{"id":21019,"date":"2026-01-21T12:36:46","date_gmt":"2026-01-21T10:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=21019"},"modified":"2026-01-21T12:36:46","modified_gmt":"2026-01-21T10:36:46","slug":"arbeitsalltag-mitten-im-dschungel-brasiliens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/arbeitsalltag-mitten-im-dschungel-brasiliens\/","title":{"rendered":"Arbeitsalltag mitten im Dschungel Brasiliens"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">An unserem ersten Tag bekamen wir eine kleine F\u00fchrung vom Reservat. Dazu geh\u00f6rte das Coffehouse, welches als Treffpunkt und Unterkunft f\u00fcr G\u00e4ste diente. Sowie das Mainhouse mit dem Labor, einer Art H\u00f6rsaal f\u00fcr Schulklassen und andere Besucher*innen sowie eine kleine B\u00fccherei und B\u00fcros. Das Reservat umfasste au\u00dferdem das Greenhouse, einen Gem\u00fcsegarten, ein Aquarium und einen Teich. Mein pers\u00f6nliches Highlight war der Fluss, in dem wir fast t\u00e4glich von unserem pers\u00f6nlichen Steg baden waren.<!--more--><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unsere ersten richtigen Arbeitstage waren wohl auch unsere anstrengendsten, denn es war Pitfall Woche. Das hei\u00dft jeden Tag mussten die f\u00fcnf Fallen, die auf dem ganzen Reservat verteilt positioniert waren, abgegangen und die gefundenen Tiere notiert werden. Das war sehr spannend, denn es war jedes Mal wieder aufregend die Eimer zu kontrollieren und auf einen interessanten Fund zu hoffen. Doch wie erwartet war es hei\u00df und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, sodass es herausfordernd war direkt am ersten Tag den steilen Berg zur ersten Pitfall zu erklimmen. Doch wir wurden belohnt, in einer der Pitfall fanden wir ein Opossum.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu unserer normalen Arbeitswoche geh\u00f6rten die Fish und Bird inventory sowie der Mushroom day. Beim Fish inventory haben wir verschiedene Wasserparameter gemessen und die Fische identifiziert, die sich in unseren Fallen befanden. Daf\u00fcr musste pro inventory immer zwei Leute ins Wasser, entweder es war eine willkommene Abk\u00fchlung oder man hatte Pech und es war ein k\u00fchlerer Tag und das Wasser war sehr kalt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beim Bird inventory liefen wir verschiedene Routen ab und identifizierten alle V\u00f6gel, die uns auf dem Weg begegneten, anhand visueller oder auditiver Erkennung. Meine Lieblingsstrecke war die \u00fcber die Farm. Diese Farm erstreckte sich \u00fcber eine weitl\u00e4ufige H\u00fcgellandschaft umgeben von Regenwald, fast schon ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Von einem der H\u00fcgel hatte man eine wundersch\u00f6ne Aussicht auf die Umgebung und konnte so auch viele V\u00f6gel erfassen. Am ersten Farmtag knackten wir sogar den Rekord f\u00fcr dieses Jahr, denn wir konnten am meisten V\u00f6gel erfassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am Donnerstag war immer mushroom day, das hei\u00dft wir laufen in einer kleinen Gruppe durch den Wald und sammeln die verschiedensten Pilze. Im Anschluss sa\u00dfen wir dann in gemeinsamer Runde zusammen und identifizierten diese Pilze. Mein erster Gedanke war ehrlich gesagt, oh Gott das wird langweilig. Aber es stellte sich heraus, dass es sogar richtig Spa\u00df machen konnte. Wir fanden die unterschiedlichsten Formen und Farben an Pilzen, unserer Betreuer konnte uns zu jedem eine kleine Anekdote erz\u00e4hlen. Ich glaube er hat uns alle mit seinem Enthusiasmus von der Bedeutung von Pilzen \u00fcberzeugt und wir waren alle hoch motiviert vielleicht sogar einen besonderen Pilz finden zu k\u00f6nnen. Manche Pilze hatten sogar fast etwas Magisches an sich, denn sie leuchten im Dunkeln. Diese biolumineszenten Pilze sind besonders interessant und auch Gegenstand der Forschung im Labor. Als ich das erste Mal auf einer n\u00e4chtlichen Begehung mitten im Wald so einen leuchtenden Fleck am Boden sah, konnte ich es nicht glauben. Das war faszinierend und best\u00e4tigte mir nochmal, was f\u00fcr wundersch\u00f6ne Dinge die Natur hervorbringen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Neben dieser biologischen Feldarbeit arbeitete ich als Ecovolunteer auch dabei mit einer invasiven Pflanze auszurotten, um damit einheimische Pflanzen, insbesondere die endemische Palme zu sch\u00fctzen. Diese Palme ist durch \u00dcberernte bedroht, denn das Palmherz, der essbare Kern an der Spitze der Palme, ist in S\u00fcdamerika eine beliebte Delikatesse. Das Institut arbeitet dem entgegen, indem sie Aufforstung betreiben. Daf\u00fcr investierten wir viel Zeit in die Herstellung des Substrats, das Pflanzen der Setzlinge in kleine S\u00e4ckchen, den Transport dieser Setzling und schlussendlich das Einpflanzen. Als wir nach all der Arbeit die fertigen kleinen Pflanzen in die Erde setzten, war ich stolz auf uns, denn wir hatten einen aktiven Beitrag geleistet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zus\u00e4tzlich zu all diesen spannenden T\u00e4tigkeiten hatte ich mein eigenes Projekt, bei dem ich mich mit Fr\u00f6schen und insbesondere deren Rufaktivit\u00e4t in Abh\u00e4ngigkeit vom Wetter besch\u00e4ftigte. Das war mit Abstand die herausforderndste Aufgabe, denn mir wurde sehr viel Freiraum gelassen. Das war schlussendlich gut, aber es stellte mich vor die Aufgabe aus all den interessanten Themenbereichen zu w\u00e4hlen. Doch nach meinem ersten n\u00e4chtlichen \u201eAmphibian Night Search\u201c fiel meine Wahl dann ziemlich schnell auf Fr\u00f6sche. Diese kleinen Lebewesen weckten mein Interesse, besonders da sie sensibel gegen\u00fcber ihrer Umwelt sind. So kam es, dass ich fast jeden Abend auf meine eigene kleine Frog inventory ging. Und ich denke aus diesem eigenen Projekt habe ich am meisten f\u00fcr mich mitgenommen. Ich habe gelernt, wie man seine eigene These entwickelt und daraufhin die Methodik ausarbeitet, um diese dann im Laufe des Projekts zu verfeinern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1080}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21014\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-585x330.jpg 585w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5-385x217.jpg 385w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_5444-5.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4.jpeg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1440}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21017\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-600x450.jpeg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4-800x600.jpeg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20251205_064523-4.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4.jpeg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1440}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21013\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-600x450.jpeg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4-800x600.jpeg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_0848-4.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An unserem ersten Tag bekamen wir eine kleine F\u00fchrung vom Reservat. 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