{"id":4832,"date":"2016-02-24T12:37:09","date_gmt":"2016-02-24T10:37:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=4832"},"modified":"2025-01-13T12:33:34","modified_gmt":"2025-01-13T10:33:34","slug":"mein-alltag-als-fremdsprachenassistentin-in-grenoble","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/mein-alltag-als-fremdsprachenassistentin-in-grenoble\/","title":{"rendered":"Mein Alltag als Fremdsprachenassistentin in Grenoble"},"content":{"rendered":"<p>Nach einigen Monaten in Frankreich und Arbeit an meinen Schulen, ist es \u2013 denke ich \u2013 an der Zeit euch \u00fcber meine Aufgaben als Fremdsprachenassistentin zu informieren =)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vorab ist schon mal zu sagen, dass sich das franz\u00f6sische Schulsystem stark vom deutschen unterscheidet und der Unterricht teilweise anders als in Deutschland abl\u00e4uft, da immer noch viel frontal unterrichtet wird und selbstst\u00e4ndiges Arbeiten oft Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcberfordert, wobei ich das Gl\u00fcck habe, dass die meisten meiner Lehrerinnen sehr innovativen Unterricht f\u00fcr Frankreich machen.<\/p>\n<p>Was micht sehr \u00fcberrascht hat, ist, dass man teilweise in den Schulen echt das Gef\u00fchl hat, eingesperrt zu sein und st\u00e4ndig \u00fcberwacht zu werden. An meinem ersten Tag wollte mich sogar die &#8220;nette&#8221; Dame an der Pforte partout nicht in die Schule reinlassen, da sie von einer Assistentin nichts wusste.<\/p>\n<p>Ich arbeite an drei verschiedenen Schulen (zwei Coll\u00e8ges und ein Lyc\u00e9e) in Meylan und Saint-Ismier und besuche jede Schule 4 Stunden in der Woche. Trotz der wenigen Arbeitsstunden ist die Woche sehr intensiv, da ich bis auf Mittwoch jeden Tag Unterricht habe und die Schulen etwas auseinander liegen, so dass insgesamt viel Zeit drauf geht. Sehr sch\u00f6n finde ich, dass ich alle Klassenstufen kennengelernt habe und w\u00e4hrend der ersten Wochen in Frankreich durch Hospitationen die M\u00f6glichkeit hatte, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler besser kennenzulernen und einen ersten Eindruck ihres Niveaus gewinnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Meine Hauptaufgabe als deutsche Muttersprachlerin besteht darin die m\u00fcndliche F\u00e4higkeit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu trainieren, (was nicht immer so einfach ist, da es franz\u00f6sischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler oft an m\u00fcndlicher Spracherfahrung fehlt), dennoch sind meine Aufgaben sehr unterschiedlich.<\/p>\n<ul>\n<li>Im <strong>Lyc\u00e9e du Gresivaudan<\/strong> bereite ich einerseits Terminales-Sch\u00fcler auf das Abitur vor und simuliere sozusagen die m\u00fcndliche Abitur-Pr\u00fcfung mit ihnen (was teilweise sehr anstrengend und langweilig werden kann, vor allem wenn Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler immer dasselbe erz\u00e4hlen), anderseits arbeite ich auch mit einzelnen Sch\u00fclergruppen (2nde und 1\u00e8re) und versuche ganz \u201enormalen\u201c Deutschunterricht mit ihnen zu machen. Das Arbeiten mit einzelnen Gruppen macht mir im Lyc\u00e9e am meisten Spa\u00df, da einerseits die Organisation mit der Deutschlehrerin sehr gut klappt, sie sehr interessante und motivierende Inhalte und Medien f\u00fcr ihre Klassen aussucht und mir bei der Unterrichtsdurchf\u00fchrung freie Hand l\u00e4sst. Als sehr positiv empfinde ich auch, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Lyc\u00e9e sehr sympathisch und motiviert sind und sich meistens freuen mit mir Unterricht zu haben, so dass man wirklich das Gef\u00fchl hat, dass sie von mir profitieren.<\/li>\n<li>Im <strong>Coll\u00e8ge Terray<\/strong> arbeite ich auch mit der Deutschlehrerin zusammen und wir teilen uns h\u00e4ufig die Klasse oder ich bekomme kleinere Sch\u00fclergruppen \u00e0 8 SuS (bisher habe ich nur mit 3\u00e8mes gearbeitet). Meistens gibt auch hier die Lehrerin mir Themen vor und ich bereite dazu meinen eigenen Unterricht vor. Eine Zeit lang habe ich des Weiteren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf die deutsche Certification vorbereitet und auch hier kurze m\u00fcndliche Simulationspr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt. Die Arbeit an dieser Schule ist etwas anstrengend, da die Klassen relativ gro\u00df sind, das Niveau der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sehr unterschiedlich und das Verhalten einiger Sch\u00fcler etwas auff\u00e4llig ist. Alles in allem macht aber auch hier die Arbeit Spa\u00df.<\/li>\n<li>Am <strong>Coll\u00e8ge du Gr\u00e9sivaudan<\/strong> in Saint Ismier bereitet mir der Unterricht am meisten Freude! Zum einen liegt es an der Schule, die etwas kleiner und \u00fcbersichtlicher ist, zum anderen sind die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sehr motiviert und freuen sich immer wieder wenn sie mich sehen. An dieser Schule unterrichte ich alle Klassenstufen von der 6\u00e8me bis zur 3\u00e8me in Anwesenheit der Lehrkr\u00e4fte und bereite vorwiegend interaktive Aktivit\u00e4ten zu bestimmten Themen wie Freundschaft, Reisen, deutsche Feste, usw\u2026 vor, wobei ich manchmal den Eindruck habe, dass ich die SuS etwas \u00fcberfordere. Hier bekomme ich des Weiteren sehr viele Tipps und Feedback, da eine Lehrkraft auch Ausbilderin ist und wir nach den Stunden oft meinen Unterricht reflektieren. Au\u00dferdem habe ich am Coll\u00e8ge Gr\u00e9sivaudan die M\u00f6glichkeit mit einer Referendarin im Unterricht zu gehen, was mir f\u00fcr meine sp\u00e4tere Zukunft auch sehr weiterhilft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Mittagspause leite ich des Weiteren jede Woche eine Deutsch-AG, damit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch andere Aspekte der deutschen Kultur kennenlernen, die im Unterricht zu kurz kommen. Die Sch\u00fcler zeigen sehr gro\u00dfes Interesse und freuen sich jedes Mal aufs Neue, wenn sie was Neues an Deutschland entdecken. Meistens stehen Spiele, Lieder, Bastelaktionen, Videos, M\u00e4rchen und kleine Theaterst\u00fccke auf dem Plan.<\/p>\n<p>Ich genie\u00dfe die Arbeit als Assistentin sehr, da ich mich einbringen, viel ausprobieren kann und viel Neues dazu lerne. Es ist richtig sch\u00f6n eigene Gruppen zu haben und den Unterricht eigenst\u00e4ndig planen und ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Etwas schade finde ich, dass ich mit anderen Lehrern wenig Kontakt habe, da ich an den einzelnen Schulen immer nur 4 Stunden Unterricht habe und meistens nicht die Zeit habe im Lehrerzimmer zu gehen, weil ich schnell von einer zur anderen Schule flitzen muss.<a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_20151106_090112.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4833\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_20151106_090112-300x225.jpg\" alt=\"IMG_20151106_090112\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_20151106_090112-300x225.jpg 300w, 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