Habilitationsprojekte
im Forschungsschwerpunkt
Miriam Yildiz

Frauen der zweiten und dritten Generation zwischen Diskriminierung und Neupositionierung

Das Forschungsvorhaben fragt danach, welche Diskriminierungserfahrungen "bildungserfolgreiche" junge Frauen zweiter und dritter Generation machen und welche intersektionalen Ungleichheitsmerkmale hierbei zum Tragen kommen. Dass junge Frauen zweiter und dritter Generation in den letzten Jahren kontinuierlich immer bildungserfolgreicher werden und sehr erfolgreiche Lebensentwürfe aufweisen können, kommt in offiziellen Debatten kaum vor. Noch immer berichten junge Frauen zweiter und dritter Generation von ethnisch-kulturalisierenden Zuschreibungen und rassistischen Diskriminierungserfahrungen. Häufig findet, auch von wissenschaftlicher Seite, eine Einengung auf einige wenige Ungleichheitsmerkmale statt. Inwieweit Migration und Geschlecht für die Betroffenen selbst jedoch überhaupt (noch) ein Bezugsrahmen für die eigenen Bildungswege, Selbstpositonierungen und Lebensentwürfe bilden, soll hier in den Fokus genommen werden. Welche individuellen Bedeutungszuschreibungen nehmen die jungen Frauen vor? Welche Wege werden eingeschlagen, um Bildungsbiographien und Aufstiegsprozesse zu gestalten, welche Ressourcen werden hierfür akkumuliert? Und welche intersektionalen Ungleichheitskategorien spielen in diesem Prozess auf welche Weise eine Rolle?

Dissertationsprojekte
im Forschungsschwerpunkt
Carmen Hack

Kooperation und Vernetzung im Rahmen kommunaler Gesamtstrategien

Aktuell erfolgt durch die Bildungs- und Sozialpolitik eine signifikante Konnotation von kommunal koordinierten interdisziplinären Kooperationen der Bereiche Kinder- und Jugendhilfe, Schulwesen, Gesundheitswesen und soziale Sicherung, die auf die Implementierung eines kompakten kommunalen Gesamtsystems von Bildung, Betreuung und Erziehung abzielt. Interorganisationaler Vernetzung wird ein hohes Potenzial zur Lösung struktureller Probleme zugeschrieben: als wesentliches Prozess- und Strukturelement soll sie als notwendige Bedingung die Stärkung eines abgestimmten Wohlfahrtssystems sichern. Die Studie wählt einen empirischen Gegenstand: Kooperation und Vernetzung in einer Kommune, die sich in der Realisierung eines einschlägigen Programmes engagiert (Kommunale Präventionsketten). Ziel ist die Analyse, ob und wie die Idee von Vernetzung und Kooperation von im Prinzip (bislang) eigenständigen und einer „Eigenlogik“ folgenden Organisation und deren Akteuren umgesetzt werden kann.

Lilo Brockmann

Maßnahmen zur Reduktion sozialer Ungleichheit auf schulorganisatorischer Ebene

Das Ziel des Vorhabens ist die Analyse von Maßnahmen zur Reduktion sozialer Ungleichheit auf schulorganisatorischer Ebene. Es wird transparent gemacht, was in der Einzelschule sowohl aus der Perspektive der Erziehungswissenschaft als auch aus Sicht der Schulpraxis an Maßnahmen – die sich von Lehrerfortbildungen bis hin zu Sprachförderprogrammen erstrecken können – zur Reduktion sozialer Ungleichheit umgesetzt werden kann oder schon wird. Methodisch wird sowohl mittels der Dokumenten- und anschließender Inhaltsanalyse gearbeitet, als auch auf Leitfaden- und Experteninterviews zurückgegriffen, um weitere Erkenntnisse aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive zu generieren.

Jessica Dlugaj

Mehrsprachigkeit in Schule und Unterricht

Eine Untersuchung der Perspektiven von Schüler_innen

Die migrationsbedingte Mehrsprachigkeit stellt in der aktuellen bildungspolitischen und erziehungswissenschaftlichen Debatte ein zentrales Thema dar. Im Kontext des Einbezugs der Mehrsprachigkeit von Schüler_innen in Schule und Unterricht, wird in dem Forschungsvorhaben den Fragen nachgegangen, wie Schüler_innen einen solchen Einbezug wahrnehmen und wie sie Positionierungen bezüglich ihrer eigenen Mehrsprachigkeit im Schulkontext subjektiv beschreiben. Für die Beantwortung der Forschungsfragen wird ein qualitativer Zugang gewählt, der aus Interviews mit den Lehrkräften und der Schulleitung, teilnehmender Beobachtung im Unterricht sowie Befragungen der Schüler_innen besteht. Ziel der Untersuchung ist es, Erkenntnis über die Wahrnehmung von Schüler_innen hinsichtlich solcher pädagogischen Maßnahmen zu gewinnen und eine Grundlage für die Reflexion von einer interkulturellen Schulentwicklung zu liefern, die sich den Einbezug von Mehrsprachigkeit zum Ziel macht.

Anna Pomykaj

Sekundäranalysen in der Kinder- und Jugendhilfe

Eine Diskussion der Chancen und Grenzen von Daten der Schuleingangsuntersuchung für die Wirkungsforschung am Beispiel der Stadt Münster

Das Dissertationsvorhaben ist im DFG-Projekt „Kompositionseffekte in Kitas – Sprachkompetenzen von Kindern zu Schulbeginn“ an der WWU unter der Leitung von Dr. Nina Hogrebe verortet und untersucht das Potenzial der Daten aus der Schuleingangsuntersuchung für Sekundäranalysen in der Erziehungswissenschaft.
In dem Dissertationsvorhaben werden die Daten aus der Schuleingangsuntersuchung hinsichtlich ihrer Qualität für die Wirkungsforschung kritisch geprüft und exemplarisch der Einfluss von Kompositionen und institutionellen Kitamerkmalen auf kindliche Sprachkompetenzen untersucht: Es wird (1) die Messung der kindlichen Sprachkompetenz anhand wissenschaftlicher Gütekriterien überprüft, sowie (2) die Erfassung der Komposition in Kitas, die methodisch und konzeptionell herausfordernd ist, aufgezeigt. Der (3) institutionelle Kontext der Kita wird mittels einer Befragung der Einrichtungen erhoben und mit den Daten aus der Schuleingangsuntersuchung zusammengeführt.