https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/issue/feed Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 2021-01-21T15:11:27+01:00 Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins ics@uni-muenster.de Open Journal Systems <p>Das <em>Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften</em> ist das Leitmedium der (katholischen) theologischen Disziplin „Christliche Sozialethik“ im deutschsprachigen Raum. Es ist in seiner Ausrichtung (Themen, Autoren) ökumenisch, interdisziplinär und international.<br>Die Zeitschrift wird am <a href="http://www.uni-muenster.de/FB2/ics/" target="_blank" rel="noopener">Institut für Christliche Sozialwissenschaften</a> der Universität Münster herausgegeben von Marianne Heimbach-Steins.<br>Die Druckausgabe des Jahrbuches erscheint im <a href="https://www.aschendorff-buchverlag.de/?listview&amp;reihe=SN-1281" target="_blank" rel="noopener">Aschendorff Verlag, Münster</a>.</p> https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2976 Katholische Kirche und Kolonialismus – einige Aufgaben 2021-01-06T17:49:40+01:00 Mariano Delgado l_rehb02@uni-muenster.de <p class="JCSWAbstractText">Der Beitrag setzt sich mit dem Perspektivenwechsel im Schatten des Kolumbusjahres 1992 auseinander und thematisiert einige Aufgaben, die diese Felder betreffen: die nicht aufgearbeitete päpstlich-kuriale Mitverantwortung für den Kolonialismus, die kolonialethische Debatte zwischen Kolonialismusbegründung und Kolonialismuskritik, die Begegnung mit den anderen Religionen und die postkolonialen Theologien. Dabei plädiert er für eine kritische Relektüre der Mitverantwortung von Theologie und Kirche am Kolonialismus, aber auch für eine selbstbewusste Wahrnehmung der universalistischen, kolonialismuskritischen europäischen Tradition angesichts der Globalisierungskrisen der Gegenwart, für eine Theologie der Religionen auf dem Boden eines aufgeklärten Inklusivismus, und für eine kritische theologische Rezeption der postkolonialen Theorie.</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2977 Postcolonial Studies, Religion und Postsäkularität. (Miss-)Verständnisse von Identitätspolitik und ihre Folgen 2021-01-06T18:17:43+01:00 Ulrike E. Auga l_rehb02@uni-muenster.de <p><span style="background-color: #ffffff;">Zunächst werden die Entstehung postkolonialer Kritik und ihre Basis früher antikolonialer Widerstände (Fanon) zeitlich, geografisch und disziplinär verortet. Saids Orientalismus- Kritik der westlichen Wissenschaft wird als Wende in der Kolonialismusanalyse aufgefasst. Hybridität, Mimikry, Differenz und Ambivalenz bei Bhaba sind Konzepte gegen Neonationalismen. Spivak fragt nach der Repräsentation der Subalternen, elaboriert epistemische Gewalt, Essentialisierung, ‚Othering‘ und verbleibt in Säkularismus. Mbembe prägt wesentlich den Begriff Postkolonialismus und erarbeitet aus der Biopolitik die Nekropolitik. Dekoloniale Theorien beziehen sich geografisch auf ‚Lateinamerika‘ und zeigen die Folgen der Kolonisierung seit dem 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Quijano, Dussel, Mignolo). Die Ablehnung dekonstruktivistischer Zugänge in dekolonialen Ansätzen wird im Vergleich zu postkolonialen kritisiert. Insbesondere wird der Frage der Religion innerhalb postkolonialer Debatten nachgegangen. Damit verbunden ist das Ende der traditionellen Säkularisierungsthese (Casanova). Postkolonial erarbeitet Asad die Existenz verschiedener Säkularismen und kritisiert Neo-Orientalismus. Mahmood zeigte Subjektformation, Handlungsmacht und menschliches Blühen im Kontext von Religion. In meiner Arbeit, die epistemologisch vorgeht, verstehe ich Religion und Säkularität sowie Geschlecht als intersektionale, diskursive und performative Kategorien der Wissensproduktion. Subjektive deessentialisierte religiöse Erfahrungen und Perspektiven können als Beitrag zum radikalen sozialen Imaginären und zur Instituierung einer solidarischen Gesellschaft konzeptualisiert werden. Ein Sonderproblem der gegenwärtigen Forschung bleibt das Identitätskonzept.</span></p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2978 Postcolonial theology 2021-01-06T18:18:29+01:00 Wietske de Jong-Kumru l_rehb02@uni-muenster.de <p class="JCSWAbstractText">Postkoloniale Fragen, Fragen nach dem fortdauernden Erbe der kolonialen Vergangenheit, stehen im Zentrum des Feldes der postkolonialen Studien. Seit den 1990er Jahren hat sie eine wachsende Zahl von Theologen und Theologinnen übernommen, angewandt und in das Feld der christlichen Theologie übersetzt. Dieser Artikel zeichnet ihren Weg nach und beleuchtet Gespräche mit der Gender-Theorie, der Befreiungstheologie und dem interreligiösen Dialog. Nachdem die Wurzeln und Wege der postkolonialen Theologie erläutert wurden, wird ihre Zukunft in der akademischen Welt vorläufig als eine zweifache Herausforderung der Differenz, sowohl der inneren als auch der äußeren, identifiziert. Erstens stellt die postkoloniale theologische Praxis insbesondere den sogenannten westlichen theologischen Mainstream-Diskurs vor die Herausforderung, die Legitimität afrikanischer, asiatischer, lateinamerikanischer und indigener Theologien als gleichberechtigte Gesprächspartner anzuerkennen. Zweitens konfrontiert uns ein postkolonialer Blick mit der Herausforderung und den Implikationen einer nicht-hierarchischen Sichtweise religiöser Differenz.</p> <p class="JCSWAbstractberschriftdes">&nbsp;</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2979 Welcher (V)Erkenntnisgewinn? 2021-01-06T18:19:17+01:00 Michelle Becka l_rehb02@uni-muenster.de <p class="JCSWAbstractText">Der Beitrag geht davon aus, dass durch die Erkenntnisse postkolonialer Studien ethische Reflexion inhaltlich und methodisch in Bewegung gerät – oder geraten könnte, wenn man die Anfragen zuließe. Der Beitrag versucht daher, diese Erkenntnisse wahr und ernst zu nehmen und eigene Positionen, Begriffe und Konzepte von ihnen her zu überdenken. Das ist nötig, um verschiedene Weisen der Verkennung in der ethischen Reflexion zu überwinden. Die Kolonialität des Wissens führt dazu, andere Wissensformen zu verkennen und die eigene zur Norm zu erheben. Damit geht auch eine Verkennung von Subjekten einher: Viele, die von ethischen Entscheidungen betroffen sind, sind an ihnen nicht beteiligt und es fehlt an Formaten, wie sie sich beteiligen könnten. Diese und andere blinde Flecken deckt der Beitrag auf, kritisiert sie und gibt Anstöße zu einer (selbst-)kritischen kontextsensiblen Sozialethik, die ihrer aus historischer und geographischer Verstrickung resultierenden Verantwortung gerecht wird.</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2980 Reflexive Repräsentation in Ethik und Politik 2021-01-06T18:25:26+01:00 Katja Winkler l_rehb02@uni-muenster.de <p>Der Beitrag zeigt auf, dass und wie die postkoloniale Perspektive für die theologische Sozialethik in grundlagen-ethischer, politisch-ethischer und wissenschaftstheoretischer Hinsicht weiterführend sein kann. Anknüpfungspunkt ist hierbei die postkoloniale Menschenrechtkritik nach Gayatri C. Spivak. Die besondere Leistung der Postcolonial Studies liegt darin, dass sie mit dem Konzept der <em>Subalternität</em> und dem damit in Verbindung stehenden <em>Othering</em> Analyseinstrumente liefert, die auf eine verschärfte Form von Exklusion aufmerksam machen. Es handelt sich hierbei um mehr als bloße Ausgrenzung, die immernoch eine gewisse Zugehörigkeitin verminderter Form impliziert. Es geht vielmehr um ein Unsichtbarmachen von Personen und Personengruppen durch Repräsentationsprozesse. Stellvertretung, selbst wenn sie in bester Absicht geschieht, verunmöglicht, dass von Unrecht Betroffene ihre je eigene direkte Beurteilung der je eigenen Lebenslage öffentlich äußern können bzw. dass diese öffentlich gehört wird. So können Entwürfe der Anwaltschaftlichkeit, sei es auf ethischer, auf politischer oder auf der Ebene der Wissenschaft, stets nur reflektiert zum Einsatz kommen. Die postkoloniale Reflexion der Repräsentation nimmt also zunächst einmal diejenigen kritisch in den Blick, die eine privilegierte Stellung inne haben, die Unrecht richten und die die Ressourcen haben, AnwältInnen für Menschenrechte zu sein.</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2982 20 Jahre nach der Veröffentlichung der „Sozialkonzeption“ der Russischen Orthodoxen Kirche 2021-01-06T18:27:12+01:00 Regina Elsner l_rehb02@uni-muenster.de <p class="JCSWAbstractText">Vor 20 Jahren veröffentlichte die Russische Orthodoxe Kirche mit ihren „Grundlagen der Sozialkonzeption“ zum ersten Mal in der Geschichte der Orthodoxie ein sozialethisches Grundlagendokument. Die ökumenischen und innerorthodoxen Erwartungen an die Weiterentwicklung der dort gelegten Ansätze einer theologischen Auseinandersetzung mit der modernen Gesellschaft waren hoch. Der Artikel argumentiert, dass – wie bereits zwei Mal in der russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts – die gesellschaftspolitischen Umstände eine Weiterentwicklung der Sozialethik vorerst verhinderten. Die in der Geschichte der ROK dominante Orientierung am Staat und Ausrichtung auf das sittliche Leben des Individuums führt zu einem Ausblenden der seit 1990 entstandenen Zivilgesellschaft. Diese Tendenz wird von der aktuellen Politik der Unterdrückung der Zivilgesellschaft verstärkt, allerdings zeigen die Situation in der Ukraine und eine neu entstehenden „politischen Theologie“, dass die russisch-orthodoxe Theologie potentiell über andere Handlungsoptionen verfügt.</p> <p class="JCSWAbstractText">&nbsp;</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2983 Zwischen Solidarität und Paternalismus 2021-01-06T18:28:01+01:00 Edith Wittenbrink l_rehb02@uni-muenster.de <p>Die Kirchen sind mit ihrer migrationsfreundlichen Haltung von rassistischen und fremdenfeindlichen Stimmungen in der deutschen Gesellschaft herausgefordert. Neben der klaren Abgrenzung von solchen Positionen ist für sie die Frage nach Gründen für deren Auftreten relevant. Auf diese reagieren postkoloniale Theoretiker*innen mit dem Verweis auf Denkmuster kolonialen Ursprungs, die in der Aktualität weiterwirken. Dieser Zusammenhang von Fremdenfeindlichkeit und Kolonialismus wird plausibilisiert, indem postkoloniale Konzepte im Hinblick auf den Umgang mit Migration in Deutschland rezipiert werden. Es wird deutlich, wie die fehlende Auseinandersetzung mit den Folgen der Kolonialzeit die Einstellungen gegenüber Menschen aus ehemaligen Kolonialgebieten nach wie vor beeinflusst. Daran anschließend zeigt die exemplarische Untersuchung von zwei Dokumenten der DBK zu Migration aus einer postkolonialen Perspektive, inwiefern auch kirchliches Sprechen Zusammenhänge kolonialen Ursprungs ausblendet und entsprechende Haltungen reproduziert. Daher werden abschließend mögliche Folgerungen dargestellt, die sich aus dieser Analyse für kirchliches Sprechen ergeben können, um sich noch deutlicher gegen Fremdenfeindlichkeit zu positionieren.</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2984 Christian Social Ethics and Social-Ethical Thinking in Hungary 2021-01-06T18:28:50+01:00 Gusztáv Kovács l_rehb02@uni-muenster.de <p><span style="background-color: #ffffff;">Die Katholische Sozialethik ist die Disziplin innerhalb der Theologie, die wahrscheinlich am empfindlichsten auf das lokale Umfeld reagiert. Die Christliche Sozialethik (CSE) ist heute in Ungarn durch eine gewisse Ambiguität gekennzeichnet: Sie ist die einzige theologische Disziplin, die mit anderen akademischen Disziplinen in einen Dialog treten kann, die aber auch einer weiteren „Professionalisierung“ bedarf. Die theologisch-ethische Reflexion über soziale Fragen hat in Ungarn eine lange Tradition. Die CSE hat in den Jahren nach dem Fall des Kommunismus in Ungarn beachtliche Fortschritte gemacht und sich als eine sowohl innerhalb als auch außerhalb der Theologie anerkannte Disziplin etabliert. Allerdings muss sich die CSE in Ungarn noch in drei Bereichen weiterentwickeln, um ihren besonderen Platz unter den akademischen Disziplinen zu finden, um die einzigartigen Merkmale der ungarischen Gesellschaft in ihre Theorien zu integrieren und um sich für Entscheidungsträger transparenter und zugänglicher zu machen.</span></p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2988 Inhaltsverzeichnis 2021-01-06T17:43:34+01:00 Marianne Heimbach-Steins l_rehb02@uni-muenster.de <p>&nbsp; &nbsp;</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2898 Vorwort 2021-01-06T17:45:22+01:00 Marianne Heimbach-Steins l_bill01@uni-muenster.de Claudius Bachmann l_rehb02@uni-muenster.de Josef Becker l_rehb02@uni-muenster.de <p>&nbsp;&nbsp;</p> 2020-12-03T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2900 Entwicklungszusammenarbeit in Zeiten von Covid-19 2021-01-06T17:46:44+01:00 Claudia Jahnel l_bill01@uni-muenster.de <p><span style="background-color: #ffffff;">Die Corona-„Krise“ im Frühjahr 2020 mobilisiert Praktiken, die in der Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsfürsorge im kolonialen und postkolonialen Kontext eine lange Tradition haben. Dazu zählen die Angst vor Ansteckung und vor dem Anderen generell, die eine Epistemologie der Grenzziehung beflügelt hat; die dichotome Gegenüberstellung westlicher fortschrittlicher Medizin und primitiver traditioneller Heilkunde; die Hypervisibilisierung des Körpers des Anderen, der auch heute noch in Gestalt des Flüchtlings in seiner schonungslosen Vulnerabilität gezeigt wird, während die Verletzlichkeit von Europäern versteckt wird; und schließlich der unbeirrbare Glaube, dass die Zukunft des globalen Südens davon abhängt, ob dieser – die Entwicklung „aufholend“ – in der Gegenwart des von technischem Fortschritt bestimmten Nordens ankommt. Der Beitrag unterzieht diese anhaltenden Dynamiken einer kritisch-postkolonialen Relektüre und erinnert mit dem Konzept von „Heil und Heilung“ an Ansätze der kirchlichen Entwicklungskooperation und Sozialethik, die das Potential haben, dem Egozentrismus und der neoliberalen Wirtschaftspolitik Alternativen entgegenzustellen, die die Vulnerabilität und Zukunft der einen Welt als gemeinsame Verantwortung von globalem Süden und Norden verstehen.</span></p> 2020-07-06T00:00:00+02:00 Copyright (c) https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2901 Wenn die Trommeln schweigen 2021-01-06T17:47:37+01:00 Richard Hölzl l_rehb02@uni-muenster.de <p><span style="background-color: #ffffff;">In diesem Beitrag zeige ich auf, warum verstärkte Bemühungen und Initiativen notwendigsind, um die koloniale Herkunft sowohl vieler Gegenstände in Missionsmuseen als auch der Institutionen selbst sichtbar zu machen. Ohne solche Bemühungen wird weiterhin „kolonialer Aphasie“ Vorschub geleistet. Denn das bedeutet es letztlich, wenn koloniale Objekte (neu) ausgestellt werden, ohne ihre kolonialen Herkunfts- und Gewaltkontexte aufzuzeigen. Es ist zu begrüßen, wenn Objekte nicht mehr als Artefakte unterlegener, primitiver Kulturen oder als Ausweis des christlichen Sieges über „Heidentum“ und „Aberglaube“ gezeigt werden. Heute gelten sie oft als Ausweis von Kunstfertigkeit oder als Kunstwerke eigenen Rechts. Wenn über die kolonialen Grundlagen des Sammelns und Ausstellens Stillschweigen herrscht, so kommt das dennoch einer Verdrängung jener Gewalt und Unterdrückung gleich, die sich eben auch mit den Gegenständen, den Ausstellungsweisen und der Institution Missionsmuseum verbindet. Diesen Beitrag verstehe ich als Denkanstoß. Dazu diskutiere ich museale (Nicht-)Darstellung von Kolonialismus kritisch am Beispiel der 2015 neu eröffneten Dauerausstellung des Missionsmuseums St. Ottilien und der darin ausgestellten Ngoma-Trommeln, Initiationsmasken und Märtyrer-Memorabilien.</span></p> 2020-07-06T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2966 Heilungs- oder Geistergeschichten? 2021-01-06T17:48:39+01:00 Judith Gruber l_rehb02@uni-muenster.de <p class="JCSWAbstractText">In Belgien findet eine kritische Aufarbeitung der Kolonialgeschichte nur sehr zögerlich statt. Erst anlässlich der Renovierung des AfricaMuseums (Tervuren bei Brüssel) kam Bewegung in die Debatte: sie gab den Anstoß zu einer Neukonzeptualisierung der Daueraustellung, mit der das Museum versucht, den kolonialen Blick auf Afrika durch eine Darstellung der Vielfalt, Schönheit und Resilienz afrikanischer Kultur und Natur zu ersetzen. Eine zentrale Komponente dieser versuchten Selbst-Dekolonisierung des Museums ist die künstlerische Intervention des Bildhauers Aimè Mpane (‚Congo Nouveau Souffle‘). Diese Ouvertüre analysiert mit den Instrumenten postkolonialer Traumatheorie die Erinnerungspolitiken, die an ‚Congo Nouveau Souffle‘ Haftung finden, und zeigt auf, dass postkoloniale Geschichtsschreibung nicht nur dekolonisierende, sondern auch rekolonisierende Effekte haben kann. Zentral bleibt daher die Frage, welcher postkoloniale Erinnerungsdiskurs am effektivsten zu einer Dekolonisierung europäisch-afrikanischer Beziehungen führt.</p> 2020-08-19T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2981 Zur Rezeption Postkolonialer Theorie in der deutschsprachigen Theologie 2021-01-06T18:26:12+01:00 Michael Nausner l_rehb02@uni-muenster.de <p>Postkoloniale Theorie ist im englischsprachigen Raum – ausgelöst von Edward W. Saids bahnbrechendem Werk <em>Orientalismus</em> (1978) – in den 1980er-Jahren entstanden und gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts auch im deutschsprachigen Raum angekommen. In der Theologie begann eine allgemein wahrnehmbare Rezeption erst vor gut zehn Jahren. Dabei war es zunächst vor allem die Missionswissenschaft/Interkulturelle Theologie, die die Bedeutung dieser Theoriebildung für die Theologie würdigte. In ihrer Thematisierung von bis heute wirksamen kolonialen Denk- und Handlungsweisen sowie kulturellen Veränderungsprozessen und den darin zum Ausdruck kommenden Machtverhältnissen ist Postkoloniale Theorie jedoch vor allem auch von sozialethischer Bedeutung. Ihre sozialethische Relevanz zeigt sich allgemein in der Analyse hegemonialer Denkstrukturen im interkulturellen und interreligiösen Kontext, in der postkoloniale Einsichten zu tieferem Verständnis beitragen, konkret jedoch in der theologisch-ethischen Diskussion über die Migration im deutschsprachigen Raum, bei der postkoloniale Theorie mit ihrer subtilen Analyse kultureller Vielfalt und Hybridität eine wichtige Rolle zu spielen beginnt. Dennoch steht eine ausführlichere Behandlung postkolonialer Theorie in ihrer Bedeutung für die christliche Sozialethik noch aus.</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2985 Grenzgänge der Ethik 2021-01-06T18:29:32+01:00 Josef Becker l_rehb02@uni-muenster.de <p>&nbsp; &nbsp;&nbsp;</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2986 Kritik der Identitätspolitik 2021-01-21T15:11:27+01:00 Katharina Leniger l_rehb02@uni-muenster.de <p>&nbsp; &nbsp;</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/jcsw/article/view/2987 Qualifikationsarbeiten in der deutschsprachigen katholischen Sozialethik 2021-01-06T18:31:04+01:00 Lukas Billermann l_rehb02@uni-muenster.de <p>Unter dieser Rubrik werden jährlich laufende und in jüngster Zeit abgeschlossene wissenschaftliche Arbeiten zur katholischen Sozialethik – Habilitationsschriften, Dissertationen sowie besonders qualifizierte Examensarbeiten – angezeigt. Wir geben (je nach den eingesandten Angaben) Autor/in, Titel, Arbeitsbeginn bzw. -ende sowie den Namen der/des Betreuenden der Arbeit an</p> 2020-08-28T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften