{"id":21998,"date":"2026-06-12T11:59:37","date_gmt":"2026-06-12T09:59:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=21998"},"modified":"2026-06-12T11:59:37","modified_gmt":"2026-06-12T09:59:37","slug":"zwei-monate-malawi-zwischen-klinikalltag-abenteuer-und-selbstreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/zwei-monate-malawi-zwischen-klinikalltag-abenteuer-und-selbstreflexion\/","title":{"rendered":"Zwei Monate Malawi \u2013 zwischen Klinikalltag, Abenteuer und Selbstreflexion"},"content":{"rendered":"<p>Als ich f\u00fcr einen Teil meines Praktischen Jahres nach Malawi flog, hatte ich vor allem drei Erwartungen: ein neues Gesundheitssystem kennenlernen, medizinisch dazulernen und meine gewohnte Umgebung verlassen und aus meiner Komfortzone treten. Bekommen habe ich all das \u2013 plus verloren gegangenes Gep\u00e4ck, Lebensmittelvergiftungen und einige existenzielle Gedanken zum Thema globale Gesundheit.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Ankommen in einem neuen Alltag<\/strong><\/p>\n<p>Die zwei Monate verbrachte ich am Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre, haupts\u00e4chlich in der Chirurgie, aber auch in der Geburtshilfe. Das Praktikum war wirklich gut organisiert, sodass ich schnell in den Klinikalltag integriert wurde. Besonders sch\u00f6n war auch der enge Kontakt zu den lokalen Medizinstudierenden. Neben der gemeinsamen Visite verbrachten wir auch Zeit au\u00dferhalb des Krankenhauses miteinander und gingen gemeinsam Mittagessen.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c.jpeg  data-size=\"{&quot;w&quot;:768,&quot;h&quot;:1024}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-22002 alignleft\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"268\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c-600x800.jpeg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c-380x507.jpeg 380w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c-247x330.jpeg 247w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/C54C0AA0-4B7D-4C22-A0B3-FC79BB1F0D6E_1_105_c.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><\/a>Die Arbeit in der Klinik empfand ich auf vielen Ebenen als sehr herausfordernd. Neben den medizinischen Aufgaben musste ich mich zun\u00e4chst, in einem f\u00fcr mich unbekannten Gesundheitssystem, orientieren: neue Abl\u00e4ufe, Kommunikation und Ressourcen. Dazu kamen die Verst\u00e4ndigung auf Englisch und Chichewa, die mir im Klinikalltag begegneten. Das Anpassen, Beobachten und Dazulernen machte die Arbeit spannend \u2013 und manchmal auch herausfordernd.<\/p>\n<p>Untergekommen bin ich in einer Unterkunft am Rand von Blantyre. Dort wohnten zahlreiche internationale Studierende und medizinisches Personal zusammen. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit entstanden enge Freund*innenschaften, die meinen Alltag in Malawi sehr gepr\u00e4gt haben. Wir haben nicht nur viel Zeit in der Klinik zusammen verbracht, sondern auch danach \u00fcber viele Dinge gesprochen, die wir erlebt hatten und somit hat sich immer ein offenes Ohr gefunden, wenn man irgendwelche Sorgen hatte.<\/p>\n<p><strong>Zwischen Lernen und Zweifeln<\/strong><\/p>\n<p>Neben vielen positiven Eindr\u00fccken gab es nat\u00fcrlich auch Aspekte, die mich nachdenklich stimmten. Immer wieder stellte sich die Frage, ob und wenn ja wie internationale Ausbildungsaufenthalte einen nachhaltigen Beitrag leisten k\u00f6nnen oder ob sie teilweise eher den Lerninteressen der Auszubildenden dienen. Themen wie White Saviorism und Nachhaltigkeit begegneten uns t\u00e4glich im Alltag, sowohl auf der\u00a0Arbeit, als auch unterwegs bei international gef\u00f6rderten Projekten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-21999 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"462\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c-600x400.jpeg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c-800x533.jpeg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/46BF6DD1-0E5C-41CC-8D54-6E267D819F44_1_105_c.jpeg 1086w\" sizes=\"(max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/p>\n<p>Ich habe bis jetzt keine abschlie\u00dfenden Antworten auf diese Fragen gefunden. Die Zeit in Malawi hat mir jedoch gezeigt, wie wichtig es ist, die eigene Rolle kritisch zu hinterfragen und zuzuh\u00f6ren. F\u00fcr mich war diese Reflexion ein wesentlicher und immer wiederkehrender Bestandteil meines Aufenthaltes.<\/p>\n<p><strong>Malawi au\u00dferhalb des Krankenhauses<\/strong><\/p>\n<p>Mindestens ebenso pr\u00e4gend wie die Arbeit im Krankenhaus war das Kennenlernen des Landes. Nicht nur eine neue Landschaft, sondern eine komplett andere Politik und Wirtschaft sorgten daf\u00fcr, dass man tagt\u00e4glich was dazulernte.<\/p>\n<p>Herausforderungen im Alltag waren vor allem die Suche nach sicheren Lebensmitteln, um der n\u00e4chsten Lebensmittelvergiftung aus dem Weg zu gehen und der Versuch einer m\u00f6glichst ausgewogenen Ern\u00e4hrung bei t\u00e4glich steigenden Preisen bei hoher Inflation und teuren Importprodukten (eine Packung Haferflocken kostete beispielsweise zw\u00f6lf Euro).<\/p>\n<p>An den Wochenenden blieb genug Zeit, um die Gegend au\u00dferhalb von Blantyre kennenzulernen. Gemeinsam mit Freund*innen mietete ich ein Auto und wir erkundeten die Umgebung. Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen z\u00e4hlten definitiv der Lake Malawi, das Zomba Plateau und der Majete National Park.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-22001 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"410\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-600x400.jpeg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o-800x533.jpeg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/D22D942C-4B7C-4984-90AE-10863FF21CF7_1_102_o.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/p>\n<p><strong>Was bleibt?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich jetzt auf die zwei Monate in Malawi zur\u00fcckblicke, denke ich nicht zuerst an einzelne Situationen im Klinikalltag, sondern an Begegnungen mit Menschen, an Gespr\u00e4che, gemeinsame Reisen und die vielen Situationen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.<\/p>\n<p>Die Zeit hat mir geholfen, eine realistischere Vorstellung davon zu entwickeln, wie es sein k\u00f6nnte, sp\u00e4ter einmal im Ausland zu arbeiten. Sie hat mir gezeigt,\u00a0wie ich in ungewohnten und teilweise kritischen Situationen reagieren kann, und mir mehr Sicherheit gegeben, mit Unsicherheit umzugehen. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass globale Gesundheit weit mehr bedeutet als Medizin allein. Sie umfasst gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Strukturen, ebenso wie Fragen nach Verantwortung und Privilegien.<\/p>\n<p>Malawi war f\u00fcr mich kein perfekter Aufenthalt. Gerade deshalb war er so wertvoll. W\u00fcrde ich es wieder machen? Definitiv. Dieses mal vielleicht mit einem AirTag im Koffer und einer etwas besser ausgestatteten Reiseapotheke.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-22000 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"410\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c-600x400.jpeg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c-800x533.jpeg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/E3A380BF-7753-4B7A-BA8E-E3DFF6067341_1_105_c.jpeg 1086w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich f\u00fcr einen Teil meines Praktischen Jahres nach Malawi flog, hatte ich vor allem drei Erwartungen: ein neues Gesundheitssystem kennenlernen, medizinisch dazulernen und meine gewohnte Umgebung verlassen und aus meiner Komfortzone treten. 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