{"id":6275,"date":"2016-11-02T16:25:01","date_gmt":"2016-11-02T14:25:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=6275"},"modified":"2024-12-16T11:57:48","modified_gmt":"2024-12-16T09:57:48","slug":"holland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/holland\/","title":{"rendered":"Holland!"},"content":{"rendered":"<p>Etwas mehr als ein Monat ist es nun her, dass ich mein Auslandspraktikum bei unseren Nachbarn in Enschede an der Universit\u00e4t Twente angetreten habe. Das kleine holl\u00e4ndische St\u00e4dtchen, das wohl jeder M\u00fcnsteraner Student kennt, liegt etwas mehr als eine Stunde mit dem Zug oder dem Auto entfernt kurz hinter der Niederl\u00e4ndisch-Deutschen Grenze, also quasi ein Katzensprung.\u00a0Genau dieser Katzensprung war und ist f\u00fcr mich Fluch und Segen zugleich, wie ich nach den ersten Wochen festgestellt habe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein Segen deshalb, weil ich aufgrund der geringen Entfernung zwischen M\u00fcnster und Enschede jeden Tag (wie viele andere M\u00fcnsteraner auf dieser Strecke) mit dem Zug pendeln kann. Dadurch spare ich nat\u00fcrlich eine Menge Geld, weil ich mir in Enschede keine teure Wohnung leisten muss (Der Wohnungsmarkt in Enschede ist \u00e4hnlich angespannt wie in M\u00fcnster&#8230;). Dieses Pendeln ist nat\u00fcrlich eher unkonventionell f\u00fcr solch eine Auslandserfahrung und deshalb an manchen Tagen auch ein echter Fluch, wenn man ersch\u00f6pft von der Arbeit noch eine zweist\u00fcndige Reise antreten muss&#8230;Andererseits w\u00e4re das Praktikum ohne die M\u00f6glichkeit des Pendelns f\u00fcr mich finanziell wohl nicht m\u00f6glich gewesen \u2013 deshalb bin ich umso gl\u00fccklicher, dass es geklappt hat und werde euch in der\u00a0n\u00e4chsten Zeit von meinen Eindr\u00fccken und Erfahrungen in Enschede hier berichten!<\/p>\n<p>Heute macht ein kleiner Bericht \u00fcber Enschede und das Leben in Holland den Anfang \u2013 soweit ich als Pendler etwas dar\u00fcber erz\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p>Obwohl Enschede nur gef\u00fchlte 300 m hinter der Deutsch-Holl\u00e4ndischen Grenze liegt, hat die Stadt ein anderes Flair als deutsche St\u00e4dte. Die Altstadt von Enschede und besonders der Oude Markt laden zum flanieren ein \u2013 besonders zu Beginn meines Praktikums, als das Wetter teilweise noch sp\u00e4tsommerlich warm war, konnte man hier super ein k\u00fchles Grolsch genie\u00dfen! Die kleinen holl\u00e4ndischen H\u00e4uschen und Gassen haben viel Charme und alles ist sch\u00f6n gr\u00fcn (OK, mittlerweile eher herbstlich bunt). Wer mal einen Kurztrip nach Enschede plant, sollte auch unbedingt den gro\u00dfen Markt besuchen, der immer samstags stattfindet! Hier gibt es nicht nur Obstverk\u00e4ufer sondern viele, viele St\u00e4nde mit holl\u00e4ndischen Leckereien aber auch eine Art Flohmarkt mit Haushaltsgegenst\u00e4nden und anderen n\u00fctzlichen Dingen. Besonders witzig fand ich, dass an sehr vielen St\u00e4nden unz\u00e4hlige kleine und gro\u00dfe Buddha-Figuren verkauft wurden. In der Stadt sind mir die Buddhas sp\u00e4ter auch aufgefallen, trotzdem sind die meisten Leute, mit denen ich hier gesprochen habe, Protestanten,\u00a0wenn auch nicht besonders religi\u00f6s&#8230;<\/p>\n<p>Als M\u00fcnsteraner Student f\u00e4llt einem auch etwas anderes in Enschede sofort ins Auge: Die Stadt ist wirklich sehr Radfahrer-freundlich und die zahlreichen Fahrradwege werden, \u00e4hnlich wie in M\u00fcnster, sehr stark frequentiert. <em>Fietsen<\/em>, wie die Holl\u00e4nder ihre Fahrr\u00e4der nennen, sind \u00fcberall! Ich habe anfangs auch dar\u00fcber nachgedacht, mit meinem Fahrrad zu pendeln. Nach der ersten Zugfahrt habe ich diesen Gedanken allerdings schnell wieder verworfen, weil die Wagons in der Rush-Hour einfach zu voll sind. Stehen lassen wollte ich mein Fahrrad in Enschede nat\u00fcrlich auch nicht, dann h\u00e4tte ich in M\u00fcnster keins mehr gehabt. Zum Gl\u00fcck ist das Bus-Netz in Enschede zwischen Uni und Bahnhof aber sehr gut ausgebaut, sodass ich mich keinesfalls beklagen kann.<\/p>\n<p>Die Menschen in Enschede, mit denen ich bisher zu tun gehabt habe, waren ausgesprochen offen und freundlich! Das ist mir bereits an meinem ersten Tag hier auf dem Weg zum Campus aufgefallen, als die nette Busfahrerin den gef\u00fchlten 30 Fahrg\u00e4sten beim Einsteigen allen einzeln (!) ein \u00fcberaus freundliches und gut gelauntes\u00a0<em>Goedemorgen<\/em> gew\u00fcnscht hat. Dazu kommt, dass hier fast alle perfekt Englisch sprechen, was mir den Aufenthalt hier deutlich leichter macht. Holl\u00e4ndisch verstehen ist f\u00fcr Deutsche zwar auch ohne Sprachkenntnisse ganz gut m\u00f6glich, allerdings ist das Leseverstehen in den meisten F\u00e4llen nat\u00fcrlich deutlich gr\u00f6\u00dfer als das H\u00f6rverstehen, da die holl\u00e4ndische Sprache unheimlich schnell sein kann. Wenig \u00fcberraschend ist, dass man besonders in der N\u00e4he des Bahnhofs und auf dem Weg zur Uni dann doch recht h\u00e4ufig auch deutsche Stimmen h\u00f6rt \u2013 ich habe mir sagen lassen, dass gerade der Studiengang Psychologie an der Uni Twente sehr beliebt unter deutschen Studenten sein soll&#8230;<\/p>\n<p>Bis heute wirklich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrfig sind f\u00fcr mich die Essgewohnheiten der Holl\u00e4nder. War ich doch bisher gewohnt, jeden Tag um halb 12 eine warme Mahlzeit in der Mensa zu bekommen oder zu Hause etwas Deftiges zu essen, wird hier in Enschede erstmal um halb 11 (!) Kuchen gegessen. Ja ihr habt richtig gelesen, Kuchen! Das kommt nat\u00fcrlich nicht jeden Tag vor, weil es f\u00fcr den Kuchen meistens einen Anlass geben muss, aber daran mangelt es meinen Arbeitskollegen wirklich nicht&#8230;Geburtstage, Publikationen, Preise, noch mehr Geburtstage \u2013 es gibt h\u00e4ufig was zu feiern \ud83d\ude42 Die Kuchen sind jedenfalls immer\u00a0<em>echt\u00a0<\/em><i>lekker<\/i>, aber nachmittags zur guten, alten Kaffeezeit w\u00e4ren sie mir doch irgendwie lieber gewesen&#8230;\u00a0Zum Mittagessen verdr\u00fcckt der gemeine Holl\u00e4nder dann gerne ein Sandwich, entweder mit viel K\u00e4se aus dem Sandwich-Maker oder eben mit frischem Salat und so weiter. Viele essen oft ein belegtes Brot oder auch einfach nur ein Brot mit Butter und <em>Hagelslag<\/em>, den holl\u00e4ndischen Schokostreuseln, die wohl zurecht als holl\u00e4ndisches Nationalgericht bezeichnet werden d\u00fcrften. Aber gut, wer schon vor dem Mittagessen Kuchen isst, muss sich nat\u00fcrlich dann nicht wundern, dass der Appetit eher klein ausf\u00e4llt&#8230; Eine Mensa gibt es zwar auch, allerdings werden hier haupts\u00e4chlich kalte Gerichte wie Sandwiches und Salate etc. angeboten. Es gibt dort nur eine kleine Ausgabe f\u00fcr warme Speisen.\u00a0Diesen Gegebenheiten habe ich mich mittlerweile angepasst \u2013 nachdem ich die ersten drei Wochen Sandwiches gegessen hatte und sie schlie\u00dflich nicht mehr sehen konnte (Wie machen die das alle blo\u00df??), bin ich dazu \u00fcbergegangen, zuhause f\u00fcr mehrere Tage zu kochen und das Essen im Pausenraum aufzuw\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Was Getr\u00e4nke angeht, ist den meisten Holl\u00e4ndern nat\u00fcrlich ihr\u00a0<i>Koffie\u00a0<\/i>genauso wichtig wie den meisten Deutschen. Er ist nicht nur echt gut, sondern auch meistens g\u00fcnstiger als in Deutschland! Bisher musste ich allerdings noch keinen Kaffee f\u00fcr meine Landsm\u00e4nner nach Deutschland schmuggeln&#8230;noch nicht&#8230; \ud83d\ude42 Au\u00dferdem sind die Holl\u00e4nder wie wir Deutschen eher die Biertrinkerfraktion, habe ich das Gef\u00fchl. Enschede wird aufgrund der ans\u00e4ssigen Brauerei von der Marke\u00a0<em>Grolsch<\/em> beherrscht, trotzdem werden nat\u00fcrlich auch deutsche Biere sehr gesch\u00e4tzt.\u00a0<em>Grolsch<\/em> ist gleichzeitig der Sponsor des gro\u00dfen Enscheder Fu\u00dfball-Clubs <em>FC Twente Enschede,<\/em> dessen Stadion\u00a0<em>De Grolsch Veste<\/em> (\u00fcbersetzt: Die Grolsch-Festung) nur wenige Minuten zu Fu\u00df vom Campus entfernt ist. Der Verein spielt momentan eher mittelm\u00e4\u00dfig in der <em>Eredivisie<\/em> (1. Liga), hat es aber in der Vergangenheit auch unter anderem schon zum niederl\u00e4ndischen Meister geschafft.<\/p>\n<p>Damit bin ich erstmal am Ende meines ersten Berichts angekommen. Bis bald \u2013 tot ziens!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwas mehr als ein Monat ist es nun her, dass ich mein Auslandspraktikum bei unseren Nachbarn in Enschede an der Universit\u00e4t Twente angetreten habe. 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