ResearchGate

gastbeitragEin Gastbeitrag von Annika Mülbrecht und Axel Virnich, Studierende an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der Beitrag ist Teil einer Serie von Blog-Beiträgen, die im Rahmen eines Career-Service-Seminars zum Thema Online-Reputation entstanden sind.

Was ist ResearchGate?

ResearchGate ist ein soziales Netzwerk im Internet.  Es wird oft als das „Facebook für Forscher“ (Spiegel 14/2011) beschrieben.

Ijad Madisch hat dieses Start-up-Unternehmen Mitte 2008 in Berlin mit Hilfe von Finanzierungen aus dem Silicon Valley gegründet. Die Idee entstand in Cambridge bei Boston, wo das zweite Büro des Unternehmens ist. Mit seinen Mitbegründern Sören Hofmeyer und Horst Fickenscher hat Madisch es geschafft bis heute mehr als 3 Millionen Mitglieder zu werben.

Die Idee hinter ResearchGate ist es, den Wissenschaftlern aus der Welt eine gemeinsame Plattform zum Austausch zu ermöglichen und so die Nachhaltigkeit der Wissenschaft zu sichern.

Der Aufbau des sozialen Netzwerks ist dem von Facebook ähnlich. Man erstellt sein eigenes Profil, in dem beispielsweise der Lebenslauf, Projekte und Erfahrungen genannt werden. Die Wissenschaftler können Gruppen beitreten, in denen es um ihre Interessen geht und Kontakte zu anderen Wissenschaftlern knüpfen. Auch über Veranstaltungen, wie beispielsweise ein Kongress, kann diskutiert werden.  Ein besonderes Merkmal von ResearchGate ist das eigene Hochladen von Publikationen. Somit wird ein ernsthaftes Arbeiten, das auch fächerübergreifend funktioniert,  angeboten.

Inwiefern eignet sich ResearchGate für die berufliche Orientierung?

Dieses Arbeiten und der Austausch über Grenzen hinweg bieten sich für die berufliche Orientierung der Wissenschaftler an. Auch die Kontakte, die man über die Welt pflegen kann, können den Mitgliedern bei einer Orientierung helfen. Des Weiteren bietet das internationale Jobboard Jobs aus den unterschiedlichsten Bereichen an. Dort gibt es Stellenangebote oder Doktorandenstellen.

Gibt es Risiken für die Privatsphäre?

Wie bei jeder anderen Social-Media-Plattform auch, kommt man bei ResearchGate nicht darum herum einen Teil seiner privaten Daten öffentlich zugänglich zu machen. Von einer regelrechten Sammelwut von Daten, wie sie Facebook immer mal wieder vorgeworfen wird, kann hier allerdings keine Rede sein. Denn zwischen ResearchGate und den meisten anderen Social-Media-Sites gibt es einen entscheidenden Unterschied, was die Verwendung der Nutzerdaten angeht. ResearchGate nutzt die Daten seiner Nutzer nicht aus, um damit gezielt Werbung zu verbreiten. Stattdessen dienen die Nutzerdaten dazu, sich in der Umgebung aus Forschern und Wissenschaftlern identifizieren zu können. Somit ist es nicht verwunderlich dass ResearchGate nicht an der Lieblingsmusik oder den Lieblingsfilmen seiner Nutzer interessiert ist, sondern vielmehr an dem akademischen Grad, den Orten der Ausbildung und den Fachbereichen, in denen man bereits Erfahrungen gesammelt hat.

Wer sich also Gedanken über den Schutz seiner Daten macht oder gar Angst hat seine Privatsphäre durch die Nutzung des Netzwerks zu verlieren, wird schnell merken, dass dazu kein vernünftiger Grund besteht. Denn es sind erstens keine sensiblen Daten, die man zur Nutzung von ResearchGate preisgibt, und zweitens dienen die dort veröffentlichten Daten noch einem ganz entscheidenden Vorteil, der im Folgenden näher erläutert wird.

Ergeben sich Chancen oder Risiken für den Berufseinstieg?

Diese Frage lässt sich im Zusammenhang mit ResearchGate ohne Umschweife beantworten. Egal wie man ResearchGate letzten Endes nutzt, ob man selber Publikationen veröffentlicht oder sich nur durch die Artikel von Kollegen oder Wissenschaftlern desselben Fachgebietes auf dem Laufenden hält, Risiken ergeben sich dadurch ganz sicher nicht.

Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit durch veröffentlichte Fachartikel in Frage kommende Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen ist relativ hoch. Gerade heute, wo die meisten Personalabteilungen ausführliche Internet-Recherchen zu ihren Bewerbern durchführen, kann die Reputation durch die Zurschaustellung der eigenen Fachkompetenz auf ResearchGate noch einmal deutlich verbessert werden. Zusammenfassend lässt sich daher festhalten, dass sich durch die Nutzung des Netzwerks bessere Chancen für den Berufseinstieg ergeben, je intensiver die Dienste der Plattform genutzt werden.

Disclaimer: Der Beitrag gibt die Meinung der Gastautoren und nicht die Meinung des Career Service wieder.