Ringvorlesung Soziale Arbeit und Religionen

Zur Wiederentdeckung einer vergessenen Determinante Sozialer Dienste

In der Ringvorlesung "Soziale Arbeit und Religionen - Zur Widerentdeckung einer vergessenen Determinante Sozialer Dienste" wird in diesem Wintersemester (2017/2018) die Einbindung religiöser Milieus in die Erbringung sozialstaatlicher Leistungen als ein charakteristisches Merkmale der Wohlfahrtserbringung in Deutschland betrachtet.

  • Wann? Dienstags 16-18 Uhr
  • Wo? H4, Schlossplatz 46
  • Wer? Alle Interessierten der WWU, Fachhochschulen oder der Öffentlichkeit
  • Was? Das Programm zur Vorlesung finden Sie hier.

Vor allem die historisch aus unterschiedlichen Milieus erwachsenen und spitzenverbandlich etablierten christlichen Akteure sowie der Wohlfahrtsverband der Juden in Deutschland stellen wohlfahrtsstaatliche Akteure mit jeweils eigenem, religiös-weltanschaulichen Begründungsanspruch und sozialstaatlichen Rechten dar. Diese normativ-weltanschaulichen Perspektiven berühren sowohl sozialpolitische Gestaltungsvorstellungen als auch Positionierungen zur sozialmoralischen Lebensführung ihrer Mitglieder. Von erheblicher Relevanz für die Soziale Arbeit ist dies vor allem deshalb, weil die beiden christlichen Wohlfahrtsverbände sowohl als Anbieter sozialer Dienste als auch als Arbeitgeber im Kontext sozialer Dienste die größten Wohlfahrtserbringer darstellen. Umso erstaunlicher ist es, dass in der Sozialen Arbeit diese erhebliche Bedeutung von „Religion“ für die Wohlfahrtserbringung bislang kaum systematisch erforscht worden ist und dies angesichts der Tatsache, dass weitere glaubensgemeinschaftliche Akteure der Wohlfahrtserbringung zunehmend mehr an Bedeutung gewinnen. Erst in den vergangenen Jahren ist eine neue Aufmerksamkeit gegenüber Glaubensgemeinschaften sowie religiösen Orientierungen in Untersuchungen und Diskussionen zur Wohlfahrts- und Sozialstaatsforschung sowie in der Erziehungswissenschaft zu beobachten.

Zu der Vorlesung sind alle Studierenden der WWU, insbesondere diejenigen aus den erziehungswissenschaftlichen Studiengängen, eingeladen, aber ebenso richtet sich die Einladung an Studierende der beiden Fachhochschulen vor Ort, an die Münsteraner Praxis der Sozialen Arbeit und die interessierte Öffentlichkeit.