Twitter

gastbeitragEin Gastbeitrag von Laura Dröge und Ina Mortsiefer, Studierende an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der Beitrag ist Teil einer Serie von Blog-Beiträgen, die im Rahmen eines Career-Service-Seminars zum Thema Online-Reputation entstanden sind.

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Was ist Twitter?

Twitter ist ein sogenannter Mikro-Blogging-Dienst, der 2006 online ging.
User wie Prominente, Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen können die Kommunikationsplattform nutzen um Kurznachrichten, also Tweets, auf 140 Zeichen zu verbreiten. Gedanken, Meinungen und aktuelle Tätigkeiten werden mit der Öffentlichkeit geteilt. Allerdings werden Tweets vorerst den Followern eines Benutzers angezeigt, dass heißt man muss den Twitter-Kanal eines Users zunächst kostenlos abonnieren.
Um ein breiteres Publikum zu erreichen, können Hashtags und Verlinkungen angewendet werden. Tweets können anschließend von Lesern oder Followern kommentiert werden.

Um selber mittwittern zu können, ist eine einmalige kostenfreie Anmeldung notwendig.
Ein Vorteil von Twitter ist, dass es unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten gibt:
www.twitter.com ist nur eine Möglichkeit.
In Zeiten der Smartphones, haben sich vor allem diese als begehrte Twitter-Geräte entfaltet: Aufgrund der Kürze der Tweets, können diese auch per SMS ausgefüllt werden.

Risiken für die Privatsphäre

Die Privatsphäre wird häufig als größtes Manko der Web-2.0-Anwendungen gesehen. Ganz besonders fokussiert wird vor allem die soziale Plattform Facebook. Allerdings sollten andere Anwendungen nicht vergessen werden. Bezüglich der Privatsphäre von Profilen und geteiltem Inhalt, ähneln sich Web-2.0-Anwendungen sehr. Zwar ist es bei Facebook wie auch Twitter möglich, das eigene Publikum einzugrenzen und nur Ausgewählten das Lesen eigener Tweets zugänglich zu machen, aber bezüglich der Datenweitergabe kann Twitter, als „jüngerer Bruder“ des sozialen Netzwerks vom großen Bruder sogar noch was lernen. Während die soziale Plattform zumindest die Möglichkeit bietet – wenn auch sehr umständlich – private Daten durch Änderung der Privatsphäreeinstellungen zu schützen, behält sich Twitter das Recht vor, Daten an Dritte weiterzuleiten und diese ,im Falle eines Unternehmerwechsels, sogar zu verkaufen. Geringfügig abgerundet wird dies durch die Möglichkeit, durch ein DNT-Feld, welches das Sammeln einiger persönlicher Daten deaktivieren kann. Dieser Dienst steht seit Mai 2013 zur Verfügung, ist allerdings nur für einige Browser nutzbar.

Auch die Sicherheit stellt ein Risiko dar. Selbst das einfachste Passwort wird akzeptiert und gewährleistet Hackern leichtes Spiel. Auch die Tatsache, dass keine Authentifizierung erforderlich ist, ermöglicht ein einfaches Erstellen einer unechten oder geklauten Identität, eines Fakeprofils. Ein interessantes Beispiel wäre die Geschichte rund um Rob Vegas alias Robert Michel, welcher als Fake-Harald-Schmidt im Jahr 2009 twitterte und somit die Aufmerksamkeit vieler Medien und Journalisten auf sich zog, welche er hinters Licht führte.

Auch aus Unternehmersicht sollte sensibel mit dieser Thematik umgegangen werden. Auch wenn die erhöhte Kundenbindung ein großer Pluspunkt des Web 2.0 ist, sollte die Balance gehalten werden. Gewisse Grenzen sollten erhalten bleiben, damit das Business-to-Customer Verhältnis ausreichend distanziert bleibt. Es ist nicht Aufgabe der Unternehmen transparent und bekannt wie der Tante Emma Laden von nebenan zu agieren, sondern eine angemessene Business-to-Customer Beziehung herzustellen, aber dabei die Seriosität nicht aus den Augen zu verlieren.

Doch neben dem privaten Bereich ist der Web-2.0-Dienst auch anderweitig nutzbar.

Welche Chancen und Risiken bietet Twitter beispielsweise für den Berufseinstieg?

Selbstverständlich birgt der Nachrichtendienst auch Chancen, beispielsweise für den Berufseinstieg. Twitter ist das Kommunikationsinstrument mit Austauschmöglichkeit, der Small-Talk des Internets. Aktive und passive Teilnahme sind von hoher Bedeutung.  Neben passivem Folgen, Lesen rund um das Thema Beruf (Berufseinstieg, Bewerbungstipps, Coaches) und dem Informieren über Unternehmen und somit potentielle Arbeitgeber, bietet der aktive Part des Twitterns sogar die Möglichkeit direkt Kontakt zu Unternehmen aufzunehmen. Die Plauderei nebenbei ist wenig zeitaufwendig. Wenige Worte reichen aus, vielleicht sogar Worte, die es auf anderem Wege nie in ein privates Gespräch geschafft hätten. Der Nachrichtendienst bietet die Möglichkeit ausgewählten Nutzern zu folgen und somit ausschließlich mit Menschen und Unternehmen zu kommunizieren, deren Meinung auch interessant und von Belang sind. Nicht nur die Möglichkeit ständig über einen potentiellen Arbeitgeber auf dem Laufenden zu sein und Informationen aus erster Hand zu erhalten ist ein Vorteil der Twitter-Gesellschaft, auch das aktive Präsentieren als potentieller Arbeitgeber ist hier nennenswert. Das E-Portfolio bietet die Möglichkeit sich, inklusive seiner Fähigkeiten, Praktika etc. darzustellen. Visualisierungen, wie Fotos, Bilder, Videos oder Audiodateien, können integriert oder via Twitter geteilt werden. Menschen sind visuelle Tiere und nehmen auf diese Weise mehr wahr. Visualisierungen haben folglich einen hohen Wert um Aufmerksamkeit in der breiten Masse zu gewinnen.

Eine super Tool ist auch die Visualisierung durch Infographiken, welche in das E-Portfolio eingebettet werden können, wie beispielsweise von http://resumup.com.

Alles in allem ist Twitter definitiv als fortschrittliche, einfache und unterstützende Möglichkeit zu sehen, welche allerdings mit Vorsicht genutzt werden sollte. Für beide – Unternehmen und Privatpersonen gilt: So attraktiv die Kürze der Nachrichten ist, so gefährlich ist diese auch. So schnell eine Statusmeldung gesendet ist, so schnell lässt sie sich auch verbreiten und nicht mehr rückgängig machen. Daher: Erst nochmals nachdenken, dann tweeten.

Disclaimer: Der Beitrag gibt die Meinung der Gastautoren und nicht die Meinung des Career Service wieder.