{"id":6319,"date":"2016-11-03T12:49:18","date_gmt":"2016-11-03T10:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=6319"},"modified":"2024-12-16T11:19:51","modified_gmt":"2024-12-16T09:19:51","slug":"es-gibt-reis-oder-liebe-geht-durch-den-magen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/es-gibt-reis-oder-liebe-geht-durch-den-magen\/","title":{"rendered":"&#8220;Es gibt Reis&#8221; oder &#8220;Liebe geht durch den Magen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Der durchschnittliche Madagasse isst morgens, mittags und abends Reis. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass Madagaskar nach China und Vietnam der drittgr\u00f6\u00dfte Reiskonsument weltweit ist: stolze 120 Kilo verdr\u00fcckt jede*r Bewohner*in pro Jahr. Ich habe mal \u00fcberschlagen, wieviel Reis ich esse und bin zum Schluss gekommen, dass es wohl so um die 5 Kilo j\u00e4hrlich sein d\u00fcrften. Ich bin aber auch einfach eher eine Kartoffel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Trotz der zahlreichen kunstvoll angelegten Reisterrassen, die besonders die Landschaft des Hochlandes pr\u00e4gen, schafft es Madagaskar nicht, genug Reis f\u00fcr den Eigenbedarf zu produzieren. Qualit\u00e4tsreis wird daher exportiert und daf\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Mengen an billigerem chinesischen Reis importiert. Man sagt \u00fcbrigens, dass jede Regierung, die es nicht schafft, die Bev\u00f6lkerung mit ausreichend Reis zu versorgen, die l\u00e4ngste Zeit an der Macht war\u2026<\/p>\n<p>Reis spielt also eine gro\u00dfe Rolle und wenn der\/die durchschnittliche Madagass*in mal keinen bekommt, wird er\/sie ungl\u00fccklich. Ich hielt das lange Zeit f\u00fcr eine M\u00e4r, bis ich eines Tages im Rahmen einer Veranstaltung der FES mit sieben Madagass*innen, die alle in verschiedenen umweltschutzrelevanten Ministerien angestellt waren, in einem vier-Sterne-Hotel zu Mittag a\u00df. Auf die Vorspeise, einem ziemlich schicken Salat, folgte als Hauptgericht ein zartes Fischfilet mit Kartoffeln. Abgerundet wurde das Ganze von einem Mille-Feuille mit einer Kugel Vanilleeis und Fr\u00fcchten. F\u00fcr mich ein absoluter Gaumenschmaus! Als wir mit dem Essen jedoch fertig waren, beklagten sich fast alle, dass es keinen Reis gegeben h\u00e4tte\u2026 Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen: Anstatt sich einmal \u00fcber eine Abwechslung im Speiseplan zu freuen, wollte also keiner die gewohnte Nahrung missen!<\/p>\n<p>Neben zahlreichen schmackhaften Reisgerichten gibt es aber auch viele andere leckere Kleinigkeiten und Speisen zu essen: Ich liebe Sambos, das sind kleine dreieckige, mit Zwiebel und Hackfleisch gef\u00fcllte Teigtaschen. Brochettes sind gegrillte Fleischspie\u00dfe, mal mit Zebu-Rind, mal aus Putenfleisch. Oder auch die Suppen, teilweise mit einem darin schwimmenden Spiegelei und oft mit einer leichten Ingwernote, sind ganz wundervoll.<\/p>\n<p>Unter der Woche gehe ich mittags immer mit meinen Kollegen in eine kleine Gark\u00fcche in der N\u00e4he der Arbeit. Ich glaube, dass ich mich dort erst so richtig in Madagaskar verliebt habe, denn: Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Das einzige Mal Magenweh hatte ich \u00fcbrigens erst, als ich eine \u2013 wohl schon abgelaufene &#8211; Cr\u00e8me-Fraiche aus dem Supermarkt a\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der durchschnittliche Madagasse isst morgens, mittags und abends Reis. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass Madagaskar nach China und Vietnam der drittgr\u00f6\u00dfte Reiskonsument weltweit ist: stolze 120 Kilo verdr\u00fcckt jede*r Bewohner*in pro Jahr. 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