{"id":21155,"date":"2026-01-23T12:26:19","date_gmt":"2026-01-23T10:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=21155"},"modified":"2026-01-23T12:26:19","modified_gmt":"2026-01-23T10:26:19","slug":"so-lekker-war-mein-pj-tertial-in-kapstadt-ein-persoenliches-fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/so-lekker-war-mein-pj-tertial-in-kapstadt-ein-persoenliches-fazit\/","title":{"rendered":"So \u201elekker\u201c war mein PJ-Tertial in Kapstadt \u2013 ein pers\u00f6nliches Fazit"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Monate in Kapstadt sind schnell vergangen \u2013 in dieser Zeit habe ich unglaublich viel erlebt, gelernt und tolle Menschen kennengelernt. Zwischen Klinikalltag und Freizeit in atemberaubender Naturkulisse lagen oft nur wenige Stunden. Genau dieser Kontrast hat mein PJ-Tertial in S\u00fcdafrika so besonders gemacht. <!--more-->Kapstadt war f\u00fcr mich nicht nur ein Ort zum Arbeiten und Lernen, sondern ein Lebensraum, der mich t\u00e4glich herausgefordert, \u00fcberrascht und bereichert hat.<\/p>\n<p data-start=\"930\" data-end=\"1554\">Besonders pr\u00e4gend war f\u00fcr mich der Kontrast zwischen dem Krankenhausalltag im \u00f6ffentlichen Gesundheitssystem und dem entspannten,\u00a0 Lebensgef\u00fchl, das Kapstadt auf den ersten Blick ausstrahlt. W\u00e4hrend im Krankenhaus Ressourcenknappheit, Zeitdruck und medizinische Entscheidungen den Alltag bestimmten, war das Leben au\u00dferhalb der Klinik von Natur, Gemeinschaft und einer bemerkenswerten Gelassenheit gepr\u00e4gt. Diese Gegens\u00e4tze haben mir immer wieder vor Augen gef\u00fchrt, wie komplex und vielschichtig diese Stadt ist \u2013 und wie wichtig es ist, hinter die touristische Fassade zu blicken.<\/p>\n<p data-start=\"930\" data-end=\"1554\">Ein wesentlicher Teil dieses Alltags sind die vielen kleinen kulturellen Eigenheiten, die Kapstadt so besonders machen. Sprache spielt dabei eine gro\u00dfe Rolle. Begriffe wie \u201e<strong>Howzit<\/strong>?\u201c als allt\u00e4gliche Begr\u00fc\u00dfung oder \u201e<strong>lekker<\/strong>\u201c als universelles Wort f\u00fcr alles Positive begegnen einem st\u00e4ndig. Besonders faszinierend fand ich das s\u00fcdafrikanische Zeitverst\u00e4ndnis: <strong>\u201ejust now\u201c<\/strong> bedeutet selten wirklich \u201egleich\u201c, sondern eher \u201eirgendwann sp\u00e4ter\u201c, w\u00e4hrend <strong>\u201enow now\u201c<\/strong> zwar etwas dringlicher klingt, aber ebenfalls Geduld erfordert. Diese entspannte Haltung im Umgang mit Zeit war f\u00fcr mich anfangs ungewohnt, wurde aber schnell zu einer wertvollen Lektion \u2013 gerade in einem Umfeld, in dem nicht alles planbar ist. Auch kulinarisch spiegelt sich diese Kultur des Miteinanders wider. Das <strong>Braai<\/strong>, das s\u00fcdafrikanische Barbecue, ist weniger ein Essen als vielmehr ein soziales Ritual. Es geht darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, sich auszutauschen und den Moment zu genie\u00dfen. Typische Snacks wie <strong>Biltong<\/strong> geh\u00f6ren genauso selbstverst\u00e4ndlich zum Alltag wie der gemeinsame Kaffee nach der Arbeit oder das Abendessen mit Blick auf den Sonnenuntergang. Kapstadt verf\u00fcgt \u00fcber eine erstaunlich vielf\u00e4ltige und hochwertige Gastronomieszene, die internationale Einfl\u00fcsse mit lokalen Traditionen verbindet.<\/p>\n<p data-start=\"2860\" data-end=\"3564\">Neben all diesen sch\u00f6nen Eindr\u00fccken gab es jedoch auch viele Momente, die nachdenklich gemacht haben. Die enorme soziale Ungleichheit in S\u00fcdafrika ist allgegenw\u00e4rtig und l\u00e4sst sich nicht ausblenden \u2013 weder im Krankenhaus noch im t\u00e4glichen Leben. Gespr\u00e4che mit Patienten, \u00c4rzten und den Locals haben mir immer wieder gezeigt, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen sind und mit welchen Herausforderungen viele Menschen t\u00e4glich konfrontiert sind. Gleichzeitig habe ich eine gro\u00dfe Dankbarkeit und Freundlichkeit erlebt, die mich tief beeindruckt hat. Besonders im Krankenhaus begegneten mir viele Patienten mit Respekt und Vertrauen, trotz langer Wartezeiten und begrenzter M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p data-start=\"3566\" data-end=\"4067\">Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf mein eigenes Medizinstudium und meine zuk\u00fcnftige Rolle als \u00c4rztin nachhaltig gepr\u00e4gt. Mir wurde bewusst, wie privilegiert mein Leben und meine Ausbildung in Deutschland ist und wie sehr medizinische Versorgung von gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen abh\u00e4ngt. Das Arbeiten in einem anderen Gesundheitssystem hat mir nicht nur fachliche Kompetenzen vermittelt, sondern auch ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr globale Gesundheitsfragen.<\/p>\n<p data-start=\"4574\" data-end=\"5200\">R\u00fcckblickend war mein PJ-Tertial in Kapstadt weit mehr als ein Auslandspraktikum. Es war eine intensive Lern- und Lebenserfahrung, die mich fachlich, pers\u00f6nlich und menschlich wachsen lie\u00df. Die Kombination aus medizinischer Arbeit, kulturellem Austausch und der unmittelbaren N\u00e4he zur Natur war einzigartig und hat diese Zeit unvergesslich gemacht. Kapstadt hat mir neue Perspektiven er\u00f6ffnet, meinen Blick auf Medizin und Gesellschaft gesch\u00e4rft und mir Erinnerungen geschenkt, die weit \u00fcber dieses Tertial hinaus bleiben werden. Ich bin sehr dankbar f\u00fcr die Unterst\u00fctzung durch PROMOS, die mir diese Erfahrung erm\u00f6glicht hat \u2013 und nehme bleibende Erinnerungen an viele \u201elekkere\u201c Momente mit nach Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Monate in Kapstadt sind schnell vergangen \u2013 in dieser Zeit habe ich unglaublich viel erlebt, gelernt und tolle Menschen kennengelernt. Zwischen Klinikalltag und Freizeit in atemberaubender Naturkulisse lagen oft nur wenige Stunden. 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