{"id":20023,"date":"2025-08-20T12:04:41","date_gmt":"2025-08-20T10:04:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=20023"},"modified":"2025-09-04T11:00:44","modified_gmt":"2025-09-04T09:00:44","slug":"next-stop-new-york-mein-weg-zum-auslandspraktikum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/next-stop-new-york-mein-weg-zum-auslandspraktikum\/","title":{"rendered":"Next Stop: New York \u2013 Mein Weg zum Auslandspraktikum"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man an New York denkt, denkt man an gelbe Taxis, Hochh\u00e4user und Broadway. Ich denke inzwischen aber vor allem an Terminal 1 am JFK Airport \u2013 denn dort werde ich in wenigen Wochen aussteigen und mein Praktikum bei einer deutschen Fluggesellschaft beginnen. Was nach einem glamour\u00f6sen Abenteuer klingt, war zun\u00e4chst vor allem eins: ganz sch\u00f6n viel Organisation.<!--more--><\/p>\n<p>Mit der Vertragsunterschrift ging pl\u00f6tzlich alles ganz schnell \u2013 und gleichzeitig ging es erst so richtig los. Ich nehme euch mit in die turbulente Zeit zwischen Praktikumszusage und Abflug.<\/p>\n<p><strong>1) Das Praktikum: Warum ausgerechnet New York?<\/strong><\/p>\n<p>Ich studiere Betriebswirtschaft im Master und wollte vor dem Berufseinstieg unbedingt noch Auslandserfahrung sammeln \u2013 idealerweise in einem internationalen Umfeld. Die Luftfahrtbranche hat mich schon immer fasziniert, und als ich auf der Karriereseite der Airline die Ausschreibung f\u00fcr das B\u00fcro in New York entdeckte, passte einfach alles: Aufgabenbeschreibung, Zeitraum \u2013 und ganz besonders die inhaltliche N\u00e4he zu meinen bisherigen T\u00e4tigkeiten als Werkstudent und in meinem Studium.<\/p>\n<p>Ich habe meinen Lebenslauf auf Englisch \u00fcberarbeitet, ein pers\u00f6nliches Motivationsschreiben verfasst und mich beworben. Zwei Wochen sp\u00e4ter wurde ich zum ersten Assessment per Videocall eingeladen, eine Woche darauf folgte das zweite Gespr\u00e4ch mit der Abteilung in New York \u2013 und keine sieben Tage danach lag die Zusage im Posteingang.<\/p>\n<p>Die Freude war nat\u00fcrlich riesig \u2013 und wurde nur ein wenig ged\u00e4mpft, als ich mir zum ersten Mal die To-do-Liste anschaute. Neben Klausuren, Gruppenarbeiten, Pr\u00e4sentationen an der Uni und meiner Werkstudentent\u00e4tigkeit tauchten pl\u00f6tzlich ein halbes Dutzend neuer Aufgaben auf. Und mit ihnen: viele offene Fragen.<\/p>\n<p><strong>2) Visum: Viele, viele Formulare<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ein Praktikum in den USA ben\u00f6tigt man ein J1-Visum \u2013 und das beantragt man nicht einfach direkt bei der Botschaft. Voraussetzung ist ein sogenannter \u201eVisa-Sponsor\u201c, also eine Organisation, die das Praktikum offiziell begleitet. Zum Gl\u00fcck hatte die Airline bereits eine Partnerorganisation, die mich Schritt f\u00fcr Schritt durch den Prozess gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Trotzdem war der Aufwand nicht zu untersch\u00e4tzen: Empfehlungsschreiben, Zeugnisse, Versicherungsnachweise, ein weiterer Letter of Motivation \u2013 alles musste eingereicht und sorgf\u00e4ltig aufbereitet werden.<\/p>\n<p>Nach erfolgreicher Pr\u00fcfung folgt dann der pers\u00f6nliche Termin im US-Konsulat \u2013 meiner steht in zwei Wochen an.<\/p>\n<p>Mein Tipp: Behaltet den \u00dcberblick. Ich habe mir eine ausgedruckte Checkliste gemacht und jeden Punkt abgehakt. So hat man nicht nur Kontrolle \u00fcber den Prozess, sondern auch das gute Gef\u00fchl, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck voranzukommen. Insgesamt dauert der Visumsprozess rund sechs Wochen, kostet einiges an Geld und Geduld &#8211; Aber mit New York vor Augen ist das alles halb so wild.<\/p>\n<p><strong>3) Wohnung in M\u00fcnster untervermieten &amp; in NYC etwas Neues finden<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich war schnell klar: Meine Wohnung in M\u00fcnster sollte w\u00e4hrend meines Aufenthalts nicht leer stehen \u2013 vor allen Dingen weil die Wohnungssuche in New York erwartungsgem\u00e4\u00df schwierig und sehr teuer werden w\u00fcrde &#8211; da z\u00e4hlt jeder Groschen. Ich habe mein Zimmer auf vielen verschiedenen Plattformen\u00a0 inseriert \u2013 und innerhalb weniger Tage kamen die ersten Anfragen. M\u00fcnster bleibt eben eine gefragte Studierendenstadt. Am Ende habe ich mich mit einem Erasmus-Studenten aus Italien geeinigt, der w\u00e4hrend meiner Abwesenheit einzieht. Insgesamt deutlich einfacher als gedacht.<\/p>\n<p>Anders sah es in New York aus: hohe Mieten, gro\u00dfe Konkurrenz, und man kennt sich vor Ort einfach nicht aus. Momentan bin ich \u00fcber Shared-Living-Plattformen auf der Suche nach einem Zimmer in Brooklyn \u2013 m\u00f6glichst gut angebunden, halbwegs bezahlbar. Ganz einfach ist es nicht.<\/p>\n<p>Mein Tipp hier: Rechnet mit 1.700\u20132.200\u202fUSD pro Monat \u2013 und achtet unbedingt auf seri\u00f6se Anbieter. Viele Fake-Angebote wirken auf den ersten Blick \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>Stand jetzt: Ich habe noch keine finale Zusage f\u00fcr ein Zimmer. Und mein Flug geht in genau 56 Tagen. Willkommen im Planungsalltag eines Auslandspraktikums \u2013 viele Entscheidungen m\u00fcssen getroffen werden, obwohl andere noch offen sind. Manchmal hilft nur: pokern, vertrauen und weitermachen.<\/p>\n<p><strong>4) Organisatorisches: Von Versicherungen bis Koffergr\u00f6\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Neben Visum und Wohnung tauchten noch etliche weitere organisatorische Punkte auf \u2013 viele davon eher unspektakul\u00e4r, aber absolut entscheidend, damit vor Ort alles l\u00e4uft. Hier ein \u00dcberblick, was sonst noch anstand:<\/p>\n<ul>\n<li>Reise- und Auslandskrankenversicherung: Pflicht f\u00fcr das Visum \u2013 und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich eine der wichtigsten Absicherungen. Ich habe ein Paket gew\u00e4hlt, das R\u00fccktransport, Unfall, Notfallbehandlung und Haftpflicht abdeckt.<\/li>\n<li>Sozialversicherungsnummer (SSN): Ohne sie geht vor Ort nichts \u2013 sei es f\u00fcrs Gehalt, das Bankkonto oder Versicherungen. Beantragt wird sie erst nach der Ankunft in den USA, aber man kann sich online schon gut vorbereiten. Mein Tipp: Alles, was sich vorab vorbereiten l\u00e4sst \u2013 tun! Es gibt ein gutes Gef\u00fchl, wenn man nicht komplett bei null startet.<\/li>\n<li>Kreditkarte: Viele Banken in den USA vergeben nur Kreditkarten, wenn man eine SSN und eine Adresse vor Ort hat. Also: Erst Visum, dann Flug, dann Wohnung \u2013 dann Kreditkarte. Schritt f\u00fcr Schritt.<\/li>\n<li>Urlaubssemester &amp; Masterarbeit: Ich plane, direkt nach meiner R\u00fcckkehr im M\u00e4rz mit der Masterarbeit zu starten. Da der M\u00e4rz formal noch ins Urlaubssemester f\u00e4llt (in dem man eigentlich keine Pr\u00fcfungen anmelden darf), musste ich fr\u00fchzeitig mit der Uni kl\u00e4ren, ob das trotzdem m\u00f6glich ist. Auch das: fr\u00fch k\u00fcmmern lohnt sich.<\/li>\n<li>Krankenkasse &amp; Arbeitsvertr\u00e4ge: Ich habe meine Krankenkasse \u00fcber den Auslandsaufenthalt informiert und meine Werkstudentenstelle rechtzeitig gek\u00fcndigt bzw. ruhend gestellt. Viele kleine, aber wichtige administrative Schritte.<\/li>\n<li>Handyvertrag &amp; US-Nummer: Ich pausiere meinen deutschen Vertrag und nutze vor Ort eine eSIM \u2013 das geht inzwischen super einfach und kosteng\u00fcnstig. Ein echter Vorteil.<\/li>\n<li>Koffer &amp; Kleidung: Ich werde sieben Monate in NY sein und vor allem \u00fcber den Winter \u2013 da reicht kein Handgep\u00e4ck. Zwei gro\u00dfe 23kg Koffer, winter-und wetterfeste Kleidung, Arbeitsalltag und pers\u00f6nliche Dinge mussten geplant und organisiert werden. Mehr Aufwand als gedacht \u2013 aber notwendig.<\/li>\n<li>Finanzierung &amp; PROMOS-Stipendium: Nach dem ersten Blick auf Mietpreise, Lebenshaltungskosten und Geb\u00fchren war klar: Ich brauche Unterst\u00fctzung. Zum Gl\u00fcck bin ich rechtzeitig auf das PROMOS-Stipendium aufmerksam geworden. Also hie\u00df es: Lebenslauf, Motivationsschreiben, Praktikumsplan vom Arbeitgeber \u2013 alles fristgerecht einreichen.<\/li>\n<li>Hinflug: Den Flug habe ich relativ fr\u00fch organisiert \u2013 zum einen, weil die Preise mit jedem Tag steigen, zum anderen, weil es mir geholfen hat, ein konkretes Abreisedatum vor Augen zu haben. Ab dem Moment, als das Ticket gebucht war, wurde mir zum ersten Mal so richtig klar: <em data-start=\"404\" data-end=\"428\" data-is-only-node=\"\">Das passiert wirklich.<\/em> Ein\u00a0 Realit\u00e4tsschub \u2013 pl\u00f6tzlich war der Traum von New York nicht mehr nur eine Idee, sondern ein fester Termin im Kalender.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mein Fazit: Alles machbar \u2013 aber man muss rechtzeitig anfangen, strukturiert bleiben und mit allen Instanzen transparent kommunizieren (Uni, Visumsgeber, US-Konsulat, Arbeitgeber, jetziger Arbeitgeber, F\u00f6rderungsgeber, Krankenkassen, Nachmieter, Wohnungsbeh\u00f6rden, Freunde, Familie usw.)<\/p>\n<p><strong>Und jetzt?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist so ein Auslandspraktikum kein Selbstl\u00e4ufer. Aber genau darin liegt der Reiz: raus aus der Komfortzone, rein ins echte Abenteuer. Und auch wenn sich gerade vieles noch ungekl\u00e4rt anf\u00fchlt \u2013 ich wei\u00df, dass es am Ende genau die richtige Entscheidung war. Ich befinde mich aktuell in der hei\u00dfen Endphase: Unterlagen finalisieren, Mietvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen, Visa-Termin vorbereiten &#8211; Mein Posteingang ist momentan tats\u00e4chlich ein einziges Ping-Pong Konzert. Aber das Ziel r\u00fcckt n\u00e4her. Und in meinem n\u00e4chsten Beitrag nehme ich euch mit \u2013 zu meinem ersten Arbeitstag, in meine neue New Yorker Routine und in ein ganz anderes Leben. Und ja: Ich werde definitiv berichten, wo man in Manhattan den besten Bagel und die besten Pizza Slices bekommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man an New York denkt, denkt man an gelbe Taxis, Hochh\u00e4user und Broadway. Ich denke inzwischen aber vor allem an Terminal 1 am JFK Airport \u2013 denn dort werde ich in wenigen Wochen aussteigen und mein Praktikum bei einer deutschen Fluggesellschaft beginnen. Was nach einem glamour\u00f6sen Abenteuer klingt, war zun\u00e4chst vor allem eins: ganz [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1170,"featured_media":20024,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1261,1273,2041,2050],"tags":[9,2256,895,88],"class_list":["post-20023","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-amerika","category-usa","category-wirtschaft-und-verwaltung","category-wirtschaftswissenschaften","tag-auslandspraktikum","tag-hinweise-und-tipps","tag-new-york","tag-praktikumsvorbereitung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20023"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1170"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20023"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20023\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20340,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20023\/revisions\/20340"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}