{"id":2998,"date":"2015-03-05T14:46:03","date_gmt":"2015-03-05T12:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=2998"},"modified":"2019-08-26T14:01:45","modified_gmt":"2019-08-26T12:01:45","slug":"madrid-ein-kleiner-einblick-in-eine-grosse-arbeitswelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/madrid-ein-kleiner-einblick-in-eine-grosse-arbeitswelt\/","title":{"rendered":"Madrid \u2013 Ein kleiner Einblick in eine gro\u00dfe Arbeitswelt"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin Studentin deutscher und romanischer Philologie und absolviere zur Zeit ein Praktikum an der Universidad Complutense in Madrid. Nachdem ich mich einige Male vorgestellt habe, sich die anf\u00e4ngliche Aufregung auf meiner sowie auch auf der Seite der Studenten der Alem\u00e1n-Kurse gelegt hat und diese sowohl mittlerweile meinen Namen kennen (was die Aussprache betrifft, so ist das nicht nur in Bezug auf meinen oder viele andere deutsche Namen und W\u00f6rter ein anderes Kapitel) als auch ich viele ihrer Namen kenne, beginnen die meisten Arbeitstage wie gew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe mich an das langsame Sprechniveau gew\u00f6hnt, das in den meisten Anf\u00e4ngerkursen Standard ist, und hospitiere in verschiedenen Kursen, in denen Deutsch als Fremdsprache gelehrt wird. Das erweist sich nicht immer als einfach und ich muss als Muttersprachlerin ehrlich gestehen, dass ich selbst nicht mit den Studenten tauschen m\u00f6chte, erscheint mir doch das Erlernen der deutschen Sprache als mit einem sehr hohen Arbeitsaufwand, gro\u00dfer Ausspracheschwierigkeiten, einer komplexen Grammatik und Geduld seitens der Studenten und auch der Dozenten verbunden. Als Praktikantin hingegen gef\u00e4llt es mir immer mehr, meine eigene Muttersprache den Studenten n\u00e4herzubringen, die sich f\u00fcr diese und die deutsche Kultur interessieren und bestrebt sind, viel Zeit und Flei\u00df zu investieren, um zun\u00e4chst auch nur einfache S\u00e4tze formulieren zu k\u00f6nnen. Fragen wie \u201eWoher kommt das \u201ees\u201c in \u201eWie geht es dir?\u201c\u201c sind dabei t\u00e4glich Brot und erfordern nicht nur grammatikalisches Wissen, sondern auch Spontanit\u00e4t, dieses gegebenenfalls auf unterschiedliche Weise mehrmals erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, das mich pers\u00f6nlich vor eine zuvor unbekannte Aufgabe gestellt und auch das Interesse f\u00fcr meine eigene Muttersprache mehr geweckt hat.<\/p>\n<p>Dazu habe ich neben der Hospitation mit den anderen Praktikantinnen an der Universit\u00e4t ein Tutorium eingerichtet, zu welchem die Studenten kommen und dort gezielt Fragen stellen oder \u00dcbungen zu grammatischen Themen machen k\u00f6nnen, die ihnen nicht klar sind oder mehr \u00dcbung erfordern. Damit sie Deutsch auch als eine lebendige Sprache erfahren und bei sich selbst Lernerfolge feststellen k\u00f6nnen, bieten die anderen Praktikantinnen und ich an der Universit\u00e4t neben dem Tutorium einen w\u00f6chentlichen Kinokurs an, in welchem deutsche Filme mit spanischem Untertitel gezeigt werden. Neben kleinen Aufgaben oder Konversationsspielen, die ich \u00fcbernehmen und mit den Studenten in den Deutschkursen durchf\u00fchren kann, habe ich au\u00dferdem in Zusammenarbeit mit den anderen Praktikantinnen einen Tandemabend eingerichtet, in welchem spanische und deutsche Muttersprachler die M\u00f6glichkeit haben sich kennenzulernen, kleine Konversationsspiele zu spielen oder einfach ihre Deutschkenntnisse verbessern zu k\u00f6nnen, um ggf. einen Tandempartner zu finden oder um der jeweils anderen Sprache etwas n\u00e4herzukommen und diese zu praktizieren.<\/p>\n<p>Da der Hospitationsanteil im Unterricht leider relativ gro\u00df ist, konnte mich eine Dozentin der deutschen Abteilung an eine Schule vermitteln, an welcher ich nun ein zus\u00e4tzliches Praktikum absolviere, um so mehr praktische Erfahrungen im Unterricht erlangen und auch einen Unterschied zwischen dem universit\u00e4ren und dem schulischen Deutschunterricht erkennen zu k\u00f6nnen. Auch wenn mir der universit\u00e4re Unterricht als Studentin selbst gut bekannt ist, so ist es doch etwas anderes zu beobachten, wie die deutsche Sprache als Unterrichtsgegenstand vermittelt wird, welche Probleme sich den Studenten oder Sch\u00fclern ergeben, welche grammatischen Themen besonders erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig sind und vor allem, wie man als Lehrperson trotz gro\u00dfer Ausspracheschwierigkeiten und gro\u00dfem Arbeitsaufwand stets versucht, die Studenten oder Sch\u00fcler zu motivieren und ihnen Deutsch als lebendige Sprache, mit der man Spa\u00df haben und durchaus Lernerfolge erzielen kann, zu vermitteln.<\/p>\n<p>Auch wenn ich mir gew\u00fcnscht h\u00e4tte, mich noch mehr selbst im Unterricht ausprobieren zu k\u00f6nnen, so muss ich sagen, dass ich mit diesen beiden Teilen des Praktikums zufrieden bin und besonders der Vergleich zwischen schulischem und universit\u00e4rem Unterricht, in dem Deutsch als Fremdsprache gelehrt wird, interessant zu beobachten und daran mitzuarbeiten ist.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche jedem, der in Zukunft ein Praktikum an einer Schule oder einer weiteren Bildungseinrichtung absolviert, viel Erfolg und interessante Einblicke sowie die M\u00f6glichkeit, sich selbst f\u00fcr die eigene berufliche Zukunft auf die Probe stellen und am Unterricht sowie dessen Organisation mitwirken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin Studentin deutscher und romanischer Philologie und absolviere zur Zeit ein Praktikum an der Universidad Complutense in Madrid. 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