{"id":9942,"date":"2018-03-19T16:17:54","date_gmt":"2018-03-19T14:17:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=9942"},"modified":"2024-10-04T11:25:36","modified_gmt":"2024-10-04T09:25:36","slug":"buerokratische-huerden-in-indonesien-teil-ii-verlaengerung-des-touristenvisums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/buerokratische-huerden-in-indonesien-teil-ii-verlaengerung-des-touristenvisums\/","title":{"rendered":"B\u00fcrokratische H\u00fcrden in Indonesien (Teil II): Verl\u00e4ngerung des Touristenvisums"},"content":{"rendered":"<p>All der \u00c4rger wegen des gescheiterten Sozialvisums war nach dem Flug jedoch wie verflogen. Zu gro\u00df war die Vorfreude und zu unkompliziert \u2013 fast schon unb\u00fcrokratisch \u2013 erhielt ich mein Touristenvisum am Flughafen in Jakarta. Am Schalter wurde ich freundlich begr\u00fc\u00dft und erhielt es sofort. Umsonst war dieser Service jedoch nicht: 35 Dollar zahlte ich f\u00fcr ein 30-t\u00e4giges Touristenvisum mit Option auf Verl\u00e4ngerung um weitere 30 Tage.<\/p>\n<p><!--more-->(Anmerkung: Das kostenfreie Touristenvisum gilt nur f\u00fcr 30 Tage und kann verl\u00e4ngert werden. Auf einen Visa-Run, also Indonesien nach 30 Tagen zu verlassen und anschlie\u00dfend wieder einzureisen, um abermals ein 30-t\u00e4tiges Visum zu erhalten, wollte ich verzichten. Im Nachhinein h\u00e4tte ich mich vielleicht anders entschieden.<\/p>\n<p>Die Verl\u00e4ngerung des Touristenvisums ist aus eigener Erfahrung mit viel Zeitaufwand und abermals \u00c4rgernissen verbunden. Es f\u00e4ngt schon damit an, dass man nur in einem recht kurzen Zeitfenster fr\u00fchestens 14 Tage, aber sp\u00e4testens eine Woche vor Ablauf des Visums, den Antrag auf Verl\u00e4ngerung stellen kann. Hinzu kommt, dass man nicht ein- oder zweimal, sondern gleich dreimal zur Einwanderungsbeh\u00f6rde (Imigrasi) muss. Da ich im Vorfeld nicht viel Gutes \u00fcber diese Imigrasi h\u00f6rte, hatte ich mich schon vorbereitet und Martin, der an der UNY Deutsch studiert, gebeten mich zu begleiten. Obwohl die Beamten der Imigrasi gr\u00f6\u00dftenteils Englisch sprechen k\u00f6nnen, sollte sich seine Hilfe auszahlen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9944\" aria-describedby=\"caption-attachment-9944\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9944 \" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-800x1067.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-380x507.jpg 380w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520-247x330.jpg 247w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_145520.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9944\" class=\"wp-caption-text\">Hinweisschild am Eingang der Imigrasi<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um 7:30 Uhr \u00f6ffnet die Imigrasi, der Schalter f\u00fcr Ausl\u00e4nder war die erste Stunde jedoch noch nicht besetzt. Es sa\u00df zwar schon jemand da, doch auf Nachfrage grummelte der Beamte nur etwas vor sich hin und verwies auf das Schild zu seiner Linken: \u201eTutup.\u201c Geschlossen. Es blieb also ausreichend Zeit, um das Antragsformular und den dazugeh\u00f6rigen Umschlag zu beschriften. Gegen 8:30 Uhr war es dann endlich so weit. Der Fernseher im Wartebereich leuchtete auf und eine Stimme verk\u00fcndete die \u00d6ffnung des Schalters. Mit der Startnummer 002 rechnete ich mir gute Chancen auf einen schnellen Beh\u00f6rdengang aus. Derweil lief die Karaokeversion der indonesischen Nationalhymne im Fernseher, doch keiner stand auf oder sang mit. Noch scherzte ich ein bisschen mit Martin dar\u00fcber, doch sollte mir die Laune schnell vergehen.<\/p>\n<p>Als wir nun an der Reihe waren und ich meine Unterlagen einreichte, schien den Mann hinterm Schalter etwas zu st\u00f6ren. Martin vermittelte. Bei der Angabe der Telefonnummer der \u201eAddress of Residence in Indonesia\u201c reichte die Telefonnummer meines Homestays nicht aus. Anzugeben sei nach seiner Auffassung meine pers\u00f6nliche Handynummer, wenn auch auf dem Formular davon keine Rede war. Wir brauchten also ein neues Formularblatt und mussten meine pers\u00f6nliche Nummer aufschreiben. Zehn Minuten sp\u00e4ter waren wir wieder am Schalter mit neuem Formblatt und gew\u00fcnschter Handynummer. Doch dieses Mal nahm er die Unterlagen erst gar nicht an und verwies darauf, dass auf dem Umschlagblatt die Adresse noch fehle. Nun gut, ich korrigierte schnell meinen Fehler und versuchte es ein drittes Mal. Abermals gab es ein Problem. Erstens sei die Adresse zu unkonkret (Anmerkung: Die Adresse bei Google Maps: Caturtunggal, Depok Sub-District, Sleman Regency, Yogyakarta 55281 reichte ihm nicht aus), der Name des Homestays sei noch zu erg\u00e4nzen und zweitens k\u00f6nne er meine Handschrift nicht lesen \u201e1\u201c und \u201e7\u201c nicht voneinander unterscheiden. Ergo: Nochmal alles neu bitte. Langsam f\u00fchlte ich mich schikaniert und der Laune eines schlechtgelaunten Beamten ausgeliefert zu sein. Martin konnte auch nur noch lachen und bot mir seine Hilfe an. Er f\u00fcllte das Formblatt samt Umschlag dieses Mal f\u00fcr mich neu aus \u2013 und zwar in Sch\u00f6nschrift. Da wir aber einen neuen Umschlag ben\u00f6tigten, mussten wir auch wieder eine neue Wartenummer ziehen: 026. Im vierten Anlauf stimmten nun alle Unterlagen. Der Beamte war scheinbar zufrieden, notierte etwas auf einem Zettel, hob den Stempel und wollte nur noch eine Sache wissen: \u201eHow long will you stay in Jogja?\u201c Ich verstand die Frage nicht ganz. Hatte ich doch die Flugtickets angef\u00fcgt, die meine Ausreise innerhalb von 60 Tagen belegten. Doch wann ich fliegen w\u00fcrde, sei nicht relevant, wie er mir zu verstehen gab. Er hielt den Stempel fast schon drohend in der Luft. So kurz vorm Ziel wollte ich nicht scheitern. Wann ich die Stadt verlassen w\u00fcrde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da er aber scheinbar irgendein Datum haben wollte, nannte ich ihm irgendeins. Gl\u00fccklicherweise war er damit zufrieden und der Stempel fand sein Ziel. Ich erhielt einen Abholschein und den Hinweis, dass ich 355.000 Rupiah (ca. 21 Euro) an einem anderen Schalter bezahlen und n\u00e4chste Woche wiederkommen m\u00fcsse. Bezahlen ging \u00fcberraschenderweise ganz flott und nach drei Stunden war der erste Beh\u00f6rdengang gemeistert. Dass noch zwei weitere folgen w\u00fcrden, wusste ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-9946 alignleft\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-800x1067.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-380x507.jpg 380w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506-247x330.jpg 247w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180307_144506.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als ich in der Woche darauf meinen Reisepass abholen wollte, konnte dieser erst nicht gefunden werden, was mir ein wenig Sorgen bereitete. Dann stellte es sich jedoch heraus, dass noch Fotos von mir fehlen w\u00fcrden. Meine Laune war getr\u00fcbt. Es half alles nichts, ich musste mich f\u00fcgen und im Wartebereich der Fotoabteilung Platz nehmen. Als ich an der Reihe war, wurden nicht nur ein Foto, sondern auch alle meine Fingerabdr\u00fccke sowie meine Unterschrift aufgenommen. Als ich damit fertig war, wollte die Fotografin jedoch noch ein weiteres Foto machen, aber dieses Mal ein privates. Ich willigte ein. Schnell wurde eine Kollegin gerufen und unter Beobachtung aller \u00fcbrigen Beamten, die im B\u00fcro ihre anscheinend vorgezogene Mittagspause zelebrierten, Fotos von mir und ihr gemacht. Angesichts des Hinweisschilds am Eingang der Imigrasi und dem ausdr\u00fccklichen Verbot von Fotos innerhalb der Beh\u00f6rde eine skurrile Situation. Meinen Pass konnte ich trotz Fotoshootings dennoch nicht direkt mitnehmen und musste am n\u00e4chsten Tag nochmal wiederkommen. Beim dritten Mal ging dann alles glatt. Ohne eine Nummer zu ziehen, konnte ich direkt zum Schalter und meinen Pass wieder in Empfang nehmen. Gl\u00fccklich und um einige Beh\u00f6rdenerfahrungen reicher bin ich nun wieder stolzer Besitzer meines Reisepasses und darf bis zum Ende meines Tutoriums in Indonesien bleiben. Welch ein Gl\u00fcck!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>All der \u00c4rger wegen des gescheiterten Sozialvisums war nach dem Flug jedoch wie verflogen. Zu gro\u00df war die Vorfreude und zu unkompliziert \u2013 fast schon unb\u00fcrokratisch \u2013 erhielt ich mein Touristenvisum am Flughafen in Jakarta. Am Schalter wurde ich freundlich begr\u00fc\u00dft und erhielt es sofort. 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