Klout.com – Social Scoring im Internet

Ein Gastbeitrag von Oscar Dennis Wiosna und Benjamin Bockhöfer, Studenten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der Beitrag ist Teil einer Serie von Blog-Beiträgen, die im Rahmen eines Career-Service-Seminars zum Thema Online-Reputation entstanden sind.

Was ist Klout?

Klout ist ein Social-Scoring-Dienst im Internet der Firma Klout Inc. mit Sitz in San Francisco, welches vollautomatisch die Reputation, den sogenannten „Klout-Score”, jedes Nutzers eines Social-Media-Online-Dienstes misst. Dies geschieht ohne Erlaubnis des Nutzers, weshalb das Angebot stark kritisiert wird.

Funktionsweise?

Die Bewertung eines Nutzers erfolgt durch einen speziellen – selbstverständlich nicht veröffentlichten – Algorithmus, der im Grunde genommen auf Aktivität, Freundeszahl bzw. Likes einer Seite und der Anzahl der Weiterempfehlungen auf dem sozialen Netzwerk basiert. Personen, die eine hohe Privatsphäre-Einstellung haben und/oder mehr private Nachrichten setzen, müssen beispielsweise mit einem niedrigen Klout-Score rechnen.

Quelle: Screenshot Klout.com

 

Chancen vs. Risiken?

Wenn man sein Social-Network-Account mit Klout.com verbindet, besteht die Gefahr von Missbrauch seiner eigenen Daten, da man Klout Zugriffsrechte auf ausgewählte Bereiche seines Accounts gewährt. Wenn man in diesem Fall keinen Klout.com-Account besitzt, dürfen diese Daten an einem beliebigen Ort gespeichert werden. Was mit diesen Daten geschieht, ist dann nicht mehr abzusehen.

Abgesehen von dem Erreichen eines hohen Klout-Score sehen wir hier keine Chancen, die Klout.com einem Nutzer bietet. Zwar wirbt Klout.com mit dem Motto „the Standard for Influence“, jedoch wirkt Klout.com als ein großes „Punktespiel“ mit einer Vielzahl von Menschen, die untereinander mehr Punkte bzw. Einfluss erreichen  möchten. Die Gefahr, die ein Nutzer nun eingeht, ist immer mehr Daten von sich selber Preis zu geben, um eine höhere Punktzahl (Einfluss) zu erreichen. Daten, die man sonst vielleicht nicht teilen würde.

Privatsphäre & Datenschutz bei Klout?

Hier besteht erst einmal der Unterschied, ob der Nutzer selbst einen Klout-Account besitzt und somit deren AGBs akzeptiert hat, oder nicht. Ist man Besitzer eines Accounts, so hat man direkt die Einwilligung zum Leserecht der eigenen Daten unterschrieben. Wenn dieses nicht geschehen ist, unterliegt man dem deutschen Datenschutzgesetz, welches Klout erlaubt, sich an öffentlich zugänglichen Daten zu bedienen. Was die Weiterverarbeitung anbelangt, muss jedem Nutzer nur das Auskunftsrecht gewährt sein, womit auch die Speicherung der Daten außerhalb der EU zulässig ist. Eine Auskunft beinhaltet jedoch nicht, wie man auf seinen persönlichen Klout-Score gekommen ist, was leider unter den Begriff „Geschäftsgeheimnis” fällt.

Quellen:

Disclaimer: Der Beitrag gibt die Meinung der Gastautoren und nicht die Meinung des Career Service wieder.