{"id":20899,"date":"2025-12-17T10:02:44","date_gmt":"2025-12-17T08:02:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=20899"},"modified":"2025-12-17T13:22:40","modified_gmt":"2025-12-17T11:22:40","slug":"das-leben-in-nambani","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/das-leben-in-nambani\/","title":{"rendered":"Das Leben in Nambani"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Unterkunft, in der ich meine Zeit in Windhoek verbracht habe, habe ich \u00fcber Airbnb gefunden. Ich wollte nicht in einer Wohnung landen, in der ich jeden Nachmittag alleine bin, sondern fand die Idee eines G\u00e4stehauses sch\u00f6n, weil man dort andere Reisende kennenlernt. <\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Und das war die mit Abstand beste Entscheidung! Auf Airbnb stand: \u201eWeitere wichtige Hinweise: Wir betreiben eine kleine NGO f\u00fcr schutzbed\u00fcrftige Kinder und unser Hauptb\u00fcro befindet sich in der Unterkunft.\u201c Und tats\u00e4chlich waren fast alle anderen G\u00e4ste als Freiwilligendienstler*innen in der Organisation in Schulen oder Kinderheimen t\u00e4tig. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Als ich im G\u00e4stehaus ankam, war es noch relativ leer. Au\u00dfer mir waren acht andere G\u00e4ste dort, einige schon seit mehreren Monaten. Henog, ein Mitarbeiter des Hauses, hat mich in Empfang genommen, mir alles gezeigt, mich den anderen vorgestellt und ist danach mit mir einkaufen gegangen. Er hat mir direkt gezeigt, welches Bier das beste ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auch wenn ich nicht zu der Organisation geh\u00f6rte, wie alle anderen, sondern nur dort gewohnt habe, habe ich mich total dazugeh\u00f6rig gef\u00fchlt. Ich habe enge Freundschaften geschlossen und man hatte immer jemanden zum Reden oder f\u00fcr Unternehmungen. Auch wenn ich au\u00dferhalb des Hauses schnell viele Freund*innen gefunden habe und die Angst, nachmittags allein zu sein, absolut unbegr\u00fcndet war, war es trotzdem sch\u00f6n, mit so vielen zusammenzuwohnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wir hatten au\u00dferdem einen Hund im Haus, Kayla. Sie hat immer bei mir im Bett geschlafen und von dem Stipendiumsgeld habe ich ihr regelm\u00e4\u00dfig Leckerlies gekauft &#8211; jeder Hund braucht doch Leckerlies, oder? Das Zusammenleben konnte auch manchmal etwas chaotisch werden. Ich habe mir mein Schlafzimmer mit einer Person geteilt und Bad und K\u00fcche mit f\u00fcnf weiteren M\u00e4dels. Insgesamt konnten etwa 25 Personen in dem Haus wohnen. W\u00e4hrend meiner Zeit dort wurden es immer mehr, am Ende war es echt voll, aber auch sch\u00f6n, weil immer jemand da war. Die meisten waren gerade 18 und nach dem Abi zum ersten Mal weg von zuhause. Das hat man beim Kochen und bei der Sauberkeit schon manchmal gemerkt, aber irgendwie hat es mich dort, obwohl ich in M\u00fcnster in meiner WG eher pingelig war, gar nicht gest\u00f6rt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Schon nach kurzer Zeit habe ich mich wirklich zuhause gef\u00fchlt. Weil alle mit \u00e4hnlichen \u00c4ngsten angekommen sind, wir im Haus wirklich wie eine Familie waren und Windhoek wie ein Dorf funktioniert: ich kannte mich schnell gut aus, wusste wo was ist und man trifft \u00fcberall die gleichen Menschen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit meinen Mitbewohner*innen in Nambani hatten wir irgendwann richtige Rituale. Mittwochs sind wir zu Fu\u00df zum Goodfellas, einer Bar ein paar Stra\u00dfen weiter, gegangen. Dort gab es 1-Liter-Mojito-Gl\u00e4ser und manchmal sogar Livemusik.\u00a0 Man sa\u00df drau\u00dfen unter B\u00e4umen mit Lichterketten. Da wurde es gerade am Anfang meiner Zeit, als es noch Winter war, schonmal ziemlich frisch. Jeden ersten Mittwoch im Monat war Bingo. Wenn man gewonnen hat, gab es eine Flasche Wein. Danach ging es immer ins Mynt zur Karaokenacht. Und dort kamen wirklich alle zusammen, die ich kannte. Wir haben gesungen, getanzt und ein paar Shots waren auch dabei.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nat\u00fcrlich haben wir in Nambani nicht nur gefeiert. Wir haben zusammen gekocht, sind mit Kayla Gassi gegangen, haben Nachmittage am Pool verbracht, Pizza bei Roberto\u2019s geholt (wir haben wirklich viel zu viel Pizza gegessen), Filmabende gemacht oder Billardturniere veranstaltet. Bei einem davon war sogar der Sohn der Pr\u00e4sidentin da.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Henog, mit dem ich \u00fcber die Zeit hinweg eine wirklich gute Freundschaft geschlossen habe, wohnt in Katutura. F\u00fcr eine Tour hat er uns dorthin mitgenommen, die Kolonialgeschichte und die Apartheid erkl\u00e4rt, \u00fcber die man in der Schule viel zu wenig lernt, und gezeigt, wie ein Gro\u00dfteil der Menschen lebt und wie strukturelle Ungerechtigkeiten bis heute wirken. Katutura stammt aus der Herero-Sprache und bedeutet so viel wie \u201eder Ort, an dem wir nicht leben m\u00f6chten\u201c. W\u00e4hrend der Apartheid wurde die schwarze Bev\u00f6lkerung dorthin umgesiedelt und isoliert. Und das hat Folgen bis heute.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Man sagte mir oft, nach l\u00e4ngerer Zeit in einem Land kenne man ja das \u201erichtige Leben\u201c dort. Und ja, ich habe viel mehr mitgenommen, als wenn ich nur einen kurzen Urlaubstrip gemacht h\u00e4tte. Aber das Leben, das wir dort gef\u00fchrt haben, war extrem privilegiert. Eine Bubble mit Kindern von Politiker*innen, bekannten K\u00fcnstler*innen, Menschen, die im Monat mehr verdienen als andere im Jahr. Genau das darf man nicht vergessen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Zeit, die ich in Namibia und im Nambani erlebt habe, ist unvergesslich und eine Erinnerung, die ich nicht missen m\u00f6chte. Und ich w\u00fcrde jedem, der nach Windhoek kommt, die Unterkunft bei Lena von Herzen empfehlen &#8211; Bestellt liebe Gr\u00fc\u00dfe, wenn ihr dort seid!<\/span><\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1074,&quot;h&quot;:1920}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-20902\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-168x300.jpg 168w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-573x1024.jpg 573w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-768x1373.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-859x1536.jpg 859w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-600x1073.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950-800x1430.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250811_174950.jpg 1074w\" sizes=\"(max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1074,&quot;h&quot;:1920}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-20903\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-168x300.jpg 168w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-573x1024.jpg 573w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-768x1373.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-859x1536.jpg 859w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-600x1073.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707-800x1430.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20250816_123707.jpg 1074w\" sizes=\"(max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unterkunft, in der ich meine Zeit in Windhoek verbracht habe, habe ich \u00fcber Airbnb gefunden. 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