{"id":4213,"date":"2015-11-07T14:22:53","date_gmt":"2015-11-07T12:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=4213"},"modified":"2025-01-17T12:26:34","modified_gmt":"2025-01-17T10:26:34","slug":"faszination-schmierpapier-mein-praktikum-an-einer-britischen-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/faszination-schmierpapier-mein-praktikum-an-einer-britischen-schule\/","title":{"rendered":"Faszination Schmierpapier &#8211; Mein Praktikum an einer britischen Schule"},"content":{"rendered":"<p>9 Wochen bin ich bereits in England. Vor 9 Wochen, am 6. September, war ich ganz schrecklich aufgeregt. Bauchschmerzen, Schwei\u00dfausbr\u00fcche, aber auch Vorfreude.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nur die Ersch\u00f6pfung der neuen Eindr\u00fccke und der viele Tee konnten mich in der Nacht vor meinem ersten Praktikumstag in den Schlaf bringen. Aber siehe da: an \u201eMiss (Lisa)\u201c habe ich mich erstaunlich schnell gew\u00f6hnt!<br \/>\nSchule in England ist anders als in Deutschland, das kann man sagen. Was als allererstes ins Auge springt, sind \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 die Schuluniformen.<\/p>\n<p>Die Jungs tragen eine Anzughose, Hemd, Blazer, Krawatte und schicke Schuhe (Turnschuhe und Sneakers sind ausgeschlossen). M\u00e4dchen tragen einen knielangen Rock, eine Bluse, Blazer, Krawatte und meistens Ballerinas. Die Blazer sind mit dem Schulabzeichen versehen und das Farbspektrum beinhaltet blo\u00df hellblau, dunkelblau, grau und schwarz. Abgesehen von Uhren ist Schmuck nicht erlaubt \u2013 au\u00dfer ein paar schlichte Ohrstecker vielleicht. Sobald die Sch\u00fclerInnen in die Oberstufe kommen, sind die Regeln lockerer. Nagellack f\u00fcr M\u00e4dchen ist erlaubt und auch d\u00fcrfen sie ihre Kleidung selbst w\u00e4hlen \u2013 vorausgesetzt sie ist weiterhin schick. So sind sie nicht mehr dazu verpflichtet, einen Blazer mit Schulabzeichen zu tragen, aber Jeans oder Turnschuhe sind weiterhin nicht erlaubt. Jungs haben bis zum Ende ihrer Schulkarriere darauf zu achten, keinen Bartwuchs im Gesicht zu haben. Viele Sch\u00fclerInnen, vor allem die j\u00fcngeren Klassen, wollten mir nicht glauben, als ich sagte, dass man in Deutschland tragen darf, was man will. V\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, gar unvorstellbar f\u00fcr die Sch\u00fclerInnen hier. Die Meisten finden die Uniform n\u00e4mlich ziemlich unbequem, aber das war\u2019s auch. Beschweren tut sich hier niemand \u2013 die Mehrheit spricht sich sogar daf\u00fcr aus. Ich als Lehrperson muss ebenfalls auf mein \u00c4u\u00dferes achten. Wir m\u00fcssen auch schicke Kleidung tragen. Jeans oder Turnschuhe sind f\u00fcr uns ebenso unangebracht wie f\u00fcr Sch\u00fclerInnen. Aber das ist \u00fcberhaupt kein Thema: sobald man sieht, dass jeder LehrerIn im Anzug unterrichtet, ist das \u201eOverdressed-Gef\u00fchl\u201c ganz schnell verflogen!<br \/>\nNun zum Schulalltag. Um 8:35 Uhr beginnt f\u00fcr die Sch\u00fclerInnen mit der sogenannten Formtime (Klassenzeit) der Tag. Hier werden wichtige (aktuelle) Themen besprochen, oder einfach nur gecheckt, ob alle Kinder anwesend sind. Klassen in dem Sinne wie wir sie kennen, gibt es hier allerdings nicht.<br \/>\nIn jedem Fach sind die Sch\u00fclerInnen in Leistungsklassen aufgeteilt, \u00e4hnlich wie Leistungs- und Grundkurse. Sobald die Sch\u00fclerInnen auf die neue Schule kommen, sind sie dazu verpflichtet, 2 moderne Fremdsprachen zu lernen (gew\u00e4hlt werden kann: Franz\u00f6sisch, Spanisch und\/ oder Deutsch). Bevor die Kinder allerdings die Sprache wirklich lernen, m\u00fcssen sie einen sogenannten Aptitude Test (\u201eTalent Test\u201c) absolvieren, der einsch\u00e4tzt wie gro\u00df ihr Talent ist, neue Sprachen zu erlernen. Die Besten kommen in die sogenannten \u201etop-set\u201c-Klassen und die anderen in die \u201elower-set\u201c-Klassen. Je nachdem wie viele Sch\u00fclerInnen in einem Jahrgang sind, gibt es vier verschieden leistungsstarke Klassen oder auch mal weniger.<br \/>\nIch werde Foreign Language Assistant genannt und helfe den Kindern haupts\u00e4chlich dabei, Deutsch zu lernen oder zu verbessern. Ich unterrichte Kleingruppen, gebe Einzelunterricht und helfe auch im Unterricht mit (team teaching). Ich habe einen Einblick in alle Altersklassen und wurde von allen herzlich aufgenommen. Das Lieblingswort der j\u00fcngeren Kinder ist Schmierpapier. Noch nie zuvor habe ich dieses Wort mit so viel Enthusiamsus, mit so vielen verschiedenen Intonationen und mit einem so britischen Akzent geh\u00f6rt wie in den j\u00fcngsten Klassen. Smirrrpapiiiiiiiierrrrrr &#8211; ich werde es nie mehr so sehen wie fr\u00fcher&#8230;<br \/>\nViele, die schon mal schlechte Erfahrungen in Praktika gemacht haben, wissen, dass man sich oft einfach wie ein Klotz am Bein f\u00fchlt. Aber hier scheint jeder mehr als gl\u00fccklich dar\u00fcber zu sein, einen Muttersprachler im Department of Modern Languages zu haben. Auch wenn die Sch\u00fclerInnen am Anfang sehr sch\u00fcchtern und zur\u00fcckhaltend waren, als sie das erste Mal mit mir sprechen \u201emussten\u201c, wurde ihnen schnell bewusst, dass ich vielleicht besser Deutsch spreche als sie, sie aber daf\u00fcr besser Englisch. So glich sich alles ein wenig aus und anf\u00e4ngliche Sorgen (auch meinerseits) waren schnell verflogen. Was ich besonders an meinem Praktikum mag, ist die Wertsch\u00e4tzung, die ich t\u00e4glich von vielen Seiten zu sp\u00fcren bekomme.<br \/>\nWenn ich mal nicht durch das Department of Modern Languages h\u00fcpfe, helfe ich vermutlich bei administrativen Aufgaben, korrigiere Essays im Lehrerzimmer oder bin vielleicht in der Werkstatt und helfe den Kindern in Technik (D.T.) ihre eigenen Musikboxen aus Holz zu bauen\u2026 aber vielleicht bin ich auch einfach schnell auf meinen Besen gesprungen, um mich im kalten November bei einem Butterbier aufzuw\u00e4rmen.<br \/>\nLisa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9 Wochen bin ich bereits in England. Vor 9 Wochen, am 6. September, war ich ganz schrecklich aufgeregt. 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