{"id":19854,"date":"2025-05-20T15:58:14","date_gmt":"2025-05-20T13:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=19854"},"modified":"2025-05-20T15:58:14","modified_gmt":"2025-05-20T13:58:14","slug":"mein-weg-zum-praktikum-an-einer-grundschule-in-galway","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/mein-weg-zum-praktikum-an-einer-grundschule-in-galway\/","title":{"rendered":"Mein Weg zum Praktikum an einer Grundschule in Galway"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe im Februar und M\u00e4rz 2025 ein zweimonatiges Praktikum an einer Grundschule in Galway (Irland) absolviert. Dieses war Teil meines Pflichtaufenthaltes in einem englischsprachigen Land f\u00fcr mein Englischstudium.<!--more--><br \/>\nOb man nun durch sein Studium zu einem Auslandsaufenthalt verpflichtet ist oder nicht, eine solche Erfahrung ist meiner Meinung nach f\u00fcr jeden bereichernd. Vor allem zu Beginn der Planung stand ich wie der Ochs vorm Berg und wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Falls es dir so \u00e4hnlich geht, du also ins (englischsprachige) Ausland m\u00f6chtest und nicht recht wei\u00dft, wo du anfangen sollst, k\u00f6nnte dir mein Beitrag helfen. Ich f\u00fchre dich Schritt f\u00fcr Schritt durch meinen \u00dcberlegungs- und Planungsprozess. R\u00fcckblickend war alles n\u00e4mlich gar nicht so be\u00e4ngstigend, wie ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte. Man muss sich diese gro\u00dfe Aufgabe nur in kleine P\u00e4ckchen einteilen und diese St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck abarbeiten.<\/p>\n<p><strong>1) Der organisatorische Rahmen<\/strong><\/p>\n<p>Noch bevor man sich in detaillierte Planungen st\u00fcrzt, sollte man sich gut \u00fcberlegen, was man sich von seinem Auslandsaufenthalt erhofft. Hier hat es mir geholfen, mir selbst einige Fragen zu stellen, um meine Wahl einzuschr\u00e4nken. Schlie\u00dflich hat man heutzutage so viele M\u00f6glichkeiten, dass diese einen geradezu erschlagen k\u00f6nnen. Zu Beginn meiner Planung haben mir die nachfolgenden Fragen geholfen. Je nachdem, wie man diese f\u00fcr sich beantwortet, ver\u00e4ndert sich die Planung nat\u00fcrlich. Dennoch finde ich es sehr wichtig, zuvor in sich zu gehen, um keine voreiligen Entschl\u00fcsse zu treffen.<\/p>\n<p><em>\u2022Was ist mein zeitlicher Rahmen? <\/em>F\u00fcr mich war klar, dass ich gerne in Regelstudienzeit studieren m\u00f6chte. Dementsprechend wollte ich meinen Aufenthalt in den Semesterferien absolvieren. Insgesamt plante ich also ca. 8 Wochen Ferienzeit ein.<br \/>\n\u2022\u00a0<em>In welches Land m\u00f6chte ich reisen? <\/em>Diese Entscheidung wurde in meinem Fall von meinem Studiengang eingeschr\u00e4nkt. F\u00fcr mich musste es ein Land mit Englisch als Amtssprache sein. Dar\u00fcber hinaus habe ich mir Gedanken dar\u00fcber gemacht, was ich mir zutraue. Schnell wurde mir klar, dass ich zun\u00e4chst in Europa bleiben m\u00f6chte. Daraufhin reduzierten sich meine L\u00e4nder auf England, Irland und Malta. Nach intensiver Recherche wurde mir bewusst, dass es aufgrund der Brexit-Regelungen quasi unm\u00f6glich ist, ein gef\u00f6rdertes Praktikum in England zu absolvieren. So blieben noch Malta und Irland. Nach etwas Recherche entschied ich mich letztendlich f\u00fcr Irland.<br \/>\n\u2022<em>Was m\u00f6chte ich machen?<\/em> F\u00fcr mich war einer der wichtigsten Aspekte die T\u00e4tigkeit, die ich sp\u00e4ter aus\u00fcben w\u00fcrde. Es war relativ schnell klar, dass ich etwas machen m\u00f6chte, bei dem man klare Arbeitszeiten hat und Arbeitsplatz und Wohnsituation voneinander getrennt sind. Folglich fielen f\u00fcr mich Optionen wie Au-pair weg. Und so recherchierte ich auf Internetseiten und \u00fcberlegte zun\u00e4chst, Work and Travel zu machen. Doch nach einiger Zeit wurde mir klar, dass ich gerne etwas f\u00fcr meinen sp\u00e4teren Beruf dazulernen m\u00f6chte. Auch ein geregeltes und professionelles Arbeitsumfeld waren mir wichtig. Und so entschied ich mich, an einer Schule ein Praktikum zu absolvieren.<br \/>\n\u2022\u00a0<em>Wo m\u00f6chte ich wohnen?<\/em> Nach etwas Recherche wurde mir schnell klar, dass es in Irland schwer sein w\u00fcrde, eine Wohngelegenheit zu finden. Vor allen in den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten wie Galway, Dublin und Cork ist die Wohnungsnot gro\u00df und Preise sind dementsprechend hoch. Ich wusste also, dass meine Anspr\u00fcche nicht zu hoch sein durften. Dennoch w\u00fcnschte ich mir, nicht in einer Gastfamilie, sondern selbstst\u00e4ndig (in zum Beispiel einer WG) zu wohnen.<\/p>\n<p><strong>2) Die Schulsuche<\/strong><\/p>\n<p>Nun waren die groben Fixpunkte festgelegt und es ging f\u00fcr mich auf die Suche nach einer Schule. Ich wusste, dass man \u00fcber die Uni an Praktikumspl\u00e4tze von Partnerschulen kommen konnte. Doch die hier angebotenen Praktika bezogen sich alle auf einen f\u00fcr mich unpassenden Zeitraum. Und so begann ich, auf eigene Faust Schulen anzuschreiben. Daf\u00fcr schrieb ich zun\u00e4chst ca. 10 Schulen in Cork (meiner Wunschstadt) an und erhielt nur Absagen \/ keine Antworten. Schnell merkte ich, dass ich meine Mails in Sachen Professionalit\u00e4t und Quantit\u00e4t steigern musste. Und so verfasste ich einen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben nach irischem Standart und versendete diese per Mail an jede Grundschule in Cork. An die diesbez\u00fcglichen Daten kam ich durch Googeln und Listen aus dem Internet. Als auch hier positive R\u00fcckmeldungen ausblieben, weitete ich meine Bewerbungen auf Galway aus. Nach insgesamt 70 verschickten Mails erhielt ich drei Zusagen, von denen ich dann eine Schule ausw\u00e4hlte.<br \/>\nDer gesamte Prozess der Schulsuche war ziemlich z\u00e4h und zerm\u00fcrbend. Nat\u00fcrlich bereitet es keine Freude, Absage \u00fcber Absage zu erhalten. Aber mit jedem Schwung an Mails konnte ich einiges an Erfahrungen sammeln. Hier meine besten Tips:<\/p>\n<p>\u2022Stelle direkt einen Lebenslauf und das zugeh\u00f6rige Anschreiben nach irischen Standards in der Mail bereit. (Vorgaben, etc. findet man im Internet)<\/p>\n<p>\u2022Beschreibe genau, welche T\u00e4tigkeiten du aus\u00fcben m\u00f6chtest. In Irland kennt man das Prinzip eines Praktikanten an Schulen (wie in Deutschland) nicht. Hier gibt es lediglich <em>undergraduate Teachers<\/em>, also Studierende, die eigenst\u00e4ndig unterrichten. Der Begriff <em>internship<\/em> (in Galway wurde es <em>placement<\/em> genannt) ist vielen im schulischen Kontext nicht gel\u00e4ufig. Eine ausf\u00fchrliche Erkl\u00e4rung der T\u00e4tigkeiten und eigenen Kompetenzen kann also daf\u00fcr sorgen, nicht direkt abgelehnt zu werden.<\/p>\n<p>\u2022 Gib nicht auf! Es ist schwer, sich nicht unterkriegen zu lassen, aber am Ende ist es all die Arbeit wert. Ich habe es zum Beispiel so gemacht, am Tag immer 10 Mails zu verschicken, bis ich eine positive R\u00fcckmeldung hatte. So habe ich mir die frustrierende Aufgabe in kleine H\u00e4ppchen aufgeteilt.<\/p>\n<p>Nach meiner intensiven Bewerbungsphase hatte ich mich nun f\u00fcr eine Schule entschieden: die Claddagh National School in Galway. Hier hatte ich zus\u00e4tzlich noch ein kurzes Bewerbungsgespr\u00e4ch per Videokonferenz, bei dem der Schulleiter mir Kontaktdaten zu ehemaligen deutschen Praktikantinnen weitergab. Das war f\u00fcr mich wie ein Sechser im Lotto.<\/p>\n<p><strong>3) F\u00f6rderungen<\/strong><\/p>\n<p>So ein Auslandsaufenthalt ist (vor allem in Anbetracht der irischen Mieten) ziemlich teuer. Dementsprechend machte ich mich z\u00fcgig auf die Suche nach F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten. Dabei stie\u00df ich auf Stipendien vom DAAD, dem Goethe-Institut und Erasmus. F\u00fcr meinen spezifischen Fall kam ein Erasmus+-Stipendium in Frage. Je nach Ausgangslage ist es aber auch empfehlenswert, sich die anderen Institutionen genauer anzusehen. Und so begann ich, mich f\u00fcr Erasmus+ zu bewerben. Dies ist ein Stipendium, welches sich an Menschen richtet, die f\u00fcr mindestens acht Wochen im europ\u00e4ischen Ausland ein unbezahltes Praktikum absolvieren.<\/p>\n<p>Auf dieser Internetseite findet man alle wichtigen Informationen f\u00fcr den Bewerbungsprozess. Auch die zugeh\u00f6rigen Ansprechpersonen der Uni M\u00fcnster haben immer freundlich und kompetent auf all meine Fragen geantwortet.<\/p>\n<p>Je nach Zielland erh\u00e4lt man dann eine Summe, die einen beim Praktikum unterst\u00fctzt. Bei mir hat diese in etwa meine Miete abgedeckt und mich sehr entlastet.<\/p>\n<p><strong>4) Die Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Mir blieb zum Gl\u00fcck einer der schwersten Punkte der Organisation erspart: die Wohnungssuche in Irland. Ich bekam von einer der vorherigen Praktikantinnen an meiner Schule die Kontaktdaten von ihrer vorherigen Vermieterin. Und so konnte ich ein Zimmer f\u00fcr meinen Praktikumszeitraum mieten. Dabei musste ich insofern Abstriche machen, als dass ich in Oranmore (einem Vorort von Galway) lebte und pro Strecke 50 Minuten zur Schule und nach Hause zur\u00fcck brauchte. F\u00fcr mich war das jedoch die Gewissheit einer sicheren, bezahlbaren Wohnung wert. Und so w\u00fcrde ich mit 4 Mitbewohnerinnen in einer Haush\u00e4lfte in einem Vorort von Galway wohnen.<br \/>\nDa ich durch Kontakte Gl\u00fcck mit meiner Wohnungssuche hatte, kann ich hier kaum Tipps geben.<\/p>\n<p><strong>5) Die Anreise<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Anreise nach Galway bleibt einem kaum etwas anderes \u00fcbrig, als zu fliegen. F\u00fcr mich hat es sich angeboten, von D\u00fcsseldorf nach Dublin zu fliegen. Von Dublin aus fahren regelm\u00e4\u00dfig Busse auf direktem Weg nach Galway. Galway selbst hat leider keinen Flughafen.<\/p>\n<p><strong>6) Sonstige Organisation<\/strong><\/p>\n<p>\u2022Ein sehr gro\u00dfer Tipp meiner Vermieterin: Besorgt euch eine <em>Student\/Young Adult-Leap-Card<\/em>. Dies ist eine Karte, mit der man auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel in Irland bis zu 50 % Rabatte bekommt. In einigen Bussen kann man sogar mit ihr bezahlen. Sie kostet nur 5\u20ac und lohnt sich schon nach wenigem\/einmaligem Benutzen. Man kann sie online \u00fcber die zugeh\u00f6rige Internetseite bestellen.<\/p>\n<p>\u2022Kl\u00e4rt all eure Versicherungen ab. Wenn ihr euch \u00fcber Erasmus+ f\u00f6rdern lasst, m\u00fcsst ihr sowieso einen Beleg f\u00fcr die wichtigsten Versicherungen vorlegen (Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, etc.) Aber auch das Abschlie\u00dfen zus\u00e4tzlicher Versicherungen f\u00fcr zum Beispiel den R\u00fccktransport bei Krankheit oder Tod k\u00f6nnen sinnvoll sein.<\/p>\n<p><strong>7) Der zeitliche Rahmen eurer Planung<\/strong><\/p>\n<p>Ich war mir sehr lange unsicher, wann man mit der Planung seines Aufenthaltes beginnen sollte. Da gibt es pauschal nat\u00fcrlich keine Antwort darauf. Ich pers\u00f6nlich habe Mitte September begonnen, Schulen anzuschreiben. Ab dem Zeitpunkt habe ich mich dann intensiv an die Planung gesetzt und war Ende Dezember mit allen oben genannten Punkten fertig. Ich hatte das Gl\u00fcck, dass alles relativ glatt lief und mir die Wohnungssuche abgenommen wurde. Deswegen w\u00fcrde ich grob empfehlen, mindestens 5 Monate im Voraus mit der Planung zu beginnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich hoffe sehr, dass meine Einblicke eine Orientierung bieten konnten, wie man an die Planung eines Auslandspraktikums herangehen kann. Dabei sollte man immer bedenken, dass dies ein h\u00f6chst individueller Prozess ist, welcher sich nicht eins zu eins \u00fcbertragen l\u00e4sst. Als wichtigsten Tipp kann ich geben: Fange fr\u00fch genug an und arbeite dich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck vor. Am Ende ist es gar nicht so schwer und aufwendig wie man denkt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe im Februar und M\u00e4rz 2025 ein zweimonatiges Praktikum an einer Grundschule in Galway (Irland) absolviert. 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