{"id":6038,"date":"2016-10-13T09:32:47","date_gmt":"2016-10-13T07:32:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=6038"},"modified":"2025-01-06T09:29:37","modified_gmt":"2025-01-06T07:29:37","slug":"bratislava-die-erste-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/bratislava-die-erste-woche\/","title":{"rendered":"Bratislava: Die erste Woche"},"content":{"rendered":"<p>Hallo,<\/p>\n<p>ich bin Julian, 21, und studiere BWL an der WWU.<\/p>\n<p>Im Moment halte ich mich f\u00fcr ein f\u00fcnfmonatiges Praktikum in Bratislava auf, der Hauptstadt der Slowakei. Ich bin jetzt seit einer Woche hier und denke, dass ich einen ersten Eindruck vermitteln kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Meines Wissens nach bin ich der erste Student aus M\u00fcnster, der seine Zeit in Bratislava verbringt. Ich werde mich deshalb auf allgemeine Informationen fokussieren.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zur Wohnungssuche. Diese gestaltete sich, vorsichtig formuliert, interessant. Das Preisniveau bewegt sich auf einem \u00e4hnlich Niveau wie in M\u00fcnster. Studentenwohnheime stehen nur den an der Komenius Universit\u00e4t eingeschriebenen Studenten zur Verf\u00fcgung. Man muss also ein privates Angebot finden. Diese sind in der Regel recht teuer und es ist zu beachten, dass Zusagen und sogar unterschriebene Vertr\u00e4ge offenbar nicht verbindlich sind. Als ich die Wohnung in Bratislava \u00fcbernehmen wollte, wurde mir pl\u00f6tzlich ein um 900\u20ac h\u00f6heres Angebot vorgelegt, dass Appartement w\u00e4re zudem erst ab Anfang Dezember und nicht wie vereinbart schon zum 1.10. beziehbar gewesen. Nach einigen \u00e4hnlichen Erlebnissen zuvor (jedoch noch in Deutschland) gehe ich davon aus, dass das die \u00fcbliche Praxis ist, wenn die Vermieter merken, dass die Wohnung dringend ben\u00f6tigt wird. Statt das Wochenende zur Besichtigung der Stadt mit meinen Eltern, die f\u00fcr den Umzug mitgekommen waren, zu nutzen, verbrachte ich die Zeit mit der Suche nach einer Alternativunterkunft, bei der ich schlie\u00dflich erfolgreich war. Zwar teurer als geplant, daf\u00fcr wird aber w\u00f6chentlich geputzt und Handt\u00fccher und Bettw\u00e4sche werden gewechselt. Vermutlich w\u00e4re es besser gewesen einige Wochen vorher schon hinunter zu fliegen und ein Zimmer bereits fr\u00fcher zu beziehen. Mittlerweile habe ich die Website \u201ebedrooms.sk\u201c kennengelernt. Diese funktioniert \u00e4hnlich wie Aribnb, liefert aber zumindest f\u00fcr Bratislava attraktivere Ergebnisse.<\/p>\n<p>Zu Bratislava selbst: Die Innenstadt ist ziemlich klein und man braucht f\u00fcr die Besichtigung kaum einen halben Tag. Sie ist gr\u00f6\u00dftenteils restauriert und sehr westlich. Es gibt die gleichen Einkaufszentren mit den gleichen Gesch\u00e4ften, wie in jeder anderen europ\u00e4ischen Hauptstadt. In der Architektur macht sich das KuK Erbe bemerkbar. Im Zentrum erinnern viele Geb\u00e4ude an Wien. Da die Slowakei im Moment den Vorsitz der EU Ratspr\u00e4sidentschaft inne hat, gibt es in der Stadt eine starke Polizeipr\u00e4senz und man sieht regelm\u00e4\u00dfig die Eskorten ausl\u00e4ndischer Minister auf dem Weg zu Treffen. Die Auswirkungen des Kommunismus sind jedoch an vielen Stellen immer noch zu sehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Innenstadt also sehr einladend ist, verspr\u00fchen die Vorst\u00e4dte den Charme Rostock-Lichtenhagens. Hier dominieren Plattenbauten, die meistens auch lange nicht mehr renoviert wurden.<\/p>\n<p>Kulinarisch ist Bratislava recht vielf\u00e4ltig. Zwischen internationalen Gerichten und lokalen Gesch\u00e4ften gibt es alles. Auch beim Essen macht sich ein starkes Gef\u00e4lle zwischen den Toplagen und den etwas abseits gelegen Restaurants bemerkbar. Allgemein kann man aber sagen, dass Lebensmittel und ausw\u00e4rts Essen gehen g\u00fcnstiger sind als in Deutschland (Br\u00f6tchen f\u00fcr ca. 10ct, 0,5l Bier f\u00fcr 90ct und auch Markenprodukte (z.B. Oreos f\u00fcr 1\u20ac). An Superm\u00e4rkten dominieren ausl\u00e4ndische Ketten (Tesco, Billa). Lokale Anbieter findet man kaum. In der Slowakei ist der Arbeitgeber au\u00dferdem verpflichtet, den Mitarbeitern ein Mittagessen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dies kann entweder durch eine Kantine oder die Ausgabe von Essensgutscheinen erfolgen. Gutscheine k\u00f6nnen nicht nur in Restaurants, sondern auch in normalen Lebensmittell\u00e4den eingel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Das \u00f6ffentliche Verkehrsnetz in Bratislava ist gut ausgebaut. Es verkehren viele Linien in kurzen Zeitintervallen (&lt;10 min werktags), auch wenn manche Busse so wirken, als h\u00e4tten sie nicht nur das Ende des Kommunismus, sondern auch schon seinen Aufstieg erlebt. Die Preise f\u00fcr Ticket sind sehr g\u00fcnstig. Ein Wochenticket f\u00fcr ganz Bratislava kostet 11,50\u20ac mit ISIC-Karte sogar nur 5,40\u20ac. Es ist auch empfehlenswert, dieses Angebot f\u00fcr weitere Strecken zu nutzen. Ich habe mich an das bequeme Fahrradfahren in M\u00fcnster gew\u00f6hnt und auch ein Fahrrad mit genommen. Verkehrsregeln scheinen aber eine eher untergeordnete Wirkung zu haben. Ampeln werden von Fu\u00dfg\u00e4ngern eigentlich immer und zu jeder Zeit ignoriert und manche Autofahrer scheinen sie f\u00fcr ein Gimmick f\u00fcr eine sch\u00f6nere Stadt zu halten. An Wochenenden sind sie ganz abgeschaltet. Da es auch nur im unmittelbaren Zentrum Radwege gibt und die Schienen der Stra\u00dfenbahnen die Stra\u00dfen oft kreuzen, wird Radfahren zu einer gef\u00e4hrlichen Angelegenheit&#8230;<\/p>\n<p>Auch andere Dienstleistungen, wie Friseuere sind g\u00fcnstiger als in Deutschland.<\/p>\n<p>Bezahlt wird in der Slowakei in Euro. In der Innenstadt von Bratislava gibt es sehr viele Geldautomaten (zumindest in meiner Wahrnehmung sehr viel mehr als in Deutschland). Allerdings kann man selbst in sehr kleinen L\u00e4den bargeldlos mit Karte zahlen und auch das kontaktlose Zahlen ist st\u00e4rker verbreitet als in Deutschland.<\/p>\n<p>Leider hatte ich keine Zeit, viel Slowakisch zu lernen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Im Arbeitsalltag wird ohnehin nur Englisch gesprochen und auch viele der Slowaken verf\u00fcgen \u00fcber \u00fcberraschend gute Sprachkenntnisse. Erstaunlich viele Menschen sprechen zudem auch deutsch (die zweith\u00e4ufigste Fremdsprache in der Schule). Viele der Touristen sprechen ebenfalls deutsch, wobei hier die \u00d6sterreicher dominieren. Bratislava liegt an der Grenze zu \u00d6sterreich und es gibt einen regen Pendelverkehr, vor allem am Wochenende, wenn von den auch am Sonntag ge\u00f6ffneten Gesch\u00e4ften in der Slowakei profitiert werden soll. In vielen Gesch\u00e4ften f\u00fchlt man sich zwischen all den Deutschsprechenden ein wenig wie auf Mallorca.<\/p>\n<p>Ich werde mir die Stadt in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen mit mehr Zeit angucken und mich dann wieder melden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, ich bin Julian, 21, und studiere BWL an der WWU. Im Moment halte ich mich f\u00fcr ein f\u00fcnfmonatiges Praktikum in Bratislava auf, der Hauptstadt der Slowakei. 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