{"id":2343,"date":"2014-11-24T12:12:53","date_gmt":"2014-11-24T10:12:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=2343"},"modified":"2019-07-22T14:24:26","modified_gmt":"2019-07-22T12:24:26","slug":"schottland-nur-kilt-und-whiskey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/schottland-nur-kilt-und-whiskey\/","title":{"rendered":"Schottland \u2013 nur Kilt und Whiskey?"},"content":{"rendered":"<p>Ich befinde mich gerade in Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands. Sie befindet sich an einem Meeresarm mit dem wohlklingenden Namen Firth of Forth und hat \u2013 was viele sicherlich als verwunderlich ansehen werden\u00a0\u2013 sogar einen Sandstrand im Stadtteil Portobello zu bieten. Das Klima ist allerdings zu dieser Jahreszeit , mitten im November, nicht besonders gut zum Baden geeignet. Aber wer kommt auch schon zum Baden nach Edinburgh? Die Stadt, die mit knapp 500.000 Einwohnern eine f\u00fcr hauptst\u00e4dtische Verh\u00e4ltnisse \u00fcberschaubare Anzahl an Bewohnern vorweisen kann, hat auch ohne Badeparadies genug zu bieten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren die f\u00fcr Schottland und Irland typischen Pubs, die oftmals mit Kitsch und Antiquit\u00e4ten vollgestopften Wohnzimmern gleichen. Dazu geh\u00f6rt auch die gem\u00fctliche Architektur, die einem den Eindruck vermittelt, als best\u00fcnden 90% aller aller Geb\u00e4ude Edinburghs aus majest\u00e4tischen Altbauten mit hohen Decken, Parkettb\u00f6den und Stuck. Das verleiht Edinburgh einen einzigartigen, und besonders in den kalten Wintermonaten auffallend h\u00e4uslichen Charme. Auch touristische Bed\u00fcrfnisse kann man mit Besuchen des Edinburgh Castles, des Zoos, Carlton Hills und Arthur&#8217;s Seat und anderer Sehensw\u00fcrdigkeiten befriedigen.<\/p>\n<p>Was mir in Schottland besonders schnell auffiel ist, dass die Menschen um Einiges freundlicher und h\u00f6flicher sind als in Deutschland. Man begr\u00fc\u00dft sich mit &#8220;How are you doing?&#8221; und wartet auch wirklich die Antwort ab. Dabei ist es auch kein Problem oder Grund f\u00fcr eine peinliche Stille wenn man mal &#8220;not too good today&#8221; antwortet. Das fand ich im Gegensatz zu den eher oberfl\u00e4chlichen amerikanischen Verh\u00e4ltnissen besonders angenehm. An der Bushaltestelle stellt man sich schon an, bevor der Bus \u00fcberhaupt angekommen ist, dr\u00e4ngelt sich nicht vor und begr\u00fc\u00dft und bedankt sich beim Busfahrer, wenn man aussteigt. Das mag einem beinahe \u00fcbertrieben vorkommen, mir ist es jedoch positiv aufgefallen. Apropos Busse: Edinburgh hat ein ausgezeichnetes Busliniennetz und seit Mai 2014 sogar eine Tram. F\u00fcr die meisten Fahrtziele muss man nicht umsteigen, die Busse kommen meist alle zehn Minuten. Man sollte jedoch immer Kleingeld bereithalten, da man das Ticket f\u00fcr die Fahrt beim Busfahrer sofort passend\u00a0 bezahlen muss. Allerdings w\u00fcrde ich jedem, der wie ich l\u00e4nger in Edinburgh bleibt, den Kauf der sogenannten RidaCard der Edinburgher Busgesellschaft Lothian Buses empfehlen. Das ist nicht nur viel g\u00fcnstiger, sondern erspart einem auch die l\u00e4stige Jagd nach Kleingeld. Wenn man sich f\u00fcr ein Praktikum oder Auslandssemester in Edinburgh entscheidet, sollte man sich fr\u00fch um eine Unterkunft bem\u00fchen, da die Wohnungssituation um den Semesteranfang oft sehr ung\u00fcnstig ist. Um diese Jahreszeit findet n\u00e4mlich auch das Fringe Festival statt, das die Einwohnerzahl vor\u00fcbergehend verdoppelt, freie Zimmer rar werden und die Mietpreise steigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wer abends mal auf einen Whiskey oder Pint ausgehen will, dem sei der Grass Market ans Herz gelegt, eine Kneipenmeile nahe der Innenstadt. Ausgelassene Nachtschw\u00e4rmer werden allerdings nur gl\u00fccklich, wenn sie fr\u00fch am Abend anfangen, da die meisten Pubs und Bars um 1 Uhr schlie\u00dfen, einige wenige Diskos auch l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Zum Abschluss dieses Beitrages will ich eine meiner Meinung nach \u00e4u\u00dferst witzige Anekdote zum Besten geben: Das Nationalgericht der Schotten, der Haggis, ein mit Schafsinnereien, Zwiebeln und Hafermehl gef\u00fcllter Schafsmagen ist sicherlich Geschmackssache. Viele Touristen glauben allerdings, dass es sich bei Haggis um eine eigene Spezies handelt. Deswegen scheinen sich einige Schotten einen Mythos \u00fcber eine absurde Tierart ausgedacht zu haben, die sich hartn\u00e4ckig in den K\u00f6pfen einiger Touristen h\u00e4lt. Der Haggis, ein nagetier\u00e4hnliches Wesen, das mit wissenschaftlichem Namen Haggis Scoticus hei\u00dft, hat\u00a0 eine besondere anatomische Eigenschaft: die Beine einer Seite sind l\u00e4nger als die der anderen Seite. Dies ist der Anpassung an den Lebensraum der Haggis, n\u00e4mlich der Highlands geschuldet. Mit den unterschiedlich langen Beinen l\u00e4sst es sich n\u00e4mlich ganz vorz\u00fcglich um die steilen H\u00e4nge der H\u00fcgel und Berge rennen, allerdings immer nur in eine Richtung. Es gibt zwei verschiedene Unterarten des Haggis Scotticus: eine, bei dem das rechte Vorder- und Hinterbein l\u00e4nger ist als ihre linken Gegenst\u00fccke; diese Art kann nur gegen den Uhrzeigersinn um die H\u00fcgel rennen; bei der anderen Unterart verh\u00e4lt es sich umgekehrt. Die beiden Arten vermischen sich nicht, da das M\u00e4nnchen bei der Paarung mit einem Weibchen der anderen Art das Gleichgewicht verliert und den Hang herunterrollt. Wird ein Haggis von einem Raubtier bedroht, kann es nat\u00fcrlich auch nicht umdrehen, sondern muss sein Heil in der Flucht nach vorne suchen. Einer Studie zufolge sollen drei\u00dfig Prozent der US-amerikanischen Schottlandtouristen an die Existenz des Haggis Scoticus glauben. In der Kelvingrove Gallery in Edinburgh kann man das Modell eines Haggis Scoticus bewundern&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich befinde mich gerade in Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands. Sie befindet sich an einem Meeresarm mit dem wohlklingenden Namen Firth of Forth und hat \u2013 was viele sicherlich als verwunderlich ansehen werden\u00a0\u2013 sogar einen Sandstrand im Stadtteil Portobello zu bieten. 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