KBBB 2021
Chancenungleichheit: geplant, organisiert, rechtlich kodifiziert


Tagung
der Kommission Bildungsplanung, Bildungsorganisation und Bildungsrecht (KBBB) am 22. Februar 2021

- via Zoom -



Das Tagungsthema „Chancenungleichheit: geplant, organisiert, rechtlich kodifiziert“ markiert den Dauerbefund empirischer Bildungsforschung: Die hohe Verknüpfung von sozialer Herkunft und Bildungs- und Lebenschancen. Es darf aber selbstverständlich nicht zur Resignation führen, sondern vor allem diskutiert werden, welche Ansätze sich finden lassen, diesen engen Zusammenhang – wenigstens – zu lockern.

Tagungsprogramm

09.00 - 09.15 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Wolfgang Böttcher, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
9.15 – 10.00 Uhr Key-Note
Data use for school improvement: Achievement, equity and wellbeing

Prof. Dr. Kim Schildkamp
University of Twente, Faculty of Behavioural, Management and Social Sciences; President of ICSEI – International Congress for School Effectiveness and Improvement, Sydney, Australia

Präsentation als Download

10.00 – 10.15 Uhr Pause
10.15 – 11.45 Uhr Symposium „Bildungsorganisation“

Beiträge
Achim Elvert, Gesamtschule Ückendorf
Herausfordernde Schulstandorte – Wer wird herausgefordert?

Prof. Dr. Esther Dominique Klein, Philipps Universität Marburg
Vision, Struktur, Kultur – Empirische Befunde zu Merkmalen erfolgreicher Schulen an sozialräumlich benachteiligten Standorten

Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel, Technische Universität Dortmund
Schulen gestalten Qualität — Entwicklungsarbeit und Professionalisierung an Beispielen von Einzelschulen und Netzwerken

Moderation:
Prof. Dr. Gabriele Bellenberg, & Dr. Matthias Forell, Ruhr-Universität Bochum

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12:00 – 12.45 Uhr Mittagspause und Gelegenheit zum Austausch
Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Böttcher
12.45 – 14.15 Uhr Symposium „Bildungsplanung“

Beiträge
Ulrike Sommer, Geschäftsführerin Wider Sense TraFo gGmbh
Kulturelle Bildungslandschaften – ein Weg zu mehr Chancengerechtigkeit? Oder eher Feigenblatt angesichts bildungspolitischer Fehlentwicklungen?

Prof. Dr. Stephan Maykus, Hochschule Osnabrück
Kennziffer erfüllt, Bildungschancen eröffnet? Thesen zu den Folgen der Verdinglichung kommunaler Lebenswelten durch Bildungsplanung.

Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück
Mythos Bildungsplanung – Helfen Bildungslandschaften gegen Ungleichheiten?

Moderation:
Prof. Dr. Nina Kolleck, Universität Leipzig

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14.15 – 14.30 Uhr Pause
14.30 – 16.00 Uhr Symposium „Bildungsrecht“

Beiträge
Prof. Dr. Hans-Peter Füssel, DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Berlin
Chancen(-un-)gleichhheit im Bildungswesen – einige Überlegungen aus rechtlicher Sicht

Prof. Dr. Rita Nikolai, Universität Augsburg
Privatschulpolitiken im internationalen Vergleich und deren Auswirkungen auf Chancenungleichheiten

Prof. Dr. Holger Ziegler, Universität Bielefeld
Teilhabegleichheit? Zur Ambivalenz der Teilhabeformel als Gleichheitsmaßstab in den aktuellen Sozialgesetzgebungspraktiken

Moderation:
Prof. Dr. Martin Heinrich, Universität Bielefeld & Julia Hugo, LMU München

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16:00 – 16:15 Uhr Pause
16:15 – 17:00 Uhr Key-Note
Warum bestmögliche Förderung aller Schülerinnen und Schüler Bildungsungleichheiten vergrößert und trotzdem der richtige Weg ist

Prof. Dr. Kai Maaz
Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF)

Präsentation als Download

17:00 – 18:00 Uhr Was folgt? - Gelegenheit zum Austausch

Moderation:
Prof. Dr. Martin Heinrich & Prof. Dr. Wolfgang Böttcher

23.02.2021

10:00 – 12:00 Uhr

Waxmann-Workshop vornehmlich für Promovierende, Post-Docs und Habilitierende: How to publish

Weitere Informationen als Download

Waxman-Flyer: Bildungsplanung, Bildungsorganisation und Bildungsrecht

Anmeldung & organisatorische Hinweise
Die Tagung findet via Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihrer Kontaktdaten (Name, E-mail-Adresse, ggf. Telefonnummer) bis zum 31. Januar 2021 unter kbbb2020@uni-muenster.de an.

Sie erhalten bis spätestens zum 17. Februar 2021 die Zugangsdaten zu den Zoom-Räumen der Key-Notes und den Symposien.

Kontaktinformationen
Wenn Sie Fragen haben, erreichen Sie das lokale Planungskomitee unter kbbb2020@uni-muenster.de


Für das Planungskomitee
Prof. Dr. Wolfgang Böttcher
Lilo Brockmann
Carmen Hack
Gesa Sophie Klemp
Christina Luig
Tabea Meierjohann

Für die Tagungsverantwortlichen
Prof. Dr. Wolfgang Böttcher, Universität Münster
Prof. Dr. Martin Heinrich, Universität Bielefeld, für den Vorstand der KBBB

© Beltz

Neuerscheinung: Soziale Ungleichheit im Sozial- und Bildungswesen


Angebote, Maßnahmen und Programme des Bildungs- und Sozialsystems erheben oftmals den Anspruch, soziale Ungleichheit zu reduzieren.
Dennoch zeigt sich, dass diese Ansätze oft nicht den gewünschten Effekt erzielen, soziale Ungleichheit nachhaltig abzubauen.
Mittels einer interdisziplinären Perspektive wird in diesem Buch die Frage umrissen, welche Rolle unterschiedlichen Akteur*innen im Rahmen der Legitimation, Reproduktion und Perpetuierung verschiedener Formen sozialer Ungleichheit zukommt und welche Möglichkeiten schlussendlich bestehen, soziale Ungleichheit zu reduzieren. Es wird ein kritischer Dialog über politische und pädagogische Konzepte dargestellt, der sich theoretisch und praktisch mit sozialer Ungleichheit befasst: Welche Praktiken und Prozesse unterschiedlicher sozialer Stellungen finden wir in Bildung, Sozialer Arbeit und Politik? Wie werden diese legitimiert und reproduziert? Und welche Schlüsse können wir daraus ziehen?

Aus dem Inhalt:

  • Chancenungleichheit. Oder: Die ewige und langweilige Geschichte der sozialen Selektion im Bildungswesen
  • Ko-Konstruierte Bildungsakteure und Bildungsgeschichten. Zur akademischen Produktion von Bildungsungleichheit
  • Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung – Kinder- und Jugendhilfe als Wohlfahrtserbringung
  • Lebenschancen und demokratische Teilhabe: „doing participation“ einer kommunalen Sozialpädagogik des Jugendalters. Zur (un-)gleichen Ermöglichung von Gesellschaftlichkeit im Stadtteil
  • Platzvergabeprozesse in Kindertageseinrichtungen: Aufnahmekriterien aus Sicht pädagogischer Fachkräfte unter Berücksichtigung der Trägerorganisationen
  • Lebenschance Heimerziehung? Der Einfuss von stationärer Erziehungshilfe auf die Biografie junger Menschen
  • Anerkennungsgerechtigkeit in benachteiligten Schulen. Defizitperspektiven und Möglichkeiten und Grenzen ihrer Bearbeitung im Rahmen eines
  • Schulentwicklungsprojekts
  • Konstruktion von Leistungsdififerenzen in professionellen Unterrichtsmilieus – ein transnationaler Fallvergleich zwischen Deutschland und den USA
  • „Doing“ Bildungsarmut im Kontext der Schulsystementwicklung.
  • Statistische Veränderungsbeobachtungen und Perspektiven empirischer Erforschung
  • Schulbegleitung im Pool-Modell als Chance für soziale Teilhabe?

Publikationsflyer als Download

© Waxmann

Chancengleichheit in der Sackgasse

Wolfgang Böttcher

"In der Kurzfassung des letzten Bildungsberichts heißt es: „Und auffällig sind die anhaltenden sozialen Disparitäten: Die Wahrscheinlichkeit, ein Studium aufzu-nehmen, ist unter denjenigen, die bereits aus einem akademisch vorgebildeten Elternhaus kommen, um ein Vielfaches höher als unter denjenigen, deren Eltern nicht über einen Hochschulabschluss verfügen“ (Autorengruppe Bildungsbericht, 2018a, S. 12): 79 % versus 24 % (S. 13). Noch deutlicher werden die Unterschiede, wenn man diesen Befund diff erenziert. Betrachtet man die ‚soziale Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung nach Bildungsherkunft ‘ (Eltern aller 18- bis unter 25-Jährigen nach höchstem Schul- und Ausbildungsabschluss beider Elternteile), dann befinden sich 28 % junger Menschen in der Kategorie ‚mindestens ein Elternteil mit akademischem Abschluss‘. Ihr Anteil an den Einschreibungen in die Hochschulen liegt allerdings bei 53 %. Gut die Hälfte der jungen Menschen lebt in Familien, in denen wenigstens ein Elternteil über einen beruflichen Abschluss verfügt, ihr Anteil an der frisch eingeschriebenen Studierendenschaft schrumpft allerdings auf 30 %. 6 % kommen aus Familien, in denen die Eltern keinen beruflichen Abschluss haben, sie machen nur 2 % der Neuankömmlinge an Hochschulen aus (Autorengruppe Bildungsbericht, 2018b, S. 156). Dass diejenigen, die trotz schlechter Chancen den Weg in die Hochschule finden, Präferenzen für weniger prestigereiche Fächer haben und durch kulturelle Unsicherheit und finanzielle Zwänge weiteren Behinderungen ausgesetzt sind, soll wenigstens noch erwähnt sein."

Zum Download des Beitrages von Wolfgang Böttcher

In: Begabungsförderung, Leistungsentwicklung, Bildungsgerechtigkeit – für alle! - Beiträge aus der Begabungsforschung
(Christian Fischer, Christiane Fischer-Ontrup, Friedhelm Käpnick, Nils Neuber, Claudia Solzbacher, Pienie Zwitserlood (Hrsg.)

Zur Publikation (open access)

© Beltz-Juventa
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