{"id":21239,"date":"2026-02-06T10:28:03","date_gmt":"2026-02-06T08:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=21239"},"modified":"2026-03-13T09:38:39","modified_gmt":"2026-03-13T07:38:39","slug":"arbeitsalltag-in-einem-kleinen-schweizer-spital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/arbeitsalltag-in-einem-kleinen-schweizer-spital\/","title":{"rendered":"Arbeitsalltag in einem kleinen schweizer Spital"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">In diesem Beitrag soll es um meinen Arbeitsalltag gehen und wie sich dieser vielleicht unterscheidet im Vergleich zu dem einer\/eines PJler\/in in Deutschland. <!--more-->Allgemein arbeiten \u00c4rzt:innen in der Schweiz 50h in der Woche, und den Unterschied zur deutschen 40h Woche merkt man weniger als ich gedacht h\u00e4tte. Da die meisten \u00c4rztinnen in DE h\u00e4ufig \u00dcberstunden machen m\u00fcssen und am Ende oft mind. 50h im Krankenhaus bleiben, ist der Unterschied nicht so gro\u00df wie zun\u00e4chst erwartet. Als Unterassistentin gab es zwei verschiedene Schichten, in denen ich arbeitete: Fr\u00fchdienst von 7.30-18.00 Uhr und Sp\u00e4tdienst von 12.00 -22.00 Uhr. F\u00fcr mich stellte das trotzdem eine Umstellung zum deutschen PJ dar, da ich vorher keine 10h (und teilweise auch mehr) sondern \u201enur\u201c 8h im Krankenhaus verbracht hatte als Studentin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Laufenburg ist ein eher kleines Spital, das zusammen mit dem Spital in Rheinfelden einen Verbund bildet. Es gibt eine Betten-f\u00fchrende Station, sowie eine kleine IMC (\u00dcberwachungsstation). In den Stockwerken dar\u00fcber befindet sich das hauseigene Pflegeheim.Ich rotierte immer abwechselnd zwischen der Station und dem Notfall (Notaufnahme) hin und her. Meist musste ich ein Wochenende im Monat arbeiten, mit Kompensationstagen unter der Woche.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein typischer Arbeitsalltag auf Station begann damit, dass ich morgens im Rapport-(\u00dcbergabe) Raum den PC startete und somit alles f\u00fcr die Morgenbesprechung vorbereitete.(Auch in der Schweiz gibt es einige Aufgaben, die den Unterassistent:innen vorbehalten sind :))<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Anschlie\u00dfend folgte der Rapport einem immer gleichen Ablauf aus Vorstellung von relevanten Patient:innen, Updates und Wichtigem f\u00fcr das Tagesgeschehen. Daraufhin stellte an drei Tagen in der Woche ein\/e der\/die Kaderarzt\/\u00e4rztin (Oberarzt\/in) ein kurzes (medizinisches) Thema vor, das spannend war oder nochmal in Erinnerung gerufen werden sollte. An den anderen Tagen gab es ein kurzes Reanimationstraining oder die Vorstellung eines interessanten Journals. In meinem PJ in Deutschland nahm man sich selten so viel Zeit f\u00fcr Weiterbildung. Danach fanden sich alle, die etwas Zeit hatten, f\u00fcr ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck, das \u201eZn\u00fcni\u201c zusammen. Daraufhin ging es auf Station, wo zun\u00e4chst f\u00fcr jede\/n Patient\/in das t\u00e4gliche Labor und neue Untersuchungsergebnisse angeschaut und befundet wurden. Bei der folgenden Kardexvisite besprach der\/die zust\u00e4ndige Oberarzt:in (OA) mit Assistenzarzt:in und Pflegekraft einmal alle Patient:innen, bevor es dann auf Visite ging. Das war f\u00fcr mich neu, da ich so etwas aus Deutschland nicht kannte. Mir hat es aber sehr gut gefallen. So konnte man interdisziplin\u00e4r Aktuelles besprechen, wodurch, meinem Gef\u00fchl nach, weniger Missverst\u00e4ndnisse entstanden. Nach der Visite besprach man nochmal alle Patient:innen mit dem Kader, um eventuell aufgetretene Fragen zu kl\u00e4ren und Prozedere zu besprechen. Auch eine solche Erreichbarkeit kenne ich nicht aus Deutschland.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mittags fanden sich alle f\u00fcr ein gemeinsames Mittagessen zusammen. An mehreren Tagen in der Woche gab es parallel Zuschaltungen zu online-Fortbildungen. Zweimal im Monat fand ein Lunchmeeting statt, bei dem von Firmen oder \u00c4rzt:innen aus anderen Praxen\/Spit\u00e4lern aktuelle Forschung oder spannende Themen vorgestellt wurden. Anschlie\u00dfend wurde dann alles abgearbeitet, was v.a. b\u00fcrokratisch so anstand, aber auch Angeh\u00f6rigengespr\u00e4che wurden oft zu dieser Zeit gef\u00fchrt. Um 15.45 Uhr folgte zuletzt der Nachmittagsrapport. Anders als ich das aus Deutschland kenne, nehmen sich f\u00fcr diese \u00dcbergabezeiten wirklich alle \u00c4rzte Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich als Unterassistentin konnte recht schnell einen bis sp\u00e4ter auch zwei bis drei Patient:innen \u00fcbernehmen und diese, immer in Absprache mit dem\/der Assistenzarzt:in und Kader, selbst\u00e4ndig betreuen. Zweimal die Woche fand die Chefarztvisite statt, die ich immer als sehr lehrreich empfunden habe. Auch anders als in deutschen Krankenh\u00e4usern wurde dort sehr ausf\u00fchrlich jede\/r Patient\/in besprochen, weshalb die Visite teilweise bis zu 3h bei 5 Patienten dauerte. Neben der medizinischen Situation wurde auch intensiv die h\u00e4usliche Umgebung evaluiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch auf dem Notfall konnte ich immer mehr Patient:innen selbstst\u00e4ndig betreuen je l\u00e4nger ich dort war. Dazu geh\u00f6rte es, die Patient:innen den \u00c4rzt:innen vorzustellen, die Diagnostik anzufordern und auch die anf\u00e4ngliche Therapie einzuleiten oder die Patient:innen sp\u00e4ter zu entlassen. Da Laufenburg ein kleines Spital ist wurde dort der Notfall interdisziplin\u00e4r gef\u00fchrt. Daher habe ich trotz meines Innere Medizin-Tertials dort auch eine Platzwunden n\u00e4hen k\u00f6nnen und mehrere Knochenbr\u00fcche und die Erstversorgung dieser erlernt. Zu den festen Aufgaben der Unterassistent:innen auf dem Notfall geh\u00f6rte auch die erste Befundung der durchgef\u00fchrten EKGs sowie die Durchf\u00fchrung von kleineren Blutuntersuchungen im Sp\u00e4tdienst. Diese Laborabende waren manchmal etwas zeitraubend, konnten aber zwischendurch auch entspannend sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Krankenh\u00e4user dieser kleinen Gr\u00f6\u00dfe gibt es in Deutschland nur noch selten. Trotzdem habe ich ein breites Spektrum der Medizin gesehen. Medizinische Seltenheiten waren zwar wenige dabei, jedoch konnte ich bei den h\u00e4ufigen Krankheitsbildern bemerken, wie ich immer sicherer wurde. Insgesamt war meine Zeit in Laufenburg wirklich sehr lehrreich. Daneben hatte ich immer das Gef\u00fchl, dass meine Arbeit sehr wertgesch\u00e4tzt wird. Ich kann nat\u00fcrlich nur \u00fcber meine Erfahrungen in diesem einen Spital sprechen, aber im Vergleich zu Deutschland ist mir vor allem die deutlich engere Zusammenarbeit zwischen Assistenz\u00e4rzt:innen und OAs aufgefallen sowie der deutlich h\u00f6here Stellenwert von Lehre. Au\u00dferdem hat mir gut gefallen, dass Studierenden feste Aufgaben zugeteilt waren, wie z.B. EKGs befunden und Laboruntersuchungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-26-um-15.30.55.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1158,&quot;h&quot;:518}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21240\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-26-um-15.30.55-300x134.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"134\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-26-um-15.30.55-300x134.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-26-um-15.30.55-1024x458.jpg 1024w, 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