{"id":4479,"date":"2015-12-07T13:33:11","date_gmt":"2015-12-07T11:33:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=4479"},"modified":"2025-01-17T12:46:40","modified_gmt":"2025-01-17T10:46:40","slug":"vollzeit-im-internat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/vollzeit-im-internat\/","title":{"rendered":"Vollzeit im Internat!"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl ich hier an einem Internat angestellt bin, ist mein Arbeitsalltag ziemlich genau der einer Lehrerin. Morgens fr\u00fchst\u00fccke ich in der Schule und gehe dann zu Assemblies oder zu Form times, was bedeutet, dass die Klassen in ihren R\u00e4umen sind und mit ihren Tutoren still arbeiten oder Dinge kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Form time beginnt um zwanzig nach acht und um neun f\u00e4ngt die erste Unterrichtsstunde an. Um zehn gibt es eine kleine Pause und um halb eins gibt es Mittagessen. Danach ist von halb zwei bis vier Uhr erneut Unterricht und im Anschluss gibt es Clubs und Aktivit\u00e4ten. Auch in der Mittagspause gibt es Aktivit\u00e4ten, die von den Lehrern geleitet werden. Um sechs Uhr ist der offizielle Schultag vor\u00fcber und die Tageskinder werden von Bussen oder ihren Eltern abgeholt. Die \u201eBoarder\u201c essen zu Abend und gehen im Anschluss in ihre Wohnh\u00e4user. Hier beginnt der einzige Unterschied zum normalen Lehrerdasein, meine Schichten in den Wohnh\u00e4usern. Wenn ich &#8220;boarding duties&#8221; habe, ist das der Zeitpunkt, an dem ich meine Schicht anfange. Ich begleite die M\u00e4dchen zu ihren Wohnh\u00e4usern und abh\u00e4ngig vom Alter der Kinder helfe ich mit den Hausaufgaben, beim fertig machen f\u00fcr\u2019s Bett oder rede einfach nur mit ihnen. Manchmal wird ein Film geschaut oder es gibt eine besondere Aktion wie Backen oder Basteln.<\/p>\n<p>Wenn die M\u00e4dchen dann alle auf einer Liste abgehakt und im Bett sind, ist meine Schicht vorbei und ich kann ebenfalls ins Bett gehen. Die Wohnh\u00e4user haben einen Extraraum f\u00fcr diese Schichten. Nur die M\u00e4dchen in der 6th Form, die also in der 12ten und 13ten Klasse sind, haben keine festen Bettzeiten. Aber auch ihre Anwesenheit wird um etwa zehn Uhr \u00fcberpr\u00fcft und dann ist die Schicht zu Ende.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen werden die Kinder um circa sieben Uhr geweckt und um halb acht geht man gemeinsam zum Fr\u00fchst\u00fcck und dann geht das Ganze von vorne los. Sofern man einen vollen Tag Unterricht hat und anschlie\u00dfend Boarding-Schicht, kann das ganz sch\u00f6n anstrengend sein am n\u00e4chsten Tag. Die erste Woche an der Schule war ich permanent \u00fcberm\u00fcdet und konnte mich zu nichts aufraffen, aber in der zweiten Woche gew\u00f6hnte ich mich langsam an den Rhythmus. Jetzt ist es eigentlich kaum noch ein Problem. Am Ende der Woche ist man zwar ersch\u00f6pft, aber man kommt ganz gut durch. Allerdings bleibt zwischen dem normalen Unterrichtsalltag und den Schichten in den Wohnh\u00e4usern kaum noch Freizeit, da ich auch h\u00e4ufig Schichten am Wochenende \u00fcbernehme, da diese mir im Gegensatz zu allem anderen bezahlt werden.<\/p>\n<p>Der Unterricht in Deutsch findet meist in sehr kleinen Gruppen statt, da es ein Wahlfach ist. Unsere kleinste Gruppe besteht aus sechs Sch\u00fclern in der 12ten Klasse, es gab aber auch schon 12te Jahrg\u00e4nge, in denen nur zwei Sch\u00fcler Deutsch gew\u00e4hlt haben. Der Unterricht ist immer an ein Lehrbuch gebunden und freie Themenwahl gibt es nicht, da alle Themen in den Pr\u00fcfungen festgelegt sind. Das ist etwas frustrierend, da die Lehrb\u00fccher oft sehr alt sind und die Themen nicht mehr aktuell. Gerade was Technik angeht, ist es kaum noch interessant f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen, denn im Zeitalter von iPads will kaum noch einer \u00fcber eine in \u201eZukunft\u201c gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Fernsehkan\u00e4len reden. Und trotzdem muss es getan werden, damit das Vokabular vorhanden ist. Allerdings steht wohl eine Erneuerung der Lehrpl\u00e4ne an, die das ganze etwas lockerer und flexibler gestalten soll.<\/p>\n<p>Es wird gro\u00dfen Wert auf Sprachverm\u00f6gen gelegt, das m\u00fcndliche Niveau der Sch\u00fclerinnen ist sehr hoch! Zugleich gibt es allerdings keine Noten f\u00fcr m\u00fcndliche Mitarbeit und auch die Hausaufgaben sind recht zahm, Analysen oder l\u00e4ngere Texte und auch Klassenarbeiten werden kaum oder gar nicht geschrieben. Trotzdem schaffen es die Sch\u00fcler teilweise nicht rechtzeitig ihre Hausaufgaben zu erledigen, weil ihre Tage sehr voll und manchmal auch stressig und lang sind. In diesen F\u00e4llen gibt es meist eher eine erneute Verhandlung um den Abgabezeitpunkt, aber Konsequenzen gibt es selten.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fclerinnen sind allesamt h\u00f6flich, freundlich und motiviert. Nur selten gibt es wirklich Probleme mit einer Sch\u00fclerin und dann werden meist alle Beteiligten einbezogen, um die Ursache zu finden. In dieser Hinsicht ist die Schule sehr weit fortgeschritten. Gleichzeitig w\u00e4ren Konsequenzen hin und wieder sicherlich auch gar nicht so schlecht manchmal.<\/p>\n<p>Das Arbeitsklima unter den Kollegen ist total gut und wenn man Unterst\u00fctzung braucht, ist immer jemand da, der helfen kann. Besonders das habe ich unheimlich zu sch\u00e4tzen gelernt, man kann jeden um Hilfe bitten und alle tun ihr Bestes. Als Anf\u00e4nger in diesem Beruf ist das ein sehr gro\u00dfer Vorteil, besonders wenn man vielleicht einfach nur einen guten Rat braucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl ich hier an einem Internat angestellt bin, ist mein Arbeitsalltag ziemlich genau der einer Lehrerin. 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