{"id":1908,"date":"2014-09-30T09:14:29","date_gmt":"2014-09-30T07:14:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=1908"},"modified":"2019-08-26T14:01:47","modified_gmt":"2019-08-26T12:01:47","slug":"ein-halbes-jahr-im-herzen-spaniens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/ein-halbes-jahr-im-herzen-spaniens\/","title":{"rendered":"Ein halbes Jahr im Herzen Spaniens&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>14.09.2014, 16:07 Uhr. Ich stehe in der K\u00fc<span style=\"line-height: 1.5;\">che einer 6-Personen WG zwischen den Metrostationen Goya und Manuel Becerra und blicke in drei neugierige Gesichter, die alle gleichzeitig beginnen, auf mic<\/span><span style=\"line-height: 1.5;\">h einzureden, sich vorstellen und mir von meinem K\u00fchlschrankfach bis hin zur W\u00e4scheklammeraufbewahrungskiste alles zeigen, was die WG-K\u00fcche an Attraktionen zu bieten hat. Ich verstehe noch nich<\/span><span style=\"line-height: 1.5;\">t einmal die H\u00e4lfte und habe ihre Namen schon wieder vergessen. Als sie fertig sind, sehen sie mich mit erwartungsvollen Augen an. <\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"IMG_3063\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/IMG_3063-300x200.jpg\" width=\"270\" height=\"180\" \/>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"IMG_3107\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/IMG_3107-300x200.jpg\" width=\"270\" height=\"180\" \/><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Ich beginne, mich ebenfalls vorzustellen. Ich wei\u00df nicht, ob es an meinem alles andere als fl\u00fcssigem Spanisch liegt oder daran, dass ich ziemlich fertig aussehen muss mit meinen zwei Koffern, den Winterboots und meiner Fleecejacke, die ich trotz 30 Grad trage, weil ich in Deutschland noch so gefroren habe. Jedenfalls scheinen die drei Mitleid mit mir zu haben, zeigen mir mein Zimmer und lassen mich allein, damit ich mein Gep\u00e4ck im Schrank und der Kommode verstauen kann. Es kommt mir ziemlich d\u00fcrftig vor, was ich da f\u00fcr ein halbes Jahr auspacke und ich bin nach einer Viertelstunde fertig. Als ich ins Wohnzimmer komme, lerne ich meine anderen beiden Mitbewohner kennen. Jetzt sind wir vollst\u00e4ndig \u2013 drei Spanier, ein T\u00fcrke, eine Brasilianerin und eine Deutsche.<\/span><\/p>\n<p>Vielleicht sollte ich mich an dieser Stelle erst einmal vorstellen. Ich bin Franziska, 21 Jahre alt, studiere Spanisch und Lateinische Philologie an der Universit\u00e4t M\u00fcnster und werde das n\u00e4chste Semester an der Universidad Complutense de Madrid im Departamento de Filolog\u00eda Alemana ein Praktikum machen. Worin genau mein Praktikum besteht? Ich werde in den sprachpraktischen Kursen f\u00fcr Anf\u00e4nger im ersten und dritten Semester aushelfen und den Studenten so gut es geht helfen, unsere doch recht komplexe Sprache zu erlernen.<\/p>\n<p>Aber zu meiner Arbeit sp\u00e4ter mehr, wenn das Semester richtig begonnen hat und ich euch mehr \u00fcber meinen Alltag berichten kann. Noch gibt es n\u00e4mlich gar kein richtiges Alltagsleben, \u00fcber das <span style=\"line-height: 1.5;\">ich etwas erz\u00e4hlen k\u00f6nnte.<\/span><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In diesem Beitrag soll es zun\u00e4chst einmal um Madrid gehen. Das wundersch\u00f6ne Madrid, das mich jeden Tag ein bisschen mehr fasziniert und begeistert. Wenn man im Zentrum Madrids durch die kleinen Stra\u00dfen schlendert, f\u00e4llt schnell auf, dass Madrid eine sehr junge, moderne Gro\u00dfstadt ist. Die Geb\u00e4ude verspr\u00fchen zwar keinen historischen Flair, sorgen mit ihren wundersch\u00f6nen hellen Fassaden und den architektonischen Variationen aber dennoch daf\u00fcr, dass man die ein oder andere rote Ampel \u00fcbersieht, weil der Blick an den prunkvollen Fenstern der oberen Etagen oder den verschn\u00f6rkelten Balkonen h\u00e4ngen bleibt.<\/p>\n<p>Als Tourist erkundet man Madrid am besten zu Fu\u00df \u2013 obwohl Spaniens Hauptstadt \u00fcber ein wirklich gutes Metronetz verf\u00fcgt<span style=\"line-height: 1.5;\">. Aber gerade im Zentrum ist alles sehr dicht beieinander und der Weg von einer Sehensw\u00fcrdigkeit zur n\u00e4chsten ist oftmals so sch\u00f6n, dass man einiges verpasst, wenn man sich unter der Erde fortbewegt. Doch so sch\u00f6n Madrid tags\u00fcber auch sein mag, die wahre Pracht der Gro\u00dfstadt entfaltet sich nachts, wenn die Lichter den Geb\u00e4uden und Stra\u00dfen einen goldenen Schimmer verleihen. Hinzu kommt, dass die Dunkelheit die Stadt erst richtig zum Leben erwecken scheint. Die Madrilenen lieben das Leben auf der Stra\u00dfe und lassen sich auch von dem tags wie nachts l\u00e4rmenden Verkehr nicht abschrecken.<\/span><\/p>\n<p>In vielen Stadtteilen kommt mir Madrid gar nicht so gro\u00df vor. Das Leben in den barrios, wie man die Stadtviertel hier nennt, erinnert vor allem im Umgang der Menschen miteinander sehr an eine Kleinstadt. Jeder s<span style=\"line-height: 1.5;\">cheint jeden zu kennen, man h\u00e4lt inne, um sich zu unterhalten, es gibt viele kleine L\u00e4den und Gassen, Marktst\u00e4nde und spielende Kinder auf der Stra\u00dfe. Mitten im Zentrum aber, vor allem an der Gran V\u00eda, ist unverkennbar, dass man sich in der drittgr\u00f6\u00dften Stadt Europas befindet.<\/span><\/p>\n<p>Auf die To-Do-List eines jeden Madridbesuchs geh\u00f6rt ohne Zweifel der Parque del Retiro. Ein Paradies f\u00fcr alle Jogger, Spazierg\u00e4nger, Inlineskater, Fahrradfahrer, Kinder und jeden, der ein bisschen Schutz vor der Gro\u00dfstadt sucht. Zwar kommt durch die kunstvoll inszenierten G\u00e4rten und die vielen Besucher auch hier nicht die Ruhe eines Kleinstadtgartens auf, aber wenn man durch die eindrucksvollen Tore des Retiro schreitet, hat man tats\u00e4chlich das Gef\u00fchl,<span style=\"line-height: 1.5;\">dem gehetzten Treiben der Gro\u00dfstadt f\u00fcr einen Moment zu entkommen. Mein Tipp: Karte zur Seite legen und einfach drauf los gehen. Hinter jeder Biegung wartet n\u00e4mlich eine neue \u00dcberraschung \u2013 sei es ein Rosengarten, ein Springbrunnen, ein Spielplatz, ein See, ein Spalier aus riesigen Statuen, ein kleines Gartenh\u00e4uschen oder ein gl\u00e4serner Palast.<\/span><\/p>\n<p>Ein weiteres Muss ist ein Besuch in der <i>Chocolater\u00eda San Gines<\/i> (Pasdizo San Gines) in der Madrider Innenstadt. F\u00fcr jeden, der genauso hoffnungslos schokoladens\u00fcchtig ist wie ich, sind die <i>churros con chocolate<\/i> hier ein einzigartiges kulinarisches Erlebnis. Wer den Abend lieber bei einem Bierchen oder Wein in einer B<span style=\"line-height: 1.5;\">ar ausklingen l\u00e4sst als mit in Schokolade getunktem Geb\u00e4ck, sollte unbedingt mal mit der Metro in das <\/span><i style=\"line-height: 1.5;\">barrio <\/i><span style=\"line-height: 1.5;\">Malasa\u00f1a fahren. Hier herrscht abends eine tolle Atmosph\u00e4re. Vor allem bei gutem Wetter, wenn die Tische drau\u00dfen vor den Bars und Caf\u00e9s dicht besetzt sind. Besonders empfehlenswert ist meiner Meinung nach ein Besuch i<\/span><span style=\"line-height: 1.5;\">m \u201eOjala\u201c, wo es von Wraps \u00fcber Patatas Fritas bis hin zu s\u00fcndhaft leckeren Torten eine gro\u00dfe Bandbreite an bezahlbaren Speisen gibt. Und das Highlight: Im Keller sorgen Sand und eine Strandbar f\u00fcr richtiges Sommerfeeling!<\/span><\/p>\n<p>Ich habe nat\u00fcrlich noch l\u00e4ngst nicht alles gesehen und meine eigene Madrid-To-Do-List w\u00e4chst jeden Tag um ein paar weitere Punkte. Aber auch wenn ich erst etwas mehr als zwei Wochen hier bin, kann ich jedem nur w\u00e4rmstens ans Herz legen, sich auch einmal f\u00fcr ein paar Tage vom Herzen Spaniens verzaubern zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.09.2014, 16:07 Uhr. 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