Laufende Projekte

Titel:
Schutzkonzepte und pädagogische Praxis – Diskursanalytische Perspektiven auf die Prävention von sexualisierter Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe (SCHUPPS)

Beschreibung:
Bisherige Betrachtungen des Verhältnisses von Konzepten zum Schutz von Heranwachsenden in pädagogischen Einrichtungen und der pädagogischen Praxis konzentrieren sich vor allem evaluativ auf Implementationsprozesse. Dabei wird überwiegend gefragt, ob und warum Schutzkonzepte im Alltag stationärer Erziehungshilfeeinrichtungen umgesetzt werden. Das Forschungsprojekt SCHUPPS geht über diesen Ansatz hinaus, indem es auf die empirische Bestimmung dieses Verhältnisses zielt – oder anders formuliert: Es fokussiert die Frage, wie sich Schutzkonzepte in pädagogischer Praxis zeigen. Dazu werden mithilfe einer diskursanalytischen Vorgehensweise (Figurenanalyse) die Formierungsweisen der Prävention sexualisierter Gewalt auf diesen beiden Ebenen mit Blick auf mögliche Gemeinsamkeiten, Transformationen, Paradoxien, Widersprüche und Wechselwirkungen analysiert. Als Grundlage dient ein Datenkorpus, der mittels der Erhebung von Schutzkonzepten und ethnographischen Daten sowie der Durchführung von Gruppendiskussionen in sechs Einrichtungsgruppen generiert wird. Die Ergebnisse sollen durch unterschiedliche Transferstrategien als Reflexionsangebote für die pädagogische Praxis nutzbar gemacht werden.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Jan Pöter, Dipl.-Päd.
Dr. Mark Humme (Leitung)
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Beratung zu sexualisierter Gewalt und die Geschlechterperspektive – Partizipative Forschung zu Prävention und Intervention in Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt (BerGe)

Beschreibung:
Viele Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt sind aus spezifischen gesellschaftlichen Entwicklungen heraus gegründet worden (Betroffeneninitiativen, Frauen-/Männerbewegung). Ihr Aufgabenspektrum hat sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Neben Beratung/Intervention bieten sie mittlerweile vielfach auch Prävention, Fachberatung und Konzeptentwicklung an. Für den professionellen Umgang mit sexualisierter Gewalt stellen sie eine zentrale Institution dar. Gleichwohl sind sie aber bislang wenig Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Besonders aufschlussreich scheint dabei die Dimension Geschlecht zu sein. Im Rahmen dieses Projekts wird untersucht, inwiefern sich die Geschlechterdimension in der Konzeption einer Fachberatungsstelle und der von ihr angebotenen Beratung auswirkt. Zudem wird die Sicht von Jugendlichen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe leben, auf dieses Thema erhoben: Wie sehen und erleben sie die Inhalte und Methoden der Fortbildung und die Bilder von Geschlecht, die die Fachberatungsstellen in Präventionsfortbildungen für Fachkräfte vermitteln? Münden sollen die Ergebnisse in die praxisnahe und forschungsgestützte Entwicklung einer Weiterbildungsreihe „Neu in der Beratungsstelle“.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Gesa Bertels, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Verbundpartner:
Zartbitter Münster e.V.

Titel:
Stärken oder schützen? Über Inhalte, Methoden und kollektive Orientierungen sexualpädagogischer und gewaltpräventiver Praxis – ein Professionalisierungsbeitrag (SoS)

Beschreibung:
Das Projekt greift das Desiderat auf, die Trennung der teildisziplinären pädagogischen Praxen der Sexualpädagogik und der Prävention sexualisierter Gewalt zu überwinden, und trägt durch eine partizipativ angelegte Vergleichsperspektive zu einer empirisch fundierten Wissenserweiterung und einer konzeptionellen Weiterentwicklung der pädagogisch-professionellen Praxis mit dem Ziel der Stärkung und des Schutzes von Kindern und Jugendlichen bei. Damit wird die Frage aufgegriffen, wie die Verhinderung sexualisierter Gewalt grundsätzlich konzipiert wird, und in welchem Verhältnis der Schutz vor Risiken und die Stärkung des Selbstschutzes von Kindern und Jugendlichen bzw. die Prävention sexualisierter Gewalt und die Bildung zur sexuellen Selbstbestimmung stehen. Kernziel des Projekts ist, durch die Zusammenschau von sexualpädagogischer und gewaltpräventiver Praxis einen verbesserten Umgang mit Antinomien und Paradoxien in der Verhinderung sexualisierter Gewalt zu ermöglichen. Die methodische Umsetzung erfolgt durch eine systematische Erhebung der Inhalte und Methoden sexualpädagogischer und gewaltpräventiver Praxis mittels Durchführung und Auswertung von Gruppendiskussionen. Das Datenmaterial wird sowohl hinsichtlich eines Vergleichs sexualpädagogischer und gewaltpräventiver Inhalte und Methoden als auch hinsichtlich möglicher unterschiedlicher „kollektiver Orientierungen“ triangulativ mittels qualitativer Inhaltsanalyse sowie mittels Dokumentarischer Methode analysiert.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Mona Lamour, M.A.
Bernd Christmann, M.A. (Leitung)
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Verbundpartner:
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Titel:
Schulsozialarbeiter_innen als Akteur_innen im Kinderschutz (KiSchu)

Beschreibung:
Kinderschutz ist ein relevantes Thema an Schulen. Dies ist nicht nur theoretisch plausibel und rechtlich begründbar, sondern dokumentiert sich auch in dem Umstand, dass ein erheblicher Anteil der Meldungen von Verdachtsfällen bei Jugendämtern aus diesem System stammt. Hier deutet sich die Relevanz der Zusammenarbeit von Schulen mit der Kinder- und Jugendhilfe zur Abwendung von Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen bereits an. Aufgrund ihrer Schnittstellenposition zwischen diesen beiden Systemen werden Schulsozialarbeiter_innen auch seitens der pädagogischen Praxis als wichtige Akteur_innen für diese Zusammenarbeit identifiziert. Eine empirische Bestimmung der Funktionen, die Schulsozialarbeiter_innen in Verdachtsfällen einer Gefährdung des Wohls von Kindern und Jugendlichen einnehmen, steht bislang jedoch aus. Aus diesem Grund werden im Rahmen des Projektes qualitative Leitfadeninterviews mit Schulsozialarbeiter_innen geführt, die als Expert_innen für ihr Handlungsfeld adressiert und zur Explikation und Reflexion von kinderschutzrelevanten Handlungsvollzügen angehalten werden. Die individuellen Rollenmuster werden dabei insbesondere über die Thematisierung von Aufgaben, Abläufen, Kooperationsformen, Voraussetzungen und Selbstverständnissen exploriert. Ausgehend von einem qualitativen Stichprobenplan wurden unterschiedliche Schulformen, Anstellungsträger und Regionen im Sample der 16 durchgeführten Expert_inneninterviews berücksichtigt. Die Expert_inneninterviews werden nach dem Verfahren von Meuser und Nagel (2005) ausgewertet und abschließend unter Rückgriff anschlussfähige Diskursstränge theoretisiert.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Katharina Kopp, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Wissenschaftliche Begleitung und formative Evaluation des Landesprogramms „Wertevermittlung und Prävention sexualisierter Gewalt in der und durch die Jugendhilfe“ (EvaWuP)

Beschreibung:
Die aktuell im Handlungsfeld der Flüchtlingshilfe sowohl in Praxis als auch in Wissenschaft festzustellende dynamische Entwicklung birgt das Risiko einer Fragmentierung der Ansätze und Maßnahmen. Insbesondere eine langfristig angelegte politische Steuerung von bildungs- und teilhabebasierten Prozessen der Integration bedarf jedoch auch empirisch fundierter Grundlagen. Eine theoriegeleitete und gleichermaßen explorative Evaluation im Bereich der sozialpädagogischen Projektarbeit mit jungen Geflüchteten kann daher zu einer Überprüfung entsprechender Zielsetzungen ebenso wie zur Vervollständigung des nach wie vor lückenhaften Forschungsstandes einen relevanten Beitrag leisten. Nicht zuletzt ist damit der Anspruch verbunden, die zentralen inhaltlichen Bereiche des Landesprogramms – Wertevermittlung durch Wertedialog, Prävention von sexualisierter Gewalt, Weiterentwicklung von Schutzkonzepten – nicht isoliert, sondern hinsichtlich ihrer Überschneidungen und Querverbindungen zu betrachten. Das Projekt begleitet deshalb die am Förderprogramm teilnehmenden Projekte aus verschiedenen Jugendämtern in Nordrhein-Westfalen wissenschaftlich und evaluiert diese prozessbegleitend im Hinblick auf das zuvor genannte Landesförderprogramm. In einem Multi-Method-Design werden in dem vorliegenden Praxisforschungsprojekt die verschiedenen Akteursebenen adressiert. Neben qualitativen Zugängen, die die Befragung von koordinierenden Fachkräften der Jugendämter sowie von an den Angeboten partizipierenden Jugendlichen vorsehen, ist eine quantitative Abfrage bei den antragstellenden Jugendämtern vorgesehen.

Drittmittelgeber:
Land Nordrhein-Westfalen/Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Mitarbeit:
Katharina Kopp, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Ergebnis-Evaluation des Basis-Curriculums „Sexuelle Gewalt in Institutionen“ und Entwicklung eines hochschuldidaktischen Konzepts (EvaCur)

Beschreibung:
Im Kontext der vom BMBF seit 2011 unterstützten Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexte“ soll nicht nur der Aufbau einer neuen Forschungslandschaft zu sexualisierter Gewalt angestrebt werden, sondern darüber hinaus kommt den vier Juniorprofessuren und der Forschungsprofessur, die in diesem Zusammenhang entstanden sind, die Aufgabe zu, eine nachhaltige Etablierung des Themas an den Hochschulen in Forschung und Lehre anzustoßen. Als erster Schritt hin zu einer systematischen Verankerung der grundständigen Qualifizierung in den pädagogischen Studiengängen wurde von den Professuren ein aus drei Lehrveranstaltungen bestehendes Basis-Curriculum zu Grundlagen sexualisierter Gewalt in pädagogischen Institutionen konzipiert und realisiert. Das Forschungsprojekt EvaCur zielt an den Standorten Hamburg und Münster auf die Evaluation des Basis-Curriculums mittels quantitativer und qualitativer Methoden ab, um auf den so erzielten Ergebnissen aufbauend ein hochschuldidaktisches Konzept zu entwickeln, das Disseminationshindernisse beseitigen und eine Implementierung an anderen Hochschulstandorten befördern möchte.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Mitarbeit:
Daniel Schwerdt, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Verbundpartner:
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Titel:
Verbundvorhaben: Profilbildung, Praxistransfer, Ethik und Monitoring in der Förderlinie „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“ (ProPEM)

Beschreibung:
Im Rahmen der seit 2011 vom BMBF-Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ wird der Aufbau einer neuen Forschungslandschaft zu sexualisierter Gewalt angestrebt. Hierzu werden bundesweit insgesamt 17 Forschungsvorhaben sowie vier Juniorprofessuren und eine Forschungsprofessur unterstützt. Das Metavorhaben ProPEM zielt darauf ab, bestehende Desiderate aus den Bereichen Profilbildung, Praxistransfer, Monitoring und Ethik, die aus der Förderlinie heraus markiert wurden, zu bearbeiten. Hierzu werden im Verbund der Professuren in Hamburg, Kiel, Merseburg und Münster entsprechende Projektbausteine umgesetzt. Der Beitrag des Teilprojektes Münster besteht sowohl in einer empirisch gestützten Untersuchung der forschungsethischen Herausforderungen im Kontext der „Bonner Ethikerklärung“, der erziehungswissenschaftlichen Profilbildung der Förderlinie sowie in Maßnahmen des Praxistransfers. Hierzu wurde in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention (DGfPI) und der Beratungsstelle Zartbitter Münster e.V. das überregionale Netzwerk „Spannungsfeld Wissenschaft und Praxis“ initiiert. Weiterhin wird durch regelmäßige Fachtage und Veranstaltungsreihen ein Forum für die Diskussion der aktuellen Forschung zu sexualisierter Gewalt im Spiegel der pädagogischen Praxis geschaffen.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Bernd Christmann, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Verbundpartner:
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Hochschule Merseburg

Abgeschlossene Projekte

Titel:
Institutionelle Schutzkonzepte in der Schule. Evaluation der Entwicklung von institutionellen Schutzkonzepten und Konzepten zur Gestaltung von „Nähe und Distanz“ (InstSK)

Beschreibung:
Das evaluative Forschungsprojekt, das im Rahmen der Juniorprofessur „Pädagogische Professionalität gegen sexuelle Gewalt“ umgesetzt wird, verweist auf die Frage, wie pädagogische Einrichtungen zu „sichereren“ Orten des Lernens und Aufwachsens für Kinder/Jugendliche werden können. Anlehnend an die Debatte um sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen und Mindeststandards der Prävention in Institutionen nimmt das Forschungsvorhaben einerseits das professionelle Selbstverständnis von „Nähe und Distanz“ und andererseits den Entstehungsprozess von institutionellen Schutzkonzepten in ausgewählten Schulen eines konfessionellen Trägers in den Blick. Neben der inhaltsanalytischen Auswertung bereits bestehender Konzepte zum Lehrer_innen-Schüler_innen-Verhältnis, soll durch die Durchführung und Auswertung von qualitativen Interviews das „Betriebswissen“ der am Entstehungsprozess beteiligten Akteur_innen eruiert werden. Das so systematisch erschlossene Wissen soll einerseits Aufschluss über die konzeptionelle Thematisierung und Bewertung von „Nähe und Distanz“ und andererseits über den Entstehungsprozess sowie mögliche hemmende und fördernde Faktoren geben. Im Sinne einer formativen Evaluation gilt es die erzielten Ergebnisse in der Gestalt aufzubereiten, dass sowohl die Schulen des Trägers, die sich bereits im Prozess befinden, als auch diejenigen, den dieser Schritt noch bevorsteht, bei der Entwicklung unterstützt werden.

Drittmittelgeber:
Erzbistum Paderborn

Mitarbeit:
Daniel Schwerdt, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Bedingungen von sexualisierter Gewalt in pädagogischen Einrichtungen

Beschreibung:
Die Erkenntnis, dass sich Entstehungs- und Aufrechterhaltungsprozesse von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Einrichtungen nicht umfassend über den ausschließlichen Blick auf Täter_innen und Opfer analysieren lassen, sondern sie nur über die Perspektive auf Täter_innen-Opfer-Institutionen-Dynamiken beschreibbar werden, ist fachdiskursiv noch relativ jung. Es fehlen entsprechend empirische Ansätze, die Bedingungen sexueller Gewalt in Einrichtungen fokussieren – hier setzt das Projektvorhaben, das im Rahmen der Juniorprofessur „Pädagogische Professionalität gegen sexuelle Gewalt“ umgesetzt wird, an. Als Ausgangsmaterial dienen dabei Berichte, mit denen konkrete Fälle (sexualisierter) Gewalt in Schulen, Internaten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aufgearbeitet wurden und die durch die Auseinandersetzung mit relevanten Quellen, insbesondere Betroffenen, über eine empirische Fundierung verfügen. Konzipiert nach dem Vorbild eines Systematic Review werden schrittweise relevante Daten aus dem Material entwickelt und zusammengeführt („thematic synthesis“). Ziel ist dabei nicht nur der Beitrag zu einem wissenschaftlichen Desiderat, sondern auch die Ableitung von Implikationen für die Gestaltung von Präventionskonzepten pädagogischer Einrichtungen.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Jan Pöter, Dipl.-Päd.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Konzepte für Kinder – Systemübergreifende Fallbearbeitung bei Kindesvernachlässigung. Wissenschaftliche Begleitung eines Entwicklungsmodells zur Etablierung von Prozessen für eine kooperative und integrative Hilfeplanung (KofKi)

Beschreibung:
Ziel dieses Modellprojekts ist die Etablierung von Prozessen für eine kooperative und integrative Hilfeplanung bei Kindesvernachlässigung, was in der praktischen Umsetzung durch das Lebenszentrum Königsborn als Projektpartner realisiert wird. Es stellt dabei eine Antwort auf die im aktuellen politischen und fachlichen Diskurs um den Schutz von Kindern benannte Aufforderung dar, interdisziplinäre und interprofessionelle Kooperationsbeziehungen herzustellen und Standards für diese zu entwickeln. Die mit der wissenschaftlichen Begleitung verbundenen Zielsetzungen bestehen in der Erfassung und Analyse der Perspektiven der in das Vorhaben involvierten Fachkräfte und Institutionen sowie der adressierten Kinder und Familien. Neben einer umfassenden Dokumentation der einzelnen Fallverläufe werden die Sichtweisen und Erfahrungen der beteiligten Akteur_innen im Rahmen von Expert_inneninterviews exploriert. Der konzeptionellen Anlage als formative Evaluation entsprechend werden die Zwischenergebnisse der Auswertung bereits während der Laufzeit des Vorhabens den Projektbeteiligten zugänglich gemacht. Darüber hinaus werden die empirischen Befunde im Sinne der Erweiterung des themen- und handlungsfeldbezogenen Forschungsstandes zu pädagogischer Professionalität und Kooperation durch einschlägige Publikationen und andere Veröffentlichungsformate systematisch in den wissenschaftlichen Diskurs eingespeist und gleichermaßen der Praxis zugänglich gemacht.

Drittmittelgeber:
Stiftung Wohlfahrtspflege NRW/Lebenszentrum Königsborn

Mitarbeit:
Mathias Koch, Dipl.-Soz.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Institutionelle und personale Voraussetzungen und Bedingungen für eine gelingende interdisziplinäre Kooperation bei Fällen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Beschreibung:
Im politischen und fachlichen Diskurs um Kinderschutz und insbesondere im Umgang mit Fällen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wird interdisziplinäre Kooperation zunehmend als notwendige, strukturell eigenständige konzeptionelle, fachliche und organisatorische Aufgabe gesehen und gefordert, die im Sinne einer „neuen innovativen Kraft“ zur deutlichen Verbesserung und Weiterentwicklung des Hilfenetzwerkes/-systems und damit zu einem verbesserten Kinderschutz beitragen soll. Dieser Forderung gegenüberstehend kann konstatiert werden, dass aufgrund von fehlenden verbindlichen Regelungen und Vorgaben die explizite Strukturierung, Konzeptualisierung und Ausgestaltung in der Verantwortung der jeweiligen Träger, Dienste und professionellen Fachkräfte liegt, was zu erheblich differierenden Ausführungen und damit zu zunehmenden Schwierigkeiten, Konflikten, Reibungsverlusten sowie zu kritischen Einstellungen vonseiten der Fachkräfte in der praktischen Kooperationsarbeit führt. Das Forschungsprojekt im Rahmen der Juniorprofessur „Pädagogische Professionalität gegen sexuelle Gewalt“ zielt im Rahmen von Expert_inneninterviews darauf ab, pädagogische Fachkräfte zu befragen, um grundlegende strukturelle wie auch inter- und intrapersonelle Bedingungen und Kompetenzen eruieren und analysieren zu können, die für eine erfolgreiche interdisziplinäre Kooperation im Umgang mit sexueller Gewalt gegen Heranwachsende notwendig sind.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Josephine Rothlaender, M.A.
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Titel:
Lehrforschung zu Handlungskompetenzen und Orientierungsbedarfen von Studierenden

Beschreibung:
In einem kooperativen Lehrforschungsprojekt der Münsteraner Juniorprofessur „Pädagogische Professionalität gegen sexuelle Gewalt“ und der am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf angesiedelten Juniorprofessur „Sexualwissenschaft und präventive Internetforschung“ (Jun.-Prof. Dr. Arne Dekker) wurden im Rahmen von Lehrveranstaltungen Gruppendiskussionen anhand eines standardisierten Leitfadens durchgeführt. Ziel war es, die Bedeutung der Themen Sexualität, sexuelle Grenzverletzungen bzw. sexuelle Gewalt und neue Medien für die Studierenden mit Blick auf ihre zukünftigen Berufstätigkeiten zu explorieren. Fokussiert wurde dabei über allgemeine Haltungen und Selbsteinschätzungen zu gegenwärtigen themenbezogenen Kompetenzen hinaus insbesondere die Frage, welche der genannten Themen in Ausbildung bzw. Studium berücksichtigt und wie diese didaktisch vermittelt werden sollten.

Drittmittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mitarbeit:
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik (Leitung)

Verbundpartner:
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf