Arbeitsbereich Qualitätsentwicklung und Evaluierung

Wir bewegen uns in einem weiten Feld: Unsere Arbeit bezieht sich auf das Bildungs- und das Sozialwesen. Dabei kommen im Prinzip alle Ebenen dieser Systeme in den Blick. Wir interessieren uns für die politische und administrative Steuerung der Institutionen, das Management einzelner Organisationen oder ihrer Einheiten. Genauso interessant ist für uns das Handeln der Akteure, die in diesen Feldern andere Menschen unterrichten, ihnen helfen, sie beraten, betreuen oder unterstützen. Wir befragen (sozial)pädagogisches Handeln nach seiner Abhängigkeit von sozialen, kulturellen und organisatorischen Kontexten und danach, welchen Programmen es folgt. Qualitätsentwicklung ist für uns kein generisches Konzept, das sich beliebig auf jedwede Organisation oder Programme anwenden ließe. Geplanter Wandel hat die Besonderheiten von Zielen, Kulturen, Strukturen und Akteuren zu berücksichtigen. Gleiches gilt für ihre Evaluierung, also ihre systematische Bewertung und die Gewinnung von Evidenzen für Innovation. Dabei folgen wir den Standards guter Evaluation, wie sie von der „DeGEval-Gesellschaft für Evaluation“ vertreten werden.

Auch wenn pädagogische und soziale Organisationen und Programme Anfragen nach ihrer Effektivität und Effizienz beantworten müssen, kann die einschlägige Forschung nicht von der Komplexität der Prozesse und der Ziele absehen. Theoretische Modelle wie auch Methodologie und Methode haben das zu berücksichtigen. Insbesondere die Analyse der Ziele von Programmen und Organisationen verweist auch auf die normative Dimension von Qualitätsentwicklung und Evaluation. Komplexität und Normativität gebieten, gegenüber allzu einfachen Antworten kritisch zu sein. Die empirische Ausrichtung bei der Erforschung von pädagogischem und sozialpädagogischem Handeln in Institution und Organisation wird begleitet vom Modus der Skepsis und Kritik gegenüber herrschender politischer und affirmativer wissenschaftlicher Praxis.

Unsere eigene normative Ausrichtung könnte man womöglich auf diese Kurzformel bringen: Für die Stärkung soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit – und damit gegen jedwede Ideologie, die Menschen von der kompetenten und kritischen Teilnahme und Auseinandersetzung in und mit der Gesellschaft und ihren Einrichtungen auszuschließen beabsichtigt.

Die Themen, mit den wir uns aktuell befassen, können dies vielleicht verdeutlichen: Wir fragen nach dem Wissen, Können, sozialen sowie personalen Kompetenzen, die das Pflichtenheft der öffentlichen Schule beschreiben, wird fragen nach der Allokation von Ressourcen zur Sicherung von Gerechtigkeit, wir fragen nach Wegen, weiterführende Bildung für alle zu öffnen, wir fragen danach, wie Investitionen in Bildung und Soziales im Hinblick auf eine Reduzierung von sozialer Chancenungleichheit wirken. Und schließlich fragen wir danach, wie wissenschaftlich gewonnenes Wissen in politisches und praktisches professionelles Handeln eingebunden werden kann.