{"id":19998,"date":"2025-08-20T12:11:55","date_gmt":"2025-08-20T10:11:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=19998"},"modified":"2025-08-20T12:11:55","modified_gmt":"2025-08-20T10:11:55","slug":"zwischen-zwei-welten-kulturelle-unterschiede-zwischen-deutschland-und-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/zwischen-zwei-welten-kulturelle-unterschiede-zwischen-deutschland-und-suedafrika\/","title":{"rendered":"Zwischen zwei Welten &#8211; Kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"<p>Hallo,<\/p>\n<p>ich hei\u00dfe Sophia und ich lebe nun schon seit einigen Wochen in S\u00fcdafrika \u2013 genauer gesagt in Durban. W\u00e4hrend meines Praktikums an der Deutschen Schule habe ich nicht nur viel \u00fcber den Schulalltag hier gelernt, sondern auch kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und S\u00fcdafrika feststellen k\u00f6nnen. Manche davon sind mir sofort aufgefallen, andere habe ich erst mit der Zeit bewusst wahrgenommen, wovon ich euch nun berichten m\u00f6chte.<!--more--><\/p>\n<p data-start=\"171\" data-end=\"784\"><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1440,&quot;h&quot;:1920}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20014 alignleft\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-800x1067.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-380x507.jpg 380w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse-247x330.jpg 247w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strasse.jpg 1440w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Was mir tats\u00e4chlich als erstes auffiel, war das allgegenw\u00e4rtige Thema <strong data-start=\"241\" data-end=\"255\">Sicherheit<\/strong>. Fast jedes Haus ist hier von einem hohen Zaun oder einer Mauer umgeben. In meinem Wohnviertel sind diese zus\u00e4tzlich mit elektrischen Dr\u00e4hten versehen, mit Warnschildern beklebt und durch automatische Tore gesichert. Diese Sicherheitsvorkehrungen waren f\u00fcr mich vor allem zu Beginn sehr ungewohnt und sogar etwas erschreckend. \u00a0Ich kannte so etwas aus Deutschland nicht. Gleichzeitig sieht man, wenn man auf der Autobahn unterwegs ist, auch das komplette Gegenteil: In den sogenannten <strong data-start=\"900\" data-end=\"913\">Townships<\/strong> leben viele Menschen in sehr einfachen Verh\u00e4ltnissen. Oft mehrere Menschen in kleinen Wellblechh\u00fctten, ohne flie\u00dfendes Wasser, ohne Strom, dicht aneinander gebaut. Der Kontrast k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein. Ich erinnere mich gut an das Gef\u00fchl, das mich \u00fcberkam, als ich das zum ersten Mal bewusst wahrnahm: eine Mischung aus Erstaunen, Unverst\u00e4ndnis und einem tiefen Gef\u00fchl von Privilegiertheit. Mehrfach wurde uns von den Lehrerin in der Schule und unseren Gasterltern davon abgeraten, diese Gegenden aus Sicherheitsgr\u00fcnden zu betreten. Auch wenn ich gerne offener unterwegs w\u00e4re, habe ich diese Hinweise ernst genommen.<\/p>\n<p data-start=\"1668\" data-end=\"2394\"><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strand.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1533,&quot;h&quot;:1334}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20013 alignright\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Strand-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a>Das wohl verr\u00fcckteste Erlebnis bisher war f\u00fcr mich das sogenannte <strong data-start=\"1738\" data-end=\"1754\">Loadshedding<\/strong>. Dabei handelt es sich um regelm\u00e4\u00dfige Stromabschaltungen, die von der Regierung durchgef\u00fchrt werden, um das landesweite Stromnetz zu entlasten und Strom zu sparen. In der Praxis bedeutet das: Etwa alle zwei Wochen geht einfach der Strom aus oder es wird angek\u00fcndigt, dass der Strom ausgeht und er geht nicht aus. Im ersten Fall gibt es dann kein Licht, kein WLAN, keine funktionierenden Ampeln, keine K\u00fchlger\u00e4te. F\u00fcr mich als Europ\u00e4erin war das zun\u00e4chst kaum vorstellbar. Um sich unabh\u00e4ngig vom Staat zu machen, haben viele Menschen hier Solaranlagen auf dem Dach installiert. Das erm\u00f6glicht es zumindest, die wichtigsten Ger\u00e4te weiter zu betreiben und den Alltag einigerma\u00dfen normal zu gestalten.<\/p>\n<p>Ein weiterer Unterschied, den ich sehr schnell gesp\u00fcrt habe, ist <strong>das Klima und der Tagesrhythmus<\/strong>. Auch wenn hier offiziell gerade Herbst bzw. Winter ist, ist das Wetter unglaublich angenehm! F\u00fcr mich ist es warm, aber nicht zu hei\u00df , oft sonnig und und ein sch\u00f6ner angenehmer Luftzug. Immer noch deutlich w\u00e4rmer als in Deutschland. Ich bin sehr froh, genau zu dieser Jahreszeit in S\u00fcdafrika zu sein. Was allerdings auff\u00e4llt: Es wird sehr fr\u00fch dunkel. Bereits gegen 17. 30 Uhr f\u00e4ngt es an zu d\u00e4mmern und \u00a0gegen 18 Uhr ist es stockdunkel. Gerade wenn man aus Deutschland kommt, wo es nach dem langen Winter endlich wieder abends hell bleibt, war das eine gro\u00dfe Umstellung f\u00fcr mich. \u00a0Umgekehrt wird es allerdings das ganze Jahr \u00fcber sehr fr\u00fch hell, oft schon gegen halb sechs, sodass hier der Tag bei den meisten Familien auch schon fr\u00fcher beginnt.<\/p>\n<p>Was mich ebenfalls sehr beeindruckt hat, ist die <strong>Herzlichkeit und Offenheit der Menschen<\/strong>. Egal, wo man hinkommt, man wird immer freundlich begr\u00fc\u00dft, gefragt, wie es einem geht, oft auch mit echtem Interesse. Gespr\u00e4che sind herzlich und oft sehr pers\u00f6nlich, auch mit Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat. In Deutschland sind wir da oft ein bisschen zur\u00fcckhaltender. Hier dagegen hat man schnell das Gef\u00fchl, willkommen zu sein. Dieses herzliche Miteinander schafft eine besondere Atmosph\u00e4re, die ich sehr genie\u00dfe.<\/p>\n<p>Auch die <strong>Rolle der Religion<\/strong> ist hier eine ganz andere als in Deutschland. Viele Menschen sind sehr gl\u00e4ubig. Der Glaube spielt hier eine gro\u00dfe Rolle im Alltag. Es ist ganz selbstverst\u00e4ndlich, Gott vor und nach dem Essen zu danken oder \u00fcber den eigenen Glauben zu sprechen. Die meisten Menschen, die ich hier kennenlernen durfte geh\u00f6ren einer lutherischen Glaubensgemeinschaft an.<\/p>\n<p>Ich bin sehr dankbar, all das erleben zu d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, ich hei\u00dfe Sophia und ich lebe nun schon seit einigen Wochen in S\u00fcdafrika \u2013 genauer gesagt in Durban. 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