{"id":6967,"date":"2017-03-28T16:53:02","date_gmt":"2017-03-28T14:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=6967"},"modified":"2024-12-16T10:26:34","modified_gmt":"2024-12-16T08:26:34","slug":"from-a-distance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/from-a-distance\/","title":{"rendered":"From a distance"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mein neuer Arbeitgeber hier in Ghana ist das &#8220;Rays of Hope Centre&#8221;, eine Organisation, die Kindern, die auf der Stra\u00dfe leben und Waren verkaufen m\u00fcssen, eine bessere Zukunft durch Bildung erm\u00f6glichen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Ghana kostet ein Schulbesuch Geld, das jeden Term bezahlt werden muss. Und da es drei Terms gibt, ist das im Jahr nicht wenig Geld. Viele Familien haben dieses Schulgeld aber nicht \u00fcbrig, besonders nicht f\u00fcr alle ihre Kinder. Daher ergibt sich auch das Bild, das man hier oft auf den Stra\u00dfen sieht: Anstatt das Kinder in die Schule gehen, verkaufen sie am Stra\u00dfenrand Waren. Oftmals stundenlang f\u00fcr ein kleines Geld, das sie am Ende zusammen bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und hier kommt der Field-\/ Streetworker des Rays of Hope Centres (kurz ROHC) ins Spiel. Er sieht sich zwischen Mai und September in den Stra\u00dfen Ashaimans um, sucht den Kontakt zu solchen Kindern, die auf der Stra\u00dfe verkaufen, tritt in Kontakt mit deren Familien und versucht sie mit viel Geduld dazu zu bringen, regelm\u00e4\u00dfig ins FCP (First Contact Place) zu kommen. Dort wird am Anfang mit den neuen Kindern eigentlich nur gespielt. Sie sollen die Mitarbeiter und die Organisation besser kennenlernen und Vertrauen aufbauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Beginn des neuen Schulterms im September fangen auch die internen &#8220;Pre-Classes&#8221; im FCP an. Hier geht es zun\u00e4chst darum die Kinder und deren akademischen Stand kennen zu lernen und sie dann innerhalb eines Jahres auf die ghanaische Regelschule vorzubereiten. Dazu werden sie jeden Tag vor allem in Mathe und Englisch unterrichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit diesem Jahr ist das FCP zu einem sogenannten Day-Care-Centre umfunktioniert worden, d.h. dass dort die Kinder nur tags\u00fcber sind und abends in ihre Familien zur\u00fcckkehren. Diese Reintegration in die Familien stellt einen weiteren Baustein im Konzept von ROHC dar. Es soll dauerhaftes Ziel sein, die Kinder von der Stra\u00dfe zu holen und wieder in ihre Familien einzugliedern. Durch die Arbeit auf der Stra\u00dfe haben sie genau dorthin n\u00e4mlich oft den Kontakt verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn diese Reintegration aus welchen Gr\u00fcnden auch immer nicht funktioniert, gibt es seit Juli 2015 das sogenannte WEM Centre. Es befindet sich in Ayikuma, relativ weit au\u00dferhalb von Ashaiman und dessen Versuchungen. Dort wird den Kindern, die nicht in ihre Familien reintegriert werden k\u00f6nnen, Unterkunft und Verpflegung geboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein neuer Arbeitsalltag in Ghana gestaltet sich so, dass ich immer abwechselnd eine Woche im FCP und eine Woche im WEM Centre bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich das erste Mal wieder im FCP, meiner fr\u00fcheren Arbeitsst\u00e4tte, war, habe ich den morgen damit verbracht mir w\u00e4hrend des Unterrichts in den &#8220;Leveln&#8221; respektive Pre-Classes 1, 2 und 3 (sortiert nach dem Wissensstand\/ Vorwissen der Kinder) s\u00e4mtliche Namen einzupr\u00e4gen, was zu meinem Erstaunen auch richtig gut geklappt hat. Mittlerweile ist der Arbeitsalltag im FCP deutlich anders als der w\u00e4hrend meines Freiwilligendienstes: Morgens m\u00fcssen wir schon um 8 Uhr da sein, um mit den Kindern das Haus und die unmittelbare Umgebung zu fegen und alles sauber zu machen. Um 8.30 Uhr startet dann die Devotion, bei der etwa eine halbe Stunde lang gesungen und getanzt wird, um Gott zu ehren, und au\u00dferdem wird aus der Bibel vorgelesen. Um 9 Uhr starten dann die Pre-Classes, welche zun\u00e4chst bis um 11 Uhr gehen. Nach einer Stunde Mittagspause, in der die Kinder und Lehrer von der FCP-K\u00f6chin mit leckerem ghanaischen Essen versorgt werden, findet eine weitere\u00a0Schulstunde von 12 bis 14 Uhr statt. Danach hei\u00dft es f\u00fcr mich aber keinesfalls nach Hause, sondern gegen 15.30 Uhr trudeln nach und nach die Kinder, die bereits die internen Pre-Classes durchlaufen haben und in Ashaiman zur Schule gehen, ein und es wird mit den Preps, einer Hausaufgabenbetreuung, angefangen. Diese geht offiziell bis 17 Uhr, aber meistens ist man dann doch nicht vor 17.30 oder 18 Uhr aus dem FCP raus. Dann hei\u00dft es, genauso wie morgens, eine halbe Stunde durch die rappelvollen Stra\u00dfen von Ashaiman laufen, bis man endlich Zuhause ankommt. Im FCP besteht meine Aufgabe vor allem darin bei den Pre-Classes zu assistieren bzw. auch mal selbst den Unterricht zu gestalten und bei den Preps mit den Schulkindern zu helfen. Damit bin ich erstmal zufrieden und werde sehen, was sich f\u00fcr mich ergibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-family: 'Source Sans Pro', Helvetica, sans-serif; line-height: 26.6667px; text-align: justify;\">Soviel zum FCP, aber ich habe ja noch eine zweite Arbeitsstelle: Im WEM Centre soll ich mich vor allem um die Freizeitgestaltung und speziell das Volleyballspielen mit den M\u00e4dels konzentrieren. Auch bei der Hausaufgabenbetreuung, den sogenannten Preps, werde ich als Springer eingesetzt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-family: 'Source Sans Pro', Helvetica, sans-serif; line-height: 26.6667px; text-align: justify;\">Im WEM Centre beginnt der Tag leider schon sehr fr\u00fch, n\u00e4mlich in etwa um 4 Uhr. Daf\u00fcr kann man um diese Tageszeit aber so wundersch\u00f6ne Sonnenaufg\u00e4nge wie auf dem Foto zu Gesicht bekommen. Und dann hei\u00dft es: Kinder wecken, daf\u00fcr sorgen, dass alle duschen gehen und p\u00fcnktlich zur Devotion und zum Fr\u00fchst\u00fcck fertig sind. Danach muss man dann alle 21 Kinder, die dort leben, bis etwa 6.30 Uhr zur Schule losschicken, was sich aber zumeist als schwierig erweist, da sie h\u00e4ufig Dinge vergessen und dann nochmals zur\u00fcckkommen m\u00fcssen. Nach der Schule gibt es\u00a0auch hier montags bis donnerstags Preps, also eine Hausaufgabenbetreuung f\u00fcr alle Kinder. An Freitagen und Samstagen kann ich mit einer meiner Hauptaufgaben im WEM Centre anfangen: Dem Volleyballunterricht f\u00fcr die M\u00e4dels. Und das macht wirklich Spa\u00df. Zwar m\u00fcssen wir noch viel an der Technik arbeiten, aber das Grundinteresse ist da, auf dem wir sicherlich gut aufbauen k\u00f6nnen. Nach dem\u00a0&#8220;Training&#8221; war ich wirklich \u00fcberrascht, wie viel die Kinder wussten und wie schnell sie lernen k\u00f6nnen. Und w\u00e4hrend ich freitags und samstags mit den M\u00e4dels Volleyballtraining mache, macht ein ehemaliger Mitarbeiter mit den Jungs Fu\u00dfballtraining, sodass sich keiner in die Quere kommt, was ich ein gutes Konzept finde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-family: 'Source Sans Pro', Helvetica, sans-serif; line-height: 26.6667px; text-align: justify;\">Leider ist Ayikuma, wo das WEM Centre steht, sehr weit auf dem Land und hat viel mit Strom- und Wasserengp\u00e4ssen zu tun. So wird gerne mal tagelang das Wasser abgedreht und auch der Strom f\u00e4llt des \u00f6fteren aus. Und somit war m<\/span><span style=\"color: #000000; font-family: 'Source Sans Pro', Helvetica, sans-serif; line-height: 26.6667px; text-align: justify;\">ein fehlender Schlaf dann gleich vergessen, als ich h\u00f6rte, dass wir flie\u00dfendes Wasser aus der Leitung in der Dusche hatten, und das zum ersten Mal seit meiner Ankunft. Diese Dusche habe ich dann auch gleich doppelt so sehr genossen wie die sonst \u00fcbliche Eimerdusche &#8211; liebevoll meine t\u00e4gliche Ice-Bucket-Challenge genannt \ud83d\ude09<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-family: 'Source Sans Pro', Helvetica, sans-serif; line-height: 26.6667px; text-align: justify;\">Ich beende diese ersten Wochen hier mit gef\u00fchlten\u00a013.763 M\u00fcckenstichen und unglaublich wenig Schlaf, aber daf\u00fcr auch mit unglaublich vielen positiven Eindr\u00fccken und Erfahrungen und freue mich auf meine restliche Zeit hier in Ghana!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein neuer Arbeitgeber hier in Ghana ist das &#8220;Rays of Hope Centre&#8221;, eine Organisation, die Kindern, die auf der Stra\u00dfe leben und Waren verkaufen m\u00fcssen, eine bessere Zukunft durch Bildung erm\u00f6glichen m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"author":344,"featured_media":7104,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1260,1295,2071,2042],"tags":[496,1499,9,1500,822,1186,492,836],"class_list":["post-6967","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-afrika","category-ghana","category-lehramt","category-soziales-und-paedagogik","tag-afrika","tag-ashaiman","tag-auslandspraktikum","tag-ayikuma","tag-ghana","tag-praktikumsalltag","tag-promos","tag-rays-of-hope-centre"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6967"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/users\/344"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6967"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6967\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7110,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6967\/revisions\/7110"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7104"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}