{"id":6452,"date":"2016-11-28T09:49:27","date_gmt":"2016-11-28T07:49:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=6452"},"modified":"2024-12-16T11:10:34","modified_gmt":"2024-12-16T09:10:34","slug":"schulpraktikum-in-vancouver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/schulpraktikum-in-vancouver\/","title":{"rendered":"Schulpraktikum in Vancouver"},"content":{"rendered":"<p>Ooooh, die Zeit verfliegt so schnell! Ich stelle gerade mit Schrecken fest, dass es f\u00fcr mich in gut drei Wochen schon wieder nach Hause geht! Einen Abschlussbericht gibt es daher sp\u00e4ter, heute etwas dazu, wie mein Alltag so aussieht \ud83d\ude42 Die Grunddaten noch mal im \u00dcberblick: Ich bin im Rahmen meines Berufsfeldpraktikums im Zwei-Fach-Lehramts-Bachelor Englisch und Geschichte f\u00fcr vier Monate im Auslandspraktikum in Vancouver, Kanada.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Hier arbeite ich an einer Grundschule, haupts\u00e4chlich in der ersten Klasse, aber auch in der vierten. Untergekommen bin ich gl\u00fccklicherweise in einer Gastfamilie &#8211; das ist definitiv das beste, das mir h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen! Ich liebe meine Gastfamilie, die mir gleichzeitig einen Einblick in zwei Kulturen geben kann, da sie chinesisch-kanadisch ist. Die Eltern meiner Gastmutter sind kurz vor ihrer Geburt nach Kanada eingewandert, die Eltern meines Gastvaters, als er ca. 5 Jahre alt war. Zu Hause wird Englisch gesprochen, die Kinder k\u00f6nne auch nur ein paar Worte kantonesisch, aber besonders im Kontakt mit der &#8220;\u00e4lteren Generation&#8221;, aber auch in Essen, Traditionen etc. ist die chinesische Kultur definitiv noch pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Zum Alltag: Morgens nach dem Fr\u00fcchst\u00fcck geht&#8217;s los in die Schule! Da die Kinder in die Schule gehen, in der ich auch mein Praktikum mache, habe ich einen t\u00e4glichen Fahrdienst &#8211; sehr praktisch! \ud83d\ude42 Am Vortag habe ich den detaillierten Tagesplan von der Klassenlehrerin erhalten. Den besprechen wir im Groben morgens einmal und bereiten den Klassenraum vor. Da das Schulgeb\u00e4ude im Moment abgerissen und neu gebaut wird, ist die Schule in drei Kirchen untergekommen &#8211; das bedeutet jede Menge Improvisation und viel Absprache mit den Kirchen. Freitags wird alles abgebaut &#8211; Pult, Tische, St\u00fchle, B\u00fccherregale,&#8230; &#8211; und montags wieder aufgebaut. Einige Dinge m\u00fcssen aber jeden Tag auf- und abgebaut werden, daher ist das morgens meine erste Aufgabe. Dann kommen die Kinder und es wird laut! Die n\u00e4chsten Minuten bestehen daraus, Kinder daran zu erinnern, ihre Jacken auszuziehen, ihre Schuhe zu wechseln (es gibt hier Schuhe f\u00fcr drinnen und drau\u00dfen), nicht \u00fcber andere zu stolpern, ihre Student-News-Mappen einzureichen (Mappen, die Eltern und Lehrkr\u00e4fte benutzen, um Informationen auszutauschen, Arbeitsbl\u00e4tter hin- und herzuschicken&#8230;), sich ruhig hinzusetzen und einem Kind mit Geh\u00f6rverlust die Empf\u00e4nger f\u00fcr ein kleines Mikro zu geben, die er an seinem H\u00f6rger\u00e4t befestigt. Wer auch immer mit ihm oder der Klasse spricht, tr\u00e4gt das Mikrofon.<br \/>\nDann geht es weiter mit &#8220;Calendar&#8221; &#8211; das hei\u00dft, es wird \u00fcber Datum, Wetter und Jahreszeit geredet, bis 50 gez\u00e4hlt, die Klassenregeln werden rezitiert und einfache Worte, die die Kinder in dem Alter lesen k\u00f6nnen sollten, werden gemeinsam gelesen und S\u00e4tze mit diesen W\u00f6rtern gebildet. Das klingt erst mal seltsam, hat aber alles einen Sinn. Haupts\u00e4chlich wird ge\u00fcbt, komplette S\u00e4tze zu bilden und ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr zu entwickeln, was Zahlen sind und wie sie aussehen. Die Rezitation der Klassenregeln dient einfach dazu, sie wieder daran zu erinnern, welche grunds\u00e4tzlichen Prinzipien\u00a0 wir im Klassenraum beachten m\u00fcssen: &#8220;1. Folge Anweisungen schnell, 2. Hebe deine Hand, wenn du etwas sagen willst. 3. Hebe deine Hand, um deinen Stuhl zu verlassen. 4. Triff kluge Entscheidungen. 5. Halt deine liebe Lehrerin bei Laune. Und am Allerwichtigsten: Respektiere jeden.&#8221; So k\u00f6nnen wir sie bei Bedarf darauf verweisen, ohne ausf\u00fchrliche Erkl\u00e4rungen zu geben. Was danach kommt, ist immer vom Stundenplan abh\u00e4ngig. In manche F\u00e4cher bin ich mehr eingebunden als in andere. Haupts\u00e4chlich unterst\u00fctze ich kleinere Gruppen, \u00fcbe lesen und schreiben mit Einzelnen, beantworte Fragen, helfe beim Ausf\u00fcllen von Arbeitsbl\u00e4ttern und erinnere die Sch\u00fcler daran, dass sie arbeiten und nicht quatschen sollten. In ruhigeren Phasen gehe ich durch die Student-News-Mappen und gucke, ob Eltern Nachrichten hinterlassen oder erforderliche R\u00fcckmeldungen eingereicht haben und sortiere Nachrichten der Lehrerin an die Eltern in die entsprechenden Mappen ein. Au\u00dferdem helfe ich in der Unterrichtsvorbereitung, indem ich Arbeitsbl\u00e4tter kopiere oder Spiele und Aktionen vorbereite (ausschneiden, sortieren, aufkleben).<br \/>\nIn den Pausen vormittags habe ich frei. Eine kleine Atempause tut dann ganz gut. Mit der Lehrerin werden offene Fragen, Sch\u00fclerverhalten und die n\u00e4chsten Schritte besprochen. In der Mittagspause hingegen habe ich an vier von f\u00fcnf Tagen Aufsicht. Wenn das Wetter gut genug ist, gehen wir dienstags und mittwochs in den Park, montags und freitags k\u00f6nnen die Kinder den Parkplatz der Kirche zum Spielen nutzen. In diesen Pausen werden aufgesch\u00fcrfte Knie desinfiziert und verpflastert, B\u00e4lle aus der Hecke und unter Autos weg geholt, Streitigkeiten geschlichtet, Sch\u00fcler an die Grenzen des Spielbereichs erinnert und Kreidekunstwerke bewundert.<\/p>\n<p>Nach der Mittagspause wird gegessen, das hei\u00dft: Zuerst Thermosdosen aufschrauben und sicherstellen, dass sich alle Kinder die H\u00e4nde gewaschen haben &#8211; und in dem Moment, in dem man sich hinsetzt, um selbst was zu essen, melden sich schon wieder die ersten, um zu fragen, ob sie &#8220;bitte, bitte fertig sein k\u00f6nnen&#8221;.\u00a0 Also steht man wieder auf, l\u00e4uft herum und guckt nach, ob sie genug gegessen haben (meistens nicht) und legt fest, wie viele L\u00f6ffel mindestens noch gegessen werden m\u00fcssen.<br \/>\nDanach wieder Unterricht, oft auch Daily Physical Activity, dann wird Sport gemacht und alle h\u00fcpfen einem Fitnessvideo nach &#8211; oder bei besserem Wetter werden Spiele drau\u00dfen gespielt. Langsam neigt sich so ein Schultag dann auch schon wieder dem Ende zu. Am Ende des Tages wird es dann noch mal hektisch: Jeder Sch\u00fcler hat seine Aufgabe, was er am Ende des Tages sauberzumachen hat: Tische abwischen, B\u00fccher sortieren, M\u00fcll rausbringen, fegen, Sp\u00fclbecken kontrollieren und durchwischen, St\u00fchle wegstellen, Stifteboxen wegpacken&#8230; Dann gibt es ihre Student News Mappen zur\u00fcck und die Lehrerin spricht \u00fcber den Tag und ob es ein oder zwei Sch\u00fcler gab, die besonders positiv hervorgestochen sind. Uuund schon werden wieder Schuhe gewechselt, Jacken angezogen, Rucks\u00e4cke gepackt&#8230; und alle Kinder werden wieder ihren Eltern \u00fcbergeben.<br \/>\nDamit ist mein Tagewerk meist erledigt. Manchmal bereite ich noch eigenen Unterricht vor, aber meist habe ich danach einfach frei &#8211; wie unglaublich entspannt! Mir ist zwar bewusst, dass das in meinem Lehreralltag nie so sein wird, aber umso mehr genie\u00dfe ich das jetzt hier \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ooooh, die Zeit verfliegt so schnell! Ich stelle gerade mit Schrecken fest, dass es f\u00fcr mich in gut drei Wochen schon wieder nach Hause geht! Einen Abschlussbericht gibt es daher sp\u00e4ter, heute etwas dazu, wie mein Alltag so aussieht \ud83d\ude42 Die Grunddaten noch mal im \u00dcberblick: Ich bin im Rahmen meines Berufsfeldpraktikums im Zwei-Fach-Lehramts-Bachelor Englisch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":275,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1261,1265,2071,2042],"tags":[9,605,1186,492,117,607,1476],"class_list":["post-6452","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-amerika","category-kanada","category-lehramt","category-soziales-und-paedagogik","tag-auslandspraktikum","tag-kanada","tag-praktikumsalltag","tag-promos","tag-schulpraktikum","tag-vancouver","tag-vancouver-christian-school"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6452"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/users\/275"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6452"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6452\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6462,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6452\/revisions\/6462"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}