{"id":4940,"date":"2016-03-23T17:04:55","date_gmt":"2016-03-23T15:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=4940"},"modified":"2025-01-13T12:34:46","modified_gmt":"2025-01-13T10:34:46","slug":"bruessel-in-trauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/bruessel-in-trauer\/","title":{"rendered":"Br\u00fcssel in Trauer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Eigentlich wollte ich am Montagabend meinen Blogeintrag zum Leben hier in Br\u00fcssel verfassen. Es sollte ein fr\u00f6hlicher Eintrag werden \u00fcber die Vielfalt der Sprachen und der Kulturen, die es hier im Europaviertel gibt, \u00fcber die Freundschaften, die man am Place Luxemburg, dem wohl gr\u00f6\u00dften w\u00f6chentlich stattfindenden internationalen Praktikantenstammtisch, schlie\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Am Montagabend habe ich es dann doch nicht mehr geschafft, und seit Dienstag morgen ist alles anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">400 Meter entfernt von meinem B\u00fcro ging die Bombe in der Metro Maelbeek hoch.\u00a0\u00a0Was sich morgens fr\u00fch noch als wundersch\u00f6ner Sonnentag ank\u00fcndigte, wurde\u00a0zum traurigsten Tags Br\u00fcssels seit langem. Br\u00fcssel war nur noch eine einzige\u00a0unendlich andauernde Sirene, gleichzeitig war das sonst so lebendige Europaviertel gepr\u00e4gt von einer traurigen Stille. Alle im B\u00fcro verfolgen den Liveticker, Krisensitzung um 10 Uhr mit allen Mitarbeitern, immerhin ist niemandem von uns was passiert, Ger\u00fcchte und Angst vor weiteren Anschl\u00e4gen verbreiten sich wahnsinnig schnell, niemand darf das Geb\u00e4ude verlassen, das Handynetz bricht zusammen, gleichzeitig wollen alle wissen, ob es mir gut geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Heute sitze ich in meiner Wohnung, die Landesvertretung ist vorerst geschlossen, sowie auch die meisten L\u00e4den. Trauer um die Opfer des Anschlages, aber zugleich die Hoffnung, dass bald wieder Leben in die Stadt zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Denn Br\u00fcssel ist eigentlich eine tolle Stadt: es leben hier Menschen aller Nationalit\u00e4ten. Auf der Stra\u00dfe h\u00f6rt man Franz\u00f6sisch, Niederl\u00e4ndisch, Deutsch, Englisch, Arabisch, Italienisch und noch viele andere Sprachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Br\u00fcssel ist anders als andere Hauptst\u00e4dte, hier ist man im politischen Zentrum Belgiens und Europas und gleichzeitig ist trotzdem alles erreichbar.\u00a0Ich kann jeden Morgen zur Arbeit laufen, und die Mieten sind ertr\u00e4glich im Vergleich zu Paris oder London. Die Menschen sind sehr offen, man hat schnell das Gef\u00fchl, dazu zu geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was in Br\u00fcssel passiert ist, h\u00e4tte auch in Berlin passieren k\u00f6nnen, London, Madrid und Paris wurden schon getroffen. Terrorismus darf kein Grund werden, einen Ort zu meiden. Das hat Br\u00fcssel nicht verdient. Ich werde wieder auf den Place Luxembourg gehen und viele andere Praktikanten werden es hoffentlich auch tun. Ich k\u00f6nnte mir nach dem Anschlag genauso gut vorstellen, hier sp\u00e4ter zu leben und zu arbeiten. Und ich hoffe, dass weiterhin zahlreiche Studierende aus M\u00fcnster hier her kommen werden und Br\u00fcssel seine Lebendigkeit nach den Anschl\u00e4gen wiederfinden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich am Montagabend meinen Blogeintrag zum Leben hier in Br\u00fcssel verfassen. Es sollte ein fr\u00f6hlicher Eintrag werden \u00fcber die Vielfalt der Sprachen und der Kulturen, die es hier im Europaviertel gibt, \u00fcber die Freundschaften, die man am Place Luxemburg, dem wohl gr\u00f6\u00dften w\u00f6chentlich stattfindenden internationalen Praktikantenstammtisch, schlie\u00dft. 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