{"id":6277,"date":"2016-10-31T09:28:30","date_gmt":"2016-10-31T07:28:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=6277"},"modified":"2024-12-16T12:19:02","modified_gmt":"2024-12-16T10:19:02","slug":"im-krankenhaus-auf-la-martinique","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/im-krankenhaus-auf-la-martinique\/","title":{"rendered":"Im Krankenhaus auf La Martinique"},"content":{"rendered":"<p>Ich verbringe vier Monate meines Praktischen Jahres, dem letzten Jahr meines Medizinstudiums, auf La Martinique in der Karibik. W\u00e4hrend des Praktischen Jahres finden keine Vorlesungen mehr statt. Die Medizin-Studenten arbeiten stattdessen im Krankenhaus, um die praktischen F\u00e4higkeiten zu verbessern. Hier auf Martinique arbeite ich vier Monate in der Chirurgie. Ich habe mich f\u00fcr die Unfallchirurgie entschieden, da die Operationen sehr vielf\u00e4ltig sind und ich sowohl im OP arbeiten kann als auch in der Notaufnahme. Zus\u00e4tzlich finden hier Sprechstunden statt, in denen Patienten im postoperativen Verlauf untersucht werden. Meine Station versorgt nur die obere Extremit\u00e4t. Dies bedeutet, dass wir uns nur um H\u00e4nde und Arme k\u00fcmmern, nicht aber um Beine und F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr morgens. Ich finde mich im Arztzimmer meiner Station ein und warte auf die \u00c4rzte, die nach und nach eintrudeln. P\u00fcnktlichkeit wird auf Martinique nicht gerade gro\u00df geschrieben, sodass Warten hier zum Alltag dazugeh\u00f6rt. Sobald alle eingetroffen sind, findet die Visite statt. Diese ist im Vergleich zu Visiten in Deutschland meist recht kurz und dauert oft nur ein paar Minuten. Danach teilen wir uns auf die verschiedenen Bereiche auf. Je nachdem, wo ich gebraucht werde, gehe ich in die Sprechstunde, in den OP-Bereich, oder in die Notaufnahme.<\/p>\n<p>In der Notaufnahme wurde ich anfangs sehr gut angeleitet, sodass ich nun kleine Verletzungen selbstst\u00e4ndig versorgen kann. Meist haben die Patienten Schnittverletzungen der H\u00e4nde, Tierbisse oder auch Schussverletzungen. Bei Fragen steht mir die Ober\u00e4rztin jederzeit zur Seite. Generell ist das gesamte Team sehr freundlich und offen f\u00fcr Studenten. Jeder ist hilfsbereit und alle freuen sich, mir etwas beibringen zu k\u00f6nnen. Je mehr Einsatz und Motivation ich zeige, umso mehr darf ich auch selbstst\u00e4ndig arbeiten und eigene Aufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Im OP versorgen wir unter anderem gr\u00f6\u00dfere Schnittverletzungen der Arme und H\u00e4nde, Abszesse der Hand, Schulterverletzungen und Armbr\u00fcche. Meist wird zu zweit operiert und in den meisten F\u00e4llen bin ich erster Assistent. Generell stehe ich immer steril mit am Operationstisch. Dies ist in Deutschland oft nicht der Fall, sodass ich hier schon deutlich mehr praktische Erfahrungen sammeln konnte als in Deutschland. Oft gibt es keine OP-Schwester, die steril bekleidet ist, sodass ich diese Aufgaben \u00fcbernehmen muss. Dies ist eine wertvolle Erfahrung, da ich auf diese Weise mittlerweile die Namen vieler OP-Bestecke auf franz\u00f6sisch kenne. Zudem bereite ich den OP-Tisch selbst\u00e4ndig vor, indem ich das OP-Gebiet desinfiziere, sterile Laken ausbreite und den Besteck-Tisch einrichte. W\u00e4hrend der OPs darf ich unter Anleitung des Operateurs sehr viele Aufgaben \u00fcbernehmen und beispielsweise auch Bohren, Schrauben hereindrehen oder Metalldr\u00e4hte entfernen. Zudem erkl\u00e4ren die \u00c4rzte hier viel. In Deutschland werden PJ-Studenten oft als g\u00fcnstige &#8220;Haken-Halter&#8221; eingesetzt, sodass sich mein Auslandsaufenthalt auf jeden Fall gelohnt hat. Am Ende jeder OP darf ich die Wunde zun\u00e4hen oder klammern. Dadurch habe ich schon verschiedene Nahttechniken gelernt und bin sicher in ihrer Anwendung geworden. Zwischen den Operationen vergeht meist eine Stunde, da es hier lange dauert, bis der OP-Saal gereinigt und der n\u00e4chste Patient vorbereitet ist. Somit bleibt immer genug Zeit f\u00fcr einen Kaffee oder ein Gespr\u00e4ch mit den Kollegen.<\/p>\n<p>In den Sprechstunden habe ich oft ein eigenes Behandlungszimmer, in dem ich die Patienten selbstst\u00e4ndig untersuche, sie zu ihrer Krankengeschichte befrage und die R\u00f6ntgenbilder anschaue. Danach kommt der Chefarzt hinzu und ich \u00fcbergebe ihm den Patienten.<\/p>\n<p>Ich bleibe meist bis alle Patienten versorgt oder behandelt wurden. Allerdings sind die \u00c4rzte hier recht entspannt und schicken mich des \u00f6fteren fr\u00fch nach Hause, falls wenig zu tun ist. Denn alle m\u00f6chten, dass ich neben der Arbeit im Krankenhaus auch von der Insel und den Leuten profitieren kann. Wenn ich fr\u00fch gehen m\u00f6chte, um etwas zu unternehmen, ist dies meist gar kein Problem. Ich unternehme auch h\u00e4ufig etwas mit meinen Kollegen. Zum Gl\u00fcck sind alle sehr offen und freuen sich \u00fcber Studenten vom europ\u00e4ischen Festland, sodass ich hier schnell Anschluss gefunden habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich verbringe vier Monate meines Praktischen Jahres, dem letzten Jahr meines Medizinstudiums, auf La Martinique in der Karibik. W\u00e4hrend des Praktischen Jahres finden keine Vorlesungen mehr statt. Die Medizin-Studenten arbeiten stattdessen im Krankenhaus, um die praktischen F\u00e4higkeiten zu verbessern. Hier auf Martinique arbeite ich vier Monate in der Chirurgie. 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