{"id":20695,"date":"2025-11-05T12:07:26","date_gmt":"2025-11-05T10:07:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=20695"},"modified":"2025-11-05T12:07:26","modified_gmt":"2025-11-05T10:07:26","slug":"mein-auslandspraktikum-in-palma-de-mallorca","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/mein-auslandspraktikum-in-palma-de-mallorca\/","title":{"rendered":"Mein Auslandspraktikum in Palma de Mallorca"},"content":{"rendered":"<p>Ein Auslandspraktikum zu machen, war f\u00fcr mich mehr als nur ein Punkt auf der To-do-Liste meines Studiums. Es war eine Entscheidung f\u00fcr Entwicklung \u2013 ein \u201e\u00dcber-mich-hinauswachsen\u201c sowohl fachlich, sprachlich und nicht zuletzt pers\u00f6nlich.<!--more--> Dank Erasmus+ konnte ich diesen Traum Realit\u00e4t werden lassen und m\u00f6chte mit diesem Bericht Einblicke geben: in die Organisation, die Erfahrungen und auch in die kleinen Stolpersteine, die zu solch einem Projekt einfach dazugeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>1) Warum ein Auslandspraktikum?<\/p>\n<p>Die Motivation f\u00fcr ein Praktikum im Ausland war f\u00fcr mich schnell klar: Ich wollte nicht nur Theorie an der Uni pauken, sondern sehen, wie das Fachgebiet au\u00dferhalb Deutschlands \u201efunktioniert\u201c. Neue Perspektiven kennenlernen, mich sprachlich und kulturell weiterentwickeln und herausfinden, wie internationaler Berufsalltag aussieht.<\/p>\n<p><strong>2) Organisatorischer Rahmen<\/strong><\/p>\n<p><strong>a) Die Suche nach dem Praktikumsort \u2013 ein Weg mit Umwegen<\/strong><\/p>\n<p>Bevor man seinen Koffer packt, steht die gro\u00dfe Frage: Wohin soll\u2019s \u00fcberhaupt gehen? F\u00fcr mich war direkt klar: Ich m\u00f6chte nach England. Die Sprache, das Rechtssystem, die Kultur\u2026ich wollte nicht nur Tourist sein, sondern wirklich dort leben und arbeiten. Doch: Nach dem Brexit ist vor dem Visumschaos.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t sah so aus, dass es extrem schwierig war, Kanzleien zu finden, die bereit (und berechtigt) waren, ein Arbeitsvisum auszustellen. Viele lehnten direkt ab oder antworteten gar nicht. Nach zahlreichen Bewerbungen und ebenso vielen Absagen oder Funkstille wurde klar: Das wird nichts. Ein kleiner Frustmoment \u2013 aber ich hatte ja noch einen Plan B.<\/p>\n<p>Ich bewarb mich au\u00dferdem \u00fcber ein zentrales Online-Portal, das Praktikumspl\u00e4tze bei deutschen Botschaften weltweit vermittelt. Der Bewerbungsprozess war gut strukturiert \u2013 aber auch sehr wettbewerbsintensiv. Die Botschaft verlangt eine Bewerbung mindestens sechs Monate im Voraus, was ich auch eingehalten hatte, dennoch bekam ich leider keinen Platz.<\/p>\n<p>Also: Plan C. Spanien. Und r\u00fcckblickend kann ich sagen \u2013 zum Gl\u00fcck! Spanien bot nicht nur ein spannendes Praktikum, sondern auch eine Lebensqualit\u00e4t, die den anf\u00e4nglichen Frust \u00fcber die Umwege ziemlich schnell vergessen lie\u00df. Ich meine jeden Tag nach einem beendeten Arbeitstag im Meer schwimmen zu k\u00f6nnen ist schon was Sch\u00f6nes.<\/p>\n<p><strong>b) Finanzierung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Praktikum im Ausland ist kein Kurzurlaub \u2013 leider auch nicht finanziell. Deshalb kann ich nur empfehlen fr\u00fch anzufangen zu planen. Die Erasmus+-F\u00f6rderung war dabei ein echter Gamechanger. Ich empfehle, sich mindestens drei Monate vor Praktikumsbeginn darum zu k\u00fcmmern, damit man einfach genug Puffer hat. Insbesondere die Korrespondenz zwischen der Praktikumsstelle im Ausland bei der Erstellung des Learning Agreements kann sich teilweise l\u00e4nger ziehen als gedacht. Die Uni M\u00fcnster bietet auf einer Website strukturiert alle notwendigen Informationen (F\u00f6rdervoraussetzungen, Sonderf\u00f6rderungen, Antragstellung, FAQ) zum Erasmus+ Programm an.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich habe ich meine Wohnung in Deutschland untervermietet. Ich habe eine ganz liebe Zwischenmieterin gefunden, die meine Wohnung f\u00fcr 2 Monate \u00fcbernommen hat. Wichtig ist es eine Zwischenvermietung nat\u00fcrlich vorher mit dem Vermieter eurer Wohnung\/WG abzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Weitere M\u00f6glichkeiten sind nat\u00fcrlich sich w\u00e4hrend des Praktikums in Spanien nach kleinen Nebenjobs geschaut \u2013 Caf\u00e9s oder Hotels suchen im Sommer oft Aushilfen. Auch famili\u00e4re Unterst\u00fctzung und etwas Vorarbeit durch Sparen oder Nebenjobs vor der Abreise waren auch Teil meines Finanzierungsplans.<\/p>\n<p><strong>c) Die Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Die Wohnungssuche war \u2013 sagen wir mal \u2013 ein Abenteuer f\u00fcr sich. Wer glaubt, in einer neuen Stadt auf Anhieb eine WG zu finden, die zu einem passt, irrt. Aber auch hier gilt: Nicht aufgeben! Ich habe etwa vier Monate vor Praktikumsbeginn angefangen, regelm\u00e4\u00dfig auf Plattformen zu suchen. Letztendlich gab es ein WG Match und ich habe mit einem anderen M\u00e4dchen aus Deutschland zusammen gewohnt.<\/p>\n<p>Meine Tipps: Sobald man eine Zusage f\u00fcrs Praktikum hat, direkt die Augen offenhalten. WG-Leben kann wunderbar sein, wenn man Anschluss sucht \u2013 aber auch anstrengend, wenn man sich Ruhe w\u00fcnscht. Also: Gut \u00fcberlegen, was man selbst braucht. Au\u00dferdem hat es mir mental geholfen mich schon fr\u00fchstm\u00f6glich mit meinem Vermieter in Verbindung zu setzen, um ihn etwas besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen und ihn auch bereits nach Kontaktdaten meiner Mitbewohner:innen zu fragen.<\/p>\n<p><strong>3) Zeitlicher Rahmen \u2013 Planung ist alles<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich etwas gelernt habe, dann: Je fr\u00fcher, desto besser. F\u00fcr viele Praktikumspl\u00e4tze \u2013 gerade bei Botschaften oder in der Wirtschaft \u2013 sollte man sich mindestens sechs Monate vorher bewerben, oft sogar ein Jahr. Tipp: Macht euch eine kleine tabellarische \u00dcbersicht mit allen Stellen die euch interessieren und ihren Voraussetzungen sowie Termindaten.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Finanzierung und Wohnungssuche ist fr\u00fches Handeln Gold wert. Bis zu zwei Monate vor Abreise sollte alles finanziell gekl\u00e4rt sein, vier Monate vorher beginnt idealerweise die Wohnungssuche \u2013 oder eben noch fr\u00fcher. Das ist nat\u00fcrlich kein MUSS aber erspart unn\u00f6tigen Zeitstress am Ende.<\/p>\n<p><strong>4) Die Anreise \u2013 Auf ins Abenteuer<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin mit dem Flugzeug angereist. Was ich vorher gemacht habe: Den Vermieter kontaktiert, die Schl\u00fcssel\u00fcbergabe abgestimmt, meine neue Mitbewohnerin angeschrieben. Diese kleinen Dinge machen den Start deutlich einfacher und entspannter.<\/p>\n<p>Besonders hilfreich war, dass ich ein paar Tage vor Praktikumsbeginn ankam. So konnte ich in Ruhe ankommen, den Arbeitsweg ablaufen (Profi-Tipp: nichts ist unangenehmer, als sich am ersten Tag zu verlaufen und zu sp\u00e4t zu kommen&#8230;), einkaufen und sogar schon erste Kontakte kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p><strong>5) Einleben vor Ort \u2013 Von \u201efremd\u201c zu \u201ezuhause\u201c<\/strong><\/p>\n<p>In den ersten Tagen habe ich mich etwas \u00fcberw\u00e4ltigt und verloren gef\u00fchlt \u2013 alles war neu und fremd. Ich habe dann direkt mein Zimmer mit ein paar pers\u00f6nlichen Dingen eingerichtet \u2013 Fotos, Bettw\u00e4sche, Kerzen, B\u00fccher \u2013 das hilft wirklich dabei, sich schneller wohlzuf\u00fchlen.<\/p>\n<p>Ich bin auch viel durch die Nachbarschaft spaziert, um mir erstmal einen \u00dcberblick zu verschaffen. Falls ihr auch so ein Routinen-Mensch seid wie ich, kann ich euch wirklich empfehlen die auch an einem neuen Ort aufzugreifen. Sucht euch beispielsweise einen Ort an dem ihr regelm\u00e4\u00dfig euren Sport machen k\u00f6nnt oder kauft erstmal die gleichen Sachen zu Essen ein, die ihr auch in Deutschland kaufen w\u00fcrdet. Sowas kann einem unheimlich viel Halt geben.<\/p>\n<p>Um neue Leute kennenzulernen kann ich euch nur Freunde-Apps empfehlen. Wenn ihr dies bereits direkt nach der Ankunft aktiviert, k\u00f6nnen euch die anderen auf der App bereits sehen und matchen, so dass ihr fix Treffen mit Leuten ausmachen k\u00f6nnt, die ihr dann zur\u00fcck matcht. Es dauert nicht lange, bis man merkt: Ich bin zwar neu hier, aber nicht allein.<\/p>\n<p><strong>6) Sonstige Organisation \u2013 Die kleinen, wichtigen Dinge<\/strong><\/p>\n<p>Ein paar Punkte, die leicht untergehen, aber nicht fehlen d\u00fcrfen: Versicherung: Unbedingt vorher kl\u00e4ren, ob die deutsche Auslandskrankenversicherung reicht \u2013 und wie es mit Haftpflicht- oder Unfallversicherung aussieht. Geld: Eine Kreditkarte mit niedrigen Geb\u00fchren, ein gutes Wechselkursangebot und etwas Bargeld zum Start sind hilfreich. Freunde finden: Sei offen und mach dir nicht zu fr\u00fch zu viel Druck (Ich tendiere auch dazu ;))! Ob beim Praktikum, am Strand, im Fitnessstudio oder \u00fcber Social Media \u2013 Kontakte entstehen oft schneller, als man denkt.<\/p>\n<p><strong>7) Fazit \u2013 Warum ich es jederzeit wieder tun w\u00fcrde<\/strong><\/p>\n<p>Mein Auslandspraktikum war eine der besten Entscheidungen meines Studiums. Es hat mich nicht nur fachlich vorangebracht, sondern auch pers\u00f6nlich wachsen lassen. Ich habe gelernt, mich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, flexibel zu sein und Dinge zu organisieren, die zun\u00e4chst riesig erscheinen. Und: Ich habe Menschen getroffen, die ich sonst nie kennengelernt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war nicht alles immer einfach \u2013 und ja, es gab Plan A, B und C \u2013 aber genau das macht solche Erfahrungen so wertvoll. Erasmus+ hat mir den Weg geebnet, aber gegangen bin ich ihn selbst. Und ich kann nur sagen: Es hat sich mehr als gelohnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Auslandspraktikum zu machen, war f\u00fcr mich mehr als nur ein Punkt auf der To-do-Liste meines Studiums. 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