{"id":7784,"date":"2017-08-25T13:07:49","date_gmt":"2017-08-25T11:07:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=7784"},"modified":"2024-12-06T12:12:40","modified_gmt":"2024-12-06T10:12:40","slug":"guatemala-ein-erster-eindruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/guatemala-ein-erster-eindruck\/","title":{"rendered":"Guatemala &#8211; Ein erster Eindruck"},"content":{"rendered":"<p>Ein herzliches \u201eHola!\u201c aus Guatemala!<\/p>\n<p>Im Zuge meines Praktikums beim Zentral-Amerikanischen Parlament in seinem Hauptsitz in Guatemala, werde ich die n\u00e4chste Zeit in der Hauptstadt mit dem \u00e4u\u00dferst originellen Namen Guatemala verbringen (Guatemala-Stadt ist bereits die vierte nominelle Hauptstadt des Landes, da alte Hauptst\u00e4dte wie Ciudad Vieja und Antigua regelm\u00e4\u00dfig Naturkatastrophen, wie z. B. Erdbeben zum Opfer gefallen sind).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Name Guatemala kommt vom Nahua-Wort \u201eCuauhtemallan\u201c, was so viel wie \u201eLand der B\u00e4ume\u201c bedeutet (anders als man nun denken k\u00f6nnte, haben die Nahua, deren Siedlungsgebiet eigentlich Mexiko ist, nie in Guatemala gesiedelt, viele Orte tragen jedoch Namen auf Nahua, da die ersten spanischen Eroberer von Nahua-sprachigen Tlaxcalteken-Kriegern begleitet wurden, die ihre Spuren hinterlassen haben). Land der B\u00e4ume jedenfalls ist eine treffende Bezeichnung. Die Hauptstadt wurde mitten in die guatemaltekischen Bergw\u00e4lder gebaut, und selbst im historischen Zentrum regiert gr\u00fcn.<\/p>\n<p>Wie bereits in \u00e4lteren Blogs zum Thema Guatemala erw\u00e4hnt, verf\u00fcgt Guatemala \u00fcber eine unglaubliche kulturelle und sprachliche Vielfalt. Neben Criollo (europ\u00e4ischer Abstammung), Ladinos (Mestizos), 21 indigenen Maya-V\u00f6lkern, und den Xinca, leben hier auch die Gar\u00edfuna, ein Volk, das aus der Vermischung von Inselkariben und entflohenen afrikanischen Sklaven entstanden ist. Trotz Fortschritten in den letzten Jahrzehnten, werden die indigenen V\u00f6lker im Alltag, in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt weitgehend diskriminiert (Spanisch ist die einzige offizielle Sprache und auch wenn Gesetze existieren, die die indigenen Sprachen als Unterrichtssprachen zumindest im ersten Schuljahr erm\u00f6glichen, wird das faktisch nicht umgesetzt, was indigenen Guatemalteken oft den Zugang zu Bildung erschwert).<\/p>\n<p>Meine \u201eIntegration\u201c wird mir enorm erleichtert durch die offene und freundliche Art der Guatemalteken. Sie sprechen au\u00dferdem ein Spanisch, das sehr leicht verst\u00e4ndlich ist, was ein gutes Umfeld bietet, die Sprache zu erlernen und zu verbessern (f\u00fcr Interessierte gibt es sogar M\u00f6glichkeiten Kurse in einer der indigenen Sprachen zu besuchen).<\/p>\n<p>Ein gutes Zeitmanagement ist jedoch Pflicht, da aufgrund eines kaum vorhandenen \u00f6ffentlichen Verkehrs und schlechten Voraussetzungen f\u00fcr alternative Fortbewegungsmittel, die ganze Stadt im Auto unterwegs ist. Das f\u00fchrt dazu, dass die Stra\u00dfen, vor allem zur Rush-Hour, vollkommen verstopft sind und eine Fahrt von wenigen Kilometern oft zwischen 30 und 60 Minuten dauern kann.<\/p>\n<p>Ich war \u00fcberrascht vom doch sehr milden Klima, warm genug, dass man sich im T-Shirt wohl f\u00fchlt aber ohne die extreme Hitze, die man aus anderen lateinamerikanischen L\u00e4ndern gewohnt ist, (daher stammt auch Guatemalas Spitzname \u201eLand des ewigen Fr\u00fchlings\u201c).\u00a0 Die guatemaltekische K\u00fcche ist sehr vielf\u00e4ltig, eine besondere Rolle spielen Mais (ma\u00edz) und Bohnen (frijol). Da Guatemala durch ein perfektes Gleichgewicht aus Regen, Sonne und fruchtbarem Boden eine gute Grundlage f\u00fcr Agrarwirtschaft bietet, wird die K\u00fcche meist durch frisches Gem\u00fcse und frische Fr\u00fcchte abgerundet.<\/p>\n<p>Oft frage ich mich, wie ein Land, das mit solch einem nat\u00fcrlichen Reichtum gesegnet ist, gleichzeitig so viel Armut und Gewalt beherbergen kann. Die Guatemalteken, die ich frage, sprechen meist von mangelnder Bildung, Korruption und Bandenkriminalit\u00e4t, die sich wiederum gegenseitig verst\u00e4rken. Auch wenn das Reisen auf den g\u00e4ngigen Touristenpfaden grunds\u00e4tzlich sicher ist und man durch das Beachten von grunds\u00e4tzlichen Regeln (zum Beispiel nachts nicht alleine durch die Stra\u00dfen zu laufen, wenige Wertsachen mit sich zu tragen, aber auf jeden Fall ein bisschen Geld mit sich zu f\u00fchren) auch in der Stadt sicher lebt, (vorausgesetzt man hat die n\u00f6tigen Ressourcen, z.B. Auto, sicherer Wohnort), sind Gewalt und Armut allt\u00e4glich. In dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, erreicht mich die Nachricht, dass Mitglieder der kriminellen Mara Salvatrucha beim Versuch ein inhaftiertes Mitglied zu befreien, im nahegelegenen Krankenhaus das Feuer er\u00f6ffnet haben, wobei mindestens sechs Menschen zu Tode kamen.<\/p>\n<p>Mit meinem Blog m\u00f6chte ich auf keinen Fall davon abschrecken, dieses wundersch\u00f6ne, so vielf\u00e4ltige Land zu besuchen. Vielmehr m\u00f6chte ich dazu anregen, eine Reise oder einen Aufenthalt nicht zu naiv anzugehen und Warnungen ernst zu nehmen. Das Zentral-Amerikanische Parlament gibt an Praktikanten ein Handbuch aus, was die wichtigsten Informationen enth\u00e4lt und j\u00e4hrlich von den Praktikanten aktualisiert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein herzliches \u201eHola!\u201c aus Guatemala! 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