15.-18. September 2019
10. Tagung der Sektion Empirische Bildungsforschung in der DGfE

Herzlich Willkommen zur
AEPF/KBBB 2019 an der WWU Münster

Gesellschaftliche Entwicklungen als Herausforderungen für empirische Bildungsforschung

Man muss zur Legitimierung des Hauptthemas der 10. Tagung der Sektion Empirische Bildungsforschung keine Superlative nutzen, auch wenn das durchaus naheliegt: Denn der Wandel von und in Gesellschaften vollzieht sich nicht nur in schnellem Tempo, sondern auch in allen gesellschaftlichen Subsystemen und erzeugt komplexe Interdependenzen zwischen ihnen. Dabei verlaufen die meisten Prozesse trotz einer vordergründigen Rationalität moderner Gesellschaften alles andere als in ihren Effekten geplant und vernünftig, so dass nicht-intendierte Effekte zunehmend mehr Aufmerksamkeit beanspruchen.

Viele gesellschaftliche, teils lawinenartige Veränderungen sind von zentraler Bedeutung: Wir beobachten das In-Frage-Stellen demokratischer Grundlagen in vielen Nationalstaaten, die Zunahme politischen Unwissens und politischer Abstinenz, die Krise wohlfahrtsstaatlicher Sicherungssysteme, Flucht vor Krieg und Not, wachsende ökonomische Ungleichheit, den Einfluss der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie auf unsere Sicht auf die Welt, Korruption und Ausbeutung in globalem Ausmaß, die Ausweitung des religiösen Fundamentalismus auf westliche Gesellschaften, um nur einige dieser Entwicklungen zu nennen.

Dieses ungeordnete und unvollständige Mosaik kann und soll im Rahmen unserer Tagung selbstverständlich nicht vervollständigt und systematisiert werden. Aber es soll daran erinnern, dass eine moderne Erziehungswissenschaft sich nicht auf „pädagogische Autonomie“ berufen und somit in der unruhigen Welt beruhigen kann. Eine Erziehungswissenschaft, der an gesellschaftlicher Relevanz gelegen ist, kann die bedeutenden Entwicklungen in der Welt nicht ausblenden.

Ziel der Tagung ist es, Veränderungen in Gesellschaften als Anlass und Gegenstand erziehungswissenschaftlicher Reflexion zu verstehen: Welche Fragen und Herausforderungen ergeben sich für die Erziehungswissenschaft und insbesondere die empirische Bildungsforschung, und wie können sie erfahrungswissenschaftlich beantwortet werden?

Das Programmkomitee erwartet Beiträge, die erziehungswissenschaftliche Fragestellungen in Beziehung zu z.B. demographischen, kulturellen, technischen, wirtschaftlichen, gesundheitspolitischen, wohlfahrtstaatlichen, ökonomischen oder politischen Entwicklungen setzen. Dabei reduzieren wir das Spektrum wünschenswerter Beiträge nicht auf die Präsentation empirischer Forschungsergebnisse. Ebenso sind konzeptionelle, theoretische oder praktische Beiträge willkommen, soweit sie empirischer Betrachtung und Erschließung zugänglich sind. Insofern sind auch Entwürfe von Projekten der Bildungsforschung interessant, die gesellschaftlicher Relevanz beanspruchen. Es sollte selbstverständlich sein, dass wir es auch begrüßen, wenn Fragestellungen einer empirischen Bildungsforschung aus der Perspektive anderer Sozial- und Handlungswissenschaften bearbeitet werden. Und ebenso ist es angesichts globaler Entwicklungen erstrebenswert, einschlägige Fragen in international vergleichender Perspektive zu diskutieren.

Beiträge in Form von Einzelbeiträgen, Postern, Symposien oder anderen Formaten können ab sofort und bis zum 01.05.2019 eingereicht werden. Hier erhalten Sie weitere Informationen über die Einreichungsbedingungen.

Neben den Beiträgen der Teilnehmer_innen sind in bewährter Tradition drei Keynotes vorgesehen. Hier erhalten Sie weitere Informationen über die Referent_innen Tracey Burns, Isabell van Ackeren und Christian Huber .

Organisatorische Hinweise von A wie Anreise über Hotel, Kinderbetreuung und Stadtführung bis Z wie Zahlungsweise finden Sie hier.

Und schließlich: Was wäre eine Tagung ohne Gesellschaftsabend? In fußläufiger Entfernung vom Tagungsort möchten wir mit Ihnen am Dienstagabend im A2 direkt am Aasee essen, trinken, tanzen und feiern. Weitere Information zum Gesellschaftsabend und weiteren Rahmenaktivitäten erhalten Sie hier.