{"id":21429,"date":"2026-03-11T11:35:45","date_gmt":"2026-03-11T09:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=21429"},"modified":"2026-03-11T11:35:45","modified_gmt":"2026-03-11T09:35:45","slug":"praktikum-in-der-allgemeinchirurgie-am-universitaetskrankenhaus-in-florianopolis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/praktikum-in-der-allgemeinchirurgie-am-universitaetskrankenhaus-in-florianopolis\/","title":{"rendered":"Praktikum in der Allgemeinchirurgie am Universit\u00e4tskrankenhaus in Florianopolis"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr mein PJ-Tertial hatte ich Brasilien bewusst ausgew\u00e4hlt, da ich von befreundeten brasilianischen Medizinstudierenden von dem guten Ausbildungssystem im Internato, dem zweij\u00e4hrigen \u00c4quivalent zum Praktischen Jahr, geh\u00f6rt hatte. Und tats\u00e4chlich scheinen die Medizinstudierenden hier sehr fit zu sein, denn sie d\u00fcrfen in vielen Abteilungen vielf\u00e4ltige Aufgaben \u00fcbernehmen.<!--more--> W\u00e4hrend meines Praktikums am Hospital Universit\u00e1rio der UFSC in Florianopolis war ich in zwei Bereichen eingeteilt, der allgemeinchirurgischen Station und der Notaufnahme, was zwei vollkommen unterschiedliche Erfahrungen waren.<\/p>\n<p>Auf Station arbeiteten wir den Residentes, den Assistenz\u00e4rzten zu. Unsere Aufgabe bestand jeden Morgen vor der Visite in der Dokumentation der Vital- und Laborwerte, der OP Berichte und Diagnostik, die h\u00e4ndisch von einem System ins andere kopiert werden sollten. Ich versuchte diese recht eint\u00f6nige T\u00e4tigkeit als \u00dcbung in der klinischen Beurteilung zu sehen, als M\u00f6glichkeit, mich in die F\u00e4lle einzuarbeiten, Auff\u00e4lligkeiten zu erkennen. Wir visitierten \u201cunsere\u201d Patienten im Anschluss selbstst\u00e4ndig, dieser Teil machte Spa\u00df, denn der Umgang mit den Patienten war sehr angenehm und schulte das Portugiesisch enorm. W\u00e4hrend der eigentlichen Visite laufen dann gut 20 \u00c4rzte und Studierende von Zimmer zu Zimmer, wobei es sehr schwierig war, \u00fcberhaupt etwas mitbekommen. Leider mangelte es immer wieder an Koordination, denn es kam wiederholt vor, dass man sich den Nachmittag freihielt, um in Operationen zu assistieren, die OP dann aber ausfiel oder man doch nicht mit an den Tisch durfte.<br \/>\nAn einigen Nachmittagen fanden Ambulatorien statt, also quasi Sprechstunden, in denen kleine Eingriffe wie z.B. die Entfernung von Leberflecken, Lipomen oder eingewachsenen Zehenn\u00e4geln stattfanden. Als PJler durften wir dabei die Patienten selbstst\u00e4ndig aufnehmen, untersuchen und unter Anleitung der Residentes auch kleinere Eingriffe durchf\u00fchren. Diese Tage machten mir sehr viel Spa\u00df, nicht nur wegen der praktischen Anteile, sondern auch wegen des direkten aktiven Patientenkontakts. Ich h\u00e4tte anfangs nicht gedacht, alleine eine Consulta und eine Patienten\u00fcbergabe auf Portugiesisch f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:960,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21432\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-800x1067.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-380x507.jpg 380w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8-247x330.jpg 247w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d2ddeeb8-6bc3-4885-a3d8-96647e0e5ef1_7556ebbb-483b-4d94-80a4-300043444eb8.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><br \/>\nDie letzten zwei Wochen verbrachte ich in der allgemeinchirurgischen Notaufnahme, wo ich nochmal einen intensiveren Einblick in das Gesundheitssystem und verschiedene Erkrankungen erhielt. Zusammen mit den brasilianischen PJlern war ich daf\u00fcr zust\u00e4ndig, die Patienten aufzunehmen, sie der Assistenz\u00e4rztin vorzustellen und erste diagnostische und therapeutische Ma\u00dfnahmen anzuordnen. Es zeigte sich ein weites Spektrum an Erkrankungen, darunter mir z.T. unbekannte Tropenerkrankungen und ich war immer wieder beeindruckt \u00fcber das klinische Wissen und die Skills der brasilianischen Studierenden, die die Notaufnahme gr\u00f6\u00dftenteils selbstst\u00e4ndig schmei\u00dfen. Hier macht sich die deutlich praxisn\u00e4here Ausbildung mit zwei Jahren PJ bemerkbar. Ich habe von den brasilianischen Studierenden viel gelernt und w\u00e4re gerne noch l\u00e4nger in der Notaufnahme geblieben. Hier erlangte ich zudem ein tieferes Verst\u00e4ndnis des \u00f6ffentlichen brasilianischen Gesundheitssystems, abgek\u00fcrzt SUS, dem \u201eSistema Unico de Sa\u00fade\u201c. Im SUS haben alle Menschen, sowohl Brasilianer als auch Ausl\u00e4nder, kostenlosen Zugang zur medizinischen Versorgung, ein Konzept, das von den Brasilianern sehr gesch\u00e4tzt wird. Das System hat allerdings die Herausforderung, dass elektive Diagnostik und Eingriffe oft mit monate- oder gar jahrelanger Wartezeit verbunden ist. Dies f\u00fchrt dazu, dass viele Brasilianer, die es sich leisten k\u00f6nnen, eine private Krankenversicherung abschlie\u00dfen. Die b\u00fcrokratischen Regulationen scheinen mir sehr streng und diagnostische Mittel werden zum Teil ganz anders eingesetzt als in Deutschland. Die Ressourcenknappheit und das hohe Patientenaufkommen wurden in der Notaufnahme besonders deutlich. F\u00fcr die wenigsten Patienten in der Notaufnahme gibt es Betten, die meisten sitzen auf St\u00fchlen im Gang und viele Patienten liegen stunden-, meist tagelang auf dem Gang. Insgesamt ist es sehr voll und trubelig, aber irgendwie klappt es trotzdem.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1280,&quot;h&quot;:960}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21430\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/400470ca-3bcf-4c2c-a408-8f3f67b04e09_8fc30432-a793-4e68-b377-b23a0d6b2f15.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mein PJ-Tertial hatte ich Brasilien bewusst ausgew\u00e4hlt, da ich von befreundeten brasilianischen Medizinstudierenden von dem guten Ausbildungssystem im Internato, dem zweij\u00e4hrigen \u00c4quivalent zum Praktischen Jahr, geh\u00f6rt hatte. 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