{"id":4789,"date":"2016-02-15T15:03:25","date_gmt":"2016-02-15T13:03:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=4789"},"modified":"2025-01-17T09:54:34","modified_gmt":"2025-01-17T07:54:34","slug":"arbeiten-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/arbeiten-in-london\/","title":{"rendered":"Arbeiten in London?"},"content":{"rendered":"<p>Mein Praktikum als Medizin PJler in London geht in die letzte Woche. Fazit? Mir hat die Arbeitsweise in englischen Krankenh\u00e4usern ganz ausgezeichnet gefallen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00fcrde ich deswegen in London als Assistenzarzt starten? Nein, w\u00fcrde ich nicht, nicht in London.<\/p>\n<p>Erst einmal zu den gro\u00dfen Vorteilen. Die \u00c4rzte haben vom Assistenten bis zum Prof deutlich weniger Stress. Als Facharzt hat man einfach 4 Tage die Woche Zeit, um der patientenbezogenen Forschung nachzugehen. In Deutschland ist Zeit f\u00fcr Forschung eher das, was man nach der Arbeit ab 6 Uhr hat. Es wird in London viel Wert auf die klinische Ausbildung gelegt. Die Hierarchien sind deutlich weniger steil. Jeder, vom Assistenten bis zum Prof, sitzt in den Ausbildungsbesprechungen zu komplexen klinischen F\u00e4llen. Jeder gibt sein Commitment und unliebsame Aufgaben werden nicht abgeschoben. Die Forschung am University College London ist grandios. Aus Sicht der klinischen Ausbildung und der wissenschaftlichen Optionen also sicher der Garten Eden!<\/p>\n<p>Was man aber nicht vergessen kann ist, dass man ja auch wohnen, essen und leben muss neben der Arbeit. Da geht es in London leider los mit den Problemen. Wohnen ist unheimlich teuer. Die Miete f\u00fcr 1 bis 2 Personen Appartments nah (15 min Tube) bei der Klinik liegt bei 2500 \u20ac &#8211; f\u00fcr kleine einfachverglaste Bruchbuden. Wenn man bedenkt, dass die \u00c4rzte als Assistenten pro Jahr 40000\u20ac verdienen, dann wei\u00df man schon wo das Geld hingeht.<\/p>\n<p>Ich habe eine Tochter und mein Sohn kommt im April. In Deutschland beschweren sich ja viele Leute \u00fcber die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Den Leuten kann ich nur raten, einfach ins Ausland zu schauen. Bei diesem Thema ist Deutschland einfach ein gro\u00dfartiges Land, das seinen B\u00fcrgern viel bietet.<\/p>\n<p>In London kostet Kinderbetreuung beispielsweise 2000 \u20ac pro Monat. Der Effekt von Wohnkosten und Betreuungskosten: Zwischen 20 und 30 haben kaum Londoner Kinder, weil sie es sich finanziell wirklich nicht ansatzweise leisten k\u00f6nnen. Mit einer Familie f\u00fcr die Assistenzarztzeit nach London zu ziehen ist also schlichtweg keine Option.<\/p>\n<p>London als Stadt ist ein sehr guter Mix aus Wohngegenden, gro\u00dfen Parks und einigen der gr\u00f6\u00dften und besten Museen Europas. Man kann super rausgehen und die Pubkultur kann einem nur sympathisch sein. Auf der anderen Seite sind da diese Tage, an denen 3 Z\u00fcge der Picardilly Line (Tube) morgens so voll an der Station halten, dass man schon viel Erfahrung bei Tetris haben muss, um sich auszumalen, wie da wer wieder rauskommt. Man m\u00f6chte einfach raus aufs Land und weg von L\u00e4rm und Menschenmenge.<\/p>\n<p>Fazit jetzt aber ma: Ich w\u00fcrde immer wieder im Studium hierher kommen. Solche Erfahrungen zu sammeln erweitert den Blick und nebenbei lernt man auch Leute aus der ganzen Welt kennen. Man lernt andere Lehrphilosophien und Gesundheitssysteme kennen. Man lernt die Eigenheiten anderer L\u00e4nder kennen und die eigenen zu hinterfragen. Letztendlich lernt man aber zu sch\u00e4tzen, dass man dort zu Hause ist, wo man gut mit seiner Familie leben und gut arbeiten kann. F\u00fcr mich k\u00f6nnte dies sp\u00e4ter durchaus Oxford oder Cambridge sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Praktikum als Medizin PJler in London geht in die letzte Woche. Fazit? 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