Der Lorbeerkranz mit Tänie. Herkunft und Genese einer kaiserlichen Insignie*

von David Biedermann

Zusammenfassung: Von einem statistischen Standpunkt betrachtet ist die von Octavian/Augustus am häufigsten getragene Kranzform der Lorbeerkranz mit Tänie. Diese spezifische Kombination zweier Insignien wurde von der archäologischen und numismatischen Forschung nicht beachtet. Der Beitrag erörtert auf Grundlage der Münzprägung des Kaisers die Herkunft dieses kaiserlichen Kopfschmucks und hinterfragt seine Bedeutung.

Schlagwörter: Augustus (http://d-nb.info/gnd/118505122), Lorbeerkranz (http://d-nb.info/gnd/4725126-8), Victoria (http://d-nb.info/gnd/118768344), Sieghaftigkeit, Selbstdarstellung (http://d-nb.info/gnd/4122349-4)

Abstract: Viewed from a statistical point, the main form of wreath worn by Octavian/Augustus is the laurel wreath with tainia. This specific combination of two insignia has hitherto been disregarded by archaeological and numismatic research. The article traces, based on the coinage of the emperor, the origin of this imperial headgear and questions its meaning.

Keywords: Augustus, laurel wreath, Victoria, victoriousness, self-representation

 

In ihrer vielbeachteten Studie zum Kranz des Kaisers kam Birgit Bergmann zu dem Schluss, dass die »corona ciuica ob ciues seruatos des Jahres 27 v. Chr. als der Kranz des ersten Princeps (und im Folgenden als der kaiserliche Kranz überhaupt)« zu verstehen sei[1]. Hierzu ist einerseits anzumerken, dass die Porträts mit einem Kranz – nach Ausweis des numismatischen Materials, das hierfür die dichteste und chronologisch lückenloseste Überlieferung darstellt – gegenüber den nicht bekränzten deutlich in der Minderheit sind, mithin die Barhäuptigkeit[2] des Kaisers – zumindest für Augustus – das hervorstechende Merkmal ist (Abb. 1). Bergmanns Schluss verwundert andererseits auch angesichts der Tatsache, dass gerade der erste Princeps in seiner Selbstdarstellung[3] statistisch gesehen öfter mit einer anderen Kranzform abgebildet ist – dem Lorbeerkranz mit Tänie[4] (Tab. 1; Abb. 1).

Abb. 1: Anteile der verschiedenen Kränze des Augustus am Gesamtaufkommen der Münzporträts, einschließlich der ganzfigurigen Darstellungen

So können zwischen 28 v. Chr. und 14 n. Chr. in der Reichsprägung[5] insgesamt 432 Porträtprägungen ausgemacht werden. Von diesen sind 285 nicht mit einem Kranz versehen, 24 tragen die Corona civica und 123 den Lorbeerkranz mit Tänie[6]. Mit den verschiedenen Formen von Lorbeerkränzen beschäftigt sich Birgit Bergmann intensiv. Sie arbeitet dabei die in Tab. 2 zusammengestellten Kranzformen und Kontexte heraus.

Auffällig ist an ihrer Zusammenstellung, dass der Kranz, den Augustus häufig trägt (und ihm folgend zahlreiche andere Kaiser), keiner der von ihr durch die Auswertung der literarischen und archäologischen Quellen überzeugend rekonstruierten Lorbeerkränze ist. Logischerweise kann es sich nicht um den schlichten Kranz eines Triumphteilnehmers handeln, sei er nun ein Militär oder ein Zivilist. Ebenso wenig kommt ein kultisch konnotierter Kranz in Frage, zeichnet sich dieser doch durch das Fehlen der Tänie aus, wenn auch vereinzelt kurze, dünne Bänder bezeugt sind, die die Lorbeerzweige am Hinterkopf zusammenhalten. Dies gilt gleichermaßen für die corona laurea triumphalis, die ebenfalls keine Tänie aufweist. Schließlich entfällt auch der einzige Lorbeerkranz mit Tänie in ihrer Zusammenstellung, die corona Etrusca, da diese durch ihr großes Volumen (sie wird zumeist als dicker, rundlicher Kranz dargestellt) und das obligatorische Mittelmedaillon nicht dargestellt sein kann. Es muss sich daher beim Lorbeerkranz mit Tänie, den Augustus und seine Nachfolger tragen, um einen anderen, bislang nicht näher untersuchten Kranz mit anderer Tradition handeln.

Üblicherweise wird diese Kopfbedeckung des Kaisers sowohl von der archäologischen als auch der numismatischen Forschung schlicht als Lorbeerkranz bzw. laurel wreath bezeichnet. Dies verdeckt die Tatsache, dass es sich nicht um einen einfachen Kranz, sondern eine Kombination aus zwei Insignien bzw. Insignienbestandteilen handelt: Zum einen ein Lorbeerkranz, zu anderen eine Tänie. Die Tänie erfüllt hier keine rein praktische Funktion[7], da der Lorbeerkranz auch ohne eine Verschlussschleife zusammengehalten werden kann – die flexiblen Zweige des Strauches können ohne weiteres am Hinterkopf verschlungen oder verknotet werden[8] –, bzw. ein kurzes, dünnes Band zum Zusammenbinden vollkommen ausreichend wäre. Beispiele für diese Trageweise des Kranzes sind zahlreich, verwiesen sei lediglich auf die Bekränzten der Ara Pacis, des Titusbogens oder die unten ausführlicher besprochenen Münzporträts Octavians mit Lorbeerkranz ohne Tänie (Abb. 2. 3). 

Abb. 2: RRC, Nr. 534,1: Avers Porträt Octavians mit Lorbeerkranz ohne Tänie (British Museum, R.9428)
Abb. 3: RIC I2, Nr. 271: Avers Porträt Octavians mit Lorbeerkranz ohne Tänie (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18202362, Fotograf Dirk Sonnenwald)

Erfüllt die Binde keine praktische Funktion, muss sie Träger einer Bedeutung sein. Im vorliegenden Beitrag sollen daher Geschichte und Entwicklung des Lorbeerkranzes mit Tänie untersucht werden, um die Bedeutung dieses Kranzes des Kaisers zu ergründen.

 

Hellenistische Vorläufer

Die geläufige Insignie hellenistischer Könige war das Diadem, eine einfache, teils gesäumte oder verzierte Stoffbinde, die von der Stirn aus um den Kopf gelegt und am Hinterkopf verschnürt wurde, wobei die Enden unterschiedlich weit herabhängen konnten[9]. Die Herkunft dieser königlichen Insignie ist nach wie vor nicht abschließend geklärt, allerdings lässt sich festhalten, dass ihr zumindest in Teilen eine agonistische Topik zu Grunde liegt und sie somit von Tänien als Siegeszeichen abgeleitet werden könnte[10]. Allerdings ließen sich einige hellenistische Könige auch mit anderen Kopfbedeckungen darstellen. 

Abb. 4: Grunauer-von Hoerschelmann 1978, 126 Nr. 17: Avers Porträt Nabis von Sparta mit Lorbeerkranz mit Tänie (British Museum, 1896,0601.49)

So trägt auf seinen Porträtprägungen Nabis von Sparta eine Kombination von Lorbeerkranz und deutlich in den Nacken herabhängender breiter Tänie[11] (Abb. 4). Dieter Salzmann hat deutlich gemacht, dass entgegen der bisher in der Forschung überwiegenden Benennung des Bandes als Diadem lediglich eine Tänie dargestellt sein kann, da sich die Gestaltung der Bindenenden des Diadems von derjenigen der Siegerbinde unterscheidet[12]. Diese sehr seltenen Münzen sind um das Jahr 196 v. Chr. entstanden, als Nabis Argos zufiel und er sich den Römern anschloss, die seine Herrschaft zunächst bestätigten[13]. In diesem Zusammenhang könnte auch der Lorbeerkranz mit Tänie zu verstehen sein. Offenbar wollte er sich nicht mit der gewöhnlichen Kopfbedeckung der hellenistischen Könige präsentieren, was sich vielleicht dadurch erklären lässt, dass er zumindest in seiner Selbstdarstellung seinen Untertanen den Wandel vom ursprünglichen spartanischen Doppelkönigtum, das allerdings bereits unter seinen Vorgängern nicht mehr existierte, zur hellenistischen Monarchie nicht unmittelbar aufdrängen wollte[14]. So präsentierte er sich mit dem Kranz und der Binde der Sieger, als der er sich nach der substanziellen Vergrößerung seines Machtbereichs um die Argolis fühlte[15]. 

Abb. 5: Westermark 1960, 56 Gruppe III, V.XXIV.R.1 a: Avers Porträt Philetairos mit Lorberkranz, umwickelt mit Tänie (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18203101, Fotograf: Reinhard Saczewski)

Auch Philetairos von Pergamon trägt einen Lorbeerkranz, der mit einer Tänie umwunden bzw. mit ihr verschlossen ist[16] (Abb. 5). Diese über einen langen Zeitraum, auch unter seinem Nachfolger auf dem Thron geprägten Bildnismünzen sind auf Grund ihrer unsicheren Chronologie schwierig zu interpretieren. Sicherlich hat Dieter Salzmann auch hier Recht, wenn er darauf verweist, dass es sich bei dem Band, das in allen Gruppen den Kranz ziert, nicht um ein Diadem, sondern eine Tänie handelt[17]. Dem entspricht, dass Philetairos den Königstitel nicht führte, also das Diadem als Herrschaftsinsignie überhaupt nicht beanspruchte. Auf Grund der engen Bindung der Attaliden an Herakles[18], der häufiger mit Kranz und Tänie dargestellt wurde[19], könnte man hier vermuten, dass diese Attribute aus dessen Ikonographie entlehnt wurden. Gleichzeitig kann angenommen werden, dass die Tänie und der Lorbeerkranz, sei es auf dem Kopf des attalidischen Herrschers oder des Herakles, den Träger als siegreich bzw. unbesiegbar kennzeichnen sollten, handelt es sich doch bei Tänie und Lorbeer um Siegeszeichen. 

Abb. 6: Wallace 1968, 203 Obv. VI, Rev. 7: Avers Porträt eines Unbekannten mit Lorbeerkranz mit Tänie (Pecunem, Numismatik Naumann (formerly Gitbud & Naumann), Auktion 19, 06.07.2014, Nr. 134)
Abb. 7: Tsangari 2007, 109 Nr. 782: Avers Porträt eines Unbekannten mit Lorbeerkranz mit Tänie (Baldwin's Auctions Ltd., The New York Sale 27, 04.01.2012, Nr. 349)

Nicht sicher als Lorbeerkränze zu deuten sind die mit der Tänie umwundenen Kopfbedeckungen zweier unbenannter Personen auf Stateren von Karystos (Abb. 6) bzw. des aetolischen Bundes (Abb. 7), weshalb sie hier lediglich erwähnt, aber nicht ausführlich besprochen werden sollen. In beiden Fällen wäre zu überlegen, ob die Tänie nicht auf Sieghaftigkeit verweisen sollte.

Nach diesen vereinzelten und sehr frühen Vorläufern gilt es, das Motiv des Lorbeerkranzes mit Tänie durch die römische Republik zu verfolgen und seine Kontexte zu beleuchten. Die hellenistischen Monarchen und ihre Kopfbedeckungen müssen als Vorbild für den Kranz des Augustus wohl ausfallen, da einerseits bei einem direkten Rekurs auf sie eine zu deutliche monarchistische Note impliziert gewesen wäre, andererseits die wenigen Beispiele zeitlich weit zurück lagen. Dennoch wird sich ein Blick zurück auf sie am Ende der Untersuchung lohnen.

 

Der Lorbeerkranz mit Tänie in der römischen Republik

In der römisch-republikanischen Münzprägung war die Darstellung von Porträts realer Personen lange Zeit unbekannt. Mit dem fortschreitenden Aufbrechen der typologisch zunächst stark fixierten Münzprägung durch Innovationen der Münzmeister[20] wurden schließlich im ersten Viertel des 1. Jhs. v. Chr. zunächst die Bildnisse mythischer Ahnen auf die Averse von Denaren geprägt[21], denen nach kurzer Zeit Porträts kürzlich verstorbener Vorfahren folgten[22]. Der erste lebende Römer, der auf römischen Münzen dargestellt wurde, war Caesar[23], den der Senat in dieser Weise ehrte[24]. Mit dieser erstmaligen Darstellung eines Lebenden war ein Präzedenzfall geschaffen worden, dessen Auswirkungen sich nach seinem Tod unmittelbar zeigten. Von beinahe jedem der Imperatoren der Bürgerkriegszeit zwischen 44 und 30 v. Chr. liegen Porträtprägungen vor, denen lediglich in einigen Ausnahmefällen ein Senatsbeschluss zugrunde lag[25]. Unter diesen finden sich schließlich auch die ersten Bildnisse lebender Römer, die Kränze tragen, wenn dies auch mit Ausnahme des Porträts Caesars, der stets mit einem Kranz abgebildet wurde[26], selten blieb.

Zunächst lassen sich Kränze in der römischen Münzprägung lediglich bei Göttern beobachten. Verschiedene Kranzformen sind bei einer großen Zahl von Gottheiten nachweisbar[27]. (Tab. 3) Da es nicht sinnvoll schien, deren Darstellungen auf die Zeit vor und nach der Einführung von Bildnissen lebender Personen aufzuspalten, wurden sie gemeinsam analysiert.

Die Auswertung der republikanischen Münztypen hinsichtlich bekränzter Gottheiten ergibt zwei wesentliche Erkenntnisse. Erstens zeigt sich, dass die Kranzform, auf der hier besonderes Augenmerk liegt, ausgesprochen selten ist. Dies könnte auf eine Bedeutung der Ausstattung eines Kranzes mit der Tänie verweisen, die mit spezifischen Ereignissen verknüpft werden kann. Hierauf wird zurück zu kommen sein. Zweitens wird ersichtlich, dass der Lorbeerkranz – auch in der Variante mit Tänie – keineswegs ausschließlich Apoll zukommt[28]. Nicht einmal in einem überwiegenden Teil der Fälle ziert der Lorbeer sein Haupt. Diese Erkenntnis muss für die Interpretation von Bildnissen realer Personen mit Lorbeerkränzen im Hinterkopf behalten werden.

Nur wenige reale Personen wurden in römisch-republikanischer Zeit überhaupt bekränzt dargestellt. Die Beispiele, Caesar ausgenommen, sind in Tab. 4 zusammengestellt.

Die Zusammenstellung verdeutlicht zwei Dinge. Zum einen zeigt sie die graduelle Entwicklung von der Darstellung realer, aber verstorbener Personen mit Kränzen – Beispiele hierfür stellen die bekränzten Statuen von Vorfahren sowie die Abbildung des verstorbenen Cn. Pompeius Magnus mit seiner Sonderauszeichnung, der corona aurea dar – hin zur Darstellung Lebender mit dieser Insignienform. Zum anderen wird deutlich, dass wie bei den Götterbildern auch die Darstellung eines Lorbeerkranzes mit Tänie eine Ausnahme bleibt und somit besondere Voraussetzungen und Bedeutungsebenen haben muss. 

Abb. 8: RRC, Nr. 291,1: Revers mit Darstellung der Reiterstatue eines Aemilius (Münster, Archäologisches Museum der Universität, M 1948)

Die Interpretation der auf RRC, Nr. 291,1 (Abb. 8) wiedergegebenen Reiterstatue ist schwierig. Einerseits ist M. Crawford wohl darin zuzustimmen, dass eine Benennung der Statue durch die Legende nicht zwingend ist[29], wenn auch der Dativ bedeuten könnte, dass sowohl der Münzmeister wie auch der mit der Statue geehrte Vorfahre den gleichen Namen trugen. Da sich das Bauwerk, von dem drei Bögen unterhalb des Pferdes dargestellt sind, nicht sicher identifizieren lässt – am wahrscheinlichsten ein Aquädukt oder eine Brücke, kein Ehrenbogen[30] –, ist auch hieraus kein Anhalt dafür zu gewinnen, welcher Vorfahre der Aemilier dargestellt sein könnte und womit er sich Reiterstandbild und Kranz verdient haben könnte.

Abb. 9: RRC, Nr. 293,1: Revers mit Reiterstandbild des Marcius Tremulus (?) (British Museum, R.7791)

Der auf RRC, Nr. 293,1 (Abb. 9) mit einem Lorbeerzweig in der Hand und bekränzt auf einem Pferd sitzend Dargestellte ist vermutlich Q. Marcius Tremullus[31], der im Jahr 306 v. Chr. über die Herniker triumphierte[32] und dem in der Folge eine Togastatue zu Pferde auf dem Forum, vor dem Tempel der Dioskuren gestiftet wurde[33]. Hierauf deuten auch die Bekränzung sowie der Lorbeerzweig hin[34]. Ist diese Identifikation korrekt, so muss es sich bei dem Kranz ohne Tänie, den der Reiter trägt, um den einfachen Lorbeerkranz des Triumphators, die corona laurea, handeln[35].

Abb. 10: RRC, Nr. 358,1: Revers Triumphator in Quadriga (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18220933, Fotograf: Reinhard Saczewski)

Der Revers von RRC, Nr. 358,1 (Abb. 10), einem singulären serraten Denar, zeigt einen bekränzten Triumphator in einer Quadriga, der einen Lorbeerzweig[36] in der Rechten sowie ein Tropaion in der Linken hält. Crawford ordnete dieses Bild im Kontext des Prägejahres 83 v. Chr.[37] in eine Gruppe von »symbols of imperium« ein, die dann aus Prora, Fasces, Caduceus, Kornähren (auf RRC, Nr. 357,1) sowie dem Triumphator bestünde[38]. Mag dies für die Symbolik des Denars RRC, Nr. 357,1 noch angehen (zumindest sollte in Befehlsgewalt über eine Flotte, Amtsgewalt, Handel und Getreideversorgung differenziert werden), so lässt sich die Darstellung eines Triumphators, gerade aus der Fraktion der Popularen, der der Münzmeister wohl angehörte, kaum als Symbol von Imperium interpretieren. Naheliegender wäre, die Darstellung persönlich auf den Münzmeister und seine gens zu beziehen und in ihm einen triumphierenden Vorfahren zu erkennen. Da über die Herkunft des Münzmeisters allerdings nichts bekannt ist, bleibt dies spekulativ. In jedem Fall wird es sich auch bei diesem Kranz um die schlichte corona laurea handeln.


 
Abb. 11: RRC, Nr. 381,1a: Revers Reiterstandbild Sullas (British Museum, 1848,0819.77)
Abb. 12: RRC, Nr. 402,1a: Revers Pompeius in Triumphalquadriga (British Museum, 1867,0101.584)

Auf RRC, Nr. 381,1a. b (Abb. 11) ist unzweifelhaft Sullas Reiterstandbild wiedergegeben[39], auf RRC, Nr. 402,1a. b (Abb. 12) ebenso eindeutig Pompeius in einer Triumphalquadriga. In beiden Fällen lässt sich an Hand der überlieferten Exemplare allerdings eine Bekränzung nicht eindeutig ausmachen[40].

Abb. 13: RRC, Nr. 419,1a: Revers Reiterstandbild des M. Aemilius Lepidus (British Museum, 1860,0328.3)

Die Denartypen RRC, Nr. 419,1a–e (Abb. 13) zeigen, bei leicht variierten Aversen das Reiterstandbild des berühmten M. Aemilius Lepidus, dem im Alter von 15 Jahren (hierauf bezieht sich die stark verkürzte Legende an[norum] XV pr[ogressus] h[ostem] o[ccidit] c[ivem] s[ervavit], die nur auf den Varianten b und c vorkommt) auf Grund seiner außergewöhnlichen Tapferkeit eine Statue gewidmet wurde[41]. Ihm wurde wohl auch die corona civica verliehen, sodass es sich bei dem von ihm getragenen Kranz um diesen handeln wird[42], wenn auch die Größe der Darstellung keine eindeutige Interpretation zulässt. Die Tänie, die im Nacken auszumachen ist, passt zu dieser Interpretation[43].

Abb. 14: RRC, Nr. 425,1: Revers Reiterstatue des Marcius Tremulus (?) (American Numismatic Society, 1941.131.255)

Die Reversdarstellung des Denartyps RRC, Nr. 425,1 (Abb. 14) ist nicht unumstritten. Während Helga Gesche in der Person Ancus Marcius sah[44], plädierte Crawford für Q. Marcius Rex[45] und eine größere Zahl von Wissenschaftlern sahen in ihr Q. Marcius Tremulus[46]. Nach Crawfords Urteil, diese Darstellung und die soeben besprochene auf RRC, Nr. 293,1 (Abb. 9) seien »to be distinguished«, ist m. E. nicht mehr erwogen worden, ob mit beiden das gleiche Reiterstandbild gemeint sein könnte. Hiergegen ließe sich zunächst ins Feld führen, dass beide unterschiedliche Standorte aufweisen: Während die Statue bei dem hier in Rede stehenden Typ auf der Aqua Marcia steht, ist sie bei dem früheren auf einem rechteckigen Block dargestellt, der gleichzeitig die Reverslegende trägt. Wilhelm Hollstein hat aber richtigerweise festgestellt, dass die Abbildung auf dem Aquaedukt keineswegs bedeuten muss, dass erstens tatsächlich eine Statue auf diesem gemeint ist und dass zweitens ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen beiden Motiven bestehen müsse – etwa in der Art, dass der Erbauer der Wasserleitung in dem Reiter zu erkennen sein müsse[47]. Es wäre somit zu überlegen, ob es sich um dieselbe Statue handeln kann. In der Tat finden sich eine Reihe von Übereinstimmungen: So ist das Pferd, mit geringfügigen Abweichungen, im gleichen Schema wiedergegeben. Auch die Pflanze als Statuenstütze stimmt überein. Schließlich scheint auch der Reiter eine ähnliche Kleidung zu tragen. Verschieden sind lediglich Armhaltung bzw. Attribut. Während der Reiter auf RRC, Nr. 293,1 einen Lorbeerzweig in der Hand hält, ist dies bei RRC, Nr. 425,1 nicht der Fall, sondern der Arm ist ohne Attribut angewinkelt erhoben. Dies spricht zwar vorderhand gegen die Identität beider Statuen, allerdings findet sich ein ähnliches Phänomen bei den Darstellungen der 43 v. Chr. bei den Rostren für Octavian errichteten Reiterstatue, die einmal mit und einmal ohne einen lituus in der Hand präsentiert wird[48]. Es lässt sich erweisen, dass hier der lituus als Attribut, das nicht zur Statue gehörte, dem Münzbild hinzugefügt wurde, um dessen Aussage zu erweitern[49]. Ähnlich könnte es sich im vorliegenden Fall verhalten: Bei der ersten Darstellung der Statue wurde dieser der Lorbeerzweig als besonderer Verweis auf den Sieg und Triumph des Tremulus beigegeben. Bei der zweiten Wiedergabe verzichtete man hierauf. Es spricht daher m. E. nichts dagegen, beide Münzbilder auf dasselbe Urbild, die Statue des Tremulus für seinen Sieg über die Herniker im Jahr 306 v. Chr. zu beziehen. Der Kranz wäre entsprechend wiederum die corona laurea.

Abb. 15: RRC, Nr. 479: Avers janusförmiges Porträt des Gn. Pompeius Magnus mit Lorbeerkranz (Bibliothèque nationale de France, REP-17132)

In der Folge nähern sich die Darstellungen der Lebenszeit der Münzemittenten an. Auf RRC, Nr. 479 (Abb. 15) wird in einem janusförmigen Porträt mit Lorbeerkranz der kürzlich verstorbene Gn. Pompeius Magnus abgebildet. Auf Grund der Bildnisform ist selbstverständlich nicht sicher auszumachen, ob der Kranz eine Tänie aufweist, es ist allerdings zu bezweifeln. Zum einen geht der Kranz sicherlich auf das Schema zurück, in dem Pompeius hier wiedergegeben wurde, gehört doch Janus zu den Gottheiten, die regelhaft mit einem Lorbeerkranz dargestellt werden (Tab. 3). Andererseits könnte sich der Kranz auch auf Triumphe beziehen, war doch Pompeius ein dreifacher Triumphator[50]. In der Darstellung eine Vergöttlichung oder Götterangleichung zu sehen, ist nicht zwingend[51]. Sobald in dem doppelköpfigen Schema Personen oder Gottheiten dargestellt wurden, hörte es auf, Janus zu meinen. Beispielsweise wurden auf RRC, Nr. 348,6 Herkules und Merkur dergestalt kombiniert, ohne dass man annehmen müsste, es hätte sich eine neue Gottheit Herkules-Merkur-Janus ergeben. Neu ist allerdings die Darstellung einer realen, wenn auch verstorbenen Person in dieser Gestalt. Diese impliziert allerdings nicht deren Apotheose.

Abb. 16: RRC, Nr. 511,3a: Revers mittig Gn. Pompeius Magnus mit corona aurea, umgeben von den kataneischen Brüdern (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18207996, Fotograf: Dirk Sonnenwald)

Der tote Magnus ist noch ein weiteres Mal mit einem Kranz dargestellt. So ist er auf dem Revers von RRC, Nr. 511,3a–c (Abb. 16) ganzfigurig wiedergegeben. Die bemerkenswerte Darstellung hat in der Forschung viel Aufmerksamkeit erhalten und bedarf daher einer ausführlicheren Erläuterung. In der mittig auf dem Revers abgebildeten Gestalt, die bis auf einen Schulterbauschmantel nackt ist, ist Gn. Pompeius Magnus zu erkennen[52]. Er trägt einen voluminösen Kranz mit einer Tänie, die lang auf den Rücken herabfällt. Der rechte Fuß ist auf eine Prora gesetzt, der linke Arm ist in die Hüfte gestützt und in der rechten Hand hält er ein aplustre. Links und rechts davon sind die kataneischen Brüder abgebildet, die ihre Eltern geschultert haben. Weder muss es sich um eine Darstellung des Verstorbenen als Neptun handeln[53], noch um die Abbildung einer Statue, wenn auch das Standmotiv auf den sog. Poseidon Lateran zurückgeht[54]. Weder aplustre noch Prora sind Attribute des Gottes Neptun. Vielmehr handelt es sich beim aplustre um ein Beutestück nach einem Seesieg[55], die Prora verweist allgemein auf Herrschaft zur See, Seesiege etc.[56]. Auch die Nacktheit kann nicht als Argument für die Göttlichkeit der abgebildeten Gestalt herangezogen werden[57]. Da Neptun zwar zuweilen mit einem Lorbeerkranz abgebildet wurde, allerdings niemals mit einem Lorbeerkranz mit Tanie (Tab. 3), kann auch der Kranz eine solche Interpretation nicht stützen. Einen Lösungsansatz bietet der Denartyp RRC, Nr. 426,4 (Abb. 17), der auf dem Revers ein bemerkenswertes Bild zeigt. Um einen Globus finden sich drei Lorbeerkränze, wie sie im Triumph getragen wurden, als Sinnbild für die drei Triumphe des Pompeius[58]. 

Abb. 17: RRC, Nr. 426,4a: Revers Corona Aurea, drei Lorbeerkränze, angeordnet um einen Globus, unten Ähre und Aplustre (British Museum, 2002,0102.4327)

Oberhalb des Globus befindet sich nun ein vierter Kranz, der durch ein Mittelmedaillon bzw. zwei scheibenförmigen Ornamenten an der Vorderseite und einer Tänie als Verschluss charakterisiert wird. Bei ihm handelt es sich um den goldenen Kranz, den bei Zirkusspielen und im Theater zu tragen Pompeius im Jahr 63 v. Chr. zugestanden wurde[59]. Auch das aplustre tritt neben dem unteren Kranz in Erscheinung, wie auch eine Ähre. Hollstein deutete diese Prägung überzeugend als Verweis auf die drei Triumphe, die Verleihung des Ehrenrechts, die corona aurea (triumphalis?) über den Tag des Triumphs hinaus zu bestimmten Anlässen zu tragen, auf den Sieg des Pompeius über die Seeräuber sowie die Wiederherstellung der Getreideversorgung und die cura annonae[60]. Es handelt sich somit bei der Gestalt auf dem Revers von RRC, Nr. 511,3a–c um Gn. Pompeius Magnus, der als in herausragender Weise geehrten Sieger zur See und Beherrscher der Weltmeere mit der corona aurea wiedergegeben ist.

Etwa zur gleichen Zeit treten erstmals seit Caesar Darstellungen eines Lebenden mit Kranz auf. In allen Fällen handelt es sich um Octavian. Zwei der Münztypen zeigen ihn mit dem einfachen Lorbeerkranz ohne Tänie: RRC, Nr. 534,1[61] (Abb. 2) und RIC I2, 60 Nr. 271 (Abb. 3). Beide Prägungen stehen im Zusammenhang mit Senatsbeschlüssen, die Octavian das Tragen des Lorbeerkranzes in verschiedenem Umfang gestatteten[62]. Es ist daher wahrscheinlich, dass es sich um die einfache corona laurea handelt, die auch die Triumphatoren trugen, und dass die Verleihung der Kränze sowie der damit in Zusammenhang stehenden Sonderrechte einen Niederschlag in diesen Münzbildern fanden. 

Abb. 18: RIC I2, Nr. 270: Avers Hermenporträt Octavians mit Lorbeerkranz mit Tänie, dahinter Blitzbündel (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18207283, Fotograf: Reinhard Saczewski)

Mit RIC I2, 60 Nr. 270 (Abb. 18) findet sich schließlich erstmals eine Darstellung des Lorbeerkranzes mit Tänie. Auf dem Avers ist ein Hermenporträt Octavians abgebildet, das dieses Attribut trägt und dem ein Blitzbündel beigeordnet ist. Parallel hierzu wurden komplementäre Doppeltypen ausgegeben, die die Herme vollständig auf dem Revers tragen[63]. Die Interpretation der Darstellung ist umstritten, es lässt sich aber zeigen, dass es sich um eine Darstellung Octavians handelt und dass eine ›mythologische Verbrämung‹ oder eine Vergöttlichung nicht intendiert sind[64]. Eine ausführliche Diskussion würde an dieser Stelle zu weit führen, es sei aber angedeutet, dass die meisten der vorgeschlagenen göttlichen Identifikationen jeglicher Grundlage entbehren und dass keines der Bildelemente eine deifizierende Darstellung zwingend nahelegt[65]. Hier soll in erster Linie die Kranzform erörtert werden, die mit diesem Münztyp erstmals für einen sterblichen Römer zur Anwendung kam. Bei der Interpretation des Kranzes wurde bislang das Detail der Tänie außer Acht gelassen[66], verdient allerdings spätestens seit der Untersuchung Bergmanns besondere Beachtung. Da es sich, wie bereits erwähnt, nicht um einen der von ihr diskutierten Kränze zu handeln scheint, findet sich die Forschung in einem Dilemma. Verschiedene Lösungsmöglichkeiten bieten sich an. Einerseits wäre es denkbar, dass es sich um eine corona Etrusca handeln sollte, das Mittelmedaillon aber fortgelassen worden wurde. Angesichts des Formats der Darstellung, das eine Wiedergabe durchaus ermöglicht hätte und der üblicherweise großen Aufmerksamkeit für solche Antiquaria ist dies allerdings unwahrscheinlich. Die Zufügung einer Binde zu einer corona laurea triumphalis ohne inhaltliche Bedeutungsverschiebung ist ebenso wenig glaubhaft[67]. Schließlich könnte es sich um einen Götterkranz handeln, was von der bisherigen Forschung wohl impliziert, wenn auch nicht explizit formuliert wurde[68]. Wie aus Tab. 3 ersichtlich wird, werden mehrere Gottheiten punktuell mit einem solchen Lorbeerkranz mit Tänie dargestellt, er ist aber nicht charakteristisch für eine von ihnen[69]. In Frage kämen die Dioskuren, die Penaten, Apoll, Honos und Hercules. Um diese Kränze und ihre Bedeutung allerdings auf die Hermendarstellung Octavians zu übertragen, wäre vom Betrachter eine beachtliche Transferleistung zu fordern: Einerseits müsste er den Lorbeer als Götterattribut erkennen und die punktuelle Zufügung der Tänie aus einem spezifischen Grund richtig deuten, andererseits die Attributkombination auf Octavian übertragen und sie sich erklären können. Es scheint demnach kein Transfer des Kranzes mit Tänie von einer dieser Gottheiten auf Octavian stattgefunden zu haben.

 

Eine stets übersehene Gottheit

Eine Gottheit, die in der gesamten Antike regelmäßig mit einem Kranz abgebildet wurde, wurde von der Forschung bislang nicht in Betracht gezogen und auch in Tab. 3 ausgespart: Victoria. Dies liegt darin begründet, dass sie zwar sehr häufig einen Kranz in der Hand hält, überreicht oder mit ihm etwas schmückt, diesen allerdings nie als Attribut auf dem Haupt trägt. Da verständlicherweise von der Forschung in erster Linie an die Übertragung eines göttlichen Kopfschmucks auf eine lebende Person gedacht wurde, geriet offenbar der Kranz der Siegesgöttin aus dem Blick. 

Abb. 19: Thompson 1968, 169 Nr. 11: Revers kleine Nike bekränzt den Namen des Lysimachos (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18200439, Fotograf: Lutz-Jürgen Lübke)
Abb. 20: RPC I 4380 var.: Revers sitzender Zeus bekränzt von kleiner Nike auf seiner Hand (Classical Numismatic Group, LLC, Auktion 447, 03.07.2019, Nr. 156, www.cngcoins.com)

Bereits in klassischer und Zeit erscheint Nike auf Münzen mit einem solchen in der Hand – teilweise auch mit einer Tänie versehen. So bekränzt sie beispielsweise auf den bekannten Tetradrachmen des Königs Lysimachos dessen Namen als Zeichen von Sieghaftigkeit (Abb. 19). Auch auf der Hand anderer Gottheiten stehend trägt die kleine Nike mehrfach einen Kranz und überbringt dergestalt den Sieg (Abb. 20). Wie die Beispiele zeigen, ist die Kombination aus Kranz und Binde nicht obligatorisch. Über die Gründe, warum der Personifikation[70] der Lorbeerkranz beigegeben wurde, kann an dieser Stelle nicht ausführlich diskutiert werden. Es sei lediglich angemerkt, dass sie bei ihrem frühesten Auftritt in der Münzprägung im ersten Viertel des 5. Jhs. v. Chr. – vielleicht nicht zufällig auf Münzen von Elis – diesen bereits trägt[71]. Wie nach dem Wettkampf der Sieger bekränzt wird, ist auch Nike die Überbringerin des Kranzes als Siegesmal. Bereits früh ist demnach eine Verbindung von Sieghaftigkeit im Agon und der Gestaltung der Personifikation zu beobachten[72]. 

Abb. 21: RRC, Nr. 421,1: Revers Vicotria bekränzt sitzende Roma (Bibliothèque nationale de France, REP-22237)
Abb. 22: RRC, Nr. 247,1: Revers Göttin in Biga bekränzt von fliegender Victoria (British Museum, 2002,0102.894)
Abb. 23: RRC, Nr. 367,4: Revers Sulla in Quadriga bekränzt von Victoria (British Museum, 1855,0603.1)
Abb. 24: RRC, Nr. 331,1: Revers Victoria bekränzt Tropaion (American Numismatic Society, 1941.131.124)

Zur Regel wird die kranztragende bzw. -überbringende Göttin in der römisch-republikanischen Münzprägung. Nur sehr wenige Darstellungen zeigen sie ohne Kranz. Demgegenüber finden sich unzählige Beispiele mit Victorien unterschiedlichen Formats, die eine siegreiche bzw. siegbringende Gottheit bekränzen (Abb. 21), deren Gespann begleiten (Abb. 22), den siegreichen Triumphator auszeichnen bzw. diesem vorauseilen (Abb. 23) oder ein Tropaion mit dem Kranz des Sieges schmücken (Abb. 24). Und eine weitere Besonderheit zeigt sich, auch im Vergleich mit den hellenistischen Niken: Betrachtet man die Form des Kranzes näher, den die Siegesgöttin handhabt, so zeigt sich, dass dieser auch bei noch so kleinformatiger Darstellung kein einfacher Lorbeerkranz, sondern stets mit einer Tänie versehen ist. Der von Victoria gehaltene bzw. als Zeichen des Sieges und der Sieghaftigkeit überreichte Kranz besitzt somit ein spezifisches Aussehen: Es handelt sich zumindest nach Ausweis der Münzprägung um den Lorbeerkranz mit Tänie.

 

Neuinterpretationen

Mit dieser Erkenntnis wird auch der Kranz erklärlich, mit dem Octavian auf RIC I2, 60 Nr. 270 (Abb. 18) sowie nach dem Sieg bei Actium und der Eroberung Alexandrias derart häufig abgebildet wurde. Es handelt sich um den Siegeskranz Victorias und damit sinnbildlich um eine Übertragung ihrer Sieghaftigkeit auf bzw. eine Verleihung ihrer permanenten Sieghaftigkeit an den Kaiser und nicht um einen realen Gegenstand[73]. Der Kaiser als Schützer des Reiches, erfolgreicher Feldherr und Mehrer des Reichsgebiets trägt in dieser Funktion die Sieghaftigkeit Victorias in sich und garantiert diese. Entsprechend behutsam wurde beim erstmaligen Auftreten des Motivs auf die Darstellung des reinen Porträts Octavians noch vermieden, sondern der Lorbeerkranz mit Tänie dem außergewöhnlichen Hermenbildnis aufgesetzt. Erst nach der endgültigen Sicherung seiner Machtstellung und möglicherweise auf Anregung aus dem hellenistisch vorgeprägten Osten – erstmals scheint es im Jahr 28 v. Chr. auf den kleinasiatischen Cistophoren seinem Porträt beigegeben worden zu sein[74] (Abb. 25) – wurde dieses Attribut in die allgemeine Ikonographie des Kaisers übernommen. Die ersten Reichsprägungen, die diese Darstellungsform aufzeigen, lassen sich bislang lediglich nach 27 v. Chr. datieren und keiner Münzstätte zuweisen[75] (Abb. 26. 27). Fortan bestimmte sie, zumindest in der Münzprägung, maßgeblich sein Bild: Der Lorbeerkranz mit Tänie wurde zu dem Kranz des Kaisers.

Bemerkenswert ist, dass zumindest unter Augustus das Auftreten des Lorbeerkranzes mit Tänie zumindest lose an konkrete kriegerische Ereignisse gebunden zu sein scheint[76]. Die Zusammenstellung der Münztypen und ihrer Datierung (Tab. 1) zeigt zeitliche Schwerpunkte. So scheint es durchaus möglich zu sein, das erstmalige Auftreten dieser Kranzform in der Reichsprägung im Jahr 27 v. Chr. mit dem Sieg bei Actium und den anschließenden Triumphen zu verbinden. Anschließend ergibt sich ein Zeitraum von 20–13 v. Chr., in dem entsprechende Bildnisse emittiert wurden. Eine Verknüpfung mit der Rückgabe der Partherfeldzeichen sowie den Operationen in Gallien nach der Clades Lolliana liegen nahe. Auch nach den Siegen in den Auseinandersetzungen mit den Germanen in den Zeiträumen 11–10 sowie 8–7 v. Chr. wurde der Lorbeerkranz mit Tänie ausgeprägt. Gleiches gilt schließlich für die verbleibenden Schwerpunkte in den Jahre 2 v. Chr. – 4 n. Chr. und 6–14 n. Chr., in denen Siege gegen die Armenier, in Germanien, Pannonien sowie Illyrien zu verzeichnen waren. Trotz dieser Schwerpunkte zeigt die weitere Streuung der Münztypen, dass neben der Feier konkreter Siege die überzeitlich-perpetuierte Sieghaftigkeit des Kaisers die zentrale Aussage dieser Insignie war.

Abb. 25: RIC I2, Nr. 476: Avers Porträt des Augustus mit Lorbeerkranz mit Tänie (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18202459, Fotograf: Dirk Sonnenwald)
Abb. 26: RIC I2, Nr. 537: Avers Porträt des Augustus mit Lorbeerkranz mit Tänie (British Museum, 1864,1128.21)
Abb. 27: RIC I2, Nr. 542: Avers Porträt des Augustus mit Lorbeerkranz mit Tänie (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18207334, Fotograf: Reinhard Saczewski)

Eine eindeutige bildliche Umsetzung erfuhr dies durch die Aversdarstellung der Dupondiustypen RIC I2, Nr. 426. 426A. 429. 430. 433. 434 aus dem Jahr 7 v. Chr. (Abb. 28). Zu sehen ist hier das Porträt des Augustus nach links, dem von Victoria, die ganzfigurig hinter ihm dargestellt ist, der Lorbeerkranz mit Tänie aufgesetzt wird, wie ihre Hand zeigt, die noch am Kranz liegt.

Abb. 28: RIC I2, Nr. 429: Avers Porträt des Augustus mit Lorbeerkranz mit Tänie, bekränzt durch Victoria (British Museum, 1867,0101.2017)

Ist diese Interpretation korrekt[77], ergibt sich im Rückblick eine mögliche Erklärung für die Götterbilder, die mit dieser Kranzform ausgestattet sind. Sie entstanden jeweils in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen und könnten somit als mit der Sieghaftigkeit der Victoria ausgestattete Götter charakterisiert sein: RRC, Nr. 307,1 und RRC, Nr. 312,1 (Abb. 29. 30) entstanden in den Jahren 108–106 und somit im Zusammenhang mit dem Krieg des Marius gegen Jugurtha. Die Penates Publici mit dem Kranz der Victoria auszustatten, könnte auf Erfolge in dieser Auseinandersetzung verweisen oder den kommenden Erfolg Roms vorwegnehmen.

Abb. 29: RRC, Nr. 307,1a: Avers Penaten mit Lorbeerkranz mit Tänie (Bibliothèque nationale de France, REP-11569)
Abb. 30: RRC, Nr. 312,1: Avers Penaten mit Lorbeerkranz mit Tänie (American Numismatic Society, 1937.158.28)

RRC, Nr. 340,1–3. 6 (Abb. 31) beziehen sich mit ihren Darstellungen von Apoll, Reiter bzw. Prora auf die Einführung der Apollinischen Spiele im Jahr 212. Geprägt im Jahr 90, im Zusammenhang mit dem Bundesgenossenkrieg also, wurde demnach vielleicht Apoll als Siegbringer herausgestellt, der auch in diesem Fall Rom zum Erfolg führen würde[78].

Abb. 31: RRC, Nr. 340,1: Avers Apoll mit Lorbeerkranz mit Tänie (American Numismatic Society, 1941.131.137)

RRC, Nr. 403,1 (Abb. 32) wurde im Jahr 70 v. Chr. ausgegeben und verband wohl Verweise auf die Siege des Pompeius im Sertoriuskrieg sowie gegen Spartacus im Jahr zuvor mit solchen auf sein Konsulat[79]. Auch hier ist also eine Verbindung zu einer kriegerischen Auseinandersetzung vorhanden.

Abb. 32: RRC, Nr. 403,1: Avers Honos und Virtus mit Lorbeerkranz mit Tänie (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18201824, Fotograf: Dirk Sonnenwald)

RRC, Nr. 408,1 (Abb. 33) ist in seiner Datierung umstritten, weshalb ein Zusammenhang nicht sicher auszumachen ist. Während Crawford den Münztyp ins Jahr 67 v. Chr. setzt und somit einen Bezug zu den Piratenkriegen des Pompeius ermöglicht[80], datiert Hollstein die Emission ins Jahr 61 v. Chr. und interpretiert die Darstellungen als allein von familiärer Thematik bestimmt[81]. Ein Zusammenhang mit dem Sieg des Pompeius im dritten Mithridatischen Krieg wäre allerdings bei dieser Datierung eventuell ebenfalls möglich. 

Abb. 33: RRC, Nr. 408,1a: Avers Apoll mit Lorbeerkranz mit Tänie (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18200064, Fotograf: Lutz-Jürgen Lübke)

RRC, Nr. 454,4 (Abb. 34) wurde im Jahr 47 v. Chr. geprägt und könnte sich mit den Darstellungen Apoll mit Lorbeerkranz und Tänie sowie Victoria sehr gut auf den Sieg Caesars in der Schlacht bei Pharsalos im Vorjahr beziehen. 

Abb. 34: RRC, Nr. 454,4: Avers Apoll mit Lorbeerkranz mit Tänie (Bibliothèque nationale de France, REP-13771)

RRC, Nr. 494,37 (Abb. 35) schließlich wurde im Jahr 42 v. Chr. geprägt und könnte sich somit entweder, falls die Prägung vor Philippi erfolgte, auf den bevorstehenden oder, falls die Prägung nach der Schlacht folgte, auf den errungenen Sieg der Triumvirn über die Caesarmörder beziehen. 

Abb. 35: RRC, Nr. 494,37: Avers Hercules mit Lorbeerkranz mit Tänie (British Museum, R.9219)

Angesichts des Ausgeführten ist es somit naheliegend, in den Gottheiten mit Lorbeerkranz und Tänie Siegbringer bzw. Schlachtenhelfer zu erkennen, die entweder auf Grund der Tatsache, dass sie soeben einen Sieg gebracht hatten oder prospektiv in Erwartung kommender Siege kurzzeitig mit dem Kranz Victorias ausgestattet dargestellt wurden. Leider finden sich in den literarischen Quellen keine Hinweise auf die jeweils abgebildeten kranztragenden Gottheiten in Verbindung mit einem Sieg, die sich mit dem Prägedatum der Emissionen verbinden ließen. Dennoch wird man den Zusammenhang zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und der Prägung der mit symbolischer Sieghaftigkeit ›aufgeladenen‹ Götterbilder kaum leugnen können.

 

Abschließend soll knapp noch einmal auf die eingangs aufgeführten Vorläufer hellenistischer Zeit zurückgekommen werden, die einen Lorbeerkranz mit Tänie tragen. Lässt sich der Verdacht erhärten, dass es sich auch bei diesen Kränzen um einen spezifischen Siegeskranz handelt?

Diese Frage ist nicht abschließend zu beantworten. Einerseits finden sich die genannten Beispiele von Niken, die Namen von Königen bekränzen oder siegreiche / siegbringende Gottheiten kennzeichnen (Abb. 19. 20), andererseits ist in diesen Fällen nicht immer eine Tänie an dem Kranz zu finden. Eine feste Verknüpfung von Kranz und Tänie wie in republikanischer Zeit ist in dieser Zeit also nicht nachweisbar, sodass mit der Bekränzungsform durchaus auch andere Assoziationen geweckt worden sein könnten. Naheliegend wäre eine Interpretation als Kranz der Nike besonders in denjenigen Fällen, wo die Prägungen mit Kriegen oder Siegen zu verknüpfen sind, beispielsweise bei Nabis von Sparta (Abb. 4). In den übrigen Fällen, beispielsweise bei Philetairos von Pergamon (Abb. 5), mögen – ergänzend? – auch andere Deutungen zum Tragen kommen.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse

Es wurde gezeigt, dass der Lorbeerkranz mit Tänie rein statistisch gesehen zumindest in der Münzprägung des Augustus – und auf Grund seines Vorbildes in derjenigen der folgenden Kaiser – die häufigste Kopfbedeckung war. Diese Kranzform, die von der Forschung bislang nicht beachtet bzw. in ihrer Bedeutung nicht erfasst worden war, entstammt der Götterikonographie. Neben einigen Gottheiten, die sie als Kopfschmuck tragen, konnte nachgewiesen werden, dass es sich um den spezifischen Siegeskranz der Victoria handelt. Neben einigen Vorläufern in hellenistischer Zeit ist es vor allem die römisch-republikanische Zeit, aus der heraus sich diese Bedeutung entwickelte. Octavian war denn auch der erste lebende Römer, der in den 30er Jahren mit dieser Kranzform dargestellt wurde. Nach Abschluss der Auswertung und Neuinterpretation konnte für die Götterbilder mit diesem Kranz aufgezeigt werden, dass sie möglicherweise ebenfalls durch den Siegeskranz der Victoria als Siegbringer gekennzeichnet wurden. Sämtliche derartigen Prägungen lassen sich mit kriegerischen Auseinandersetzungen verbinden. Schließlich wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht auch einige der hellenistischen Vorläufer (Königsbildnisse mit dieser Insignienkombination) auf Siege bzw. Sieghaftigkeit verweisen wollten.

 



* Für die Lektüre des Manuskripts und zahlreiche daraus resultierende Hinweise danke ich Katharina Martin, Clare Rowan und Florian Haymann. Die Lorbeerkränze des Octavian / Augustus, die Rolle Apolls in seiner Selbstdarstellung sowie die konkreten Münztypen waren Gegenstand mehrerer Diskussionen mit Sebastian Whybrew, denen ich die Schärfung mancher Argumente zu verdanken habe. Auch ihm danke ich herzlich. Mehrere Hinweise konnte ich bei Vorträgen zum Thema aufnehmen, weshalb ich den aufmerksamen Zuhörern bei der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft (München 2019) sowie beim Tag der Antiken Numismatik (Münster 2019) danken möchte, namentlich Karsten Dahmen, Achim Lichtenberger und Hans-Christoph von Mosch. Schließlich sei dem/der anonymen Gutachter/in gedankt, die einige weitere Verbesserungsvorschläge unterbreitet hat.

[1] Bergmann 2010, 217.

[2] Eingeschlossen sind hier verschleierte Bildnisse, die zwar nicht im eigentlichen Sinne barhäuptig sind, aber keinen Kranz tragen.

[3] Aus diesem Grund wurden die Cistophorenprägungen ausgeklammert, da sie nicht der Selbstdarstellung zuzurechnen sind, sondern als lokale Emissionen gewertet werden müssen; vgl. Sutherland 1970, 32.

[4] Die Tänie ist eine Stoffbinde mit gerundeten Enden, von denen ein Faden herabhängt, der teils durch einen Knoten abgesetzt ist; vgl. Krug 1968, 3–9 Taf. 2, 1 zu Binden mit gerundeten Enden; Strootmann 2007, 370; Lehmann 2012. Es sei darauf verwiesen, dass selbstverständlich eine Aussage über die absolute Häufigkeit der Insignien, wie sie im Münzumlauf vertreten waren, nicht ohne eine stempelkritische Untersuchung aller Prägungen oder zumindest die Auswertung einer repräsentativen Anzahl von Hortfunden getroffen werden kann. Das hier aufgezeigte Bild bezieht sich somit ausschließlich auf die Häufigkeit von Typen, unabhängig von der Anzahl der von jedem Typ ausgeprägten Exemplare. Zur Problematik vgl. die unterschiedlichen Ansätze und die Diskussion bei de Callataÿ 1987, 84–95; de Callataÿ 1988, 8–10; de Callataÿ 1995 contra Buttrey 1993 und Buttrey 1994; de Callataÿ 2005, 549–558; zusammenfassend und frühere Fehleinschätzungen korrigierend de Callataÿ 2011; Noreña 2011, 28–36; Iossif 2015. Michael Crawford arbeitet mit Schätzungen, basierend auf der Anzahl von Stempeln in 24 großen und geschlossenen Hortfunden, mit deren Hilfe er die Anzahl der tatsächlich verwendeten Stempel hochrechnet; RRC, 640–707. Berechtigte Kritik an diesem Vorgehen, das lediglich sehr ungenaue Ergebnisse liefert Metcalf 1976, 216; Frier 1976, 375–378; Buttrey 1993, 335–338. Nun auch eindringlich Wolters 2015, 10.

[5] In einigen Fällen wurden Zweifelsfälle aufgenommen. Diese sind in den Anmerkungen zu Tab. 1 gekennzeichnet.

[6] Von Clare Rowan wurde ich freundlicherweise darauf hingewiesen, dass die Interpretation mancher vermeintlicher Lorbeerkränze zu überdenken wäre. Im Rahmen dieses Beitrags wurden nach Möglichkeit mehrere Exemplare jedes Typs in Abbildungen überprüft. Auch andere Identifikationen sollten daher die ermittelten Zahlenverhältnisse lediglich marginal beeinflussen.

[7] Zu funktionalen Binden in hellenistischer Zeit vgl. Schreiber 2012.

[8] Dass es sich um Kirschlorbeer (lat. lauro) handelt, wie Simon 1986, 56 vermutet, scheint unwahrscheinlich. Beim Kirschlorbeer handelt es sich um ein Rosengewächs, nicht also um echten Lorbeer. Ausgehend von Kleinasien und der Balkaninsel fand diese Pflanze erst um die Mitte des 16. Jhs. weitere Verbreitung im westlicheren und nördlicheren Europa. Vermutlich handelt es sich demnach nicht um die für Lorbeerkränze verwendete Pflanze. Zur Gattung und Verbreitung vgl. Hegi 1923, 1061–1063. Den Hinweis auf die Schwächen von Simons Identifikation verdanke ich Katharina Martin und ihrer ausgeprägten Abneigung gegen die Lorbeerkirsche.

[9] Zum Diadem und seiner Genese vgl. die Beiträge in Lichtenberger u. a. 2012; zur Typologie des Diadems Salzmann 2012.

[10] Vgl. Lehmann 2012; Mileta 2012.

[11] Grunauer-von Hoerschelmann 1978, 28. 126 Nr. 17 Taf. 7; Salzmann 2012, 357 f.

[12] Salzmann 2012, bes. 361 Tab. 1.

[13] Grunauer-von Hoerschelmann 1978, 126 Nr. 17; Mørkholm 1991, 150; Salzmann 2012, 377. Zur historischen Situation Ehrenberg 1935, 1475 f.; Volkmann 1979, 1550; Liv. 32, 38–33, 1; 34, 31.

[14] Ehrenberg 1935, 1472.

[15] Die Herleitung dieses und aller folgenden Kränze mit Tänie, die von hellenistischen Herrschern getragen wurden, aus der Götterikonographie ist wohl zu kurz gegriffen; so Salzmann 2012, 358 mit Anm. 83.

[16] Westermark 1961, Gruppe III–VII. Die chronologische Einordnung der Stücke ist nicht gesichert; vgl. den ebenfalls nicht unumstrittenen Entwurf Davesne – Le Rider 1989, 324–340. Dass der Kranz mit Tänie gut zu einem heroisierten Verstorbenen passe, während das Diadem dem lebenden König zuzuweisen sei, wie einer Äußerung Le Riders folgend nach wie vor behauptet wird, ist selbstverständlich zurückzuweisen; so noch Marcellesi 2012, Absatz 12 (zitiert nach der online-Ausgabe). Zur Heroenbinde vgl. Martin 2012.

[17] Salzmann 2012, 358.

[18] Grundlegend Huttner 1997, 175–190.

[19] Einige Beispiele bei Salzmann 2012, 358 mit Anm. 83.

[20] Vgl. knapp und anschaulich Wolters 1999, 23–37, der die punktuellen Transgressionen bestehender Normen aufzeigt, die in der Folge den Rahmen des Möglichen neu definierten, bevor dieser weiter ausgedehnt wurde.

[21] Erstmals Titus Tatius auf RRC 344,1–3; 404,1 in den Jahren 89 v. Chr. bzw. 70 v. Chr.

[22] Vgl. die Beispiele bei Wolters 1999, 34 f. sowie die ausführlichere Untersuchung Lahusen 1989, wobei dessen Datierungen teils unfundiert sind; dazu Wolters 1999, 34 Anm. 100.

[23] Vgl. allerdings nun Hollstein 2019, der die bekannten Flamininus-Statere als römische Prägungen im Auftrag des Flamininus selbst deuten möchte.

[24] Zum Hintergrund Ritter 1988, 379. 381 f.

[25] Die Typen RRC 513,2; 514,2; 515,2 wurden von römischen Münzmeistern des Jahres 43 v. Chr. (zur Datierung Woytek 2003, 433–445) geprägt und tragen Porträts, die sich als diejenigen des Brutus, Octavians und des Lepidus interpretieren lassen; vgl. demnächst Biedermann 2018.

[26] Die Diskussion um die Frage, aus welchem Laub dieser Kranz besteht und ob es sich um einen goldenen oder vegetabilen Kranz handelt, ist auch nach der Arbeit B. Bergmanns nicht entschieden. Die Literatur gesammelt und diskutiert bei Bergmann 2010, 115–134. Vgl. zu ihrer Interpretation aber die berechtigten Einwände bei Rieckesmann 2013, 28–33.

[27] RRC 98A,8 wurde ausgeklammert, da die Möglichkeit besteht, dass es sich um einen städtischen Münztyp Lucerias handeln könnte; vgl. die Beobachtung A. McCabes <http://andrewmccabe.ancients.info/RRC98.html#RRC98> (23.09.2018).

[28] Dies zu betonen ist angesichts der beinahe reflexartigen Verknüpfung des Lorbeerkranzes mit Apoll, wie sie die Forschung vornimmt, zwingend notwendig.

[29] RRC, 305 f.

[30] Die Interpretationen zusammengestellt und diskutiert bei Gesche 1968, 31–35.

[31] Gesche 1968, 36; RRC, 308.

[32] Itgenshorst 2005, Nr. 84.

[33] Liv. 9, 43, 22; Plin. nat. 34, 23.

[34] Gesche 1968, 36.

[35] o. Tab. 2; Bergmann 2010, 53–58.

[36] Nicht wie RRC, 372 angegeben einen Palmzweig.

[37] Dieses kürzlich nochmals unterstützt von Assenmaker 2016, 105 f.

[38] RRC, 372 zu Nr. 357,1; 732.

[39] Cic. phil. 9,13; App. civ. 1,97,451; Polyaen. 8,23,31; RRC, 397; Lahusen 1983, 15. 43. 56. 69. 98 f.; Bergemann 1990, 34. 159; Sehlmeyer 1999, 209–211. 231 f.

[40] Das Exemplar Classical Numismatic Group, Triton 20, 10.01.2017, Nr. 519 ist wohl das am besten erhalten Exemplar von RRC, Nr. 381,1a, das bislang bekannt geworden ist. Hier ist, worauf Florian Haymann mich aufmerksam macht, die Barhäuptigkeit wahrscheinlicher.

[41] Val. Max. 3, 1, 1; Gesche 1968, 27 f.; Lahusen 1983, 8 f. 58. 78. 97.

[42] Bergmann 2010, 144.

[43] Clare Rowan hat mich berechtigterweise darauf hingewiesen, dass ähnlich wie bei Bauwerken auf Münzen bei Statuen nicht mit einer vollkommenen Wirklichkeitstreue zu rechnen ist. Sicherlich ist dies richtig, sodass – wenn man zusätzlich das Format der Darstellungen in Rechnung stellt – stets eine Unsicherheit bei der Rekonstruktion des Aussehens realer Statuen an Hand von Münzdarstellungen verbleibt. Andererseits zeigt gerade das vorliegende Beispiel m. E. deutlich, dass die Darstellung einer Tänie, sofern sie als wichtig angesehen wurde, einerseits möglich war und andererseits auch umgesetzt wurde. Man wird daher den Münzbildern in diesem Punkt eine gewisse Genauigkeit zubilligen müssen.

[44] Gesche 1968, 32.

[45] RRC, 448 f.; Lahusen 1983, 58.

[46] Hölscher 1978, 339 f.; Hollstein 1993, 266–272; Muth 2012, 11.

[47] Hollstein 1993, 269 contra Gesche 1968, 32.

[48] RRC, Nr. 490,1. 3: 43 v. Chr.; RRC, Nr. 497,1: 42 v. Chr. Zur Identität der Statuen: Babelon 1886, 36 Kommentar zu Nr. 63; BMCRR II, 409 f. Anm. 2; RRC, 741 Anm. 1; Wallmann 1977, 33; Mannsperger 1982, 333; Bergemann 1990, 161 f.; Newman 1990, 56; Mannsperger 1991, 354 f.; Sehlmeyer 1999, 250 zu Abb. 6.4; Sear 1998, 90 zu Nr. 136; Woytek 2003, 495 mit Anm. 761; Polito 2015, bes. 26–30.

[49] Biedermann 2018, 299–301.

[50] Triumphe des Pompeius: Itgenshorst 2005, Nr. 246 (79 v. Chr.); Nr. 253 (71 v. Chr.); Nr. 258 (61 v. Chr.).

[51] So aber Grant 1969, 23; Morawiecki 1983, 64; Woytek 2003, 505. Abwegig Zanker 2009, 63, der in dem »Bildnis des Gottes Janus mit den Porträtzügen seines Vaters« ein »Friedensversprechen« sieht. Von einem solchen kann zum Zeitpunkt der Prägung keinerlei Rede sein.

[52] Ausführlich Biedermann 2018, 642–645. Hierüber herrscht keine Einigkeit in der Forschung. Ehrenstatue des Sextus Pompeius oder seines Vaters: Sehlmeyer 1999, 258 f.; Hallet 2005, 117–119. Sextus Pompeius als Sohn des Neptun (?): von den Hoff u. a. 2014, 86. 88. Neptun: BMCRR II, 560 mit Anm. 1; Sydenham 1952, 210 Nr. 1344 mit Anm. 1344; RRC, Nr. 511,3a; Hill 1975, 171 f.; 742 Anm. 2; Wallmann 1989, 168; Sear 1998, 202 f. Nr. 334.

[53] Woytek 1995, 80; Trunk 2008, 136 f. (uneindeutig); Welch 2012, 188 (Neptun? Pompeius in der Pose des Neptun?).

[54] So unter anderen Klöckner 1997, 55 f. (Ehrenstatue des Cn. Pompeius Magnus oder Sextus Pompeius); Kopij 2011, 213. Zum Typus ausführlich Klöckner 1997, 20–60. 197–214 (Katalog).

[55] Als solches wird es in der republikanischen Münzprägung stets verwendet; Hollstein 1993, 289.

[56] Neptun selbst ist in der römisch-republikanischen Münzprägung niemals mit dem Schiffsvorderteil abgebildet worden.

[57] Ehrenstatuen in dieser Pose (auch angelehnt an den Typus des ‚Poseidon Lateran‘) finden sich bereits früher in italischen Städten für Bürger, die sicher nicht vergöttlicht dargestellt wurden. Vgl. Sielhorst in Vorbereitung zu acht nackten, nur mit Mänteln bekleideten Statuen aus Formia, Rom, Ostia, Cassino und Foruli. Die zwei Statuen aus Ostia (Hallet 2005, 114 Abb. 63) und Cassino (Hallet 2005, 116 Abb. 64) zeigen das Standmotiv des Poseidon Lateran. Vgl. neben dem Aufsatz von B. Sielhorst umfassend Hallet 2005, bes. 102–120.

[58] Hollstein 1993, 287.

[59] Hollstein 1993, 287 f.; Bergmann 2010, 343–346 Kat. Nr. 49 (identifiziert diese corona aurea mit der corona aurea triumphalis/Etrusca).

[60] Ausführlich Hollstein 1993, 287–290.

[61] Zur Identifikation des Dargestellten als Octavian vgl. Biedermann 2016.

[62] RRC, Nr. 534,1: Octavian waren nach Perusia ein Lorbeerkranz sowie das Recht verliehen worden, diesen immer zu tragen, wenn dies auch die Triumphatoren durften; Cass. Dio 48, 16, 1. RIC I2, 60 Nr. 271: Nach Naulochos wurde dieses Recht ausgeweitet, sodass Octavian den Lorbeerkranz nun jederzeit tragen durfte; Cass. Dio 49, 15, 1. Ausführlich demnächst Biedermann 2018, 259–261 (RRC, Nr. 534,1 = Oct. M 31); 268–270 (RIC I2, 60 Nr. 271 = Oct. M 67).

[63] RIC I2, 60 Nr. 269 a. b, mit nach links bzw. rechts angeordnetem Porträt Octavians auf dem Avers.

[64] Vorgeschlagen wurden: Terminus (Kraft 1969, 9 f.; Sutherland 1976, 139. 150; RIC I2, 60 Nr. 270), Jupiter Terminus (BMCRR II, 13 f. Anm. 1; Liegle 1941, 94 f.; Sear 1998, 258–260), Octavian als Terminus (BMCRE I, 104 Nr. 637; Alföldi 1935, 125), Veiovis (Giard 1988, 68), Jupiter Feretrius (mit Einflüssen aus dem Bildnis Octavians) (Zanker 2009, 63 f.) sowie Octavian als Jupiter (Rich – Williams 1999, 172). Lediglich als Octavian wurde die Gestalt von Maderna 1988, 36. 130 Anm. 180; Marqués González 2015, 94 angesprochen.

[65] Ausführlich demnächst Biedermann 2018, 270–276 zu Oct. M 50.

[66] Um eine Tänie, wie sie zum Schmuck von Kultmalen gehören konnte, handelt es sich wohl nicht; zu diesen vgl. grundlegend Lochin – Blanc 2004.

[67] So aber Mommsen 1887, 428 Anm. 1 (keine politische Bedeutung); Kraft 1952/1953, 20 f. (Schleife rein funktional).

[68] Vgl. o. Anm. 64.

[69] Auf die Gründe für diese Darstellungen wird später zurückzukommen sein.

[70] Nike wie auch Victoria ist am ehesten als eine Begriffspersonifikation zu verstehen, die entsprechend kaum eigene Kulte empfing; vgl. Bernert 1936, bes. 286–290; Hölscher 1967, 171–179.

[71] Vogt 2015, 9 f. mit Abb. 6.

[72] Die gleichrangige Verbindung der Nike mit agonaler und kriegerischer Sieghaftigkeit kommt auch bei antiken Schriftstellern zum Ausdruck; vgl. beispielsweise Aristoph. Equ. 586–590.

[73] Ob dieser Kranz realiter getragen wurde, muss auf Grund fehlender Belege offen bleiben.

[74] RIC I2, Nr. 476. Vgl. auch Sutherland 1970, Nr. 1–72.

[75] RIC I2, Nr. 536. 537. 541. 542. Zur Münzstättenzuweisung knapp RIC I2, 38.

[76] Ich danke Clare Rowan für diesen Hinweis.

[77] Hierfür spricht nicht zuletzt die Aufnahme des Motivs von RIC I2, Nr. 429 als Schmuck für Waffenteile, beispielsweise Schwertscheidenmedaillons; vgl. Dahmen 2001, 109 f. Mil. 19. 20. Ich danke Karsten Dahmen für den Hinweis.

[78] Eingeführt wurden die Spiele nach Livius 25, 12, 15 ausdrücklich victoriae, non valetudinis erga.

[79] Hollstein 1993, 124–132 bes. 129–131.

[80] RRC, 86 f.; 419–435.

[81] Hollstein 1993, 159–162.

 

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