{"id":5310,"date":"2016-05-31T11:46:10","date_gmt":"2016-05-31T09:46:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=5310"},"modified":"2025-01-13T12:17:27","modified_gmt":"2025-01-13T10:17:27","slug":"stockholm-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/stockholm-die-zweite\/","title":{"rendered":"Stockholm die Zweite"},"content":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr Gr\u00fcnde gibt es, ein Praktikum im Ausland zu machen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder, der bereits eins hinter sich hat, dar\u00fcber stundenlang referieren k\u00f6nnte und letztendlich damit abschlie\u00dft, es einfach nur zu empfehlen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Prinzipiell \u00fcberall und in jedem Bereich. Einfach im Ausland. Erfahrung sammeln und so. Dennoch gibt es einige Gr\u00fcnde, die besonders f\u00fcr Schweden und f\u00fcr die wundersch\u00f6ne Hauptstadt Stockholm sprechen. Sonst w\u00e4re ich ja schlie\u00dflich nicht hier.<\/p>\n<p>Doch alles der Reihe nach. Was mache ich in Stockholm \u00fcberhaupt? Ich absolviere logischerweise ein Praktikum, an der Uni Stockholm (SU). Zuallererst muss gesagt werden, dass der Campus eigentlich ganz cool ist. Er besteht aus einer gro\u00dfen Gr\u00fcnfl\u00e4che um die herum die Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude angesiedelt sind. Mit Gl\u00fcck oder auch einfach meinen bestechenden F\u00e4higkeiten, habe ich im Department of Biochemistry and Biophysics in der Arbeitsgruppe von Gunnar von Heijne einen Praktikumsplatz f\u00fcr zwei Monate ergattert. Das bedeutet, dass ich den gr\u00f6\u00dften Teil des Tages im Labor verbringe. Wer selber schon einmal in einem biochemischen Labor war, wei\u00df, dass sich die Einrichtung kaum wirklich unterscheiden wird. \u00dcberall gibt es die obligatorischen Ger\u00e4te und Hilfsmittel, von einer Zentrifuge \u00fcber einen Abzug bis zu den Inkubatoren. Lustig ist, dass Deutschland zu den Hauptlieferanten solcher Laborger\u00e4te geh\u00f6rt. Bedeutet, dass ich auf vielen Apparaten die Anweisung nicht nur im Englischen lese, sondern auch im Deutschen. Doch da man sich nur auf Englisch unterh\u00e4lt und auch alle Absprachen auf Englisch h\u00e4lt, ist es oft verst\u00e4ndlicher das Englische zu lesen.<\/p>\n<p>Die Arbeitssprache in so einem internationalem Labor ist selbstverst\u00e4ndlich Englisch. Von den 5 anderen Leuten, die eng mit mir zusammen arbeiten, ist nur eine Person Schwede. Da bietet es sich an, den kompletten Tag nur Englisch zu sprechen. \u00dcberhaupt h\u00f6rt man auf den G\u00e4ngen oder dem Campus sehr viel h\u00e4ufiger Englisch als Schwedisch und gleichzeitig erstaunlich h\u00e4ufig Deutsch. Wie gesagt, die Deutschen lieben Schweden. F\u00fcr mich war es das erste Mal, dass ich in einem anderen Land im Labor gearbeitet habe. Doch schon nach wenigen Tagen hatte ich \u00fcberhaupt keine Probleme mit der anderen Sprache mehr. Die ganz simplen Gegenst\u00e4nde hatte man bald im Englischen drauf, vor allem da sich die Begriffe sehr \u00e4hnelten. Zum Beispiel Zentrifuge wird zu centrifuge, sowas sollte man sich schon recht schnell aneignen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der erste wichtige Punkt, der f\u00fcr ein Praktikum in Schweden spricht: Die Verbesserung der englischen Sprache. Gerade in den Naturwissenschaften ist es unerl\u00e4sslich, gutes Englisch zu sprechen und sich vor allem auch wohl dabei zu f\u00fchlen. Schweden sprechen wirklich perfektes Englisch (oft eher mit einem amerikanischen anstatt britischen Akzent, dar\u00fcber sollte man hinwegsehen) und sich auch nicht zu schade daf\u00fcr sein,\u00a0 es oft und viel zu sprechen.<\/p>\n<p>Aber eigentlich besteht mein Praktikum nicht daraus, die englische Sprache besser zu lernen. Ich unterst\u00fctze eine PhD-Studentin bei ihrer Forschung. Dabei geht es um sogenannte arrest peptides, Peptide die eine Rolle in der Zelldynamik spielen. Genaueres kann ich auch gar nicht mehr dazu sagen, die Ergebnisse sollen bald ver\u00f6ffentlicht werden und da w\u00e4re es eher unpraktisch, wenn ich das hier vorweg nehme. Naja, darum geht es auf jeden Fall. Ich habe eine Art eigenes Projekt in diesem gr\u00f6\u00dferen Projekt, an dem ich ziemlich alleine arbeite. Nat\u00fcrlich halte ich sehr regelm\u00e4\u00dfig Absprachen mit meiner Betreuerin und diskutiere auch jedes Ergebnis mit ihr, aber im allgemeinen war ich nach wenigen Tagen zur Eingew\u00f6hnung in der Lage, selbstst\u00e4ndig die Methoden durchzuf\u00fchren. Was halt irgendwie auch angenehmer ist, als wenn jemand einem st\u00e4ndig \u00fcber die Schulter guckt. Im Prinzip wende ich einfach die normalen Methoden an, PCR, Gelelektrophoresen, Klonen, Mini Prep. So etwas in der Art. Da ist man nach wenigen Wochen dann schon sehr bewandert drin.<\/p>\n<p>Was gibt es noch f\u00fcr Gr\u00fcnde in Schweden ein Praktikum zu machen? Die Schweden sind ziemlich verr\u00fcckt, was den Kaffee angeht: zu jeder Tages- und Nachtzeit trinken sie Liter davon. Sie nennen ihre Kaffeepausen dann Fika. Dadurch ergibt sich, dass es jedem freisteht sich w\u00e4hrend der Arbeit unendlich viel Kaffee zu holen und mehrmals t\u00e4glich eine Fika zu machen (traditionell wird zu einer Fika noch Geb\u00e4ck gegessen). Dabei ist es ganz normal, dass die Kosten vom Arbeitgeber getragen werden. Dass die Arbeitnehmer den Kaffee bezahlen m\u00fcssen, kommt nicht vor. Also f\u00fcr Kaffeetrinker schon eine perfekte Arbeitsumgebung. Au\u00dferdem sehen die Schweden das nicht so eng mit der P\u00fcnktlichkeit. Wenn man mal 10 Minuten sp\u00e4ter kommt, ist das kein Problem, man hat sowieso nicht so wirkliche Arbeitszeiten. Das ist wohl ein Vorteil der Laborarbeit. Du hast deine Aufgaben, wenn die erledigt sind, kannst du auch gehen.<\/p>\n<p>Das ist zumindest ein grober Umriss meiner T\u00e4tigkeit hier (ja, ich arbeite auch und bin nicht nur am Kaffee trinken), viel mehr ins Detail kann ich wie gesagt, auch gar nicht gehen. Aber ich denke, dass jeder der schon mal in einem Labor war, sich vorstellen kann wie das so abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Mein Tipp: Wenn man Lust auf ein Praktikum hat, einfach mal bewerben. Die Schweden sehen das als Interesse an ihrer Arbeit und nehmen immer gerne Unterst\u00fctzung an. Solange sie also Kapazit\u00e4t haben, werden Praktikanten \u00e4u\u00dferst gerne eingegliedert. Und da sie selber von ihrem Land ziemlich begeistert sind, raten sie einem, sich bestimmte Orte anzusehen und sind auch bereit, ein Wochenende mal zu verl\u00e4ngern. Also wirklich eine sehr angenehme Arbeitsatmosph\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr Gr\u00fcnde gibt es, ein Praktikum im Ausland zu machen? 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