Studie an der WWU zum digitalen Erbe

Macht uns das Internet etwa unsterblich – und wollen wir das überhaupt?

Im Zeitalter des Mitmach-Internets Web 2.0 hinterlassen wir nach unserem Tod nicht nur unser finanzielles und materielles Vermögen. Das Leben in der Parallelwelt „Digitalien“ schafft ein vollkommen neues, soziales Vermächtnis eines Menschen: E-Mail-Accounts, Publikationen in Weblogs oder auf eigenen Websites sowie Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, MySpace oder YouTube bilden unsere (Auto-)Biografie multimedial ab – und können uns gewissermaßen „unsterblich“ machen.

Aber wollen wir das überhaupt? Und wie können wir unser digitales Erbe regeln? Was soll gelöscht werden, was soll bleiben, was soll ein Anderer für uns nach unserem Tod verwalten? Eine aktuelle Studie am Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) der Uni Münster beleuchtet das Online-Leben nach dem Tod. Das Ziel der Umfrage: Ein Meinungsbild der deutschsprachigen Internetnutzer zu ihrem digitalen Testament – und zu virtuellen Online-Friedhöfen. Denn auf diesen gedenken Hinterbliebene auf interaktiven, biografischen Profilen ihrer Verstorbenen, trauern um sie und erinnern sich gemeinsam an sie – egal, ob der Verstorbene das wollte oder nicht.

In den USA und Großbritannien etabliert sich diese virtuelle Trauer- und Gedenkkultur bereits seit Mitte der 90er Jahre – in Deutschland steckt sie hingegen noch im Anfangsstadium. Der, zumindest in der medialen Berichterstattung, prominenteste virtuelle Friedhof unter den deutschen Anbietern, Stayalive.com, ruft gar die Lebenden auf, ihre eigene Online-Gruft bereits zu Lebzeiten zu gestalten. So könne man sichergehen, wie das eigene Denkmal gestaltet sei, sagte Mitbegründer und Ex-Focus-Chefredakteur Helmut Markwort zum Start des Angebots im Herbst 2010.

Die Herausforderung, unser digitales Erbe im Sinne unserer Verstorbenen und Hinterbliebenen zu regeln, beginnt gerade erst. Nehmen Sie jetzt an der Umfrage teil:

http://www.unipark.de/uc/IFK/6600
Update 15.08.2012: Die Umfrage wurde geschlossen.

Bei Fragen und Anregungen melden Sie sich bei den Autoren der Studie:
onlineforschung@uni-muenster.de

Text und Bild: Tobias Winkler