Überprüfung des eigenen Online-Profils

Ein Gastbeitrag von Stefanie Becker und Simon Barth, Studenten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der Beitrag ist Teil einer Serie von Blog-Beiträgen, die im Rahmen eines Career-Service-Seminars zum Thema Online-Reputation entstanden sind.

Habt ihr euch schon mal selbst gegoogelt? Habt ihr mal gesehen wie Freunde oder Unbekannte euer Profil bei Facebook sehen? Oder ist gar euer Amazon-Wunschzettel frei einsehbar? Wir alle hinterlassen Spuren im Internet, ob gewollt oder ungewollt. Und unübersichtliche Privatsphäreeinstellungen erleichtern uns den Umgang mit dem World Wide Web auch nicht gerade. Hier wollen wir euch ein paar Tipps geben, damit ihr einmal einen Eindruck bekommt, wie euer Online-Profil überhaupt aussieht und was ihr gegebenenfalls ändern könnt.

Am Anfang steht natürlich die Frage, was wir über uns selbst im Netz finden können. Gebt doch einfach euren Namen bei Google ein, oder direkt in eine spezialisierte Suchmaschine wie 123people.de oder yasni.de. Hier bekommt ihr einen ersten Eindruck, wie ihr im Internet zu finden seid und was für Informationen andere Menschen über euch bekommen. So habe ich zum Beispiel gerade über yasni.de erfahren, dass mein Amazon-Wunschzettel für alle Personen frei einsehbar war – mitsamt meinem Namen und meinem Geburtsdatum. Die Sichtbarkeit könnt ihr übrigens hier ändern: Amazon –> Mein Konto –> Wunschzettel.

Quelle: Screenshot Amazon

Eine wesentlich wichtigere Rolle spielen natürlich Soziale Netzwerke, da man dort oftmals gezwungen wird, persönliche Daten preiszugeben. Wenn ihr bei Facebook seid, dann habt ihr sicher auch schon etwas über die Privatsphäreeinstellungen gehört.

Quelle: Screenshot Facebook

Statusbeiträge, Bilder oder die Chronik könnt ihr entweder für alle Benutzer öffentlich machen, für Freunde und deren Freunde, nur für eure Freunde oder auch nur für bestimmte Freunde sichtbar machen. Teilweise sind die Privatsphäreeinstellungen bei Facebook aber ziemlich unübersichtlich und mitunter schwierig zu handhaben. Ihr könnt aber mit einem einfachen Kniff schauen, wie euer Profil von anderen Nutzern gesehen wird. Öffnet dazu Facebook und meldet euch an. In einem separaten Browserfenster öffnet ihr dann folgenden Link: https://www.facebook.com/login.php?next=http%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fprofile.php%3Fviewas%3D100000686899395

Hier seht ihr nun, wie Leute euer Profil sehen, mit denen ihr nicht bei Facebook befreundet seid. Wollt ihr hingegen sehen wie eure Freunde euer Profil sehen, müsst ihr nur deren Namen oben auf der Seite eingeben. Wenn ihr jetzt geschockt seid, was man alles über euch bei Facebook erfahren kann, dann solltet ihr eure Sicherheitseinstellungen am besten anpassen. Hilfe dazu bekommt ihr hier.

Ihr wollt noch mehr Kontrolle über eure Aktivitäten und Daten in den sozialen Netzwerken sammeln? Dann bietet sich sogenanntes Social Media Monitoring an. Monitoring beschreibt generell die mittels technischer Hilfsmittel strukturierte Erfassung (beispielsweise mittels Graphen) von Daten eines Vorgangs, wobei die Wiederholung der Untersuchung wichtig ist für die Auswertung der Daten. So können Daten überwacht und gegebenenfalls in den Vorgang eingriffen werden. Social Media Monitoring ist somit die Erfassung von Daten bestimmter Websites. Oft wird das Social Media Monitoring allerdings mit dem Screening verwechselt, wobei das gesamte öffentliche Netz auf Daten durchsucht wird.

Es gibt einige kostenlose Anbieter um bestimmte Websites zu überwachen. TwentyFeet (http://www.twentyfeet.com) ist beispielsweise ein Anbieter, mit dem sich Twitter, Facebook, Youtube, Google Analytics, Myspace und bit.ly überwachen lassen. Dabei ist die Überwachung für ein Twitter- und ein Facebook-Konto kostenlos. Bei Twitter werden insgesamt acht Variablen (z.B. Anzahl der Followers) überwacht. Bei Facebook werden nur vier Variablen (Profile, Seiten, Gruppen und Apps) beachtet. Bei den anderen drei gelisteten Seiten werden hingegen jeweils über zehn Variablen beachtet.

Falls ihr noch weiterführendes Monitoring durchführen möchtet, ist Blekko (http://blekko.com/) zu empfehlen. Dort kann man alle Seiten auswählen, die man überprüfen möchte. Auch die Variablen sind wählbar.

Generell solltet ihr euch selbst fragen: Muss ich alles von mir online preisgeben? Denn das Internet vergisst nicht so schnell. Habt ihr einmal persönliche Daten irgendwo hinterlegt, dann ist es mitunter gar nicht so einfach, diese Daten wieder entfernen zu lassen. Damit es nicht dazu kommt, solltet ihr also im Voraus bereits kritischer mit euren Daten im Internet umgehen. Denn wer nicht gerne fremden Menschen auf der Straße oder am Telefon sämtliche Daten über sich selbst gibt, der sollte im Internet nicht damit anfangen.

Quellen:

Disclaimer: Der Beitrag gibt die Meinung der Gastautoren und nicht die Meinung des Career Service wieder.

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