{"id":21005,"date":"2026-01-09T08:12:33","date_gmt":"2026-01-09T06:12:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=21005"},"modified":"2026-01-09T16:13:03","modified_gmt":"2026-01-09T14:13:03","slug":"meine-reise-ins-unbekannte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/meine-reise-ins-unbekannte\/","title":{"rendered":"Meine Reise ins Unbekannte"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Als ich am 19. Oktober morgens in den Zug einstieg mit meinem Riesenrucksack und ganz viel Aufregung im Gep\u00e4ck, war mir klar diese Reise war die richtige Wahl und ich war so gespannt auf all die neuen Eindr\u00fccke.<!--more--> Nach all der Planung und Vorbereitung sollte es jetzt wirklich losgehen nach Brasilien- einem unbekannten Land in einem mir v\u00f6llig neuem Kontinent. In mir wechselten sich Vorfreude mit gro\u00dfem Respekt und der Angst schon bei der Anreise zu scheitern. Doch alles funktionierte schlussendlich, fast wie geplant. Auch wenn ein unerwarteter Zwischenfall f\u00fcr kurze Aufregung sorgte. Auf der Busfahrt von S\u00e3o Paulo nach Apiai musste ich n\u00e4mlich ganz pl\u00f6tzlich den Bus wechseln, ohne \u00fcber mein Gep\u00e4ck Bescheid zu wissen. Zum Gl\u00fcck konnte ich \u00fcber meinen Koordinator als \u00dcbersetzer alles kl\u00e4ren und unbesorgt weiterfahren. Da wurde mir auch schnell klar: wirklich niemand hier spricht Englisch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am ersten Morgen war ich dann ganz aufgeregt aus dem Fenster zu schauen, denn bei meiner Ankunft war es schon dunkel gewesen. Ich konnte es gar nicht fassen, direkt vor dem Fenster lag der Regenwald und ziemlich genauso, wie man ihn sich vorstellt- hohe B\u00e4ume, exotische Pflanzen und lautes Vogelgezwitscher. Als ich dann das erste Mal die Aussicht vom Coffeehouse sah, war ich einfach gl\u00fccklich, denn ich konnte zwei Monate an diesem wundersch\u00f6nen Ort verbringen und das erschien mir wie ein riesiges Privileg. Das Coffeehouse mit den H\u00e4ngematten und der sch\u00f6nen Aussicht wurde auch einer meiner Lieblingsorte, ich kann mir keinen sch\u00f6neren Ort zum Arbeiten am Laptop vorstellen. Jeden Morgen wurden uns hier von den Mitarbeiter*innen Kaffee, Tee und Kekse bereitgestellt, daher auch der Name. Generell waren die Angestellten mehr als herzlich zu uns Freiwilligen, jeden Morgen begr\u00fc\u00dften wir uns mit einem l\u00e4chelnden \u201eBom dia\u201c und obwohl sie kein Wort Englisch konnten, haben sie uns, wo sie auch konnten, ihre Hilfe angeboten. Diese Herzlichkeit ist mir in Brasilien immer wieder aufgefallen, die Menschen sind sehr offen und freuen sich, wenn Ausl\u00e4nder*innen ihre Sprache lernen m\u00f6chten. So wurden wir zum Beispiel von einem der Mitarbeiter auf seine Sitio, eine Art kleine Farm, eingeladen, wo wir dann gemeinsam gegessen, mit den Kindern Fu\u00dfball und Tischtennis gespielt haben und zusammen im nahgelegenen Fluss geschwommen sind. Das war f\u00fcr mich einer der sch\u00f6nsten Tage, weil ich hier nochmal mehr Einblicke von den Einheimischen bekommen habe. Denn die meiste Zeit habe ich mit den anderen Freiwilligen verbracht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit den anderen Freiwilligen lebte ich n\u00e4mlich zusammen im Volunteerhouse, dort haben wir jeden Abend beim Dinner zusammengesessen. Es hat sich fast angef\u00fchlt, als w\u00e4ren wir eine kleine Familie. Wir hatten sogar unser eigenes Ritual, bei dem jeder beim Dinner den pers\u00f6nlichen \u201ebest\u201c und \u201eworst part\u201c des Tages teilte. Da immer wieder neue Freiwillige kamen und andere sich verabschiedeten, habe ich im Laufe dieser zwei Monate viele Menschen aus verschiedenen L\u00e4ndern kennengelernt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr das Dinner war immer jemand anderes zust\u00e4ndig, als ich das erste Mal f\u00fcr alle zehn Leute kochen musste, war ich erstmal ziemlich \u00fcberfordert. Besonders der Einkauf war eine Herausforderung und zuerst erschien es mir unm\u00f6glich alle n\u00f6tigen Lebensmittel in den kleinen L\u00e4den in Iporanga zu finden. Auch vor meiner Reise hatte ich bef\u00fcrchtet auf viele Dinge verzichten zu m\u00fcssen, da ich irgendwo im nirgendwo im Regenwald leben und mit dem Auto eine knappe halbe Stunde zum n\u00e4chsten Dorf, Iporanga, brauchen w\u00fcrde. Doch es stellte sich heraus, dass diese L\u00e4den mehr zu bieten hatten, als es auf den ersten Blick schien. Mein pers\u00f6nliches Highlight der Eink\u00e4ufe waren die Fr\u00fcchte, die in Brasilien deutlich g\u00fcnstiger und auch viel besser als in Deutschland sind. An der Kasse wurden die Eink\u00e4ufe dann von den Mitarbeiter*innen in T\u00fcten verpackt, was f\u00fcr mich auch erstmal ungewohnt war. Dabei wurden ohne Ende Plastikt\u00fcten verwendet, was nicht sehr nachhaltig ist. Als ich dann beim n\u00e4chsten Einkauf meinen Jutebeutel mitbrachte, kassierte ich einige schiefe Blicke. Bei einem anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch mit meinem Koordinator teilte er mir mit, dass es v\u00f6llig in Ordnung sei eigene T\u00fcten mitzubringen, es f\u00fcr die Leute nur etwas ungew\u00f6hnlich sei. Aber da ich durch meine Sprache sowieso immer auffiel, nahm ich bei den n\u00e4chsten Eink\u00e4ufen die Blicke in Kauf.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/67935c32-5bb0-4db1-ab1d-6186b40ecdcd-4.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:2000,&quot;h&quot;:1500}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21006\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/67935c32-5bb0-4db1-ab1d-6186b40ecdcd-4-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/67935c32-5bb0-4db1-ab1d-6186b40ecdcd-4-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/67935c32-5bb0-4db1-ab1d-6186b40ecdcd-4-1024x768.jpg 1024w, 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