Intravitalmikroskopie der Leukozyten-Extravasation in entzündlicher Haut. Neutrophile Granulozyten wurden rot gefärbt, Thrombozyten grün und in naive Mäuse transferiert. Anschließend wurde eine irritative Dermatitis in den Rezipienten-Tieren ausgelöst und die Extravasation der Leukozyten in das entzündete Gewebe mit Hilfe der skin fold chamber Technologie verfolgt.
© Karin Loser

B.4: Die epidermale Barriere und ihre Bedeutung bei der Entstehung und Progression von Hautentzündungen

Beteiligte: Karin Loser, Tobias Görge, Johannes Roth, Michael Schäfers, Cord Sunderkötter

Autoimmunerkrankungen, Allergien oder Infektionen beeinträchtigen die Integrität und Funktion der epidermalen Barriere. In diesem Zusammenhang konnte gezeigt werden, dass insbesondere Keratinozyten für eine unmittelbare Stressantwort der Haut verantwortlich sind, indem sie ihren Differenzierungsgrad und dadurch die Stabilität der Barriere modifizieren oder aber indem sie direkt in inflammatorische Prozesse und somit in angeborene oder erworbene kutane Immunantworten eingreifen. Während der Entstehung kutaner Entzündungen werden lokale Antigen-präsentierende Zellen, wie beispielsweise epidermale Langerhanszellen oder dermale dendritische Zellen, aktiviert und migrieren daraufhin in die regionalen Lymphknoten. Dort induzieren sie die Differenzierung und Aktivierung von Antigen-spezifischen T Zellen, wie z.B. Th1, Th2, Th17 oder Th22 Zellen.

Ziel des Projekts ist es, die akute Stressantwort der Keratinozyten und kutanen Antigen-präsentierenden Zellen während verschiedener Entzündungserkrankungen der Haut zu charakterisieren. Darüber hinaus soll die Rolle dieser Zellen für die Induktion und Modifikation von Immunantworten sowie für die Funktion der epidermalen Barriere untersucht werden. Ferner sollen neue kutane Faktoren identifiziert werden, die als Modulatoren von Entzündungserkrankungen fungieren. Diese Faktoren werden eingesetzt, um die epidermale Stressantwort in vivo mittels Intravitalmikroskopie oder 5D-FLIM-Tomografie zu verfolgen. Die auf diese Weise erhaltenen Daten stellen die Grundlage dar für die Entwicklung möglicher neuer therapeutischer Ansätze für klinisch relevante entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis, Atopische Dermatitis, Allergien oder kutane Infektionen.

Geförderte Projekte

FF-2013-24 – Monitoring molecular mechanisms of monocyte migration during inflammatory processes in vivo
Projektleitung: Michael Schäfers, Johannes Roth
Projektlaufzeit: 07/2013 - 06/2015