue of integrating strangers, enabling the reader to identify and reflect upon the uniquely Western ideals and values that currently dominate such discourse.

Silke Hollenhorst, Sibalik Alogo /Gedrehter Wind: Funktions- und Bedeutungswandel von Ritualobjekten der Toba-Batak aus Sumatra an Hand der Neubourg-Sammlung aus Lemgo, 2019

Silke Hollenhorst Buch
© ULB

Diese Arbeit bezieht sich auf Objekte, die ihre Bedeutung und ihren Wert zwei in Raum und Zeit weit voneinander entfernten Kulturen entleihen. Es betrifft einerseits die Toba Batak-Gesellschaft von Sumatra (Westindonesien), wie sie am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts existierte - eine Zeit, in der die untersuchten Objekte als integraler Teil des sozial-religiösen Lebens für die Durchführung unterschiedlicher Ritualen unverzichtbar waren. Andererseits bildet die deutschen Regionalkultur im Kreis Lippe im heutigen Jahrhundert den Kontext, in dem die von deutschen Auswanderern in Sumatra käuflich erworbenen Objekte nun Teil einer stadtgeschichtlichen Sammlung im Heimatmuseum der Stadt Lemgo und somit derer historisch gewachsenen Identität geworden sind. Die übergreifende Fragestellung betrifft die Art und Weise, wie die Bewegung der Objekte durch Raum und Zeit das Verständnis ihrer Bedeutung und Bewertung transformiert hat. Um dies eruieren zu können, hat die Autorin mittels einer mehrmonatigen Feldforschung unter den Toba Batak und einer themenbezogenen Untersuchung der vorhandenen kolonialhistorischen, missionsgeschichtlichen, ethnologischen und linguistischen Quellen die rituellen Funktionen und kosmologischen Bedeutungen der Objekte untersucht.

Anja Rebolj, Transformation of Communal Identity in Slovenia: The Dolenjska Region from the 6th till the 21st Century, 2019

Rebolj, Anja Buch
© ULB

Die Kernfrage dieser Arbeit ist, wie die politischen Regimes die soziale Struktur der Gemeinschaften in der Region Dolenjska, insbesondere von Podgorje, im Südosten Sloweniens im Laufe von fünfzehn Jahrhunderten verändert haben. Anhand ethnographischer und historischer Daten und unter Bezugnahme auf sozialanthropologische Modelle der Sozialstruktur, sozialen Beziehungen, Wert und Austausch sowie der Reproduktion der Sozialordnung als Teil der Kosmologie, hat die Analyse der unterschiedlichen Ansätze durch welche die Wirren, die die politische Geschichte Sloweniens geprägt haben – mit dem Fokus auf das 19. und 20. Jahrhundert – gezeigt, wie sich die Gemeinschaftsstrukturen angepasst haben, um angesichts der tiefgreifenden politischen Veränderungen bestehen bleiben zu können.

Worku Yacob Kalore, Social structure, kinship and death rituals among the Hadiya (south Ethiopia), 2019

The research aimed at providing insights into the social structure and  kinship relations of Hadiya society of South Ethiopia. To that end rituals of birth, initiation, marriage, and death have been studied. In addition, the Hadiya socio-cosmology in its political, religious and economic dimensions have been examined. Employing inter alia Robert Hertz’ (1960) and Catherine Bell’s (2009) analyses of ritual theories and practices made it possible to identify the Hadiya of understanding of the society’s localisation in space and time. This focuses primarily on their village lands, on the spiritual connections with the ancestors, and on the rituals enacted on different occasions. It is argued that modern political, religious and international organizations interacting with Hadiya society should take this world-view into account when implementing their policies in order to prevent a serious disruption of its social fabric.

Alina Bergedieck, Die Hoffnung auf einen „Safe Haven“, 2019

Bergedieck
© Nomos-Shop

Die Dissertation stellt 26 Biographien und Migrationsgeschichten von Migranten aus 11 verschiedenen Ländern vor, die zwischen 2011 und 2015 nach Deutschland kamen. Basierend auf einer einjährigen Forschung, die 2015/2016 im Münsterland (NRW) durchgeführt wurde, verfolgt die Arbeit einen Individuums-orientierten Ansatz, um die Mehrdimensionalität von Migration herauszustellen, Migranten aus dem Bild einer passiven Masse herauszulösen, das häufig in der politischen und medialen Welt propagiert wird, und sie als autonome Akteure vorzustellen. Die Biographien werden anhand von narrativen Interviews detailgenau skizziert, um nach den Ursachen von Migrationsentscheidungen zu fragen.
So zeigt diese Arbeit, dass neben offensichtlichen Ausreisegründen, wie Krieg, Verfolgung und Diskriminierung, auch komplexe biographische Ereignisse und lebensgeschichtliche Erfahrungen Einfluss auf Migrationsentscheidungen haben.

Julia Koch: Migration und religiöse Praxis Gujarats sunnitische Muslime in den ehemaligen »Homelands« Südafrikas, 2016

Julia Koch Buch
© transcript Verlag

Die indo-muslimische Kaste der Sunni Vohras steht beispielhaft für komplexe Migrationsprozesse zwischen Indien und Südafrika und die weltweit verhandelte Spannung zwischen islamischen Stilen. In dieser ethnographischen Analyse »begleitet« Julia Koch Angehörige der Kaste auf ihrem Weg, der in zwei Dörfern der Abreise in Gujarat/Westindien beginnt und in zwei Ankunftsräumen in Südafrika endet.
Von der hierbei eingenommenen Forschungsposition aus werden diese Orte symmetrisch betrachtet und die gegenwärtige Migration in die ehemaligen südafrikanischen »Homelands« wird in einen historischen Kontext eingebettet. Durch die Perspektive der Kastenangehörigen gelingt auch der Blick auf die sich wandelnde muslimische Praxis.

Helene Basu, Roland Littlewood, Arne S. Steinforth (Eds): Spirit & Mind - Mental Health at the Intersection of Religion & Psychiatry

Basu Steinfort Spirit And Mind
© Institut für Ethnologie

Since more than a century, anthropologists and psychiatrists engage in conversations concerning relationships between embodied wellbeing and religion. Taking into account of shifting meanings of "religion" in global modernities, the contributions reveal how historically and culturally embedded local encounters between psychiatry, religious experience and ritual healing contribute to an increasing diversification of "mental health". The multitude of theoretical perspectives and methodological approaches brought to the field in the global north and the global south introduce novel insights into current debates between clinical practitioners, ethnographic fieldworkers and historians of psychiatry. To see the contents please click here.

Yulia Sugandi: The Notion of Collective Dignity among Hubula in Palim Valley, Papua

Sugandi Ecover Vorne

Der zentrale Fokus dieser Dissertation liegt auf der konzeptionellen Konstruktion und Aufwertung der kollektiven sozialen Identität der Hubula, dem indigenen Volk im Palim-Tal Papuas, auch bekannt als das Volk der Dani. Sie untersucht, wie diese Identität in rituellen Handlungen sowie in der Herstellung und dem Austausch von kulturellen Gegenständen ausgedrückt wird und betrachtet die Art und Weise, in der der indonesische Staat sowie die römisch-katholische Kirche hierauf Einfluss genommen und zu einer Transformation beigetragen haben. Die präsentierten ethnographischen Daten dokumentieren die Resilienz der Hubula in ihrer Begegnung mit modernen Institutionen, einschließlich der Auswirkungen einer eindringenden Marktwirtschaft auf die lokalen Existenzformen und Ressourcen, sowie des Drucks, sich noch vollständiger in den indonesischen Staat zu integrieren, was eine Unterordnung der eigenen Autoritäts- und Leitungsformen der Hubula unter die Institutionen des indonesischen Staates mit sich bringt. Die Dissertation zeigt die Bedeutung einer Einbeziehung der ontologischen Grundlagen der Sozialstruktur der Hubula in die intervenierenden Kulturen und die Kulturpolitik auf, um zu einem würdevollen sozialen Wandel zu kommen.

Robin Schneegaß: Krieg in Norduganda: Interdisziplinarität in der Konfliktanalyse

SchneegaßPubl

Obwohl die großen zwischenstaatlichen Kriege der Vergangenheit angehören, stellen auch im 21. Jahrhundert Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen noch immer eine große Herausforderung dar. Es lässt sich vor allem ein Anstieg der innerstaatlichen Kriege verzeichnen, die wiederum Einfluss auf die sie umgebenden Regionen haben und häufig sogar eine globale Komponente besitzen. Aus diesem Grund weist die konfliktanalytische wissenschaftliche Auseinandersetzung eine erhebliche Aktualität auf. Hier beanspruchen verschiedene wissenschaftliche Disziplinen für sich, den einzig richtigen Forschungsweg zu bestreiten. Dieser Anspruch wird in dem vorliegenden Buch anhand des Konfliktes in Norduganda widerlegt. An den seit den 1980er Jahren andauernden Auseinandersetzungen zwischen wechselnden Rebellenorganisationen und dem Nationalstaat wird deutlich gemacht, dass erst im Zusammenspiel der gesellschaftswissenschaftlichen Schulen ein holistisches Verständnis eines Konfliktes möglich ist.

Laila Prager: Nomadismus in der 'Alten Welt': Formen der Repräsentation in Vergangenheit und Gegenwart

Nomadismus

Der vorliegende Sammelband vereint Beiträge, die sich aus historischer und anthropologischer Perspektive mit Formen der Repräsentation des Nomadischen beschäftigen. Im Vordergrund stehen sowohl Fremd- als auch Selbstrepräsentationen, welche für die Interaktion zwischen Sesshaften und Nomaden in Vergangenheit und Gegenwart spezifisch waren bzw. sind. Die Artikel beleuchten hierbei Bilder sowie textuelle und materielle Repräsentationen des Nomadischen, die von Darstellungen der Nomaden als mythische Figuren, kriegerische Barbaren, bis hin zum "edlen Wilden" reichen. In historischer Hinsicht wird ein Bogen von der griechisch-römischen Antike bis zu den modernen Nationalstaaten im Zeitalter der Globalisierung gespannt. Im Vordergrund stehen solch unterschiedliche Nomadengruppen wie die Skythen, Mongolen, Rentiernomaden und Beduinen, aber auch fiktive Kategorien von "Nomaden", wie die Zyklopen und frühen Christen.

Lisa Mackenrodt: Swahili Spirit Possession and Islamic Healing in Contemporary Tanzania

MackenrodtBuch

This account embeds Swahili spirit possession and Islamic healing rituals into its particular geographical, cultural and historical context. It gives an overview of the historical development of the syncretistic Muslim-Swahili littoral in East Africa. A special emphasis is put on Afro-Arab history in relation to the development of Swahili culture and language. Traditional Muslim healers and their rituals form the central focus of this book. By presenting typical biographies, networks, institutional structures and possible challenges healers and their clients may be confronted with, the author outlines important features regarding Swahili traditional healing. At the same time, shared aspects with indigenous cultural expressions (e.g., shamanism) worldwide are brought to light. This book gives concrete insights into the Swahili spirit pantheon and offers several anthropological interpretations of spirit possession. The focus lies on theories of embodiment, gender and religious aspects.

Helene Basu: "Drugs and Prayers"

Drugsandprayers

Barbara Meier: "Fighting Spirits - Geister (be-)kämpfen"

Fighting Spirits

Arne Steinforth: "Troubled Minds"

Troubled Minds

On the Cultural Construction of Mental Disorder and Normality in Southern Malawi

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Lisa Gelbhardt: "Emotion in Transkultureller Psychiatrie und Ethnologie"

Emotion

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Philipp Offermann (Hg.): "Religion" (Visuelle Anthropologie aus Münster, Seminar 2008/09)

Va2008 Dvd

Jesus lebt!

Jesus lebt! Ein provokativer Ausruf, aber was und wer steckt wirklich dahinter? Eine christliche Freikirche in Osnabrück, gegründet von Menschen, die aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion kommen. Was ist es, was die Gemeinde zusammenhält? Ein Pastor und Jugendliche erzählen von ihrem Glauben und der Bedeutung von Religion in ihrem Leben. Thematisiert werden Fragen nach dem Spannungsverhältnis von Integration und Indoktrination, jugendlichem Freiheitsdrang und religiösen Werten. Im Gespräch wird deutlich, wie die Glaubensgemeinschaft das Leben der jungen Mitglieder prägt – im Alltag, in Beziehungsfragen und darüber hinaus. Allen ist eines gemeinsam: der Glaube an den lebendigen Jesus als Erlöser.

Von: Natalia Boszulak, Lino Kanand mit Agnieszka Anczykowska, Martin Setter


Buddhismus im Westen - Trendreligion oder Lebensphilosophie?

Laut einer Umfrage des Spiegels sehen mehr Deutsche im Dalai Lama, dem Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, ein Vorbild als im Papst - Woher kommt diese Faszination für die fernöstliche Religion? Ist es überhaupt eine Religion? Welche Motivation hat der Einzelne, sich im Westen mit dem Buddhismus auseinander zu setzen? Folgt er einem Trend oder steckt eine tiefe Überzeugung dahinter? Was bedeutet Buddhismus für diejenigen, die sich intensiv damit beschäftigt haben? Der Film besucht eine Dharmagruppe in Münster und versucht anhand fünf persönlicher Beispiele diese Fragen zu beleuchten und einen Einblick in Praxis und Ritual zu geben.

Von: Benjamin Lubs, Christina Schug, Dominik Wellmann

“Wir sind halt Tamilen”

An Hand von zwei Familien aus der Umgebung von Münster versucht der Film das kulturelle Leben der 60.000 in Deutschland lebenden tamilischen Bürgerkriegsflüchtlinge greifbar zu machen. Religion und Kultur lassen sich im von Tamilen gelebten Hinduismus nicht trennen. Der Hinduismus bestimmt den Alltag, das Zusammenleben, die kulturelle Weitergabe und ist Bindeglied zwischen den in Europa verstreut lebenden Tamilen. Der Film gibt Einblick in das gemeinschaftlich organisierte Leben von tamilischen Familien.

Von: Pablo Holwitt, Thomas John, Katharina Schründer

Mehr Informationen und alle Filme

Anna Momburg-Vanderpool: "Grenzen und ihre Schatten in Amitav Ghoshs Roman"

Grenzen Und Schatten

"The Shadow Lines"

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Nina Grube: "Die indische Diaspora in Tansania zwischen Transnationalismus und Lokalität."

Indische Diaspora

"We are Indians even though we are not born in India"

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Helene Basu (Hg.): "Journeys and Dwellings"

Journeysdwellings

Indian Ocean Themes in South Asia

Helene Basu: "History on the Line"

Hwj

Music and the Formation of Sidi Identity in Western India

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Sabine Klocke-Daffa & Claudia Kalka (Hg.): "Weiblich - männlich - anders?"

Weiblich

Geschlechterbeziehungen im Kulturvergleich

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Sabine Klocke-Daffa (Hg.): "Tabu"

Tabu

Verdrängte Probleme und erlittene Wirklichkeit. Themen aus der lippischen Sozialgeschichte.

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Guido Sprenger: "Die Männer, die den Geldbaum fällten"

Geldbaum

Konzepte von Austausch und Gesellschaft bei den Rmeet von Takheung, Laos

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Paul van der Grijp: Passion and Profit

Passion

Towards an Anthropology of Collecting

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Alexander Horstmann & Reed L. Wadley: "Centering the Margin"

Horstmanncentering

Agency and Narrative in Southeast Asian Borderlands

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Volker Grabowsky: "Bevölkerung und Staat in Lan Na"

Bev Staat

John Chr. Knudsen: "Capricious Worlds"

Cap Worlds

Wassef Al Sekhaneh: "The Bedouin of Northern Jordan"

Bedouin

Sabine Klocke-Daffa & Gabriele Alex: "Sex and the Body"

Sexandthebody