{"id":5204,"date":"2016-05-09T09:00:05","date_gmt":"2016-05-09T07:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=5204"},"modified":"2025-01-13T12:23:12","modified_gmt":"2025-01-13T10:23:12","slug":"amsterdam-traum-als-stadt-mit-einigen-huerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/amsterdam-traum-als-stadt-mit-einigen-huerden\/","title":{"rendered":"Amsterdam \u2013 Traum als Stadt mit einigen H\u00fcrden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorwort:<\/strong><\/p>\n<p>Ein bekanntes Schlagerlied besingt ja gerne den Traum von Amsterdam und wie das mit Tr\u00e4umen nun mal so ist, gibt es sch\u00f6ne und schlechte Tr\u00e4ume. Und bevor meine Tr\u00e4ume der letzten zwei Monate verloren gehen, m\u00f6chte ich hier einige Erfahrungen und Tips mit euch teilen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Art des Aufenthaltes:<\/strong><\/p>\n<p>Erasmus-Praktikum \u2013 Zweimonatiger Forschungsaufenthalt im Rahmen der Masterarbeit im Bereich der Wirtschaftschemie an der Waag Society (<a href=\"http:\/\/waag.org\/en\">http:\/\/waag.org\/en<\/a>). Einem unabh\u00e4ngigen Media- und Technologie-Lab im Zentrum von Amsterdam. Meine Hauptaufgabe war die wissenschaftliche und administrative Projekt-Entwicklung und Organisation der Community-Veranstaltungen.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung des Aufenthaltes:<\/strong><\/p>\n<p>Im Dezember bin ich zuf\u00e4llig auf eine Stellenanzeige gesto\u00dfen. Den Arbeitgeber bzw. die einzelnen Personen kannte ich vorher schon von Events. Zu diesem Zeitpunkt war ich dabei, meine Masterarbeit zu planen und traf kurzerhand den Entschluss, diese zwar an einem Lehrstuhl der WWU zu schreiben, aber trotzdem Erfahrungen und Daten vor Ort in der Praxis zu sammeln. In einer einfachen Bewerbungsmail ohne Lebenslauf oder Zeugnisse habe ich mich relativ formlos informiert, ob es m\u00f6glich w\u00e4re, das Praktikum mit meinem Vorhaben der Masterarbeit zu verkn\u00fcpfen. Ein Skype-Gespr\u00e4ch und eine Woche sp\u00e4ter hatte ich die Zusage. Das war alles relativ einfach und entspannt.<\/p>\n<p>Nun galt es, das Leben dort zu organisieren und die Wohnungssuche ist ein Alptraum. <em>Voweg: Wenn du w\u00e4hrend deiner Zeit an einer der Universit\u00e4ten hier eingeschrieben bist, hast du Gl\u00fcck, denn dann hat man wohl das Anrecht auf einen Platz in einem Wohnheim. Das ist billig, gut und sehr sozial.<\/em> Mein Arbeitgeber hat mich bereits im Gespr\u00e4ch gewarnt vor dem Wohnungsmarkt in Amsterdam und einige Tips gegeben. Wer meint, der Wohnungsmarkt in M\u00fcnster sei intensiv, der wird sich in Amsterdam in der wahren H\u00f6lle wiederfinden. Es ist nicht nur teuer, einen Ort zum Bleiben zu finden, sondern auch wirklich schwierig. Kamernet, ein Portal wie &#8220;WG-gesucht&#8221;, kann ich nicht empfehlen. Es kostet eine monatliche Geb\u00fchr, und wirklich geholfen hat es nicht. Auf 50 Anfragen meinerseits habe ich 3 Antworten erhalten, eine davon war sogar \u2013 recht offensichtlich \u2013 Betrug. Das passiert hier wohl sehr h\u00e4ufig, also aufpassen. Im Nachhinein habe ich von den Holl\u00e4ndern erfahren, dass man, sobald man eine Anzeige schaltet, bis zu Hundert Anfragen in k\u00fcrzester Zeit erh\u00e4lt. Preislich solltet ihr auf dem freien Markt 500-800 Euro einplanen. Alternativ kann man auch pendeln aus den vielen St\u00e4dten um Amsterdam. Viele meiner Arbeitskollegen pendeln t\u00e4glich. Was f\u00fcr mich als Praktikant und Angestellter erschwerend hinzukam, war es eine Bleibe zu finden, bei der man sich bei der Stadtverwaltung registrieren darf. Diese Meldebescheinigung war Voraussetzung f\u00fcr meinen Arbeitsvertrag. Allerdings sind solche Orte f\u00fcr 2 Monate noch seltener als freie Zimmer sowieso schon sind. Nach Abklappern von Freunden und Kontakten, wurde mir das Hotel Jansen empfohlen. Dabei handelt es sich um ein Art Studenten\/Praktikanten short-term stay \/ Wohnheim. In dieser Art von gewinn-orientierten Wohnheimen darf man maximal 6 Monate pro Jahr leben und bekommt die M\u00f6glichkeit, sich zu registrieren. Je l\u00e4nger man bleibt, desto \u201ebilliger\u201c ist es. Mit 750 Euro pro Monat war mein Zimmer sehr teuer, aber insgesamt war es doch ein guter Deal. Das Zimmer mit Bad war neu, sehr sch\u00f6n ausgestattet, die Lage war in Ordnung und man hatte keinen \u00c4rger mit Mitbewohnern. Der Zugang zur Gemeinschaftsk\u00fcche war nicht nur f\u00fcr die Verpflegung sehr angenehm, sondern auch, um sofort viele Leute kennenzulernen. Viele meiner Zimmernachbarn arbeiteten bei Unternehmen, die extra Rahmenvertr\u00e4ge und somit Kapazit\u00e4ten hatten. Wer wirklich ein Zimmer auf dem freien Markt ergattern will, der braucht einen langen Atem, Gl\u00fcck, Ellenbogen und sollte wahrscheinlich 1-2 Wochen Suche VOR ORT einplanen. Dies wollte ich mir nicht antun und die Zeit lieber in meine Arbeit und das Leben vor Ort investieren. Ich bereue die Entscheidung auch nicht und w\u00fcnsche jedem viel Erfolg bei der Suche.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrokratie vor Ort und vor Arbeitsbeginn:<\/strong><\/p>\n<p>In der B\u00fcrokratie stehen die Niederl\u00e4nder den Deutschen nicht nach. F\u00fcr meinen Praktikumsvertrag brauchte ich sowohl die gerade angesprochene Meldebescheinigung und ein niederl\u00e4ndisches Bankkonto. Wozu man dies in Zeiten von Europa, Online-Banking und IBAN-Nummern noch braucht, konnte mir bis heute niemand schl\u00fcssig erkl\u00e4ren. Auch habe ich den Aufwand untersch\u00e4tzt, ein Konto hier zu er\u00f6ffnen. Man braucht etliche Unterlagen und in vielen F\u00e4llen verlangen die Banken, dass man f\u00fcr eine Konto-Er\u00f6ffnung einen Termin macht. Ich bin letztendlich von Bank zu Bank gelaufen, bis mir jemand ein Konto er\u00f6ffnet hat. F\u00fcr die Meldebescheinigung empfehle ich auch, rechtzeitig einen Termin zu machen. Mit diesen Unterlagen im Gep\u00e4ck konnte ich am ersten Arbeitstag meinen Vertrag unterschreiben und das Praktikum konnte losgehen.<\/p>\n<p>Insgesamt war das f\u00fcr die kurze Zeit schon sehr viel Aufwand. Vieles dabei war nicht nur nervig, sondern h\u00e4tte auch schnell zum Alptraum werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Leben in Amsterdam:<\/strong><\/p>\n<p>Kurz gesagt, das Leben in Amsterdam ist sehr sch\u00f6n, abwechslungsreich und lebenswert, aber teuer. Nicht nur Mieten sind teuer, t\u00e4gliche Eink\u00e4ufe in Superm\u00e4rkte sind auch etwas teurer und leider auch die Freizeit. Man sagt ja immer, ein Big-Mac-Men\u00fc ist ein guter Standard um das Preisniveau eines Landes oder eine Stadt zu bewerten. Ich esse allerdings kein Fast-Food, deswegen versuche ich hier es auf eine andere Art\u00a0 anschaulich vergleichbar zu machen: Den Bier-Index. Je nach Lage kostet ein 0,3 Bier bis zu 4,30 Euro. Unterhaltsam fand ich pers\u00f6nlich die Tatsache, dass in vielen Bars als hippes, deutsches Flaschenbier \u00d6ttinger ausgeschenkt wird. Die Flasche zu dem Preis, f\u00fcr den man in Deutschland wohl einen halben Kasten (ohne Pfand) bekommt. Wer gutes Bier mag, dem empfehle ich gleich die Browery tji. Dabei handelt es sich um eine Brauerei in einer sehr idyllischen Windm\u00fchle. Das Nachtleben bietet sehr viel, allerdings fand ich vor allem die studentischen Kneipen in weniger touristischen Gegenden gut. Niederl\u00e4nder sch\u00e4tzen sehr ihre \u201cgezelligheid\u201c und waren schockiert, als ich ihnen erkl\u00e4rt habe, dass es in Deutschland auch dieses Wort gibt. Nach der Arbeit ist man sehr gerne auf ein kleines Bierchen in die Bars gegangen.<\/p>\n<p>Weg vom Bier zu anderen Kulturg\u00fctern: Amsterdam bietet viel Kunst und kulturelle Aktivit\u00e4ten. Wen dies interessiert, dem empfehle ich die Museumskarte, mit der man nach einem einmaligen Kauf in sehr viele Museen kommt. Allerdings sind die Schlangen gerade am Wochenende doch sehr lang. Meine Wochenenden bestanden haupts\u00e4chlich aus touristischen Aktivit\u00e4ten, da viele Freunde die M\u00f6glichkeit genutzt haben, Amsterdam und auch hoffentlich mich zu besuchen. Standardprogramm dabei ist,\u00a0 Amsterdam stets mit dem Fahrrad (dem Verkehrsmittel der Wahl) zu erkunden.<\/p>\n<p>Amsterdam kann aber auch anstrengend sein. Es ist immer viel los, viele Gegenden sind voll von Touristen, der Verkehr mit den Fahrr\u00e4dern kann sehr herausfordernd und gef\u00e4hrlich sein. Fahrr\u00e4der werden gerne geklaut, dank vieler Scherben auf den Wegen sind auch Platten keine Seltenheit. Vom Wetter her kann ich euch beruhigen, ich habe wenig Unterschied zu M\u00fcnster festgestellt. Es regnet gerne und es ist allgemein sehr wechselhaft. H\u00e4tte ich es anders planen k\u00f6nnen, w\u00e4re ich wohl lieber im Sommer nach Amsterdam gekommen, denn Amsterdam ist trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe eine sehr gr\u00fcne Stadt. Das Fahrradfahren entlang der Kan\u00e4le und durch den gr\u00f6\u00dften Park der Stadt war jeden Tag ein sch\u00f6ner Bestandteil meines Weges zur Arbeit (25 Minuten).<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p><em>Es war eine tolle, lehrreiche und abwechlungsreiche Zeit in Amsterdam. Der Aufwand war zwar gro\u00df vorher, aber wenn man erstmal eine Bleibe hat, sich eingelebt und orientiert hat, dann ist Amsterdam eine hervorragende Stadt f\u00fcr ein Praktikum in einem internationalen Umfeld. In meinem direkten Vergleich zu meinem Erasmus-Studium in Granada, Spanien, w\u00fcrde ich aufgrund der Lebenserhaltungskosten und des Wetters f\u00fcr ein Studium aber doch Spanien vorziehen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorwort: Ein bekanntes Schlagerlied besingt ja gerne den Traum von Amsterdam und wie das mit Tr\u00e4umen nun mal so ist, gibt es sch\u00f6ne und schlechte Tr\u00e4ume. 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