{"id":22535,"date":"2026-11-04T10:51:54","date_gmt":"2026-11-04T08:51:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=22535"},"modified":"2026-11-04T10:51:54","modified_gmt":"2026-11-04T08:51:54","slug":"pjler-unterassistent-im-spital-davos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/pjler-unterassistent-im-spital-davos\/","title":{"rendered":"PJler\/ Unterassistent im Spital Davos"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich habe hier vier Monate im Spital Davos gearbeitet. Das Spital hat vor allem eine internistische und eine chirurgische Abteilung sowie eine gemischte Notaufnahme. Zus\u00e4tzlich ist eine haus\u00e4rztliche Praxis mit sportmedizinischem Fokus angebunden, was in einer so sportverr\u00fcckten Stadt nat\u00fcrlich Sinn ergibt.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein gro\u00dfer Unterschied zu Deutschland zeigt sich schon beim Namen: PJler hei\u00dfen hier Unterassistenten, und so wie ich es erlebt habe, wird man auch deutlich mehr in den Arbeitsalltag integriert und bekommt mehr Verantwortung. Vertraglich vereinbart waren 50 Wochenstunden plus regelm\u00e4\u00dfige Bereitschafts- und Wochenenddienste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als Unterassistent in der Inneren Medizin hatte man entweder Dienste auf der internistischen Station oder in der gemischten Notaufnahme, meist rund zehn Stunden an f\u00fcnf Tagen die Woche. Die Zeit verging aber fast immer schnell, weil man viel zu tun hatte, enorm viel gelernt hat und direkt mittendrin war. Wenn nichts zu tun war, durfte man auch mal fr\u00fcher gehen und das gute Wetter genie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein typischer Stationstag bestand darin, die eigenen Patientinnen und Patienten mit internistischen Beschwerden zu betreuen. Es begann morgens mit der Besprechung aller station\u00e4ren Patienten, danach die Visite und darauf folgte dann die station\u00e4re Arbeit: Medikamente optimieren, weitere diagnostische Schritte und Therapien evaluieren und mitentscheiden, ob jemand entlassen, ambulant weiterbehandelt oder doch l\u00e4nger im Haus behalten werden kann. Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch die weniger glamour\u00f6se B\u00fcroarbeit: Arztbriefe und andere Dokumente verfassen, mit Haus\u00e4rzten telefonieren und Unterlagen anfordern, um die bestm\u00f6gliche Versorgung sicherzustellen. Mittags gab es eine erneute Besprechung der Patienten mit anschlie\u00dfender Fortbildung und im Nachmittag wurden die ganzen besprochenen Vorhaben ausgef\u00fchrt und geplant.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der Notaufnahme war dagegen jeder Tag anders. Mal chirurgisch, etwa ein Wanderunfall oder ein Sturz vom Mountainbike, mal internistische Notf\u00e4lle wie ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie, dazu p\u00e4diatrische und gyn\u00e4kologische F\u00e4lle, also ein wirklich breites Spektrum von allem. Das Sch\u00f6ne war, dass man oft den Erstkontakt mit den Patientinnen und Patienten hatte, aktiv mitdenken und unter R\u00fccksprache selbst bei Diagnostik und Therapie mitentscheiden durfte. Und dabei wurde man ganz essentiell in die Entscheidungsfindung mit eingebunden.<\/span><\/p>\n<p>Wenn es die Zeit zulie\u00df, durfte ich au\u00dferdem bei diversen Sprechstunden dabei sein und grunds\u00e4tzlich \u00fcberall reinschauen, sei es kardiologisch, pneumologisch, sportmedizinisch, gastroenterologisch. Gerade der sportmedizinische Fokus hat mich als sportbegeisterten Menschen besonders gereizt, und dass man mich so offen \u00fcberall mitnehmen und lernen lie\u00df, hat die Zeit fachlich noch einmal enorm bereichert.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Was die Zeit zus\u00e4tzlich so angenehm gemacht hat, war das Team. Die Stimmung im ganzen Haus war kollegial, man war von Tag eins \u00fcberall auf \u201edu&#8221;, und gerade mit den Assistenz\u00e4rztinnen und -\u00e4rzten hat man auch privat viel unternommen, w\u00e4hrend der Kontakt zu Ober- und Chef\u00e4rzten genauso angenehm war. Die Hierarchien waren insgesamt sehr flach, sodass man sich auch als Unterassistent wohl und wertgesch\u00e4tzt gef\u00fchlt hat. Dazu gab es regelm\u00e4\u00dfig Fortbildungen der Ober\u00e4rzte, und auch man selbst musste als Unterassistent regelm\u00e4\u00dfig kurze Pr\u00e4sentationen zu selbstgew\u00e4hlten Themen vorbereiten, die hier liebevoll \u201eKnorrli&#8221; hei\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das vielleicht Coolste war aber, das theoretische Wissen aus dem Studium und besonders aus der Vorbereitung aufs zweite Staatsexamen endlich praktisch anwenden zu k\u00f6nnen. Gerade bei komplizierten F\u00e4llen mit \u00e4lteren oder mehrfach erkrankten Patientinnen und Patienten konnte man die Krankheitsbilder, die man sonst nur aus dem Buch kennt, aktiv sehen, einordnen und mitbehandeln. Genau daf\u00fcr macht man das Ganze.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe hier vier Monate im Spital Davos gearbeitet. 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